Packend, vielschichtig und mit psychologischem Tiefgang. Anwalt Justus Maibach wird an einem Wintermorgen auf der Rigi Scheidegg tot aus dem Schnee geborgen. Eine nächtliche Schlittenfahrt ist dem hochintelligenten Draufgänger und Lebemann offensichtlich zum Verhängnis geworden. Als wenig später Maibachs Geliebte angefahren und getötet wird, glaubt Valérie Lehmann nicht an einen Zufall. Um weitere Morde zu verhindern, ermittelt sie hinter der glitzernden Fassade der angesehenen Anwaltsfamilie – und stösst dabei auf ein Netz aus Abhängigkeiten, Eifersucht und Rache.
Die Geschichte ist m.E. sehr spannend beschrieben, wenn nicht etwas sehr vorhersehbar. Bemängeln würde ich, dass die Charakteren teilweise nicht ganz authentisch wirken. Dass bspw. Valerie seit langer Zeit eine Art Feindschaft mit Carla hegt, was sich auf ihre Entführung hin schlagartig ändert, wirkt im Hinblick auf Valerie als Person nicht ganz authentisch. Zwei Sterne gebe ich jedoch aufgrund der mangelnden Recherche der Autorin bezogen auf die Durchführung eines Strafverfahrens nach Schweizer Recht. So ist im Roman das Gericht für Verfügungen zuständig (bspw. Obduktionsverfügung, Hausdurchsuchung etc.), welche eigentlich in die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft fallen würden, das Toxikologische Institut wird erfunden (was eigentlich eine Abteilung beim Institut für Rechtsmedizin wäre) etc. Ich bin mir bewusst, dass es sich dabei lediglich um einen fiktiven Roman handelt, doch hätten diese Dinge relativ leicht recherchiert werdenund den Roman noch realer gestalten können.
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Das Buch ist durchaus spannend geschrieben und es dauerte, bis ich Zusammenhänge witterte. Das Ende ist dagegen völlig absurd und flach. Das Motiv für die Morde, der Besuch bei den Eltern, der Zeitpunkt der Morde, etc. ist für mich persönlich nicht nachvollziehbar.