Sie ist Ärztin, sie ist Jüdin, und sie ist auf der Flucht vor ihrem brutalen Ehemann: Sara hat viele Geheimnisse, die sie vor den Gauklern verbirgt, mit denen sie 1415 den Rhein entlang zieht. Auch der junge Ritter Ezzo schweigt über den Auftrag der ungarischen Königin, der ihn zu den Gauklern geführt hat. Und der irische Mönch Ciaran bewahrt in seiner Harfe das Vermächtnis des Ketzers John Wyclif, das die Kirche unbedingt vernichten will. Alle drei geraten auf dem Konzil von Konstanz in Machtintrigen, die sie in große Gefahr stürzen. Denn sie hüten ein Geheimnis, das die Welt von Kaiser und Papst erschüttern kann.
Drei Menschen, drei Schicksale, ein Ziel - Konstanz. Da ist Sara: Ärztin, Jüdin und auf der Flucht vor ihren grausamen Ehemann. Ritter Ezzo, in geheimer Mission für die ungarische Königin unterwegs. Und der Mönch Ciaran, der in seiner Harfe ein Dokument verbirgt, was die Christenheit erschüttern könnte. Sie alle haben sich im Jahr 1415 einer Gauklertruppe angeschlossen, die zum Konzil in Konstanz zieht. Dort soll sich das Schicksal der Christenheit entscheiden …
Der Roman beginnt mit der Kindheit der jeweiligen Protagonisten und begleitet sie über zahlreiche Jahre hinweg. Erst in der Mitte des Hörbuches treffen sie aufeinander. Erzählt wird aus vielerlei Perspektiven, Tagebucheinträgen von Sara und mithilfe von Briefen. Den Rahmen bildet das Konzil zu Konstanz, Sinnbild der religiösen und politischen Wirren der damaligen Zeit, welche sich in John Wyclif und den drei Päpsten manifestierten.
Dieser Roman bietet fraglos Potenzial, welches aber zumindest in der Hörbuchfassung nicht ausreichend entwickelt wurde. Da die Ärztin Sara historisch verbürgt ist, muss man wohl glauben, dass es sie so ähnlich tatsächlich gegeben hat – dennoch erschienen mir einige Passagen ziemlich unglaubwürdig. Ganz absurd wurde es aber bei Ritter Ezzo, wo lang und breit drüber gesprochen wird, dass der Ehemann so eifersüchtig ist – und dann ist er mit der fraglichen Dame von der Nacht bis in die Mittagsstunden im Bett! Beim Mönch Cieran bleibt für mich die Charakterentwicklung zu schwach angedeutet. Ist er noch zwei Episoden vorher ein treuer Diener Gottes, soll er erzähltechnisch kurz darauf den weltlichen Freuden überhaupt nicht abgeneigt sein. Noch viel radikaler ist jedoch der Bruch zum Ende hin. Was aus meiner Sicht aber noch viel gravierender ist: Es wird zwar recht früh erklärt, was nun die silberne Burg sein soll und man kann sich zusammenreimen, wohin die Reise gehen wird – aber einen rechten roten Faden konnte ich bis zur Mitte des Hörbuchs definitiv nicht erkennen und auch danach nur erahnen. Weiteres Manko sind die ständig wechselnden Figuren beim personalen Erzählverhalten: Neben den Protagonisten hat Hinz und Kunz noch seinen Auftritt, außerdem kommen noch besagte Tagebucheinträge dazu. So einen Erzählstil kann ich persönlich gar nicht leiden, außer es sind wirklich lange Abschnitte und nicht nur ein paar Absätze. Am Ende wird die silberne Burg zwar aufgelöst, aber auf eine höchst unglaubwürdige Art und Weise. Positiv zu Gute gehalten werden muss dennoch, dass der Hörer viel über die politische und religiöse Situation der damaligen Zeit erfährt. So manche historische Tatsache war mir bis dato noch unklar, obwohl Bücher wie ”Die Wanderhure” zur gleichen Zeit spielen. So lernte ich zum Beispiel die ungarische Königin Barbara von Cilli erstmals kennen. Überhaupt setzt die Autorin wohltuend auf eine durchaus starke Heldin und verzichtet auf das genüssliche Auswälzen von Schauertaten. Stattdessen gibt es Einblicke in das jüdische Leben der damaligen Zeit. Die Autorin wollte einen historischen Roman schreiben – und das ist ihr auch gelungen!
Dana Geissler würde ich als Sprecherin nicht direkt als Fehlbesetzung bezeichnen, aber es ist ein bemühtes Vorlesen, welches einen nicht so recht in die Geschichte eintauchen lässt. Sie spricht hart und überbetont. Ich persönlich wurde mit ihr nicht wirklich warm, denn die Aufgesetztheit zieht sich durch das Hörbuch durch. Wie schon oben angeklungen, befürchte ich zudem, dass das Hörbuch zu radikal zusammengekürzt wurde und deswegen viele Zusammenhänge und nötigen Entwicklungsschritte rausgefallen sind – und damit die Seele des Buches verloren gegangen ist. Ich würde daher unbedingt die gedruckte Fassung empfehlen.
Recht beliebiges Hörbuch mit kaum vorhandenen Plot und mittelmäßiger Sprecherin, welches es nur teilweise mit interessanten geschichtlichen Einlassungen wettmachen kann.
Solang es um die Geschichte der Jüdin und Ärztin Sara ging, war es schön und interssant zu lesen, auch die 3 Erzählstränge, die sich langsam zusammenfanden ist gelungen. Unnütz und extrem langweilig fand ich den Abschnitt der das Konzil in Konstanz betraf. Er war für die eigentlche Geschichte nicht wesentlich. Auch diese extrem verquickung von Ezzo in die Intrigen des Konzil fand eher störend.
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