Ein verpeilter, renitenter Jungmagier, der sich mit seinen neuen Kräften herumschlägt und versucht herauszufinden, wer er ist und wo er hingehört. Dazu ein misanthropischer, grundsätzlich miesgelaunter, sadistischer Lehrer für Magie mit düsterer Vorgeschichte und rabenschwarzem Humor. Eine psychisch labile Überfliegerin, die fast soviel verwüstet wie der Hauptprotagonist. Ein Prinz, sexy, aber charakterlich voll daneben. Eine neugierige Studentin, die mehr über Magie weiß, als die meisten Magier. Geheimnisse, sich selbstständig machende Träume, Stimmen im Kopf, eine Kristallkugel, die sich nicht benehmen kann, Regen aus Messern, Verwandlungsmagie, dubiose Fesselzauber - Chaos garantiert!
Neben dem Aspekt des Fantastischen und der konsequenten Selbstironie geht es in dieser Geschichte vor allem um Freundschaft, Selbstfindung, Queerness, Eigenakzeptanz, gespaltene Persönlichkeit, Machtgefälle, Angst und Durchhaltevermögen, die schwierigen Sprünge über den eigenen Schatten, Individualität, Übergriffigkeit und um die Tatsache, dass das Leben ohne Unsinn wirklich sinnlos ist.
Dieses Buch ist der Beginn von Mânils turbulenter Reise in die Welt der Magie, voller Witz, absurder, bissiger Dialoge, Slapstick, ernster und teilweise auch weniger ernst gemeinter Machtkämpfe, unerwarteter Wendungen und Situationskomik - und zwischendurch überraschender Tiefgründigkeit.
Der erste Teil der Geschichte spielt in einer modernen Welt namens Mehrleben im Land Vingada-Cherat, in dem die Öffentlichkeit erst vor wenigen Jahren erfahren hat, dass Zauberer und andere magische Wesen deutlich realer sind, als man bislang dachte, und vor allem schon immer unter den Menschen gelebt haben: Der 16-jährige etwas seltsame und verpeilte Außenseiter Mânil hatte bisher jedoch nichts mit Magie am Hut. Er war viel zu beschäftigt damit, seinen Platz in der Welt zu finden. Nachdem er auf Grund einer skurrilen Wette versehentlich eine magische Verwandlung an sich selbst vollzieht, findet er sich bald bei dem misanthropischen Suketo wieder. Dieser ist ein launischer, etwas schrulliger Privatlehrer für Magie, bei dem Mânil nun seine Ausbildung beginnt. Neben Mânil wird dort noch eine weitere Handvoll Jugendlicher unterrichtet und er entdeckt gemeinsam mit ihnen staunend die magische Seite Mehrlebens. Der vorlaute Mânil muss hier jedoch nicht nur mit den anderen Magiern in Ausbildung zurechtkommen, sondern auch seine immensen Kräfte akzeptieren und bändigen lernen, herausfinden wer er ist; und das während seine Träume und die neuen Stimmen in seinem Kopf noch weitere düstere Geheimnisse zu enthalten scheinen. Besonders das Verhältnis zu dem sehr verschlossenen und bisweilen sadistischen Suketo spielt eine große Rolle. Doch wer hier erwartet, dass es so typisch "schräger Schüler holt griesgrämigen Lehrer zurück ins fröhliche Leben" wird, der wird sich umschauen, denn so schwarz-weiß läuft es bei mir nie. Es stellt sich jedoch heraus, dass sich zwischen dem mürrischen Suketo und dem renitenten und auch gern provokativen Mânil trotz - oder mehr sogar durch - deren nicht selten eskalierenden Machtkämpfen ein sehr gespanntes und komplexes Verhältnis entwickelt. Es kann letztendlich jede*r für sich selbst entscheiden, wie er über dieses seltsame Verhältnis denkt. Mit Lilian, einer mutigen, jungen Frau, die entschlossen ist, sich gänzlich ohne Magie in der Magierwelt zu behaupten, freundet Mânil sich rasch an, doch der eigensinnige Mânil findet nicht nur Freunde in der zunächst noch kleinen Gruppe. Zwischen ihm und dem skrupellosen Tyrone entwickelt sich schon bald eine erbitterte Feindschaft. Im Hintergrund gibt es auch noch die Plüscheule "Eule Eule von Plüsch zu Federfell", die die meisten aufkommenden Fragen durchaus beantworten könnte - es aber ganz bestimmt nicht tut! Was die echte Eule, Mânils rabiate, beste Freundin, die ihren Namen grundsätzlich niemandem verrät, noch alles weiß, scheint auch nicht ohne zu sein...
Bei dieser Geschichte handelt es sich um eine hauptsächlich personelle Ich-Erzählung aus wechselnden Perspektiven, um meine Leser*innen aus erster Hand an den Charakterentwicklungen und deren Gedankengängen teilhaben zu lassen.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Teilweise bin ich echt begeistert von dem Roman und würd am liebsten gleich weiterlesen. Andererseits gab es auch ein paar Kleinigkeiten, die ich nicht mochte, und auch wenn es nicht großartig meine Bewertung beeinflusst, haben sich einige davon immer wieder gehäuft, was mich schon sehr genervt hat.
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Fangen wir aber mit dem positiven an:
Der Schreibstil! Er ist so wunderbar. Teilweise ist es umgangssprachlich und normalerweise stört mich das, aber hier passt es super rein! Passt total zu den Charakteren und macht es damit persönlicher, weil es wie ein Tagebuch aussieht – was es in einer Weise auch für die Charaktere sein soll. Wenn ich den Stil beschreiben müsste, dann würde ich sagen „kantig“. Aber nicht im negativen Sinne, sondern eher… sechzehneckig? Auf jeden Fall sehr viele Ecken, sodass es fast rund wirkt. Weshalb dann nicht rund? Weil er nicht sanft ist. Die Wortwahl ist sehr abwechslungsreich mit immer wieder „exzentrischen“ Wörtern hier und da, und natürlich auch noch die eigenerfundene Sprache, die viele K’s hat und damit auch „kantig“ ist. Ich lieb’s.
Sehr eigene Charaktere Ja, Charaktere sind eigentlich immer „eigen“, so aus prinzipieller Sicht, allerdings nicht immer in der Umsetzung. Viele Charaktere sind oft sehr ähnlich in Geschichten – nicht nur Büchern – und dienen mehr dazu, die Welt zu füllen, sind aber einfach nur „NPCs“ und keine richtigen Charaktere. Das war hier nicht der Fall. Zwar haben die Hauptcharaktere und Protagonisten sehr viel untereinander gemacht und damit waren die Nebencharaktere sowieso weniger präsent, aber trotzdem wurden diesen Eigenschaften gegeben, die sie von anderen hervorstechen lässt. Alle haben mindestens drei Eigenschaften, die sie ausmachen und man sie damit immer gut erkennt. Ebenso wie der Schreibstil, gibt es auch hier einige exzentrische Charaktere, was mega Spaß macht, zu lesen. Meine Favoriten sind Suketo, Naima und Lilian.
Knisternde Chemie auf jeder Ebene Wenn man Chemie zwischen Charakteren erwähnt, denken die meisten gleich an Romance und/oder Sex. Und auch wenn es diese Chemie hier ebenfalls gibt, knistert es auch sehr viel und oft platonisch zwischen Charakteren! Genauso was die Charaktere an sich angeht, ist der Autor sehr gut darin, es knistern zu lassen. Vor allem, wenn es noch eine slow-burn Beziehung ist… Obwohl es ein Shipping gibt, das eine romantische Beziehung bekommt, ich die zwei aber nicht shippe und demnach am Anfang auch nichts romantisch gesehen habe… nun, shippen tu ich sie immer noch nicht, aber ich seh zumindest die Chemie zwischen ihnen. Wenn auch eher platonisch, aber ich bin zumindest nicht „gegen“ die Beziehung. Mein Favorit, was die Chemie angeht, ist aber glaub ich die eine Hassliebe. Welche Charaktere das sind, könnt ihr mal schön selbst herausfinden! Auf jeden Fall spürt man die Funken gerade in der 2. Hälfte, aber langsam und „subtil“. Und auch die Geschwister haben Geschwister-Freundschaften, die relativ realitätsnah sind, denk ich. Als Einzelkind kann ich es nicht genau beurteilen, aber sie sind zumindest nicht extrem beste Freunde, aber auch nicht ständig im Krieg. So’n gutes Zwischending. Bzw. geht es schon Richtung bffs, aber ärgern tun sie sich trotzdem.
Kreative Magiewelt Überrascht hat mich anfangs, das die Menschheit über Magie bescheid weiß, es also kein Geheimnis ist. Ich bin zwar mehr Fan von solchen „Geheimgesellschaften“, vor allem, wenn Magie mit im Spiel ist, war aber keine schlechte Sache. Mânils Eltern wissen demnach auch, dass er auf eine Magieschule wechselt und generell, dass er Magie hat. Fand ich interessant, denn, auch wenn Magie kein Geheimnis ist, sind Teenager doch sehr geheimnistuerisch gegenüber Eltern/Familie. Abgesehen davon liebe ich aber vor allem die Schule, auf die Mânil geht. Erstens ist das Gebäude an sich super interessant und kreativ, aber auch der Unterricht selbst. Einmal die unterschiedlichen und teils ähnlichen Fächer zu seiner alten Schule, wie Geschichte, Mathe, Biologie, etc. Trotzdem haben diese magische Elemente – bei Geschichte fliegen zB Geister durch den Raum, die „live Kino“ zu den Geschehnissen, über die der Lehrer berichtet, geben. Wenn Geschichtsunterricht auf meiner Schule so spannend gewesen wäre, wäre es sicher mein Lieblingsfach! Außerdem hat der Lehrer einen Garten, mit sehr exzentrischen Pflanzen. Die meisten wollen einen attackieren oder gerade die, die der Lehrer selbst nicht leiden kann. Dann gibt es einen Experimentierplatz, bei dem die Solekorek (Schüler) vor allem Regen üben. Einfacher als gesagt, denn Wasser regnen zu lassen ist anscheinend schwerer als man denkt. Aber gut, dass die Schule auch eine Heilerin hat! In einem Unterrichtsfach lernen sie übrigens auch, mit Gegenständen zu reden. Da Gegenstände sehr stur sind, kann man manchmal stundenlang mit ihnen reden. Stell dir mal vor, du besuchst jemanden, der gerade seine Hausaufgaben macht: sitzt vor einem Stift und streitet sich mit ihm. Spätestens dann merkst du, dass das keine Schule, sondern ein Irrenhaus ist. XD
Die Idee, dass Magier, die sich in Verwandlung spezialisieren, (oft) gespaltene Persönlichkeiten haben, ist auch sehr gut. Endlich mal DIS Repräsentation, ohne dass diese Charaktere die Antagonisten/Bösewichte sind! Außerdem ist cool, dass Magier sich selbst aussuchen können, wie sie ihre Magie ausüben und dies durch ihr Studium herausfinden. Zb durch Zauberstäbe, Formeln, Zauberkugeln oder doch nur Handbewegungen.
Ebenso gefällt mir die Sprache – Skikapherra – sehr. Es gibt ein Wortverzeichnis mit phonetischem Alphabet am Anfang des Buches, also keine Sorge diesbezüglich!
Alltag ist spannend Meine Lieblingsstellen im Buch waren vor allem immer die alltäglichen Dinge, wo Mânil einfach nur seinen Fächern nachging und seine Magie übte, aber auch einfache Konversationen zwischen Charakteren. Ich hätte diese spannenden Stellen oder Krisen zwischendrin eigentlich gar nicht gebraucht. Der Schreibstil und aber auch die exzentrischen Charaktere machen den einfachen Alltag schon spannend genug. Am liebsten hätte ich nur über ihre „langweiligen“ Tage gelesen. Slice of life eben.
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Zu den negativen Aspekten. (Lasst euch aber nicht abschrecken, ich bin nur schlecht im Kurzfassen!)
Die Äußerlichkeiten Ganz am Anfang haben mich vor allem die Parenthesen genervt, bzw. die falsch geschriebenen. Ja, ich weiß, hier handelt es sich um einen Millimeter, aber es stört dennoch. Nämlich wurden diese meistens als normaler Bindestrich geschrieben. Zur Vorlage: Bindestrich: - Parenthese: –
(Update 2025: In der 3. Auflage (ich hatte die 2. Auflage) hat der Autor bestätigt, dass es nun geändert wurde.)
Außerdem wurden die Anführungszeichen nur sehr selten unten angebracht und eher im englischen Stil. Wobei, nicht mal...: Englisch: “Text” Deutsch: „Text“ oder »Text« (Schweiz: «Text») Hier: "Text" Ich hatte in einem Deutschaufsatz da mal gründlich über die Ohren bekommen, als ich es versehentlich wie im Englischen oben geschrieben hab und seitdem stets immer darauf achte (zumindest in literarischen Texten). Hier ein Bild dazu: https://typefacts.com/media/pages/art...
(Anmerkung meinerseits 2025: Das mit den Anführungszeichen ist so 'ne Kleinigkeit, die stört den Lesefluss nun wirklich nicht so sehr. Ich achte eben gern drauf, das ist meine Nerdseite, aber die Geschichte ist ja wichtiger.)
Geschlechtsidentitätskrise Ich bin selbst gender-queer und daher finde ich es überhaupt nicht schlimm, wenn sowas behandelt wird. Mich stört nur, wie oft es hier vorkommt und es keine richtig Entwicklung dabei gibt. Vor allem aber auch, wie heteronormativ es teilweise ist. Mânil erwähnt immer wieder, dass er einen eigenartigen Kleidungsstil hat, der weder männlich noch richtig weiblich ist. Mal abgesehen davon, dass es mich generell stört, wenn man Kleidungsstücken Geschlechter zuteilt, ist es fraglich, warum immer nur die Rede von männlich & weiblich ist. In 2022 aber vor allem auch als queerer Autor, sollte man doch wissen, dass m & w nicht die einzigen Geschlechtsidentitäten sind, oder? Und auch wenn der Protagonist oft erwähnt, er ist vermutlich androgyn, fängt es paar Seiten später wieder mit m&w an. Generell bin ich kein Fan von solchen Krisen, da ich einfach viel lieber über Charaktere lese, die sich selbst akzeptieren wie sie sind und nicht länger darauf rumreiten. Pluspunkt, wenn sie auch noch stolz auf sich sind. Mânil war da ziemlich gespalten diesbezüglich. Einerseits ist er zB sehr stolz auf seine Vorliebe für die Farbe pink und ärgert seine Freunde gern damit. Das fand ich toll. Andererseits wird trotzdem oft erwähnt, dass er damit ein Mädchen ist, denn die Farbe ist ja so weiblich – ihr wisst schon, dass pink/rosa bis zum letzten Jahrhundert eine Männerfarbe war? Und selbst heutzutage tragen einige (cis-hetero) Männer oft pinkfarbene Anzüge, ohne, dass das irgendwo ein Problem darstellt oder sie als Mädchen/gay bezeichnet werden. Von daher ein bisschen übertrieben, wie sehr pink eine Mädchenfarbe im Buch ist.
Und warum muss er sich entscheiden? Warum muss er einen Label finden? Schon klar, dass sich manche mit Labels wohler fühlen, aber das wurd ja so nicht gesagt und scheint viel mehr von außen zu kommen. Eine feste Antwort von ihm wie: „ich bin ich und das passt so momentan” zu den anderen, oder eben: „ja, die ganze Diskussion ist an sich nicht so wichtig, ich muss mich ja noch nicht entscheiden, aber würd gern einfach selbst wissen, wie ich mich identifiziere” als innerer Monolog, hätte ich gern. Bzw. was mich an der Sache auch stört, ist, dass eben diese Kommentare gemacht werden, bezüglich seiner Weiblichkeit. Kann ein Mann nicht feminin sein? Muss man gleich trans oder non-binary sein, wenn man beide Qualitäten in sich ausbalanciert? Hier hätte man vor allem heteronormativen Lesern zeigen können, dass dominante Weiblichkeit in einem Mann diesen nicht gleich Queer machen. Frauen, die Hosen tragen, sind ja auch nicht gleich Queer, oder? Warum sind es Männer in Röcken/Kleidern oder Stiefeln mit Absätzen dann?
Leicht misogyn Die Charaktere an sich sind zwar nicht unbedingt misogyn, aber der Autor wirkt so. Wenn auch subtil. Weibliche Charaktere im Buch sind zumindest entweder schwächer, haben keine Magie oder sind anderweitig unterwürfig. Und selbst wenn sie als stark beschrieben werden, müssen sie trotzdem von Männern gerettet werden. Eine Solekorek (Magieschüler/in) hat zum Bsp. gar keine Magie (sie persönlich findet es zwar nicht schlimm, aber warum ist der einzige Schüler, der keine Magie hat, weiblich?). Die einzig andere Solekorek soll zwar durchaus stark sein und viel Magie haben, kann diese aber nicht gut kontrollieren und musste mehrmals gerettet werden (von Männern natürlich). Außerdem werden alle Frauen immer als „schön“ (vom Aussehen her) bezeichnet. Gibt es keine hässlichen Frauen in der Welt? Oder müssen sie so sehr auf ihr Aussehen achten, dass alle Männer sich nur „schön“ denken können, bei ihrem Anblick?
Protagonist ist ein Wunderkind Diesen Trope kann ich echt nicht ausstehen. Dass der Protagonist alles besser kann als andere Charaktere, vor allem die, die es schon seit Jahren lernen/studieren und auch den Ruf haben, extrem mächtig zu sein. Dann kommt aber ein Teenager daher, meint, er habe noch nie was von Magie (gefühlt) gehört, und ist besser als die besten, ohne selbst zu wissen, was er da tut. Und dann schafft er auch noch Dinge, von denen gesagt wird, man bräuchte mindestens ein Jahr Übung und auch dann erfordere es viel Konzentration, während er es in einer Handbewegung hinkriegt und es ihn nicht mal annähernd schwächt. Okay, wenn es sich dabei auf nur eine Sache beschränkt, und es eben nur eine Spezialität ist, in Ordnung. Aber nicht, wenn sie auf einmal in fast allem besser sind. Mânil hat zwar ein paar Schwächen hier und da, und ihm gelingt auch nicht alles sofort (zB das mit dem Regen), und natürlich muss er auch weiter trainieren. Dennoch war er im Großen und Ganzen deutlich überlegener, was mir einfach zu extrem ist. Ich kann zwar bis zu einem gewissen Grad verstehen, dass der Trope durchaus interessant sein kann, aber ich bin eher Fan von Logik und vor allem mag ich keine Angeber, die auch noch von allen gesagt bekommen, was für besondere Genies sie sind. Vor allem, wenn dieser Protagonist dann auch noch ständig an sich selbst zweifelt. Das erinnert mich zu sehr an die fake-depressiven Teenager online, die aufmerksamkeitsgeil sind...
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Basierend auf der Länge der negativen Punkte, fragen sich einige bestimmt, warum die Bewertung doch so hoch ausgefallen ist, wenn es eigentlich so aussieht, als nervt mich viel mehr. Das ist aber nicht der Fall. Ja, es nervt mich viel, aber wie jemand mal sagte: “Being angry at someone you love doesn’t mean you stop loving them; it just means you care enough to get frustrated with their actions.“ Ich liebe das meiste in der Geschichte, und weil ich es liebe, stören mich diese „Kleinigkeiten“ eben umso mehr.
Dennoch aber ein gelungenes Buch, das ich weiterempfehle. Gerade der Schreibstil und die Charaktere (bzw. die Chemie der Charaktere) können überzeugen. Wer auch noch eine Prise Queer haben möchte (Protagonist ist bi & androgyn, Deutagonist ist aro), gerade in Fantasygeschichten, der sollte es sich definitiv auf die Liste tun!
Bin schon sehr gespannt auf den 2. Band.
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Vielen Dank an den Autor für ein Rezensionsexemplar! (Die Meinung ist meine eigene und wurde davon nicht beeinflusst.)
Leider war das Buch nicht mein Fall. Zu der Bewertung hat mich vor allem bewegt, dass ich zwischendurch wenig Spaß am Lesen hatte und zweimal das Buch abbrechen wollte.
Der Autor beschreibt am Ende des Buches, dass ein Buch gar nicht unbedingt einen Sinn haben muss. Das wird dem Buch dabei gar nicht gerecht. Ich finde es hat schon stellenweise eine gute Message. Mânil entspricht nicht den Erwartungen der Gesellschaft, macht aber sein Ding und das fand ich gut. Ich musste auch öfter lachen.
Für mich hat der Schreibstil nicht gepasst, das Buch hätte in meinen Augen mehr Bearbeitung gebraucht. Ich habe große Probleme mit dem Charakter Suketo. Ich mag nicht spoilern, aber es passieren Dinge, die für mich nicht zwischen Lehrer und Schüler nicht passieren dürfen und obwohl im Buch schon auch ein Gegengewicht gesetzt wird, hat es mich einfach nur genervt und ich wollte davon nichts mehr lesen. Für mich sollte Suketo nicht in die Nähe von Jugendlichen dürfen.
Dieser Roman kommt mal frech, mal nachdenklich, mal spannend, mal lustig daher und sorgt damit dafür, dass ich es nicht weglegen mochte. Und es gehört zu den Büchern, die in meinem Schrank einen festen Platz bekommen. Die Charaktere, insbesondere Mânil und Suketo, sein Lehrer, sind lebendig geschildert, sodass man glaubt, ihnen bei ihren ständigen Auseinandersetzungen zuhören zu können. Ich wurde in eine Welt geführt, die ich gern kennenlernen würde, inklusive Magiefähigkeiten natürlich. Probleme wie Außenseitertum oder Queerness werden hier als Selbstverständlichkeit beschrieben und gelebt. Das ist erfrischend, zumal es genügend Bücher gibt, die sich verschiedener gesellschaftlicher Probleme ausführlich annehmen. Ich freue mich schon auf den zweiten Band und den dritten und und ...
Ich habe ein Rezensionsexemplar vom Autor zugeschickt bekommen (danke nochmal dafür <3). Dies beeinflusst nicht meine Meinung.
3,5 Sterne, da ich von der ersten Hälfte des Buches weniger begeistert war (3 Sterne), die zweite mir dafür aber umso besser gefiel (4 Sterne). Dieser starke Unterschied lag mitunter an der Charakterentwicklung unseres Hauptcharakters Mânil, welcher anfangs dem Symptom „I’m not like other girls“ (in diesem Fall boys) unterlag, in welchem Menschen oder Charaktere alles daransetzen, um sich von der Masse abzuheben, zu zeigen wie besonders sie doch sind, um sich im selben Atemzug darüber zu beschweren, dass sie dadurch ja so isoliert seien. Dementsprechend anstrengend fand ich Mânil die erste Hälfte des Buches auch, wo er vor allem doch abwechselnd behauptete nicht so besonders zu sein, aber gleichzeitig so anders als alle anderen zu sein behauptete. Glücklicherweise gibt sich das im Verlaufe des Buches, als er den anderen Charakteren näherkommt und einige von ihnen zu schätzen lernt und sich sogar mit einigen anfreundet. Auch bekommt sein Charakter mehr Tiefe als „ich bin ja so anders“, wird sogar recht sympathisch und brachte mich als Leserin häufiger zum Lachen. Auch die meisten anderen Charaktere sind relativ dreidimensional und interessant, wobei mich die Geheimnistuerei in den aus ihrer Sicht geschriebenen Kapiteln schon ein wenig nervt. Ich hoffe, dass sich das im nächsten Band legt.
Das Magiesystem gefällt mir ebenfalls und ich freue mich, in Band zwei mehr darüber zu lernen. Zum World Building lässt sich nur wenig sagen, da beinahe das gesamte Buch in Suketos Haus spielt.
An der Geschichte im Gesamten hat mir gefallen, dass es low stakes war, vielleicht sogar cozy. Sie fokussiert sich auf die Ausbildung Mânils zum Magier, auf seine Charakterentwicklung und zeitgleich die Erklärung des Magiesystems. Ich liebe es, in einer Geschichte viel Lore zu lernen und es war sehr entspannend mit alltäglichen magischen Problemen konfrontiert zu werden, anstatt um den Fortbestand der Welt und um das Leben der Charaktere bangen zu müssen. Mit seinen über 600 Seiten ist das Buch aber dennoch nichts für mal eben zwischendurch. Ich habe jedoch die starke Vermutung, dass die Folgebände deutlich plotintensiver werden und auch die Welt(en) in Gefahr geraten werden.
Der Schreibstil verbesserte sich im Verlaufe des Buches stark. Zu Anfang wurde jedes kleinste Detail beschrieben und kommentiert, sodass ich mich zeitweilen fragte, ob der Autor schon mal vom Begriff „kürzen“ gehört hatte, denn vieles davon war wirklich unnötig und damit sehr anstrengend zu lesen. Dies verbesserte sich im Laufe des Buches jedoch stark und nach Beenden des Buches vermisste ich den Stil sogar ein wenig (zu Witcher mit seinem trockenen Stil zu wechseln war vielleicht nicht meine beste Idee). Wer dumme Kommentare nicht mag, wird sich auch am Ende des Buches allerdings nicht mit den Charakteren oder dem Schreibstil angefreundet haben. Ich persönlich fand es ab etwa der Hälfte sehr unterhaltsam und lustig.
Interessant fand ich auch die Repräsentation im Buch. Mânil verschiebt seine Genderidentitätskrise zwar immer wieder auf später, es wird jedoch eine gewisse Fluidität angedeutet. Auch ist Mânil auf dem Bi-Spektrum. Auch Nebencharaktere sind höchstwahrscheinlich nicht straight, jedoch wurde on-page noch nicht darüber geredet. Mânil hat auch mindestens zwei abgespaltene Persönlichkeiten. DID als Resultat von Magie zu sehen ist definitiv interessant und ich bin gespannt, wie dies im Verlauf der Reihe noch weiter ausgebaut wird.
Alles in allem ein interessantes Buch, sicherlich nicht für jeden was, aber es lohnt sich nach den ersten 200 Seiten nicht aufzugeben.
Hierbei handelt es sich um den Auftakt einer Reihe.
Der 16 jährige Manil lebt in Mehrleben, wo die Magie erst seit kürzerer Zeit offensichtlich ist, als man zuvor dachte. Der skurrile Junge passt in keine Schublade und so muss er seinen Platz in der Welt noch finden. Die ihm relativ unbekannte Magie in ihm wird immer stärker und er merkt, dass er Hilfe braucht. So landet er bei Suketo, einem Privatlehrer für Magie. Für Manil beginnt eine turbulente Reise.
Meine Meinung:
Dieses Buch ist für mich ganz klar ein Highlight. Es ist so facettenreich und hat fantastische Charaktere, dass ich gar nicht weiß, wo ich am besten beginnen soll.
Manil ist großartig. Schon früh in der Geschichte wird klar, dass er alles andere als ein 08/15 Typ ist. Davon ist er ganz weit entfernt. Er ist wie er ist und schert sich nicht im geringsten, was andere über ihn denken. Er macht einfach das, womit er sich wohl fühlt. Das ist schon etwas, was ich fantastisch finde. Dazu kommt seine ironische und auch zynische Ader. Da musste ich immer wieder schmunzeln. Aber er geht auch selbstironisch mit sich ins Gericht, herrlich. Allein über Manil könnte ich hier eine Lobeshymne schreiben.
Auch die anderen Charaktere sind hoch interessant und man seine Freude sie alle kennen zulernen. Sei es die fast schon mysteriöse Eule, der skurrile Suketo, die Mitschüler, usw.
Die Story ist großartig geschrieben. Von Witz und Charme über Magie bis hin zu tiefsinnigen Momenten und Themen. Das Ganze ist locker und flüssig geschrieben mit einer Wortgewandheit, die einfach nur Freude gemacht hat.
Erzählt wird aus der Ich-Perspektive, aus Sicht verschiedener Charaktere aus dem Buch. So bekommt man einen sehr guten Eindruck über die Gedanken und Gefühle der einzelnen Figuren. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen und ich konnte mit allen mitfühlen.
Dieses Buch bietet so viele Facetten. Es geht um Freundschaft, darum sich selbst zu finden, ums anders sein, Macht, Angst, usw.
Dazu verirren sich einige Fragen im Kopf der Leser. Zum Beispiel, was das für merkwürdige Stimmen in Manils Kopf sind. Man ahnt, dass das nichts Gutes ist, doch was steckt dahinter? Diese Frage hat mich vor Neugier platzen lassen.
Schon jetzt ist es schön mit zu verfolgen wie Manil sich entwickelt. Auch wenn er seine Bissigkeit, zum Glück, dabei nie verliert.
Euch erwarten Überraschungen, mit denen man nicht unbedingt rechnen kann. So gibt es Wendungen, die mich haben staunen lassen. Es gibt eben nicht nur schwarz und weiß, sondern auch ganz viele verschiedene Grautöne, was der Autor hier wunderbar rübergebracht hat.
Fazit:
Wer eine magische und facettenreiche Story sucht, ist hier genau richtig. Das Buch bietet eine Vielfältigkeit, die einfach Spaß macht. Für mich ein absolutes Highlight Buch, dass ich verschlungen habe. Ich kann jetzt schon kaum erwarten mehr davon zu lesen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.
Das Cover sagt tatsächlich nicht viel aus, um was es denn in der Geschichte geht, was ich persönlich auch ganz gut finde. Der Anfang ist noch ganz normal, bis sich für Manil alles ändern tut. Ich muss sagen, die Steigerung der Geschichte hat mir ganz gut gefallen und man begleitet Manil quasi von Beginn an auf diese Reise. Was auch sehr gut ist, ist das man die Geschichte noch aus anderen Perspektiven lesen kann und so ein Eindruck von den anderen Charakteren bekommen tut. Manil seine Art gefällt mir und seine Sprüche sind manchmal lustig, also ich musste öfters mal schmunzeln. Das Ende ist nochmal super spannend und interessant, ich bin schon gespannt wie sein Abenteuer weiter gehen wird. Ich finde den Schreibstil richtig toll, da hatte ich keine Probleme, ich habe tatsächlich öfters das Buch gar nicht aus der Hand legen können. Wer gerne Magier Geschichten lesen tut, der ist hier genau richtig.