Da in dieser großen Ausgabe mittlerweile alle Bände vorliegen, die Georges eigenes dichterisches Werk enthalten, legt der Verlag zum siebzigsten Todestag des Dichters dessen »Sämtliche Gedichte«, einschließlich der Prosaskizzen der »Tage und Taten« als Dünndruckband vor. Wiederzuentdecken ist das erstaunlich zeitlos gebliebene, die deutsche Sprache zu ihrer äußersten Höhe führende Werk eines Dichters, der viele Leser tief berührte. »George hat vielleicht die besten Gedichte seit Goethe gemacht. Er hat vielleicht das reinste Leben seit Nietzsche geführt«, schreibt Ludwig Marcuse. Wulf Kirsten, George mit Ernst Jünger vergleichend, sagt: »Beide streben, der eine im Vers, der andere in der Prosa, das gleiche sprachliche Absolute an.«
Stefan Anton George was a German poet, editor and translator.
He spent time in Paris, where he was among the writers and artists who attended the Tuesday soireés held by the poet Stéphane Mallarmé. He began to publish poetry in the 1890s. George founded and edited an important literary magazine called Blätter für die Kunst. He was also at the center of an influential literary and academic circle known as the Georgekreis, which included many of the leading young writers of the day, (e.g., Friedrich Gundolf and Ludwig Klages). In addition to sharing cultural interests, the circle reflected mystical and political themes.
Stefan George died near Locarno in Switzerland. Although identified with an extreme conservatism in politics, George refused honors from the National Socialist regime, and following his death was interred before a delegation from the National Socialist government could attend the ceremony.[1]
Neuen adel den ihr suchet Führt nicht her von schild und krone! Aller stufen halter tragen Gleich den feilen blick der sinne Gleich den rohen blick der spähe… Stammlos wachsen im gewühle Seltne sprossen eignen ranges Und ihr kennt die mitgeburten An der augen wahrer glut.
>Ruhige Fruchtbarkeit. - Die geborenen Aristokraten des Geistes sind nicht zu eifrig; ihre Schöpfungen erscheinen und fallen an einem ruhigen Herbstabend vom Baume, ohne hastig begehrt, gefördert, durch Neues verdrängt zu werden. Das unablässige Schaffenwollen ist gemein und zeigt Eifersucht, Neid, Ehrgeiz an. Wenn man Etwas ist, so braucht man eigentlich Nichts zu machen, - und thut doch sehr viel. Es giebt über dem „productiven" Menschen noch eine höhere Gattung.
- F.W.N.
> Was Sie Genie nennen, Exzellenz, liegt außerhalb der Zeit; es kann daher nicht angemessen oder überhaupt nach Maßstäben belohnt werden. Wo es das Talent hoch übersteigt, wird es unvollkommen oder überhaupt nicht erkannt. Das Kunstwerk erreicht hohe Preise, lang nach dem Tode seines Schöpfers, der vielleicht im Elend gestorben ist. Doch auch der höchste Preis kann nur bedeuten, daß es unbezahlbar ist. Insofern, selbst wenn Mäzene oder Fürsten es verwöhnen, arbeitet das Genie umsonst. Es ist darin den Göttern ähnlich, die umsonst spenden. Die Welt als Schöpfung ist nicht jenseits, sondern außerhalb der Zeit. Dort ruht ihr währendes Sein.