Die 15-jährige Conny und ihre Freunde leben in einer Siedlung am Stadtrand. Sie schwänzen zusammen die Schule, rauchen und sind immer wieder in Schlägereinen verwickelt. Als sich ein Lehrer ernsthaft um Connys Wohl zu bemühen beginnt, droht die Clique zu zerbrechen. Sie wird vor eine unmögliche Entscheidung gestellt.
In den verschiedenen Lebenswelten unserer Gesellschaft gelten ganz unterschiedliche Werte. Ich habe einen solchen Weltenwechsel hinter mir und so manches ist für mich nur schwer zu verstehen. In dem Buch habe ich vor allem das Lebensgefühl und die Gefühlswelt der Menschen wieder gefunden, mit denen ich lebe. Es ist so gut das noch einmal schwarz auf weiß zu lesen. Ich kann Einiges besser einordnen und sehe, was ich bereits richtig verstanden habe. Nun kann ich so manche heftige Reaktion, die ich beobachte, besser einordnen. Ansonsten: Ein von der ersten Seite an sehr spannendes Buch, sehr gut geschrieben. Ich habe es an einem Abend durchgelesen! Vorher konnte ich es nicht beiseite legen. Achtung: Es gibt kein klassisches Happy End, wie man es im gutbürgerlichen Leben erwarten würde. Sonst wäre es aber auch realitätsfern.
Obwohl das Buch für Jugendliche geschrieben wurde, habe ich es gelesen, weil es von der Geschichte her interessant schien. Es ist ein sehr kritischer Gesellschaftsreport, ich finde, nachdem Lesen dieses Buches denkt man wirklich darüber nach, warum diese Kinder dieses Leben gut finden, und warum sie sich keine Ziele setzen, oder warum denken sie, dass diese Ziele nicht zu verwirklichen sind. Oft ist der familiäre Hintergrund ausschlaggebend und was sie bei den Eltern sehen, setzen sie auch in ihrem eigenen Leben das fort. Aber Begriffe wie Freundschaft, Zusammenhalt, den anderen nicht verpetzen, sind sehr wichtig für diese Kinder, vielleicht sogar mehr als diejenigen, die aus anderen Gegend kommen. Sie teilen denselben Schicksal, und das schmiedet ihnen zusammen. Im einen anderen Kreis wären sie Außenseiter, aber dort, wo sie wohnen, nicht. Die Familie ist wichtig für sie aber sie wollen aus dieser Elend auch weg, nur die Lösung finden sie nicht. Wenn sie aber in die Schule gehen würden,hätten sie Chancen, und diese Chance wollen sie nicht nutzen. Einerseits verstehe ich ihre Gefühle, aber andererseits würde ich so nicht leben wollen, ohne Ziele und Wille , etwas zu erreichen. Wir leben nicht deshalb, nur um zu trinken und den ganzen Tag nichts zu tun.