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Part two of the Anatolian Blues trilogy

You’ll live out your lives in a foreign country, Gül is warned. But the whole world is foreign when you’re far from your loved ones. The train ride to Germany ushers in the days of long-awaited letters, night-time telephone calls and blissful summers back home. The years of hard work will flow like water before her house in Turkey is built and she can return.

Until then, there will be fireworks, young love, and the cassette tapes of the summer played on repeat. In these years, Gül will learn all kinds of longing: for her two daughters, for her father the blacksmith, for scents and colours and fruit. Yet imperceptibly, Factory Lane in this cold, incomprehensible country becomes a different kind of home.

A novel about how home is found in many places and yet still eludes us.

"A modern-day fairy tale." NDR

"An absolutely recommended novel that quietly stimulates the reader’s thoughts and portrays the hard work behind seeing a new country as home." migazin

"A unique novel about the losses, sacrifices and determination of generations of migrant women; as important as it is moving." Preti Taneja

302 pages, Hardcover

Published January 1, 2011

3 people are currently reading
55 people want to read

About the author

Selim Özdogan

63 books35 followers
Selim Özdoğan (1971 in Köln-Mülheim geboren) ist ein türkischstämmiger deutscher Schriftsteller.

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Niko Schmitz.
56 reviews1 follower
March 10, 2024
Gül ist verloren im großen Deutschland. Ihre Töchter fehlen ihr, ihr Vater und ihre Geschwister. Die Gerüche von zuhause, die Gewürze, die Geräusche und die Menschen. Sie hat keine Bekannten, Fuat arbeitet nachts, kommt dann nach Hause und legt sich nach dem Essen schlafen. Die Tage sind leer, sie weiß nicht, wie sie sie füllen soll. Manchmal spielt sie mit Rafa, dem kleinen spanischen Jungen von gegenüber Beştaş. Was sie in dem kleinen Pappkoffer mitgenommen, ist bei weitem nicht genug. Hier gibt es kein Sumach, kein Paprika Salcasi, kein Lamm, keine Auberginen und keinen getrockneten Traubensaft. Gül hat niemanden mit dem sie reden kann. Sie geht nicht viel raus, weil sie Angst hat, verloren zu gehen in diesem großen Land voller fremder Menschen, deren Sprache sie nicht versteht. Passend dazu wechselt die Geschichte auch für mich ins Deutsche, ich lese dieses zweite und auch das dritte Buch in Istanbul auf meinem Tolino.

Fuat findet eine Arbeit für Gül. Er fährt mit ihr nach Bremen, um ihr den Weg zu zeigen, und Gül hat so große Angst, verloren zu gehen in diesem Deutschland, wo sie mit keinem sprechen kann. Diese Angst wird sie ihr leben lang nicht verlassen. Gül ist unsicher und ängstlich und außerdem dick, was mich sehr irritiert hat. Das hat für mich nicht zu einer zarten, feinfühligen Hauptfigur gepasst, und noch immer gefällt es mir nicht. Aber deshalb ist es gut. In diesem Buch lernen wir auch Fuat besser kennen, der dünne Frauen mag und Gül das auch oft sagt. Fuat, der immer noch trinkt, mal mehr mal weniger und der Gül nur ein einziges Mal schlägt, noch im Haus seiner Eltern. Er, der er immer vom großen und schnellen Geld träumt. Der er immer spielt und sich über Reiche ärgert, der meint, dass auch er reich wäre wenn er nur genug Startkapital hätte, der sich gerne reden hört und dessen größte Überzeugung ist, dass man im Leben vor allem „gewieft“ sein müsse, wenn man es zu etwas bringen wolle. Der immer nur seinen Vorteil sieht und versucht, schlauer zu sein als alle anderen. Der aber nur zu einem „sehr kleinen Fenster herausschaut, und das auch nur aus einer Richtung“. Fuat flucht nicht, wo andere Männer fluchen, sagt er bloß „kaum fassbar“: „Kaum fassbar dieses Wetter, dieser Taxifahrer, kaum fassbar dieses Weibervolk“. Wenn es Suppe regnen würde, wäre es der einzige Mensch mit einer Gabel.

Dieses zweite Buch ist viel besser als das erste. Ich musste oft weinen, und das vielleicht nur, weil die Geschichte so lang ist. Die Szenen bei denen ich weinte, sind nicht über die Maßen besonders. Sie haben mich vor Allem deswegen ergriffen, weil ich so sehr in Güls leben drin war. Weil ich weiß, was diese Szenen für sie bedeuten.

Im Buch gibt es viele Zeitsprünge, Ereignisse stehen scheinbar zusammenhangslos hintereinander. Wieso gerade diese? Ist es im Leben wie in Zweigs Sternstunden der Menschheit?, läuft ein Großteil unseres Lebens einfach vor sich hin? Ist das Leben selbst, das wir am Ende in ein Buch schreiben würden, aus wenigen Momenten zusammengesetzt, die viel mehr Bedeutung und Leben in sich verdichten als andere? Wenn dem so ist, dann waren das für Gül nicht nur Momente, die von außen bedeutend aussehen, sondern auch einfache Szenen aus dem Alltag, einfache Worte, die jemand gesagt hat. Wie wird ein Mensch zu dem, der er:sie ist? Sind Menschen ein Mosaik aus bunten Steinen, die andere Menschen manchmal achtlos, manchmal kunstvoll-intendiert geworfen haben und die nun ein einzigartiges Bild ergeben? Sieht diese Komposition für alle gleich aus? Sehen wir nur bestimmte Farben, bestimmte Muster?

Bei einer Passage musste ich besonders heftig weinen, weil sie so bewegend war und ich die Emotionen aus gerade mal zwei Sätzen so nachfühlen konnte. Gül und Fuat sind wieder Mal in der Türkei zu Besuch, so wie jedes Jahr, dieses Mal mit dem Flugzeug. Am Flughafen stellen sie fest, dass Ceydas Aufenthaltstitel abgelaufen ist und sie nicht zurück nach Deutschland kommen kann. Gül kann nicht mit ihr da bleiben, weil Cerens Aufenthaltstitel auf ihrem Pass eingetragen ist und dann auch sie nicht nach Deutschland fliegen könnte. Fuat soll also mit Ceyda in der Türkei bleiben, während Gül mit Ceren fliegt. Nie wieder will Gül ihre Töchter alleine lassen. Aber Fuat hat sie angelogen. Er gibt sie in die Obhut eines Polizisten, der sie zu Freunden bringen soll, deren Adresse er gar nicht genau kennt. Er findet sie nicht. Am nächsten Tag setzt er sie in den Bus in ihre Heimatstadt. Darauf folgt diese Szene:

„- Gül und Fuat haben einen Unfall gehabt, ruft Güls Stiefmutter Arzu aufgeregt, Gott bewahre, aber ich glaube, sie sind tot. Ceren auch.
- Was?, sagt Timur. Was redest du da? Was für ein Unfall? Dem Schmied ist die Angst anzusehen, Als hätte man sein Blut in eiskaltes Wasser getaucht, so taub fühlt sich alles an.
- Woher weißt du das? Sprich, sprich!
-Sieh, sieh nach draußen. Ceyda kommt ganz allein zurück.
- Weib, da kommst du zu mir und rennst nicht zu ihr?, sagt Timur, schiebt seine Frau beiseite und läuft los. Die Furcht treibt sein Herz an, schneller zu schlagen, aber es scheint das kalte Blut nicht durch seinen Körper treiben zu können. Noch bevor er Ceyda sieht, ist da etwas in ihm, das ihm zuflüstert, seiner Tochter sei nichts geschehen, seiner Gül, seinem Lamm, dem Glanz seiner Augen. Nein. Wenn ihr etwas zugestoßen wäre, hätte er das gespürt.
Als er Ceyda erblickt, wie sie auf ihn zuläuft, entspannt er sich, geht in die Hocke und breitet die Arme aus.
Ceyda rennt, weint und lächelt.

Gerade weine ich auch wieder. [Jetzt ist Sonntag, ich sitze mit einem Deutschtürken auf dem Balkon des Fährencafés und weine auch wieder…]

Gül streitet viel mit Fuat, er ist ein schlechter Mann. Gül arbeitet in verschiedenen Fabriken. Sie arbeitet zum Beispiel als Näherin. Und obwohl sie die meisten BHs näht, bekommt sie weniger Geld als ihre Kolleginnen. Weil sie keine Arbeitserlaubnis hat. Das lässt sie nicht auf sich sitzen. Daraufhin arbeitet sie in der Hölle. Sie muss Hühnchen rupfen, stundenlang. Auch nachts, wenn sie träumt, sieht sie nur nackte Hühnchen, weiße Wände, Flüssigkeiten. Einmal kommt der Chef zu ihr gerannt, zieht sie am Arm in ein anderes Zimmer. -Kontrolle! Wir müssen euch verstecken. Gül wird in der Tiefkühltruhe verfrachtet, begraben von gerupften Hühnchen. Zwanzig Minuten liegt sie da. Sie wird nicht gefunden, aber sie mag nicht mehr zu dieser Arbeit gehen.

Hier noch ein paar Stellen, die ich mir markiert habe:

Irgendwann trinkt Fuat sehr viel, so dass Ceyda und sie ihn manchmal aus dem Auto nach drinnen tragen müssen, damit ihn die Nachbarn morgens nicht sehen. Sie fragt sich: „Diesem Mann wird schlecht, er setzt sein Leben aufs Spiel, er liegt am nächsten Tag krank im Bett, aber er trinkt wieder und wieder wie kommt das?“ „Es ist nicht das Feuer der Jugend, das noch heller brennen möchte mit Alkohol, der Mann ist über dreißig.“

Es geht um die jährlichen Fahrten in die Türkei, sechs Wochen lang, Zeit, die wie im Flug vergeht und von der Gül das ganze restliche Jahr über zehrt. Das Jahr wird in zwei Teile geteilt: Die Zeit in Deutschland und die schöne Zeit in der Türkei, in der sie all ihre Sehnsucht stillen kann. Doch auch dieser Trost währt nicht ewig: „Früher erschienen Gül die Sommer lang, obwohl die Zeit so schnell vorüber ging. Sie erschienen ihr lang, weil sie so voller Leben waren, sie gingen so rasch vorüber, weil das Glück eben flüchtig ist, weil ein Lachen heller klingt und schneller vergessen ist als ein dunkler Schmerz, der sich in deine Eingeweide frisst. […] Die Sommer waren ein Garten, der in ihrem Kopf angelegt wurden und in dem sie nach Belieben spazieren ging. Doch nun sind die Sommer kurz. […] Nun scheint es Gül, als würde kein Garten angelegt werden, sondern ein Loch ausgehoben. Sobald die anderen weg sind, fällt man hinein in eine Leere, die die Sommer kürzer erscheinen lässt. […] So war das also immer für Sibel und meinen Vater, denkt Gül, so haben sie das all die Jahre erlebt. Mit einer Katerstimmung sind die zurückgeblieben, nicht mit einem Garten voller Erinnerungen, die über den Schmerz und die Trennung hinweghelfen.“ Da ist sie schon in die Türkei zurück gezogen, in das Haus, das Fuat gebaut hat. Fuat ist noch immer in Deutschland, arbeitet, er verschiebt die Rückkehr in die Türkei immer weiter.

Ansonsten kann sie ihre Sehnsucht nur mit Briefen stillen. Briefe können aber nicht alle Sehnsucht stillen, es braucht Gerüche, Berührungen, Stimmen. Deutschland ist ein Nichts für Timur, der sich nichts vorstellen kann unter diesem Land. Der nicht weiß, wie es dort riecht, wie die Menschen und wie die Häuser aussehen. Sehnsucht ist ein großes Thema in diesem Buch, Sehnsucht ist Anatolian-Blues. Gül fragt sich mal, wie wohl die Welt aussehen würde, wenn Vermissen ein schönes Gefühl wäre. Ceren hört in der Zeit in der Türkei „Lieder, die sie an diese fünfeinhalb Wochen erinnern werden, ihr Leben lang“.

Es geht um die Fahrten im Auto, das Gül so voll lädt mit Toastern, Wasserkochern, Kleidern und dergleichen, dass Fuat schimpft. Um die Grenze, an der sie manchmal den Zöllner bestechen müssen und dieser manchmal nicht korrupt ist. Irgendwann haben sie auch einen Fernseher und schauen deutsches Fernsehen, lernen dort ein wenig die Sprache. Fuat kauft auch einen Mercedes, der Stolz steht ihm ins Gesicht geschrieben. Timur vermisst seine Tochter, die immer noch in der Türkei ist. Bevor sich die Familie auf den Weg macht, gießt Tante Tanja hinter ihnen Wasser auf die Straße, damit sie heil ankommen. Sie ist eine alte ostdeutsche Frau, verwitwet und allein und lebt glücklich in der Straße voller Ausländer:innen, kaum mehr allein, sondern wohlintegriert in diese ungeteerten Welt in der Heimstraße.

Es geht auch um Yilmaz, den Mann von Saniye, einen Linken, der als Student protestiert hat und wegen der politischen Situation aus der Türkei geflohen ist und nach Deutschland gegangen ist. Er ist belesen und Gül bewundert ihn, aber gleichzeitig ist er allen ein bisschen suspekt. Er trinkt nicht so viel wie Fuat, später kommt aber heraus, dass er in Deutschland Haschisch raucht.

Ceren hat in Deutschland eine Freundin, Gesine. Sie wird zur Tochter des Hauses, doch wenn sie Ceren Gesine zu Hause besucht, bekommt sie nichts zu essen. „Nicht mal einem Fremden würde sie [Gül] einen Platz am Tisch verweigern. Wo zwei satt werden, werden auch drei satt, hat sie selber gelernt, doch das scheint in diesem Land anders“.

„Es ist viel Geld, was die Deutschen einem zahlen, wenn man verspricht, nicht nach Deutschland zurückzukommen“. Es geht um die Rückkehrerhilfe, gutes Geld. Dafür geben die Rückkehrer ihr Bleiberecht in Deutschland auf und auch ihre Rentenansprüche.

In der gesamten Trilogie geht es viel um Schmerz. Schmerz, der den Anatolier:innen wohl im Blut liegt. Daher klinge ihre Musik auch so – Anatolian Blues. Gül geht es nie wirklich gut. Da ist auch wenig heftiger, mehr tiefer Schmerz, Melancholie und Blues. „Gül sitzt auf dem Sofa und weiß, dass alles besser ist als damals in der kleinen Küche, sie weiß es, aber es fühlt sich einfach nicht so an.“

Irgendwann gibt es in Deutschland auch türkische Läden. Auberginen, Sumach, Paprika Salcasi, Baklava und all die Speisen, die Gül so gefehlt haben. Aber - „Zuhause ist, wo man satt wird.“ In Deutschland kann Gül essen, so viel sie will. Sie ist genährt, aber satt wird sie nicht, das wird sie nur zuhause, in der Türkei, in den sechs Wochen, die die Familie dort verbringt.

Es geht auch um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Um das war und wie es geworden ist. Man hätte alles vorausahnen müssen. Aber „die Wege scheinen nur klar, wenn man stehenbleibt und sich umblickt. Wenn man nach vorne schaut, ist da nur Nebel.

Irgendwann geht Gül wieder zurück nach Deutschland, das Buch endet dort. Es bricht ihre, Vater das Herz. Er wusste schon, dass sie wieder getrennt werden. „Wir haben uns ein paar Jahre gesehen, wir sollten glücklich darüber sein.“, sagt er, mit Tränen in den Augen. „Jetzt weiß ich ja schon, was auf mich zukommt. Schmerzen, die man kennt, kann man besser ertragen.“




Netten Mann auf der Terasse kennengelernt, lange geredet. Er hat Tee für uns geholt. Ich danach. Dann er Kaffee.
Früher elektronische Sachen, Radio Walkman Wasserkocher. Heute nicht mehr viel. Früher Tr_De Biber Salcasi, Olivenöl…
Er und seine Frau kommen aus Hatay, haben sich dort kennengelernt, als er 17 war. Sie sind seit 37 Jahres verheiratet, er ist jetzt 57.
Schwerbehindertenvertretung bei Bosch für 700von7000 Mitarbeiter:innen.
Früher geschimpft bei jedem Tattoo/Piercing seiner Söhne. Heute sagt er „sollen sie anziehen was sie wollen, aussehen wie sie wollen, Hauptsache sie sind gesund“. Wieso sollte ihn denn sowas interessieren, wer ist er denn, ihnen da reinzureden?
Seien Eltern kamen 67, zweite Gastarbeiter:innen-Generation. Gastarbeiter:innen, seine Eltern, hatten es schwer. Erste Generation vielleicht noch schwerer. Türk:innen, die Deutschland damals mit aufgebaut haben, wurden so schlecht behandelt. Heute wird alles für Immigrant:innen gemacht, Syrer:innen, Afghan:innen, Ukrainer:innen, Bosnier:innen, die bekommen die ganze Wertschätzung, die Türk:innen damals nicht bekommen haben.
Er war oft hier, jedes Jahr ein paar Wochen. Damals ist sein Vater mit dem Auto drei Tage lang durchgefahren.
Hatay sei gerade so schlecht. Es komme keine Hilfe von der Regierung. Er hat beim Beben viele Freund:innen, Bekannte und Familie verloren. Ist damals mit seiner Frau gekommen, zum zu helfen. Viele seiner Biker-Freunde wollten auch spenden, haben aber der Regierung nicht vertraut, dass es auch ankommt. Als er gesagt hat, dass er fährt, sind mehrere tausend Euro zusammengekommen.
Meinungsfreiheit sei ein großes Problem in der Türkei. Man müsse aufpassen, was man hier sagt, weil jemand daneben es hören und die Behörden anrufen könnte.
Er ist froh, dass es hier noch Menschen gibt, die zu dem stehen, was sie sind. Die aussehen, wie sie wollen, sich die Nägel lackieren. Egal, ob sie homosexuell sind oder hetero oder was immer.







Profile Image for Regina.
94 reviews11 followers
June 22, 2019
Ich habe zuvor „Wieso Heimat, ich wohne zur Miete“ vom selben Autor gelesen und es hat mir gut gefallen. „Heimstraße 52“ hat mich nun überrascht, da es vollkommen unterschiedlich ist. Das Thema Identität bei türkischen Einwanderern in Deutschland bleibt zwar, ist aber nicht nur aus einem anderen Blickwinkel gesehen, sondern vor allem auf ganz andere Art erzählt. „Heimstraße 52“ ist zum einen sehr viel geschlossener, daher flüssiger lesbar (sobald man mal drin ist, kann man das Buch kaum mehr zur Seite legen) – und es ist erstaunlich, wie gut der Autor die weibliche Situation und Perspektive erfasst, nicht nur emotional, sondern auch in faktischen Details. Zudem ist es – ohne weich zu zeichnen – ein warmherziger Blick auf eine Frau, der nicht nur an diese kulturelle Situation geknüpft ist.
Profile Image for SamB.
262 reviews14 followers
July 1, 2022
This was good, but I didn't find it quite as absorbing as the first book in the trilogy. Nevertheless, I still love Gül and living with her and her family throughout her life.

These books use a really interesting narrative technique, in that the narration suddenly switches from close third-person to omniscient, telling us what Gül doesn't know, often that 'in 20/30 years she will be doing XYZ while looking back on this...' It makes for quite a different reading experience and in many ways means there's little tension in the overarching life stories - but the tension is still there in the smaller details. Read this for Borderless Book Club, hoping to be able to ask the author about those decisions there.
Profile Image for Beatrix.
55 reviews6 followers
December 20, 2014
Eine alltägliche Geschichte, wie sie wohl viele Einwanderer erlebt haben. Und auch heute noch erleben. Selim Özdogan hat eine wunderbare Art die türkische Kultur so zu beschreiben, dass man sich gleich mittendrin fühlt. Sie ist so ganz anders als die, in der ich aufgewachsen bin, auch wenn ich wohl nur ein paar 100 Meter neben einer anderen Straße ähnlich der Heimstraße aufgewachsen bin. Viele Berührungspunkte gab es damals zwischen meiner deutschen Kultur und der türkischen nicht. Und so anders diese Kultur auch sein mag, in dieser Geschichte ist sie mir nicht mehr "fremd".

Der Klappentext preist das Buch als "modernes Märchen" an, aber das ist es so gar nicht. Dafür ist die Erzählung einfach viel zu realistisch. Die Poesie, die in Özdogan Sprache durchklingt, die Liebe zu seinen Protagonisten, das Verständnis für Kulturen - all das erlaubt es dem Leser auch von den Widrigkeiten des realen Lebens hier gerne zu lesen. Es braucht kein Happy End, die Hoffnung auf ein besseres Leben bleibt immer.
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