Mika hat Angst. Angst vor dem Tod. Dem Tod mit 27. Die Zahl verfolgt ihn, so wie sie die meisten großen Musiker verfolgt hat, die dann zu den Mitgliedern des Klub 27 wurden, doch Mika hat nichts mit Musik zu tun. Das Bewusstsein, niemand zu sein, treibt ihn dazu, jemand gewesen sein zu wollen, und er tut alles, um seinen selbst auferlegten Fluch zu erfüllen. Er wird einer der Großen, eine Ikone, lebt ein Leben, das er nicht mehr kontrollieren kann, das unaufhaltsam auf sein Ende zusteuert.Er wird gewesen sein. Wird dazugehören.Er wird mit 27 sterben.
Ich wusste nichts über das Buch oder den Autoren, als ich das Buch gekauft habe. Ich fand das Cover interessant und verhoffte mir eine interessante Geschichte um den Klub 27. Was ich bekam war eine unglaubwürdige Geschichte über einen jungen Mann, der nach der Schule nichts mit sich anzufangen weiß und von Angst und Selbstzweifeln beinahe aufgefressen wird. Zudem fühlt er sich von der Zahl 27 verfolgt und als er vom Klub 27 hört, weiß er sofort, dass er mit 27 sterben wird. Zuvor will er aber noch unsterblich werden und wird Musiker.
So ungefähr zumindest. Zu Beginn liest sich der Roman noch ganz gut, zum Ende hin werden die pathetischen Phrasen jedoch unerträglich. Auch ist Mika ein sehr unsympathischer Charakter der sich über die ganze Geschichte hinweg nicht verändert und nicht weiterentwickelt. Er endet genau dort wo er begonnen hatte, 9 Jahre später, und genau so ängstlich und verloren.
Doch es sind nicht nur die leeren Phrasen und der mentale Stillstand der Protagonisten, die dieses Buch für mich nicht gut machen. Es gab für mich auch zu viele Ungereimtheiten und lose Enden.
Kim Frank's Debütroman. Und es ist mit Sicherheit kein schlechter. Auch keiner, der die Welt verändern wird, aber wenn er noch einmal einen Roman schreiben sollte, würde ich ihn wieder lesen. Das Thema ist wirklich interessant, es geht um Ängste und Schauplatz ist das Musikbusiness, das alleine waren schon Gründe genug für mich das Buch zu lesen. Ich hätte mir allerdings noch mehr gewünscht, mehr von allem, mehr Seiten, mehr Informationen, alles ausführlicher und emotionaler, denn das Buch war schnell weggelesen, hat mich emotional aber leider nicht wirklich erreicht. Darum gibt es auch nicht mehr als drei Sterne ... dennoch ist es ein durchaus guter erster Roman und ich hoffe es kommen noch weitere.
Vielleicht ist es ein Fehler, im Jahre 2025 ein Buch eines 27-Jährigen zu lesen, der 2011 27 war. Es stand lange in meinem Bücherregal, vielleicht hätte es da bleiben sollen.
Die ersten 20 Seiten, und bereits drei verschiedene Frauen wurden als "fett", "Mannsweib", "testosterongeschwängertes Weibsbild" oder, wenn es vermeintlich positiv sein darf, mit geilem Arsch, schlanken Beinen und hüpfenden Titten beschrieben. Keinen Bechdel-Test würden diese 253 Seiten bestehen, selbst dann nicht, wenn er alle Geschlechter einschließen würde, denn in diesem Roman geht es nur um Mika. Ich habe das Buch zu Ende gelesen, um zu erfahren, wann er endlich stirbt.
Der Schreibstil erinnert an Stuckrad-Barres frühes Soloalbum, auch inhaltlich ist es nicht fern, der Indie-Rock-Kontext hält die jungen Popliteraten der 2000er im Schwitzkasten, aus dem heraus sie strampelnd und mit aller Kraft versuchen das zu sein, was man heute Performative Male nennen würde.
Es gibt nichts Aussagekräftiges an diesem Roman, nichts was in Atem hält; er ist weder realistisch noch innovativ. Eine salbungsvolle Hommage an Jungs, die meinen, sie seien zu etwas Höherem bestimmt. Es tut mir leid, dass Kim Frank ihn geschrieben hat, aber es wundert mich nicht.
Habe das Buch nach ungefähr der Hälfte abgebrochen, die Handlung war viel zu sehr gewollt und einfach absolut unrealistisch. Der Protagonist war für mich nicht wirklich greifbar und der Schreibstil leider auch zu sprunghaft. Keine Empfehlung.
On the first 30-ish pages "Ready Player One, but with rock" was a thought that crossed my head, which honestly was more entertaining than the entirety of this self-obsessed and annoying fictional memoir of just another example of the Tragic Rockstar archetype.
Mike hat Angst. Immer wieder verfolgt ihn die Angst vor dem Tod. Der Tod mit 27 Jahren. Angst vor dem berühmten Klub 27, indem schon Musikgrößen wie Kurt Cobain sind. Allerdings ist er kein Musiker und hat auch sonst nicht besonders viel mit Musik am Hut. Doch die Angst vor dem Klub 27 lässt ihn nicht los. Doch bevor Mika stirbt, will er alles dafür tun, zu einer Ikone zu werden, die würdig ist, dem Klub beizutreten. Er wird ein großer Star, der Sänger einer Band. Alles scheint perfekt zu sein, doch die Angst vor dem Tod lässt ihn nicht los. Aber kann er auch den Fluch überwinden, mit 27 Jahren zu sterben?
Ich muss mich ja mal outen: Ich habe Echt früher wahnsinnig toll gefunden und besitze auch noch jetzt alle Alben und sogar das Soloalbum von Kim Frank. Von daher war es natürlich ein absolutes Muss für mich, Kim Franks Debütroman zu lesen. Und ich bin begeistert. Kim Frank hat mich als Autor doch sehr überrascht. Obwohl die Kurzbeschreibung und die Leseprobe mich schon sehr überzeugt haben, blieb ich dennoch skeptisch. Dieses Skepsis ist jedoch vollkommen unbegründet.
„27″ ist eine perfekte Mischung aus Melancholie, Musik und Tiefgang. Mikas Gedanken und Ängste werden hier perfekt dargestellt, sodass sich nahezu jeder in den ängstlichen jungen Mann hineinversetzen kann. Auch in seinen Taten wirkt er sehr authentisch. Zwar ist Mika nicht unbedingt der Typ Mensch, mit dem ich gerne befreundet wäre, aber dennoch konnte er mich gut unterhalten und stellenweise auch zum Nachdenken anregen.
Der Schreibstil ist schlicht, aber durchaus gelungen. Die Sätze sind relativ kurz gehalten und die Geschichte liest sich flüssig. Durch die Melancholie und Mikas Ängsten wurde dieses Buch für mich schnell zum Pageturner und ich konnte es nicht aus den Händen legen. Geschrieben ist die Geschichte in der Ich-Perspektive von Mika.
In einer anderen Rezension habe ich gelesen, dass das Ende angeblich lustlos und ideenlos geschrieben sei. Dem kann ich allerdings nicht wirklich zustimmen. Natürlich bekommt nicht jeder Leser das Ende, dass er sich gern gewünscht hätte, aber dennoch finde ich dieses sehr wohl gut geschrieben und es wird deutlich, wieviele Gedanken sich Kim Frank hierbei gemacht hat.
Passend zur Geschichte ist auch das Cover sehr schlicht gehalten. Abgebildet sind verstorbene Musiker wie Kurt Cobain, die allesamt mit 27 Jahren gestorben sind. Auch die Kurzbeschreibung ist hier gelungen und gut zusammengefasst. Zwar wird hier schon ein Großteil der Geschichte verraten, allerdings hat mich dies beim Lesen überhaupt nicht gestört.
„27″ ist ein gelungenes Debüt, dass ich jederzeit wieder lesen würde. Hier wurde alles richtig gemacht. Weiter so, Kim Frank!
Vom stillen, introvertierten Schlüsselkind und Musikliebhaber entwickelt sich Protagonist Mika zum tragischen Anti-(Rockstar)helden, nachdem er von einer Plattenfirma entdeckt und kurzerhand zum Frontman der Band "Fears" gekürt wird, Es folgt ein schneller Aufstieg ins Rampenlicht und jede Menge Sex, Drugs and Rock'n'Roll.
Das Leitthema des Romans, der Club 27, zieht sich in Form musikgeschichtlicher Anekdoten durch die gesamte Story und entwickelt im Verlauf der Romans einen immer stärkeren Einfluss auf Mikas Leben.
Meine Empfehlung: Hört euch dieses Buch als Audiobook an (z.B. bei Spotify), denn glücklicherweise hat Kim Frank die Vertonung seines Debütromans höchstpersönlich übernommen. Franks einzigartige Stimme verleiht Mika die nötige Nähe in den verschiedenen Lebensphasen, durch welche die Geschichte ihn begleitet.
Ein gelungener, frecher und amüsanter Roman, bei dem es oftmals schwer fällt, diesen nicht als Fiktionalisierung Franks eigener Jugend zu interpretieren, was zwar den Autor verärgern mag, jedoch jedes ehemalige Echt-Fangirl-Herz beim Lesen oder Lauschen höher schlägen lässt.
Als ich dieses Buch auf einem "Reduziert-Wühltisch" in enem Supermarkt entdeckte, musste ich es natürlich sofort mitnehmen. Schließlich habe ich den größten Teil meiner Jugend damit verbracht von Kim Frank zu träumen und mir war bis dahin nicht bekannt, dass er inzwischen unter die Autoren gegangen ist. Das Buch lässt sich wirklich gut lesen, gute, kurzweilige Unterhaltung. Man erkennt eindeutig Parallelen zwischen der Hauptperson Mika und dem Autor, auch wenn das Buch sicherlich nicht komplett autobiographisch ist. Insgesamt gefällt es mir allerdings sehr gut, auch wenn das Ende etwas unbefriedigend ist.
Kurzweiliger Lesespaß eines Musiktypen, der ein Buch schreiben wollte, das andere Musiktypen erreichen und gleichzeitig von Nichtmusiktypen verstanden werden sollte. Mittelwege sind immer die einfachsten - und meistens die langweiligsten. Zu wenig Bissigkeit in der Businesskritik, mittelmäßiger Wortschatz ("Parker"? Wirklich?), unbefriedigendes, weil weltfremdes und harmloses Ende, insgesamt zu wenig Mut und zu viele Ansätze, die nicht weiter verfolgt werden.