Patrick Stewart (oder vielleicht eher Captain Picard ;-)) ist einer meiner Helden. Star Trek TNG hatte in meiner Jugend großen Einfluss auf mich. Die Serie war für mich oft ein moralischer Wegweiser, präsentierte mir das Bild einer lebenswerten Zukunft und gab mir Hoffnung in einer Zeit, als das Mobbing mir das Leben zur Hölle machte. Auch hatte ich schon oft davon gehört oder gelesen, wie eng befreundet sowohl der Cast war und ist als auch die Crew, die dieser spielte. Das zeigte mir, dass es auch anders geht.
Dass Patrick Stewart von der Royal Shakespeare Company kam, wusste ich natürlich. Auch, dass er in seiner Kindheit häusliche Gewalt miterleben musste. Aber seine ganze Geschichte von ihm selbst erzählt zu bekommen, war etwas Besonderes. Die Autobiografie ist sehr detailliert, beginnt mit seiner zunächst glücklichen, dann weniger glücklichen Kindheit. Erstaunt hat mich, wie früh Stewart schon an seiner Schauspielkarriere arbeitete. Sein Werdegang ist wirklich beeindruckend und es hat mir sehr gefallen, von seinen ganzen Wegbegleitern zu hören, ganz früh etwa Brian Blessed oder später Ian McKellen, der sogar ihn und seine dritte Ehefrau traute. Obwohl das Ganze stellenweise in etwas viel Name Dropping ausartet. Auch dachte ich an manchen Stellen, dass er, was Privates angeht, manchmal ein bisschen zu viel ins Detail geht.
Sehr gelacht habe ich über die Anekdote über sein erstes Aufeinandertreffen mit dem ihm als reinem Klassikfan unbekannten Sting am Set von „Der Wüstenplanet“. Ein wenig geknickt war ich darüber, dass Gene Roddenberry Stewart so gar nicht in der Rolle des Captain Picard sehen wollte, im Nachhinein vollkommen unverständlich. Es sei angemerkt, dass Stewart sich auch über Menschen, die ihm weniger zugetan waren, nie negativ äußert.
Besonders schön war es natürlich, den Anekdoten rund um Star Trek – The Next Generation zu lauschen und den vielen wunderbaren Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit einem großartigen Cast. Auch die Arbeit an den auf die Serie folgenden Kinofilmen und dem – zumindest für mich – überraschenden erneuten Zusammenkommen der alten Crew in Star Trek Picard kommt nicht zu kurz.
Ich habe viel gelacht beim Hören dieses Buches, aber am Schluss musste ich auch heulen. Deshalb gibt es von mir eben doch fünf Sterne.