In diesem Buch erzählt Walter Kohl auf einer beeindruckend offenen Weise über Gedanken und Gefühle, welche er bei wichtigen Ereignissen seines Lebens gehabt hat. Als ich das Buch gelesen habe, bin ich auf beispielsweise folgende Teile / Sätze im Buch aufmerksam geworden:
- Seite 192: "Kurz danach geriet ich geriet ich mit meinem Vater wegen einer wichtigen familiären Gelegenheit in einen heftigen Streit. Spontan entschied ich nun, mich nicht mehr nach meinem bisherigen Schema der Anpassung zu verhalten. Ich war nicht länger bereit, die alten Kompromisse zu schliessen und wider besseres Wissen um des lieben Friedens willen seiner Meinung zuzustimmen. Diesmal, so beschloss ich, würde ich konsequent zu meiner Ansicht stehen. Mein Vater vertraute auf seine übliche Methoden in unseren Konflikten: Erst Verniedlichung, dann Aussitzen und schliesslich, wenn nichts anderes mehr half, rhetorische Härte und Abbügeln aller für ihn unangenehme Argumente."
- Seite 219: "Jeder Junge wünscht sich einen Vater, mit dem er gemeinsam die Welt erkunden kann, der mit ihm zelten geht oder Fussball spielen. Jeder Junge wünscht sich einen Vater, der auch für ihn da ist. Ich habe es nicht geschafft, meinen Vater zu erreichen. Nun sind mehr als 40 Jahren vergangen, aber die Grundaufstellung dieser Vater-Sohn-Beziehung ist unverändert geblieben. Früher habe ich darunter sehr gelitten. Heute nehme ich meine Erfahrung zum Anlass, darüber ein Buch zu schreiben, nicht zuletzt auch deshalb, um mit mir selbst ins Reine zu kommen. Von Konrad Adenauer stammt der Satz: "Du musst die Menschen nehmen, wie sie sind, es gibt keine Anderen." So muss ich es wohl auch sehen."