Zwei Männer auf dem Heimweg von einem Begräbnis. Der eine, Georg Münther, Zeitungsredakteur, hat sein Kind verloren, das nur wenige Tage gelebt hat, der andere, Muschg, sein bester Freund, von Beruf Theaterdisponent, begleitet ihn. Beide in Gedanken. Ein stummes Zwiegespräch entwickelt sich, bei dem vor allem der Abwesenden gedacht Münthers Frau, der Schauspielerin Anna Kerf, die nach einem Unfall im Koma liegt, und des Dichters Aumeier, der sich vor wenigen Monaten das Leben genommen hat. Die Gedanken verflechten sich, werden zur Fuge, zum Sog, in dem das Gelebte bedacht und das Gedachte noch einmal geprüft wird, mit einer Unerbittlichkeit und Konsequenz, die in Goubrans Prosa zu einer Sprache findet, wie sie selten zu lesen ist. Mit Aus. legt der Braumüller Literaturverlag nach dem Erzählband Ort das lange erwartete Romandebüt des Autors vor. Es ist ein Roman über Männerfreundschaft, die Liebe, Verrat, die Dichtung und den Tod.
Wie soll ich das Einordnen? Ich glaube das müssen irgendwann berufenere Leser tun, die über ausreichenden literaturtheoretischen Hintergrund verfügen, was ich für mich nicht in Anspruch nehmen kann. Ich frage mich bloß, warum der Autor so gut wie gar nicht wahrgenommen wird? Für mich war das Literatur vom Feinsten und zwar von einem, der wirklich mit Sprache umgeht, und umgehen kann, mit ihr bastelt und werkelt, Rhythmen erzeugt, einen als Leser in fast tranceartige Zustände versetzt, dann plötzlich das Tempo steigert und man wird mitgerissen von einem reißenden Fluss, wie von einem der „Totenflüsse“, nach denen die ersten fünf Kapitel benannt sind (Lethe, Styx, Kokytos, Phlegethon und Acheron). Ich werde noch mehr schreiben, muss aber meine Gedanken erstmal etwas in Form bringen.