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Die Ketzer des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet - neu übersetzt 5)

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Unter Gottkaiser Leto II. wurde die Menschheit über die Galaxis verstreut. Nun kehrt sie aus der Diaspora zurück, und der Orden der Bene Gesserit sieht sich mit neuen Technologien und neuen Mächten konfrontiert. Da taucht aus der Wüste des Planeten Arrakis ein Mädchen auf, das mit geheimnisvollen Kräften über Shai-Hulud, den riesigen Sandwurm, gebieten kann ... Frank Herberts »Wüstenplanet«-Romane, das erfolgreichste Science-Fiction-Epos aller Zeiten, in der neuen Übersetzung von Jakob Schmidt.

625 pages, Kindle Edition

Published November 15, 2023

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About the author

Frank Herbert

555 books16.7k followers
Franklin Patrick Herbert Jr. was an American science fiction author best known for the 1965 novel Dune and its five sequels. Though he became famous for his novels, he also wrote short stories and worked as a newspaper journalist, photographer, book reviewer, ecological consultant, and lecturer.
The Dune saga, set in the distant future, and taking place over millennia, explores complex themes, such as the long-term survival of the human species, human evolution, planetary science and ecology, and the intersection of religion, politics, economics and power in a future where humanity has long since developed interstellar travel and settled many thousands of worlds. Dune is the best-selling science fiction novel of all time, and the entire series is considered to be among the classics of the genre.

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December 11, 2025
Wäre mein Denken so strukturiert wie das eines Großteils der Akteure aus Frank Herberts Wüstenplanet-Saga, so wäre ich schon längst zu der Überzeugung gelangt, diese stelle in ihrer Gesamtheit eine Prüfung irgendeiner weit über mir stehenden Gottheit dar. Jeder Band wäre ein einzeln für sich stehender Test: Nur, wenn man alle gemeinsam betrachtet, erkennt man das Muster der großen Prüfung.

*Diese Rezension enthält Spoiler der Vorgängerbände „Der Wüstenplanet“, „Der Herr des Wüstenplaneten“, „Die Kinder des Wüstenplaneten“ und „Der Gottkaiser des Wüstenplaneten“. Was ich hiermit äußere, ist lediglich meine persönliche Meinung.*

Zur Reihe:
Nachdem ich vor ungefähr vier Jahren den Auftakt „Der Wüstenplanet“ gelesen hatte, war ich von der Welt, die sich mir damit eröffnete, schier überwältigt: Frank Herbert schaffte es, mit einem recht ruhigen und philosophisch angehauchten Erzählstil eine imposante Geschichte zu erzählen, welche mich besonders aufgrund ihrer Größe und der Komplexität diverser Charaktere stark beeindruckte. Natürlich gab es unter anderem klassische Merkmale der Prosa: Mit den Harkonnen wurde beispielsweise ein klarer Gegenspieler, und mit den Fremen ein unterdrücktes Volk, welches es unter der Anführung eines vermeintlichen „Helden“ (in diesem Falle Paul Atreides) zu befreien galt, geschaffen. Jedoch wurde mit zunehmender Handlung und besonders dem Ausgang des Romanes klar, dass auch Paul nicht der rein gewaschene klare Held war, der vollkommen selbstlos für Gerechtigkeit kämpfte.
Spätestens der Folgeband, „Der Herr des Wüstenplaneten“, untermauerte dies essenziell. Auch wenn dieser wie die meisten Fortsetzungen von der Qualität nicht an den ersten Teil herankam, war er trotzdem definitiv lesenswert und brachte sogar die eine oder andere überraschende Wendung mit sich. Einer der Stärken dieses Buches war, dass es, obwohl es so kurz war, die Welt rund um Arrakis, den Wüstenplaneten, sehr stark ausweitete.
Ab Band drei wurde es seltsam. Zugegebenermaßen fand ich bereits im ersten Band einige Längen und Eigenartigkeiten, und pausierte das Lesen nach ungefähr der Hälfte, wenn auch nur für kurze Zeit. Doch der dritte Band trieb dies vollkommen auf die Spitze. Ich weiß auch nicht, was genau los war: Wenn ich heute an dieses Buch zurückdenke, habe ich das Gefühl, dass darin sehr viel passiert war. Nur empfand ich den Schreibstil als sehr schleppend. Und, obwohl die Handlung vorankam, hatte ich das seltsame Gefühl, sie täte das genaue Gegenteil.
Auch, wo der erste (und zum Teil auch der zweite) Band ein gewisses Maß an Action hervorbrachte, war davon im dritten Band kaum eine Spur zu sehen - zumindest nicht im klassisch-konventionellen Stil. Diese und noch viele andere Elemente, an die ich mich nicht mehr alle erinnern kann, führten dazu, dass ich mich durch dieses Buch schier quälen musste. Hätte ich zur damaligen Zeit nicht so ein schlechtes Gefühl dabei gehabt, ein Buch abzubrechen, hätte ich es bei diesem womöglich getan.
Nachdem ich etwa im Juni 2022 Band drei ausgelesen hatte, trat erstmals eine große Pause ein. Das nächste Mal, dass ich ein Wüstenplanet-Buch in die Hände nahm, sollte mehr als ein Jahr später, im September 2023, sein:
Nach der langen Zeit, die für mich seit Band 3 verstrichen war, empfand ich trotz des nicht gerade guten Eindrucks, den dieser bei mir hinterlassen hatte, wieder Lust darauf, weiterzulesen. Tatsächlich las ich das vierte Buch („Der Gottkaiser des Wüstenplaneten“) mit seinen ca. 600 Seiten im Vergleich zu seinen Vorgängern sehr schnell und benötigte dafür lediglich acht Tage. Jedoch denke ich bis heute, dass dies zu einem großen Teil daran lag, dass ich zu diesem Zeitpunkt ein weiteres Buch frisch im Regal zu stehen hatte, welches ich unbedingt lesen wollte, „Der Gottkaiser des Wüstenplaneten“ aber nicht - wenn auch nur temporär - dafür abbrechen wollte, da ich wusste, dass diesen sonst das gleiche Schicksal wie seinen Vorgänger ereilt hätte, wenn nicht sogar schlimmeres.
Warum?
Ganz einfach, weil auch in diesem Band nicht wirklich etwas passierte. Auf philosophischer Ebene mag Band 4 einige interessante Ansätze haben, doch klassische Spannung kam für mich kaum darin auf. Zwar ist auch das wieder etwas, was man, genauso wie die Tatsache, dass es bei Frank Herberts Wüstenplanet-Saga - zumindest bisher - nie das klassische „Gut“ zu geben schien, als positiv vermerken kann. Und eigentlich habe ich auch ein Herz für Geschichten, die etwas aus der Reihe des Klassisch-Konventionellen tanzen. Nur bin ich ebenfalls der Meinung, dass man auch immer und jederzeit übertreiben kann.
Außerdem war der vierte Band sehr seltsam. Natürlich war das bis dato jeder Wüstenplanet-Roman in gewisser Weise (und auch der fünfte Band macht dort keine Ausnahmen), jedoch trieb es Frank Herbert in diesem Roman (unter anderem mit Gottkaiser Leto II.) ziemlich auf die Spitze. Wenn es auch irgendwo Sinn ergab, empfand ich es dennoch als etwas zu viel des Guten.

In wenigen Worten lässt sich meine Meinung zu den bisherigen Bänden also wie folgt zusammenfassen:
Band 1 ist ein Klassiker der Science-Fiction-Literatur, welches jedem Fan dieses Genres ans Herz zu legen ist.
Band 2 stellt eine würdige Fortsetzung dar, die in Band 1 aufgeworfene, aber nicht geklärte Fragen beantwortet und die Welt ausweitet.
Band 3 hat mich vieles hinterfragen lassen. Zudem empfand ich ihn als äußerst langatmig.
Band 4 war nach den bisherigen Bänden, bei welchen ich jeden als schlechter als den Vorgänger empfunden hatte, endlich wieder ein Schwung nach oben, wenn er auch nicht an den zweiten Band herankam, sehr seltsam war und ich auch hier das Gefühl hatte, dass wenig passierte.
Generell war der womöglich größte Grund, weshalb die Wüstenplanet-Reihe für mich in den Bänden 3 und 4 so schwer zu verdauen war, jener, dass ich kein genaues (zumindest allumfassendes) Ziel erkennen konnte. In den meisten Reihen wird diese Frage im Verlauf des ersten, spätestens des zweiten Bandes geklärt. Doch was ist Frank Herberts großes Ziel? Auf welches Finale möchte er hinaus?
Diese Frage konnte Band 5 möglicherweise endlich beantworten.

“Die Ketzer des Wüstenplaneten”:
Wie auch der vierte Band stellte “Die Ketzer des Wüstenplaneten” meiner Meinung nach wieder einen Aufschwung im Wüstenplanet-Universum dar. Ich fand ihn definitiv besser als Band 4, somit auch besser als Band 3 und er kommt für mich sogar sehr weit an den zweiten Band heran, wenn er diesen nicht sogar übertrifft.
Zum ersten Mal seit zwei Bänden dieser Reihe hatte ich nicht das Gefühl, mich während des Lesens regelmäßig zu langweilen (ohne das an dieser Stelle böse zu meinen). „Die Ketzer des Wüstenplaneten” ist ein spannender, ja, wenn nicht sogar rasanter Roman (wenn ich mich an dieser Stelle nicht zu weit aus dem Fenster lehne). Allerdings muss man sich auch hier wieder mit neuen Figuren begnügen, da die Handlung 1500 Jahre nach den Ereignissen von Band 4 spielt (eine meiner Meinung nach weitere Hürde der Reihe: Spätestens ab Band 3 spielt die Handlung entweder mehrere tausend Jahre nach seinem Vorgänger, oder/und an dessen Ende starb ein Großteil der Hauptfiguren [oder verschwand auf andere Art und Weise von der Bildfläche], weshalb immer wieder neue Figuren auf den Plan treten. Aus diesem Grund konnte die Reihe auch nicht wegen der Figuren weitergelesen werden, weil man am Ende eines jeden Buches selten sicher sein konnte, wer wiederkehren wird. Glücklicherweise bricht Band 6 ["Die Ordensburg des Wüstenplaneten”] diesen mittlerweile beinahe zur Regel gewordenen Stil).
Ein großer Pluspunkt, der “Die Ketzer des Wüstenplaneten” zugute kommt, ist, dass in diesem Roman eine Bedrohung auf den Plan tritt, die nicht bereits am Ende des Buches besiegt, sondern im Verlauf der Handlung lediglich eingeleitet wird:
Als bloßen Fakt finde ich das sehr gut, da diese Reihe ein allumfassendes Ziel meiner Meinung nach nötig hatte und es hiermit bekam.
Andererseits gibt es keinen Wüstenplanet-Roman, der nicht irgendwie seltsam ist: Und hier wird das Seltsame zu großen Stücken der neuen Bedrohung in Form der Geehrten Matres zuteil - eine Gruppe von Frauen, ähnlich der Bene Gesserit, die nach der sogenannten “Zerstreuung”, die mit dem Ende von Band 4 eingeleitet wurde, nun wieder in das ehemalige Imperium zurückkehrt und, auf gut Deutsch gesagt, die Herrschaft an sich reißen will. Wie die Geehrten Matres das zu tun beabsichtigen, ergibt im Kontext irgendwo Sinn, ist aber sehr abstrus und wirkt auf den ersten Blick ebenfalls etwas weit hergeholt. Bei näherer Betrachtung und zunehmendem Handlungsverlauf sowie Erläuterungsausmaß von Seiten Frank Herberts, sank meine Wahrnehmung dahingehend jedoch ein wenig. Generell nimmt dieser Band auch eine überraschende Wendung, was den Hang zum Intimen angeht (und das auf eine Art und Weise, die spätestens in einem bestimmten Kapitel gegen Ende des Romans als verwerflich zu beurteilen ist) - sollen jene Menschen, die sehr empfindlich auf derartiges reagieren, gewarnt sein.
Daneben gibt es auch andere kleinere Aspekte, welche mir beim Lesen etwas seltsam erschienen, aber auch Dinge, die ich sehr interessant und spannend fand. Alles in allem empfinde ich “Die Ketzer des Wüstenplaneten” als eine gelungene Fortsetzung, die für mich das Ruder wieder in eine spannendere - wenn auch seltsame - Richtung reißt. Tatsächlich fand ich diesen sogar so spannend, dass ich unmittelbar einen Tag nach dessen Beendigung mit dem sechsten Band fortfuhr - etwas, was ich bei dieser Reihe schon lange nicht mehr getan hatte, betrug der Abstand zwischen Band 4 und Band 5 für mich nicht 2 Jahre. Jedoch bin ich froh, weitergelesen zu haben. Denn nun scheint es wirklich richtig spannend zu werden (und ich hätte nicht gedacht, dass ich so etwas seit Band 2 mal wieder zu dieser Reihe sagen, geschweige denn den Terminus „spannend“ so oft in einer Rezension zu einem Wüstenplanet-Roman, welcher nach Band 2 zu datieren ist, verwenden würde).
Ein weiterer Fakt zum Schluss: Tatsächlich spielt “Die Ketzer des Wüstenplaneten”, anders als man vom bloßen Titel und den Vorgängerromanen her denken könnte, vergleichsweise selten auf dem Wüstenplaneten Arrakis - in diesem Band Rakis genannt (ein weiterer interessanter/seltsamer/verwirrender Punkt: Nahezu alle Planeten und auch die Städte darauf wurden entweder umbenannt oder erfuhren eine Abkürzung - ein Zeichen der Entwicklung der Menschheit in den Jahrtausenden, die zwischen den Romanen verstrichen sind). Jedoch stellt dies keinen Kritikpunkt meinerseits dar. Ganz im Gegenteil: Möglicherweise trug dieser häufige Planetenwechsel sogar zu einem großen Teil zu der Wirkung einer Beschleunigung des Handlungsverlaufes bei.

Fazit und Bewertung:
“Die Ketzer des Wüstenplaneten” weist eine zunehmende Entwicklung von Spannung auf. Es kommt zwar eine Vielzahl neuer Figuren auf den Plan, jedoch lässt sich die Handlung durch deren Augen sehr gut und - je nach Figur - angenehm verfolgen. Das Buch bietet eine gute Vorlage für weitere Bände und hat ein offenes Ende, welches zum Weiterlesen verleitet. Durch den Grund, woraus die neue Bedrohung geschaffen wurde, fühlen sich die ersten vier Bände rückblickend vielmehr wie eine Art Prolog für das große Ganze an. Die Geehrten Matres scheinen ein würdiger und angemessener Gegenspieler zu sein, wenn ihre tatsächlichen Beweggründe auch noch nicht wirklich beleuchtet wurden und die Art und Weise, wie sie agieren, etwas seltsam ist.
Aus diesen Gründen erhält “Die Ketzer des Wüstenplaneten” als fünfter Wüstenplanet-Roman von mir dreieinhalb von fünf Sternen.
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