„Trumpocracy“ und andere aktuelle Entwicklungen haben mich in letzter öfter mal an diesen Roman denken lassen, den ich in den 80er Jahren gelesen habe, als Taschenbuch (auf Deutsch „Der Anwalt des Teufels“). Er hatte damals hohe Aktualität, in einer Zeit als es eine reale Gefahr und berechtigte Ängste gab, irgendwann von einer Diktatur, namentlich der UDSSR, überfallen und unterdrückt zu werden.
Der Roman war aber damals schon mehr als 30 Jahre alt. Ich habe ihn trotzdem ziemlich spannend gefunden, und anders als 1984 macht er Hoffnung und Mut zum Widerstand. Dass er eigentlich einem antikommunistischen Spirit der McCarthy Ära entsprungen ist, war mir damals nicht klar und hätte mich vielleicht sogar davon abgehalten den Roman zu lesen. Aber nur auf die simple Roman-Story fokussiert, war da überhaupt nichts Verwerfliches für mich.
Ganz im Gegenteil, in erster Linie war es ein sehr spannender Politthriller.
Inhalt:
Im wesentlichen geht es in dieser Dystopie darum, wie man ein gewalttätiges, alle Lebensbereiche kontrollierendes Regime stürzen kann.
Der einzelne ist machtlos, Widerstandsgruppen sind chancenlos, sie werden gnadenlos bekämpft und mit brutaler Gewalt vernichtet.
Also kommt jemand auf eine Idee!
Man muss MIT DEN WÖLFEN HEULEN, NUR LAUTER!
Er will die Macht infiltrieren, nach ihren Regeln mitspielen und die Unterdrückung und Ungerechtigkeit derart auf die Spitze treiben, bis ein Kipppunkt überschritten ist und das Volk sich gegen die Mächtigen wehrt und das System gestürzt wird.
Warum mir das einfällt, naja einerseits gibt es auch heute wieder einen aktuellen Bezug, auch heute sind Freiheit und Demokratie wieder in Gefahr.
Andererseits Trump: bei ihm muss ich manchmal an das Leitmotiv des Romans denken, nur mit dem Unterschied, dass er den Spieß umdreht.
Leider sind Lösungen in der Realpolitik komplexer als in einem Thriller. Nichtsdestotrotz, wenn ich das Buch nochmal aus einer Kiste ausgraben sollte, würde ich noch mal reinschauen.
Eine Gesamtwertung kann ich nicht mehr abgeben, es ist zu lange her, ich glaube sprachlich war das nicht so besonders, aber als Thriller würde ich ihn wohl mit 5🌟 bewertet haben. Von Taylor Caldwell habe ich danach glaube ich nichts mehr gelesen, weil mich die anderen Romanplots nicht so interessiert haben.