Der Außenseiter und andere Geschichten: Die Ausweglosigkeit in einem verlassenen Schloss und zwei Klassiker der Weltliteratur von Anton Tschechow und Maxim Gorki
Erste Lovecraft-Manga-Adaption von Gou Tanabe für Fans düsterer Horrorgeschichten
In der ersten von Gou Tanabes umgesetzten Kurzgeschichte H. P. Lovecrafts aus dem Jahr 1921 fristet der Erzähler ein trostloses Dasein in einem dunklen Schloss. Seine Sehnsucht nach Licht und Gesellschaft treibt ihn aus seiner Isolation und bringt ihm eine grausige Erkenntnis...
Dazu sind im Band
Tanabes Manga-Adaptionen von Tschechows »Das Haus mit dem Mezzanin«
Gorkis »Sechsundzwanzig und eine«.
Ein Muss für Fans klassischer Horrorliteratur und düsterer Mystery!
Der neuste Streich von Gou Tanabe ist eine Kurzgeschichtensammlung, wobei nur eine Geschichte nach einer Erzählung von Lovecraft entstand. Diese gab diesem Buch nicht nur den Titel, sondern war auch die unterhaltsamste, obgleich es keine typische Lovecraft-Monster-Erzählung war, sondern viel subtiler von den Eigenheiten der Hauptfigur lebte.
Die dann folgenden Adaptionen von den russischen Autoren Tschechow und Gorki konnten mich nur bedingt überzeugen. Hier fehlte bei beiden ein wenig der Spannungsbogen. Wieder deutlich unterhaltsamer fügte sich die Adaption nach Carib song in das Buch. Hier gab eine Pointe, die mich mit einem Augenzwinkern zum Lächeln brachte. Etwas Schade, dass dann eine Erzählung folgte, die als Serie angedacht war, wovon aber nur die erste Episode existiert. Da hänge ich als Leser dann doch am Ende ein wenig in der Luft.
Und zum Ende folgen zwei Episoden aus der Feder des Autors höchstselbst. Ich meine natürlich nicht die Zeichnungen, sondern die Story, was nach den ganzen Adaptionen eine recht angenehme Abwechslung ist, denn die beiden Geschichten können überaus überzeugen. Zeichnerisch bleibt sich Tanabe seinem Stil treu. Ein Stil, der mir zusagt und an dem ich überhaupt nichts auszusetzen habe.
Fazit Wie sie oft bei Kurzgeschichtensammlungen können nicht alle überzeugen. In diesem Fall fand ich es nicht so tragisch, weil die anderen dafür umso lesenswerter waren. Der Leser darf lediglich nicht erwarten, dass er hier ein weiteres Buch von Gou Tanabe in der Hand hält, in dem hauptsächlich Geschichten von Lovecraft adaptiert werden.
Die einzigen Geshcichten, die gut waren, war der Außenseiter (da ich Lovecrafts Stories fast immer gut finde) und die beiden letzten zusammenhängenden Geschichten Juga. Die anderen Kurzgeschichten waren von Autoren, die ich nicht kenne, und deren Inhalt hat auch wenig mit Horror zu tun. Eine war über irgendein politisches Thema in Russland, das andere über Gefangene, die Brot backen. Vermutlich philosophisch total tiefsinnig, aber für mich einfach nur schlecht.
Ich liebe die Storys von Lovecraft, mag den Außenseiter und ja, zwei dieser Storys sind okay und zwei weitere ganz gut. Tanabe kann die Geschichten sehr gut umsetzen, aber zwei mittlere Geschichten sind eher so semi. Sie haben auch nichts übernatürlichen an sich oder sind besonders tiefgründig. Im Gegenteil, sie sind halt einfach. Ich frage mich, wieso man diese Storys so zusammengebüngelt hat. Na ja, lohnt es sich, eher nur für Fans von Zanabe und Kompletisten.