Wir befinden uns im Jahr 20**. Die Ressourcen der Erde gehen zuende, Atomkriege haben die Atmosphäre verseucht. Eine Gruppe »Auserwählter« wird in einer gewaltigen Raumflotte zur Rettung der Menschheit entsandt. Die »Zurückgebliebenen« fühlen sich im Stich gelassen, sie leben unter chaotischen und ärmlichen Verhältnissen. Nach zehn Jahren kehren die »Auserwählten« zurück und stellen mit Erstaunen fest, dass die »Zurückgebliebenen« nicht nur überlebt, sondern sogar mit dem Wiederaufbau begonnen haben. Schnell übernehmen die »Auserwählten« die Herrschaft, um die »Zurückgebliebenen« zu unterdrücken. In Form eines spannenden Science Fiction thematisiert Kenzaburo Oe die Gefahr ökologischer Zerstörung sowie die Ambivalenz unserer Gesellschaftssysteme.
Kenzaburō Ōe (大江 健三郎) was a major figure in contemporary Japanese literature. His works, strongly influenced by French and American literature and literary theory, engages with political, social and philosophical issues including nuclear weapons, social non-conformism and existentialism.
Ōe was awarded the Nobel Prize in Literature in 1994 for creating "an imagined world, where life and myth condense to form a disconcerting picture of the human predicament today."
Eine Dystopie: Die zerstrittenen Supermächte haben sich entschlossen, eine Millionen Menschen von der zerschundenen Erde zu einer neuen Welt auf einem anderen Planeten zu senden. Diesem riesigen Projekt wird alles untergeordnet und es werden die letzten Ressourcen der Erde verbraucht. Die Zurückgebliebenen verstehen sich als Verlierer, es bricht nach dem Abflug Chaos, Kriege und Kriminalität aus.
10 Jahre später kommen die Auserwählten zurück. Sie sind nicht gealtert weil auf dem neuen Planeten eine wundersame Heilquelle alle Krankheiten geheilt und ewige Jugend bewirkt hat. Zugleich war das Leben allerdings nicht sehr angenehm und die meisten Roboter, die die eigentiche Arbeit erledigen sollen sind zerstört worden. Sie gestehen ihr versagen indes nicht ein, sondern machen sich daran, eine neue Weltordnung zu errichten, in der Ehen zwischen Rückkehrern und Versagern verboten werden, Kontakte eingeschränkt werden und die Rückkehrer die Führung übernehmen sollen. Hiergegen richtet sich der Widerstand der Protagonisten, einem gemischten japanischen Paar.
Die Erzählung ist verschachtelt, die Figuren unrealistisch, vieles ist langatmig und das Ende Qutsch. Dennoch ist manches sehr gelungen, und zwar gerade das, was erzählerisch neben der Spur liegt (und vielen anderen der Reviewern besonders missfallen hat): Die Protagonisten diskutieren über weite Passagen über Werk und Menschenbild bei Yeats und kontrastieren dieses mit dem Gottesbild von Blake und auch andere interessante literarisch-poetische Konzepte werden eingeführt.
In all den Texten, die sich nicht nur mit der Veränderung des Menschen im Weltall, sondern auch mit der Veränderung der Menschen, die auf der Erde zurückbleiben, auseinandersetzen und dabei das Ausserirdische willentlich unterschlagen, spielt dieser eine Schlüsselrolle und ist als japanische Version eines Weltall-Expeditions-Desasters ein unaufgeregter Gesellschaftsroman, der sowohl politisches Geschehen, als auch persönliche Beziehungen einbinden will, und an beidem scheitert, ausnahmslos scheitert, Fragezeichen zurücklässt — und gerade dabei unvergleichlich plausibel wird.
Die Grundidee hörte sich hervorragend an, aber man hat das Gefühl, der Autor hatte eigentlich gar keine Lust auf das Konzept. Die Geschichte ist nur skizziert, bricht in der Mitte ab, nichts wird erklärt, die Charaktere tun lauter sinnlose Dinge, kein Sinn hinter irgendwas erkennbar.
Ich habe selten ein dermaßen komisches Buch gelesen. Das Ganze wirkte von vorne bis hinten unnötig kompliziert und passiv, ja, theoretisch. Die Charaktere wirkten wie Maschinen, schwer nachzuvollziehen und ich konnte der Handlung kaum folgen. Ein Buch mit einem "Häää" zu beenden, ist nicht so toll, aber so ist es bei diesem hier nun mal gewesen.