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Halbschatten

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Marga von Etzdorf – eine Fliegerin und ihre Geschichte

Bei einem ihrer spektakulären Langstreckenflüge lernt die junge Fliegerin Marga von Etzdorf einen deutschen Diplomaten kennen und verbringt eine ungewöhnliche Nacht mit ihm, nah und doch getrennt. Wenig später, im Mai 1933, erschießt sie sich in Aleppo, Syrien. Was ist geschehen?

Uwe Timms Erzähler wandert Jahrzehnte später über den Berliner Invalidenfriedhof, wo Marga von Etzdorfs Grab liegt, aber auch die von Scharnhorst und Heydrich. Er hört die Stimmen der Toten, forscht nach Margas, nach unserer Geschichte.

272 pages, Paperback

First published January 1, 2008

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118 people want to read

About the author

Uwe Timm

85 books115 followers
Uwe Timm was the youngest son in his family. His brother, 16 years his senior, was a soldier in the Waffen SS and died in Ukraine in 1943. Decades later, Uwe Timm approached his relationship with his father and brother in the critically acclaimed novel In my brother's shadow.

After working as a furrier, Timm studied Philosophy and German in Munich and Paris, achieving a PhD in German literature in 1971 with his thesis: The Problem of Absurdity in the Works of Albert Camus. During his studies, Timm was engaged in leftist activities of the 1960s. He became a member of the Socialist German Student Union and was associated with Benno Ohnesorg. From 1973 to 1981 he was a member of the German Communist Party. Three times Timm has been called as a writer-in-residence to several universities in English-speaking countries: in 1981 to the University of Warwick, in 1994 to Swansea and in 1997 to the Washington University in St. Louis. He has also been a lecturer at universities in Paderborn, Darmstadt, Lüneburg and Frankfurt.

Timm started publishing in the early 1970s and became known to a larger audience in Germany after one of his children's books, Rennschwein Rudi Rüssel, was turned into a movie. Today he is one of the most successful contemporary authors in Germany. His books Die Entdeckung der Currywurst (The Invention of Curried Sausage) and Am Beispiels meines Bruders (In my brother's shadow) can both be found on the syllabi of German schools. His readers usually appreciate Timm's writing style, which he himself calls "die Ästhetik des Alltags" ("the aesthetics of everyday life"). Timm imitates everyday storytelling by using everyday vocabulary and simple sentences and generally tries to imitate the way stories are orally told. His works often indirectly link with each other by taking up minor characters from one story and making this character the main character of another work. For example, a minor character like Frau Brücker from Johannisnacht is taken up as a main character in his book Die Entdeckung der Currywurst. Timm's works also tend to have autobiographical features and often deal with the German past or are set in the German past.

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1 star
21 (8%)
Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for Bern.
90 reviews1 follower
January 8, 2019
Uwe Timm made me upset for the first time. How I tried to find this book!!!
Profile Image for Burak Kuscu.
565 reviews125 followers
January 16, 2019
Zor zor çok zor bir kitap.

Marga von Etzdorf'un hikayesi oldukça etkileyici. Yazarın dili ise bir o kadar karmaşık. Bazı yerlerde hikayeyi cidden elimde tutamadım. Kaçırdım. Yani olayların sıralaması falan oldukça karmaşık. Dil de yardımcı olmuyor bize pek. Bu açıdan eleştirilebilir.

Bunun dışında özellikle savaş zamanı insanlığı hakkında karanlık ve gerçekçi bir Dünya yaratılmış. Bu tarz 1-2. Dünya Savaşı temalı kitapları seviyorsanız, havacılığa da biraz ilginiz varsa üfff... bayılırsınız.
Profile Image for Zeynep.
140 reviews45 followers
September 23, 2015
Versailles antlaşmasından sonra düşmüş Almanya'nın 'güçlü görünmek' için çizmeye çalıştığı imajın kahramanlarından biri Marga von Etzdorf. Kısacık hayatı hem ilk'lere hem büyük kazalara sahne olmuş ama uçma sevdasından asla vazgeçmemiş. Yaptığı tüm uçuşlarda önce kendini, sonra cinsiyetini, en sonda ise ülkesini temsil etmiş. Ölümü de yaptıkları kadar ilgi çekici olmuş. Ama kitap sadece Etzdorf'tan bahsetmiyor.
Berlin duvarının yıkılmasının ardından bir mezarlıkta başlıyor olaylar. Gri adındaki rehberin ve mezar taşlarının yardımıyla Almanya'nın 1. Dünya Savaşı sonrasındaki hali ve 2. Dünya Savaşındaki portresi çiziliyor. Yazar bu portreyi çizerken alışılmışın dışında bir teknik kullanıyor. Her paragrafı başka bir karakter anlatıyor, başlarda çok hoşuma giden bir özellik olsa da karakter sayısı arttıkça kafa karışıklığına neden oluyor. Ana anlatıcılarımız Gri, Miller, Dahlem ve Etzdorf. Arka fonda Ayyaş ve Japon gibi yan karakterler var. Çok sesli olması dediğim gibi bir yerden sonra anlaşılmasını güçleştiriyor kitabın. Bir başka eksisi Japonca haikuların çevrilmemiş olması. Çok fazla yer tutmuyor kitapta ama okuyucu merak ediyor. Bütün bunların dışında kitabı beğendim. 3.5/5
Profile Image for Tuncer Şengöz.
Author 6 books270 followers
November 7, 2016
Yazarın çok ilginç bir teknik kullandığı, okuması zor bir roman. Romanda olayların akışı kronolojik bir sıra izlemiyor; dahası, olayların akışı bir kişinin ağzından değil, pek çok roman kahramanının ağzından anlatılıyor. Yazar zaman zaman Almanca'nın inceliklerini kullanıyor, dil oyunları yapıyor. Türkçe çeviride bu incelikler fark edilmeden geçilmesin diye dipnotlar eklenmiş. İki dünya savaşı arasında yaşayan insanların - ki bunların neredeyse tamamına yakını asker - dünyaları, dünya görüşleri, hayalleri, beklentileri, değer yargıları çok iyi anlatılmış. En önemlisi de, dönemin kaotik olayları ile o dönemde yaşayan insanların donuk ruh hallerinin yarattığı çelişki yazarın satırlarına çok iyi yansımış.
Profile Image for Sana.
418 reviews7 followers
April 14, 2018
Schullektüren sind bekanntlich die Lektüren, für die man am längsten braucht, um sie durchzulesen. Es kommen auch noch Notizen dazu, kleine Charakterisierungen, vielleicht die eine oder andere Recherche, um die Geschichte besser zu verstehen. Viele Schüler finden sie in den meisten Fällen auch wirklich schrecklich, ich bildete bis hierhin jedoch eine Ausnahme. Sieht man mal von Lenz ab, so hat auch jedes davon mindestens 3 Herzchen von mir bekommen, denn man kann immer eine kleine Moral daraus ziehen, und wenn man sich für geschichtliche Umstände interessiert, so können Lektüren einem auch eine Menge beibringen. Insbesondere über den damaligen Geschmack der Bevölkerung.
Ja, Halbschatten hält beides bereit, denn es gibt eine ganze Menge Anekdoten und Geschichten, die dem Leser über die schwärzeste Zeit der Menschheit berichten, und sich letztlich auch um Marga von Etzdorf ringen, der diese Zeit das Leben ebenfalls alles andere als leicht gemacht hat. Dies verpackt Timm in seinem Roman jedoch nicht bloß in dem Stadtführer, der seinem namenlosen Erzähler sämtliche dieser Details preisgibt, sondern auch in diversen toten Gestalten des Invalidenfriedhofs, die ihren Senf zu Margas Geschichte dazugeben, hingebungsvoll kommentieren und nebenbei auch ihre eigene kleine Tragödie erzählen; an vielen Stellen ist diese Tragödie sogar so klein, dass diese Charaktere im Nachhinein niemals wieder ihre Stimme erheben. Und abgesehen davon erzählt Marga selbst natürlich noch ihre Geschichte, die oft unterbrochen wird von diversem Stöhnen, Schreien, Menschen mit Sand im Mund und Regen. Von daher unterstreicht man die Düsternis dieser Zeit auch noch durch schrecklich viele Figuren, die allesamt unter dieser Zeit gelitten haben und nun alle auf dem Friedhof geendet sind.
Alleine deswegen ist dieses Buch viel zu schleppend. Grundlegend ist der Schreibstil Uwe Timms nicht schlecht, vor allem da er diese Nostalgie und die Spannung - sollte sie sich auf Dauer mal blicken lassen - damit sehr gut unterstreicht und er Emotionen einigermaßen gut rüberbringt. Zudem verleiht es dieser surrealen Situation eine noch größere Surrealität, weswegen man beim Lesen das Gefühl entwickelt, als stünde die Zeit still. Und genau deswegen fällt es so schwer, mal mit diesem Roman voranzukommen, denn er ist weder in Kapitel unterteilt noch besitzt er wörtliche Rede, weswegen man die ganze Zeit über mitdenken muss, um nicht den Überblick darüber zu verlieren, wann etwas nur erzählt, wann etwas gesprochen wird und wer, sollte etwas gesprochen werden, denn nun der Sprecher ist. Und selbst hochkonzentrierten Lesern wird dies an vielen Stellen misslingen, denn abgesehen von vier Personen agiert jeder nur als Statist, nur dazu da, um Timms überwältigende Kritik an Zeit des Nationalsozialismus rüberzubringen und kurz darauf wieder in der Masse der Grabsteine unterzutauchen. Wo der Sinn für dieses polyphonales Stimmengewirr liegt, bleibt einem leider verborgen, wenn man von der Tatsache mal absieht, dass Timm ganz offensichtlich zu der Sorte Menschen gehört, die meinen, ständig darauf rumreiten zu müssen, dass Deutschland früher der böse Bube war und man sich deswegen bis in alle Ewigkeit schämen muss. Warum sonst sollte man derartig viele irrelevante Personen und Kurzgeschichten heranziehen?
Dies ist auch das grundsätzliche Problem, das mich auf gewissen Ebenen dazu gebracht hat, dieses Buch tatsächlich zu hassen. Denn ich interessiere mich sehr für diese schwarze Zeit, es gibt kaum ein geschichtliches Thema, das interessanter wäre als das. Anekdoten und traurige Schicksale könnte ich sammeln, als wären es Briefmarken oder Zitate. Nicht jedoch, weil ich mich mein Leben lang für diesen Zeitabschnitt deutscher Geschichte schämen möchte und aus diesem Grund die ständige Vorhaltung all dieser Taten, an denen kein Deutscher der heutigen Generationen Schuld ist, sondern weil diese Geschichten eine seltsam schöne Tragik besitzen. Timms Geschichten jedoch nicht, woran der gute Mann jedoch selbst Schuld hat. Denn anstatt einen kleinen Funken Hoffnung in diese Anekdoten zu packen, den Leser darauf hinzuweisen, dass diese Zeiten vorbei sind und dass man nichts damit zu tun hat, bewirft er ihn quasi mit solchen Schrecklichkeiten, immer mit dem Nachklang, dass dies unsere Schuld gewesen ist und wir es verdienen, ständig mit dieser Schuld zu leben, auch im 21. Jahrhundert. Und dies ist eine Mentalität, die ich absolut nicht begreifen kann. Natürlich sollte man diese Zeiten nicht vergessen, man sollte nicht unter den Teppich kehren, was einst geschah, aber man sollte vergeben, man sollte weitermachen und auch die positiven Seiten dieser Periode sehen, schließlich folgte darauf doch die längste friedliche Zeit in Europa aller Zeiten. Aber nein, Herr Timm streut Salz in die Wunde, dank derer heutige Politik und Lebensführung mit gesenktem Blick und fehlendem Rückgrat gemacht wird, und zeigt mit dem Finger auf seine eigene Nation. Und vor allem aktuelle politische Ereignisse, wie die Aufnahme all dieser Flüchtlinge, obwohl dieses Land bereits mehr aufnimmt als andere und die Nazi-Zeit dennoch als Druckmittel benutzt wird, damit man noch mehr aufnimmt, sind in Kombination mit einem so üblen Roman überhaupt nicht zu ertragen. Denn die Grundbotschaft bleibt doch diese: Seht, was wir angerichtet haben. Seht, wie viele Menschen wegen uns leiden mussten. Seht, was für Monster wir waren. SCHÄMT EUCH DAFÜR. Dieses Buch dann auch noch für das Abitur im Jahre 2016 vorzuschlagen, geht doch entschieden zu weit, denn nein, wir sollten uns dessen nicht schämen, insbesondere nicht wir, die wir rein gar nichts für diese Zeit können. Doch anscheinend verstehen das nicht nur einfache Menschen aus dem Volk, sondern auch unser Bundestag und das Hessische Kultusministerium nicht. Von daher hat Timm es geschafft, dass ich sein Buch alleine aufgrund der Message und seinen Intentionen dahinter wirklich zu hassen gelernt habe.
Bleibt man bei der Haupthandlung, so muss man das Buch nicht zwangsläufig verachten, jedoch ist es auch alles andere als besonders gut. Alleine die von mir zuvor beschriebene Erzählweise macht es unfassbar schwer, sich in die Geschichte vertiefen und tatsächlich mitfiebern zu können, denn insgesamt dreht es sich ja darum, wer Marga genau gewesen ist und was ihre Gründe für ihren Suizid in Aleppo gewesen sind. Langsam und bedächtig werden Theorien dazu gespinnt, die meistens geschickt platziert sind und lange offen lassen, welcher aus diesen Gründen denn nun der wahrscheinlichste gewesen ist. Parallel dazu lernt man Marga kennen, und zwar nicht nur aufgrund ihrer Selbstbeschreibung, sondern auch aufgrund dessen, wie andere von ihr erzählen. Unglücklicherweise erscheint sie wie eine abgeschwächte Version einer Mary Sue, insbesondere, da Männer derartig von ihr schwärmen und sie generell immer alles richtig zu machen scheint. Natürlich ist sie durch ihre Stellung als eine der ersten Pilotinnen Deutschlands etwas Besonderes, aber von ihrem Wesen her besitzt sie eher die Wirkung eines sehr unsicheren Kindes und ist auch alles andere als speziell, auch wenn diverse Einschränkungen, aber auch Freiheiten, die sie durch ihre Verbindung zu den Braunen hat, insbesondere aus moralischer Sicht interessant waren. Vor allem wenn sie in Dahlems Nähe ist, scheint ihr Verstand eher flöten zu gehen, und diese Figur ist auch nicht gerade die sympathischste. Die Beziehung der beiden ist zwar durchaus spannend gewesen, vor allem da der eine in dem anderen so viel mehr sieht als der andere in dem einen, jedoch ist dies nicht genug, um den Leser am Ball zu halten. Generell ist die einzig Figur, die durchgehend interessant geblieben ist, eine Frau gewesen, die die Unnahbare genannt wird und diverse Soldaten während ihrer Kriegszeit bedient hat, denn sie hat noch die ungewöhnlichste Rolle im Gefüge. Ansonsten hat jede Person etwas, das sie einem nicht schmackhaft macht, und auch wenn interessante Ansätze vorhanden sind und wir einige wenige wirklich gut kennenlernen, Timm hat es doch nie geschafft, sie dem Leser so nahe zu bringen, dass man tatsächlich mit den Personen mitfühlt, mitleidet und mitlacht.
Denn vom emotionalen Pegel bietet dieser Roman aufgrund des Settings sehr viel. Zwar gefällt mir die Aussage dieses Romans nicht, aber es gibt doch sehr viele Schicksale, die trauriger und trostloser nicht sein könnten. Hätte Timm nicht wie ein Wilder mindestens zwanzig Personen auf einmal sprechen lassen und wäre so auf die ein oder andere Geschichte eher eingegangen, so hätte man definitiv eine emotionale Verbundenheit zu dem Cast entwickelt. So jedoch bietet der Autor nur Schnipsel, die einem vom Wind ins Gesicht geweht werden und hinfort geflogen sind, ehe man richtig erkennen konnte, was auf ihnen geschrieben steht. Aufgrund dieser Unübersichtlichkeit kann auch keine Spannung erzeugt werden, denn auch wenn der Autor dies so verworren erzählt, dass man rein theoretisch neugierig genug sein könnte, um alle Teilchen zusammenzufügen, es raubt einem doch Zeit und Nerven. Jede Seite fühlt sich an wie das Zehnfache, man verliert ständig die Orientierung, und eine kontinuierliche Geschichte existiert nur unter einer sehr dicken Schicht aus Fetzen. Insofern fühlt man selten Überraschung oder Wendungen aufkommen, was in Kombination mit fehlenden Sympathieträgern nicht das ist, was einen zum Weiterlesen antreibt.




Halbschatten könnte aufgrund seiner Thematik, Problematik und Biografie ein interessantes und lehrreiches Werk über die damaligen Umstände und wie sie selbst Marga von Etzdorf beeinflussten sein. Zudem gelingt es dem Autoren, in wenigen Worten eine Menge an den Leser zu vermitteln und die Melancholie, Nostalgie und Tragik in seinen Worten einzufangen. Jedoch ist der gesamte Aufbau der Geschichte zu konfus, um all den Statisten beim Erzählen folgen zu können und sich so eine Beziehung zu jeglichen Figuren aufzubauen. Am schlimmsten ist jedoch mit Abstand der erhobene Zeigefinger des Autors, der alle seine Leser zu Scham und Selbstverleugnung führen soll, denn auch wenn alle Figuren dieses Buches schlechte Erfahrungen gesammelt haben - keine nachfolgende Generation sollte diese nun ebenfalls durch diese Vergangenheit sammeln. Insgesamt also ein informativer Roman, der jedoch alleine aufgrund seiner Struktur und seiner Message keine Empfehlung ist.



Gesamtwertung: 2.33/5.00 Sternen


Mehr Rezensionen von mir gibt es unter sanas-version.blogspot.de
Profile Image for Susanne Beyer.
253 reviews3 followers
August 30, 2017
Spannend, berührend, aufregend. Wenn man es nicht gerade als Schullektüre verordnet bekommt.
Profile Image for Serina.
46 reviews
January 21, 2016
"Halbschatten" ist das, was man klassische oder Schullektüre nennen würde. Es ist kein leichtes Buch sowohl was den Inhalt als auch die Erzählweise betrifft. Letztere ist nicht chronologisch, allerdings besteht darin ihr Reiz: Der namenlose Erzähler wird von "dem Grauen" über den Berliner Invaliden Friedhof geführt. Anlass ist die Frage nach dem Grund für den viele Jahre zurückliegende Tod der Fliegerin Marga von Etzdorf, die sich 1933 das Leben nahm. Die Stimmen der auf dem Friedhof Begrabenen erzählen dabei nicht nur Margas Geschichte, sondern auch einen Teil ihrer eigene. Das führt dazu, dass man gerade am Ende des Romans häufig nicht weiß, wer spricht oder ggf. zurückblättern muss, um die Übersicht zu behalten. Auch gibt es viele Zitate und Anspielungen, die schwierig zu verstehen sind, wenn man sich nicht mit der NS-Zeit auskennt.Und obwohl nicht immer explizit auf die Nazis Bezug genommen wird, sind sie dennoch allgegenwärtig und ihre Verbrechen gleichermaßen schockierend, obwohl sie manchmal nur angedeutet werden.
Alles in allem scheint der Roman eher ein Stück Arbeit für den Leser zu sein.

Wenn man sich allerdings die Mühe macht, dann wird man mit einem beeindruckenden und bewegenden Stück Literatur belohnt, das in einer schlichten und doch poetischen Sprache und mit der collagenartigen Sammlung von Originalberichten und Literaturzitaten zeigt, wie ein Augenblick das Leben auf den Kopf stellen kann. Ohne aufdringlich oder belehrend zu sein, erinnert Timm an das Grauen und die Gräuel der Nazi-Zeit und zeigt seine Protagonisten in ihrem Ringen um ein oder vielleicht das letzte Stück Menschlichkeit: Auflehnung im Kleinen, die trotz allem Bemühen immer wieder hinterfragt wird. Kann das denn genug gewesen sein?
Es ist eine Plattitüde darauf hinzuweisen, dass solche Bücher in der heutigen Zeit wieder hoch aktuell sind und bleiben. Wahrscheinlich ist dieses Buch lesenswert, weil es das Ringen des Menschen mit sich selbst und mit den anderen zeigt. Es zeigt, dass Dinge nicht so laufen, wie wir wollen, dass wir scheitern können und werden, egal für was wir uns entscheiden. Es ist lesenswert, weil es uns zeigt, dass wir täglich vor Entscheidungen gestellt werden: Unterdrückung zulassen oder sich auflehnen? Offen entgegen treten und den Tod riskieren oder still Widerstand leisten, indem man, wie Brecht einmal vorgeschlagen hat, den Faschismus überlebt? Und was soll man tun, wenn das Leben, so wie man es sich gewünscht hat, keinen Sinn mehr zu machen scheint?
Vielleicht landen wir alle einmal auf einem Friedhof und wiederholen unsere Geschichten, unveränderbar, weil wir gefangen sind in der Zeit. Vielleicht lauscht dann jemand unseren Geschichten. Hoffentlich haben wir lebenswerte zu erzählen.
Profile Image for Leka.
362 reviews
July 4, 2013
Tre, ma anche qualcosa in più

Un libro particolare, questo.
La storia di Marga von Etzdorf -donna pilota tedesca degli anni '30, una delle prime donne a volare-, ma anche qualcosa in più.
La Storia della Germania in guerra, ma anche qualcosa in più: la storia dell'Europa moderna, tutta, in guerra. Raccontata da chi ci è morto, in quelle guerre.
La storia di donne e uomini che attraverso le loro scelte, le loro paure, la loro sfrontatezza hanno fatto la Storia.
Un libro particolare, davvero. E non per tutti, forse.


é luglio e aggiungo una stella a questo libro che continua ad accompagnarmi...in volo!
Profile Image for GinaMarcella.
72 reviews
May 22, 2016
Just realized I read this for school in January. Absolutely loathed it though. Want to count it for me reading challenge nevertheless.
Profile Image for Daydreamer.
237 reviews10 followers
October 28, 2017
Ein Mann erhält eine Führung über einen Friedhof. Die Toten dort sprechen zu ihm und erzählen ihm die Lebensgeschichte Marga von Etzdorfs, welche eine Fliegerin war, die sich schließlich in Aleppo erschoss.

Die Idee an sich ist sehr interessant, aber die Umsetzung leider nicht so gelungen. Denn durch die vielen Bruchstückhaften Erzählungen ergeben sich einige Probleme, so ist teilweise die Chronologie nicht ganz klar. Zudem kommen teilweise Handlungsstränge vor, die ziemlich unnötig waren und die man deutlich hätte kürzen können. Dadurch war die Handlung auch nicht immer so gut nachzuvollziehen, wozu noch kam, dass keine Spannung aufkam und auch keine überraschenden Wendungen existierten. Immerhin kann die Geschichte damit punkten, sehr ungewöhnlich und ziemlich klischeefrei zu sein.
Leider zog sich die Handlung bisweilen so sehr, dass ich anfing die Seiten nur noch zu überfliegen und auf eine interessantere Stelle zu hoffen.
Die erzählenden Charaktere, aber auch die Personen der „ Realität“ bleiben für mich durch den gesamten Roman durch sehr farblos. Die Geschichten der Einzelnen sind detailliert ausgearbeitet, aber trotzdem mit Lücken versehen, da man nur das erfährt, was irgendetwas mit der Fliegerin zu tun hatte. Leider entwickelte ich rein gar keine Identifikation oder Mitgefühl, sodass auch die Emotionen nicht gut herüberkamen. Ich las das Buch eher als neutraler Beobachter, den das alles aber nicht emotional berührt, weil dieser so distanziert ist. Zudem muss ich noch anmerken, dass es zwar ganz schön ist, dass man dieses Gemisch an Personen hat und sogar in deren Lebensläufen eine Menge an Zahlen findet, aber irgendwie wirkt das ein wenig fehl am Platze. Bei so vielen Figuren kann man sich sowieso nicht merken, wer wer ist und dann noch die Jahreszahlen? Das fühlt sich eher so an, als ob man eine Kartei oder ein Persönlichkeitsprofil liest, aber nicht wie ein ordentlicher Roman, wenn man damit so überschüttet wird.
Die Kultur der Länder wird nur so nebenbei, in einem Nebensatz behandelt. Die Atmosphäre davon will einfach nicht richtig ankommen, gefühlt hätte dieser Roman überall spielen können. Wirklich egal wo. Die politische Situation wird sehr genau dargestellt, durch die verschiedenen Ausschnitte der Geschichten wirkt es bisweilen aber ein wenig chaotisch. Die direkte Umgebung wird zwar beschrieben, aber auch nicht immer.
Zum Schreibstil: Als erstes fiel mir das unnötige Einbauen von japanischen Haikus auf, die den Lesefluss, der eh nur sehr schwer zustande kam, jedes Mal wieder zunichte gemacht haben. Ebenso albern deplatziert wirkten bisweilen die Lieder.
Die Berichte einzubauen empfand ich als gute Idee, aber irgendwann war auch das zu viel, vor allem weil man nicht mehr wusste, von wem der Bericht überhaupt handelt. Auch kam es öfter mal zu Dopplungen, welche einfach unnötig waren. Die Beschreibungen wurden in verschachtelten Sätzen dargelegt, die wirklich grauenvoll zu lesen waren und abgehackt und hektisch wirkten. Irgendwie wurden über den Schreibstil, über die Wörter, keine Emotionen oder die Atmosphäre übermittelt. Nein, sie ließen mich vollkommen kalt und wirkten größtenteils unharmonisch. Auch die Gefühle wurden nicht richtig ausgedrückt oder kamen zumindest nicht richtig bei mir an, weshalb es schwer war dem ganzen etwas abzugewinnen. Auch kann man schwer beurteilen, ob die Handlungen verständlich waren, wenn an einem die Charaktere wie ein unbeschriebenes Blatt vorbeiziehen.
Immerhin die Rechtschreibung kann mit sehr gut punkten, aber dass ist auch so ziemlich das einzige.
Das gibt dann zweieinhalb Sterne.
45 reviews
August 25, 2025
Friedhofsgeraune um Marga von Etzdorf und das Rätsel des letzten Fluges
Profile Image for felicitas.
115 reviews
October 26, 2025
das setting und der stimmenchor ist eine wirklich absolut geniale idee, aber es verliert sich ein bisschen.
Displaying 1 - 14 of 14 reviews

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