Auf Englisch gelesen. (Soviel ich weiß, existiert keine deutsche Übersetzung)
Das Buch beschäftigt sich mit der wahren Geschichte von Bernard "Chop" Hare und beschreibt sein Zusammentreffen mit einem Jungen namens Urban und seiner "Crew" anderer Kinder, die sich u.a. in einem Schuppen treffen.
Zeitpunkt des Geschehens ist das Thatcher England, zugleich ist es aber auch zeitlos.
Chop ist schon eine eigene Type, der ganz sicher ein Antiheld mit vielen eigenen Problemen ist, inklusive Drogen. Er versucht nicht die Kinder zu "retten" oder zu beaufsichtigen oder sich überhaupt einzumischen. Und bei einigen Sachen möchte man ihn schon fragen, was das soll. (Man windet sich beim Lesen richtig dabei)
Aber gerade dadurch vertrauen ihm die Kinder vermutlich mehr als anderen Erwachsenen und er gibt ihnen so etwas wie eine Basis.
Was ich an dem Buch faszinierend finde ist dieser Wechsel zwischen deprimierenden und komischen Sache, zwischen Slang und Wortgewandheit, zwischen fehlender Bildung und Bildung - also kurz gesagt die Gegensätze.
Der Autor kann mit Worten jonglieren, soviel ist klar. Und Chop schafft es immer wieder ein wenig Wissen zu verbreiten, sei es Geschichte, Geographie oder Literatur, ohne es offensichtlich darauf anzulegen. Und deshalb wird es angenommen. Und dann haut er wieder einen Klops raus.
Beim Lesen kam es öfter vor, dass ich lachen musste um mich im nächsten Moment zu fragen, ob man über so eine eigentlich ernste Szene überhaupt lachen darf. Dieses Wechselbad der Gefühle hat mit dafür gesorgt, daß mir das Buch wesentlich länger im Gedächnis geblieben ist als andere. Nicht in allen Einzelheiten, aber in seiner Gesamtheit.
Das Buch ist verfilmt worden, das war der Auslöser für mich es zu lesen, aber bisher noch nicht außerhalb von Festivals gezeigt worden. Dem zugehörige Trailer nach zu urteilen ist er aber sehr Nahe am Buch. Und ich hoffe, dass wir ihn bald auch zu sehen bekommen.