Philipp ist noch keine 16, hatte noch keinen Sex, ist desorientiert und größenwahnsinnig. Er steckt mitten in der Pubertät. Außerdem hasst er seinen französischen Austauschlehrer. Der nämlich gibt ihm knallhart eine Sechs und lässt ihn eine Ehrenrunde drehen. Gemeinsam mit seinem Kumpel Borawski schmiedet Philipp einen Racheplan, der es in sich hat. So beginnt das erste große Abenteuer seines Lebens. Und dann kommt ihm auch noch die Liebe in die Quere.
Sorry, aber die Figuren sind einfach nur unsympathisch. Und eines sind sie dabei ganz gewiss nicht – nämlich Helden. Auch asoziale Charaktere können gut funktionieren, aber sie sollten entsprechend gerahmt werden.
Philipp ist 15, sexuell unerfahren, paranoid, größenwahnsinnig und Drogen nicht gerade abgeneigt. Als er wegen seines Französischlehrers Mairesse sitzenbleibt, der ihm eiskalt eine Sechs gibt, schwört er Rache und trampt mit seinem Kumpel Borawski und einem geklauten Soldatenstatuenkopf in das Heimatdorf des Lehrers nach Frankreich, um dort den geklauten Kopf auf das Lieblingsdenkmal seines verhassten Lehrers zu setzen. Es beginnt daraufhin ein Abenteuer mit vielen unerwarteten Hindernissen, die die beiden an ihre Grenzen bringen, sie gleichzeitig aber auch erwachsen werden lassen. Zunächst einmal fand ich Andi Rogenhagens „Heldensommer“ etwas gewöhnungsbedürftig, da der Einstieg doch sehr befremdlich war und man das Buch aufgrund der derben Sprache gleich falsch abstempeln könnte. Auch sind die jugendlichen Protagonisten eher „Antihelden“ und „Verlierer“ als wahre Vorbilder. Der 15-jährige Philipp ist zunächst auch etwas anstrengend und kein wirklicher Sympathieträger. Mit seiner Parole „Mairesse, die Sau“ zieht er in den Kampf gegen seinen Französischlehrer, tatkräftig unterstützt von seinem Kumpel Borawski. Nachdem man sich aber an die drogengestörten Jugendlichen gewöhnt hat, stellen sie sich als ganz nette Charaktere heraus, die durchaus etwas Heldenhaftes an sich haben. Vor allem Borawski wuchs mir mit der Zeit irgendwie ans Herz. Ich habe mit den beiden „Helden“ richtig mitgefiebert und war natürlich gespannt, ob sie ihr Ziel erreichen werden und ihr Vorhaben in die Tat umsetzen können. Trotzdem könnte man die Geschichte schnell in eine falsche Schublade stecken, da die derbe Sprache sehr plump und die Handlung dadurch zunächst sehr oberflächlich wirkt. Dennoch ist die Geschichte um Philipp und Borawski sehr vielschichtig, da sie auch tiefsinnig und nachdenklich machend ist. Das Buch zeigt auch, dass man für seine Ziele und Träume kämpfen muss und einmal etwas wagen muss um glücklich zu werden. Denn meistens kommt das Glück unvorbereitet und plötzlich. Es ist auch ein Buch durch das der Leser erkennen kann, wie schön und lebenswert das Leben ist und wie sehr man es auf unterschiedliche Weise genießen kann. Denn jeder Augenblick zählt! „Heldensommer“ ist irgendwie ein besonderes Buch mit vielen Schichten und authentischen Charakteren. Lustig, facettenreich und spannend und durchaus empfehlenswert!
Mit seinen 15 Jahren hat Protagonist Philipp eigentlich nicht viel zu verlieren. Als sein gehasster Französischlehrer ihn durchrasseln lässt, beschließt der junge Mann sich an diesem auf ganz besondere Art und Weise zu rächen: Das Denkmal in dessen Heimatdorf, dem Großvater des Lehrers in Vertretung für alle Mitglieder der Resistance nachempfunden, muss "umgebaut" werden. Und was läge näher, als den Kopf des geliebten Vorfahren durch jenen eines Wehrmachtssoldaten zu ersetzen?
Also macht sich Philipp, gemeinsam mit seinem beleibten und kettenrauchenden Freund, auf den Weg in ein Land, dessen Sprache er nicht versteht. Ohne Geld. Ohne Hemmungen. Aber mit einem Plan!
Leider stellt sich die Sache als schwieriger heraus, als die beiden Ausreißer denken, denn die Reise wird von Tag zu Tag beschwerlicher; die Widrigkeiten scheinen umgekehrt proportional zur Entfernung von "Blutsalat" (so die rudimentäre Übersetzung des französischen Namens des Zieldorfes) zuzunehmen. Als schließlich noch das Haschisch ausgeht und Philipp die Liebe für sich entdeckt, scheint endgültig alles vorbei.
Ich habe mich wirklich bemüht aus diesem Buch etwas mitzunehmen. Mitunter ausgesprochen witzig geschrieben (besonders jene Passagen, in denen Philipp versucht potenzielle Ereignisse vorherzusagen!) bleibt es doch nichts weiter als eine Art moderner Abenteuerroman. Die (Anti-) Helden dieses Sommers nehmen einen eher durch Beständigkeit als durch große Entwicklungen ein und bleiben konsequent dämliche Teenager, mit allem was dazugehört.
Ich würde es höchstens für "Zwischendurch" empfehlen - aber jedem mit auf den Weg geben, dass die Botschaft des Romans entweder unverständlich ist, oder aber relativ flach. Nichts desto weniger bleibt es ein unterhaltsames Buch und ich bereuhe nicht es gelesen zu haben.
Ich gebe zu ich habe Rogenhagen noch nie gelesen. Ein Tic anders war bei uns der Familienfilm schlechthin und den Heldensommer habe ich mir von Timmon Niesner vorlesen lassen. Hat er aber sehr gut gemacht :-) Am Anfang ist der selbstverliebte sich selbstüberschätzende Philipp kaum zu ertragn, aber ...er ist Teenager, da muss man als Eltern oder Leser wohl oder übel durch. Es fängt alles schleppend an und schlingert sich so durch um am Ende wirklich nett und charmant zu werden. Und na klar Mairesse die Sau ist an allem schuld!!
*seufz* Also, dieser Schreibstil und die Charaktere im Buch waren schrecklich, auch wenn ich Philip am Schluss zumindest ertragen konnte, ist das mein größter Kritikpunkt. Die Ursache für die Reise nach Frankreich war auch ein wenig weit hergeholt, aber auf jeden Fall mal etwas anderes. Was mir am meisten gefallen hat, ist die Art der Verständigung und "Kommunikation", mit der der Hauptcharakter so viel erreicht und gewonnen hat, ohne dabei Worte zu benutzen.