Einerseits more of the same - wenn ich richtig gezählt hab, mein vierzehntes Buch aus der Feder von Jana Frey und diesmal werden andere Bücher von ihr sogar zitiert - andererseits hat es mich auf eine Weise berührt, die nicht viele sonst geschafft haben. Annis' Hintergrundgeschichte wird so langsam aufgerollt, dass sich beim Lesen Gänsehaut einstellt. Auch die Tragik um die demente Großmutter trifft mehr als einen Nerv. Und schließlich ist auch die Protagonistin für mich eine Identifikationsfigur wie kaum eine zweite in meinem Guilty Pleasure Genre Jugendliteratur. (Bin zwar vor relativ kurzem 31 geworden, die Erinnerungen an so manche Erlebnisse, die ich mit Annis teile sind jedoch lebendig als wär's gestern gewesen.)
Einen Bonusstern gibt's für das Musical Elisabeth. 🤍
So spannend, einfühlsam und psychologisch glaubwürdig, wie man das von ihr gewohnt ist, erzählt Jana Frey die Geschichte der sechzehnjährigen Annis. Sie fühlt sich unscheinbar und ist unglücklich verliebt. Trost sucht sie in Computerforen bei Freunden, die keine sind. Sie schreibt sich selbst SMS, belügt sich und andere – und greift schließlich zu einem Mix aus Tabletten und Alkohol, um dem allen ein Ende zu machen. Doch das Leben geht weiter.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Dies war jetzt mein zweites Buch von Jana Frey. Diesmal eins über Suizid. Aufgrund der kurzen Seitenanzahl war man dann aber auch schnell durch und mir ging es irgendwie ein bisschen schnell. Es geht um ein jungen 17-jährigen Mädchen Annis dessen Großmutter lange an Demenz leidet und stirbt. Zeitgleich erfährt sie etwas sehr wichtiges, erschütterndes über ihre Vergangenheit.
Man springt am Anfang zwischen heute und damals hin und her. Man erfährt also etwas über Annis, als die Welt noch heile war. Aber ich glaube ganz heil war sie nie, da ihre Halbschwester einige Wochen nach der Geburt starb (vor Annis Geburt). Das hat Annis' Mutter Tamara sehr mitgenommen und dies hatte wiederum einen Einfluss auf Annis.
Annis ist ein sehr trauriges in sich gekehrtes, einsames Mädchen, das irgendwie niemanden so richtig an sich ranlässt. Sie hat immer nur sehr flüchtige, kurze Bekanntschaften mit anderen Personen. Sie frisst alles in sich hinein und hat auch nur eine Freundin, die sich mit der schwieriger werdenden Zeit auch von ihr abwendet. Ihre Welt ist irgendwie traurig und deprimierend. Sie ist nie glücklich habe ich das Gefühl. Diese bedrückende Stimmung hat mich mit der Zeit ein bisschen mitgenommen.
Ich finde allerdings, dass sich das alles ein bisschen schnell entwickelt hat und nicht so ganz nachvollziehbar war. Ziemlich schnell kommt es zum Suizidversuch und dann ist es irgendwie auch schon wieder vorbei und auf einmal reist sie mit einem Typen, den sie im Prinzip nur flüchtig kennt auf eine Insel. Ziemlich durchs Buch gehetzt. Vor allem brechen die beiden mitten in der Nacht auf.
Ein weiterer negativer Punkt sind die kurzen Sätze. Oftmals mit nur drei Wörtern oder so. Auf Dauer ist das ziemlich anstrengend, weil es meinen Lesefluss stört. Ich verstehe es, wenn man ab und an kurze Sätze verwendet, wenn etwas kurz und knapp, prägnant auf den Punkt gebracht werden soll und die Protagonisten kurze Gedankengänge haben, aber hier hat es oftmals etwas abgehakt geklungen.
Desweiteren war es aufgrund für mich nicht tiefgründig genug, sondern hat mir eher einen kleinen Ausschnitt gezeigt. Es wird einiges nur oberflächlich betrachtet.
-
Für mich ist dieses Buch okay. Ein Buch für Zwischendurch. Es ist ziemlich traurig und bedrückend und nichts für Sonnenscheinkinder. Wenn man aber einen kurzen Einblick in die Gefühlswelt einer deprimierten, einsamen, suizidgefährdeten Person haben möchte, ist es genau das richtige.