Es handelt sich hierbei um eine klar populär-wissenschaftliche Essaysammlung über historische Frauen und Mythen der Subsahara. Die Autorin möchte mit Fragen nach Matriarchat, Gleichstellung und Auslebung von Sexualität in diesen Erzählungen Rückschlüsse für "den Feminismus" geben. Sie stellt dabei krude Thesen auf (z.B. haben Forscher festgestellt das Traumata über die DNA weitergegeben werden können, also fragt sich die Autorin ob das auch mit der gesellschaftlichen Stellung geht. Wenn es dafür keine Belege gibt, ist das einfach nur ein Gedankengespinst.) ohne diese zu beweisen und benutzt eine merkwürdige Definition eines französischen Wörterbuchs als Ausgangspunkt für ihre Kritik am westlichen Feminismus.
Schwierig.
Kann aber auch an der Übersetzung liegen, da die Übersetzerin generell scheinbar keinen großen Plan von der Geschlechterforschung hat (einige Beispiele: trans ist ein Adjektiv, d.h. eine Transfrau klingt genauso bescheuert wie ein Schönmann. Intersektionalität ist eine der wichtigsten Strömungen im Feminismus und macht diesen intersektionAL und nicht intersektionELL. Ja, das ist krümelkackerig, aber gehört zu einer guten Übersetzung dazu und ist jeweils eine Googlesuche.)
Aber vielleicht ist der feministische Diskurs im französischsprachigen Raum auch einfach anders. Häufig war mir auch nicht klar wen die Autorin mit "die Begründerinnen des Feminismus", "die Frauen", "sie" und "man" meinte, sprachlich also insgesamt etwas mühsam zu verstehen.