G. E. M. Anscombes 1957 veröffentlichtes Werk Absicht ist einer der klassischen Texte der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Die Schülerin und Vertraute Wittgensteins unternimmt darin den Versuch, einen der zentralen Begriffe der Handlungstheorie, den der »Absicht«, zu klären und argumentiert für einen engen begrifflichen Zusammenhang zwischen Absicht und Handlung. Nur ein als absichtlich beschriebenes Verhalten kann als Handlung gelten; nur dann können Gründe für ein Handeln gegeben werden. Nicht beabsichtigte Verhaltenweisen oder Folgen müssen hingegen kausal erklärt werden, so eine der einflußreichen Thesen dieses Buches, in dem Anscombe auch ihre enorm wirkmächtige Unterscheidung zwischen Absichten und Vorhersagen entwickelt. Absicht ist eine wahre Fundgrube brillanter Einsichten und Distinktionen, ein Standardwerk, das nun in der Neuübersetzung von Joachim Schulte wieder auf deutsch vorliegt.
Gertrude Elizabeth Margaret Anscombe, better known as Elizabeth Anscombe, was a British analytic philosopher. A student of Ludwig Wittgenstein, she became an authority on his work, and edited and translated many books drawn from his writings, above all his Philosophical Investigations. She wrote on the philosophy of mind, philosophy of action, philosophical logic, philosophy of language, and ethics. Her 1958 article "Modern Moral Philosophy" introduced the term "consequentialism" into the language of analytic philosophy; this and subsequent articles had a seminal influence on contemporary virtue ethics. Her monograph Intention is generally recognized as her greatest and most influential work, and the continuing philosophical interest in the concepts of intention, action and practical reasoning can be said to have taken its main impetus from this work.
Nach der ersten Lektüre erschien es mir zunächst als ein eher unsystematisches Werk, und relativ viele der zentralen Thesen konnte ich zunächst nicht überzeugend finden. Doch das Werk _ist_ systematisch und die Thesen _haben_ eine ernst zu nehmende argumentative Basis. Mit ihrem Wittgenstein...bla...bla werde ich mich aber vermutlich nie ganz anfreunden. Neben der wiederholten Lektüre, Diskussion in einem Seminar, fand ich vor allem Johnathan Schwenklers "Guide" zu Intention besonders hilfreich und sogar den Originaltext philosophisch bereichernd, wie z.B. seine Ausführungen zu den moralphilosophischen und metaethischen Implikationen von Anscombes philosophischer Psychologie, die ja im Buch gar nicht angesprochen werden. Für Schwenkler als Begleitlektüre lohnt es sich aber dann auch die paar Euro mehr für das Englische Original auszugeben, auch wenn ich an der Übersetzung von Schulte nichts zu bemängeln habe. (Schulte ist im allgemeinen ein sehr guter und systematischer Übersetzer, was mir erst vor kurzem auch schon bei seinen Davidson Übersetzungen aufgefallen ist!)