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Schatten

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26 Jahre hat Kasha Florence nicht mehr gesehen, jetzt kommt sie auf Bitten ihrer früheren Nebenbuhlerin ins inzwischen abgewrackte Restaurant Pacific am ehemaligen Yachthafen im australischen Sydney. Florence will Kasha ("Du und dein Pathos!") vor der Unendlichkeit des Meeres eine Frage Es geht um Colin Lamont, vor einem Vierteljahrhundert ein "junger, fragiler, unglaublich stolzer und doch so verletzlicher Mann", den Florence liebte und mit dem Kasha verheiratet war. Aber das ist lange her. Inzwischen ist Colin tot, doch in der schmerzhaften Erinnerung von Florence lebt er weiter. Der 41-jährige österreichische Autor Robert Schneider macht es seinen Rezensenten und Lesern leicht. Als Colin -- bei der ersten Begegnung mit Florence im Pacific -- redet, da wandern Schatten über sein Gesicht, die Abschied und Tod gleichermaßen "Diese Schatten entstanden vom Widerschein der Abendsonne, die dort draußen, weit draußen am Horizont verschwand". Und die Schatten der Vergangenheit sind es natürlich, die auch der Titel heraufbeschwört. Derart simpel und holprig in der Metaphorik geht es weiter; wohlklingend an Schneiders Prosa sind allein die ausgesucht schillernden Namen der Helden, die über den wellenlosen Wassern einer seltsam bemühten Sprache schweben. Da notiert eine der Figuren, dass es mit einer Frau "einfach irgendwie spirituell" gewesen sei. "Ich mag den Kummer Ihrer Augen", heißt es im Dialog. Und am Ende steht "Leben Sie Ihre Liebe! Leben Sie sie jetzt!" als klägliche, doppelt mit Rufzeichen gehämmerte Lebensweisheit.So viel ist Die "Wahrheit in Worten" hat Schneider mit Schatten nirgendwo getroffen. Vielmehr senken sich von der ersten Seite an die überdunklen Schatten des Klischees auf Schneiders Prosa. Worin nun die Frage von Florence besteht, wird allerdings nicht verraten. Vielleicht will ja ein Fan von Schlafes Bruder oder Die Luftgängerin das Buch doch noch lesen. --Thomas Köster

207 pages, Hardcover

First published August 1, 2002

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Robert Schneider

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Alten.
64 reviews3 followers
October 5, 2024
Zehn Jahre nach seinem großen Erfolg mit „Schlafes Bruder“ hat es Schneider noch einmal versucht. Diesmal sollte sich der Roman um zwei alte Damen drehen, die sich nach vielen Jahren in einem Hafenrestaurant wiedersehen und sich von ihrem Liebesleid erzählen. Handlungsort ist Australien, aber wie FAZ-Rezensent Eberhard Rathgeb erwähnte: „Es hätte auch Neuguinea sein können oder Bolivien. Denn einerseits erfahren wir nichts über Australien.“

Das rund 200-seitige Buch ist in drei Kapitel gegliedert. Kapitel 1 heißt „Liebe“, Kapitel 2 heißt „Erbarmen“ und Kapitel 3 heißt... wieder „Liebe“. Das ist im Endeffekt auch das Programm, denn das Buch ist eine einzige ermüdende, klischierte Liebes-Litanei. Was Schneider für Liebe hält, könnte aus dem ZDF-Abendprogramm stammen. In der äußerst dünnen Handlung treten nur papierene Charaktere auf. Eine davon ist Florence Goldin, die ihrer alten Freundin Kasha Markovski von der Liebe zu deren lange verstorbenem Mann (Collin Lamont) erzählt. Schneider, der wohl versucht hatte, Florence zu eine Liebesmärtyrerin aufzubauen, kreierte eine der doofsten Figuren der Literaturgeschichte: Nachdem sie Collin als junge Frau kennengelernt hatte, mit ihm schlief und dieser ihre Gefühle nicht erwiderte, blieb sie ihrer Liebe treu. Sie schreibt ihm über "200 Briefe und Karte" - er meldet sich nur vereinzelt zurück. Irgendwann zieht er unangekündigt von Sydney nach Canberra - sie packt ihm an seinem Geburtstag ein Geschenk und fährt zu ihm. Nachdem sie auf seiner Geburtstagsfeier erfährt, dass er sich mit einer Anderen (Kasha) verlobt hat, möchte sie ihm auf der Geige spielen. Am Ende der Feier macht sie ihm einen Heiratsantrag - nachdem sich dieser, hochalkoholisiert, übergeben hatte. Schneider legt Florence folgende Worte in den Mund: „Mit dem Saum meines Kleides wischte ich ihm das Erbrochene vom Mund...“ Später fliegt sie noch zu Collins und Kashas Hochzeit und spielt ihnen was auf der Geige vor - ohne jedoch je ihre Liebe zu ihrem Angebeteten aufzugeben. Bis auf ein Intermezzo trifft sie bis ins Greisenalter keinen anderen Mann und schmachtet stattdessen lieber ihren Romeo aus der Ferne an.

Es ist wohl der schlechteste Roman, den ich je gelesen hab und es wundert mich nicht, dass das Buch scheinbar nur eine Auflage erfuhr. Schneider hat auch keine Sprache. Seine Monologe und Dialoge quellen über vor Heftchenroman-Kitsch und Klischees. Eine paar wenige Beispiele:

„Sie nannte es die Liturgie der Liebe“

„Ich habe diese Liebe gelebt“

„Tu was dein Herz sagt“

„Unser Körper ist nicht nur die Hülle unserer Seele“

„Du konntest ja nicht wissen, dass Collin meine große, unsterbliche Liebe war“

„Du wirst deine Liebe nie und nimmer bekommen!“

„Es klingt jetzt vielleicht zynisch, aber das Erkennen der eigenen Wertlosigkeit war das größte Geschenk, das mir Collin gemacht hat“

„Auf deiner Haut lag der kalte Duft der Sterne“

„Aber die Sterne gehörten dir“
Profile Image for Elena Bornancin.
2 reviews
August 10, 2018
Il libro copre un arco temporale di alcune ore, durante le quali due anziane donne si ritrovano dopo molti anni in un ristorante di Sydney. Inizialmente il libro può sembrare un po’ lento perché essenzialmente è tutto un flashback, sotto forma di racconto da parte delle due donne Kasha e Florence, di come hanno incontrato e si sono innamorate dello stesso uomo, Collin. Nonostante il tema principale sia l’amore, il libro non ne parla in maniera assolutamente scontata, anzi, l’amore descritto è un amore struggente, sofferente, ambiguo, tant’è che a tratti ci innervosisce leggere di come una delle due donne si ostini ad amare chi di lei, almeno inizialmente, non vuole saperne. Non è un libro che parla di un successo in amore, ma dell’accettazione dell’impossibilità di quest’ultimo.
Profile Image for Reinhold.
551 reviews33 followers
December 11, 2008
Mit "Schatten" befasst sich Robert Schneider mit dem Thema Liebe auf einer sehr existenzialistischen Ebene. Nach 26 Jahren treffen sich zwei Frauen wieder die eine gemeinsame Jugend und später einen gemeinsamen Geliebten hatten, der inzwischen seit 15 Jahren tot ist. Die eine hat ihn geheiratet obwohl sie ihn nie wirklich geliebt hat, die andere ist in verschmähter Liebe zu Grunde gegangen und doch gewachsen. Ein Dreiecksverhältnis in dem keine der handelnden Personen je wirklich glücklich wurde. In zwei Monologen arbeiten die beiden Frauen ihre persönliche Geschichte auf und erlauben so Einblicke in die vielen Irrwege die Menschen gehen können, insbesondere aber welche Irrwege in der Liebe eingeschlagen werden können - und so letztlich dazu führen, dass das ganze Leben misslingt.

Sprache und Stil des Buches sind durchaus der Thematik angemessen und tragen dazu bei, das Buch leicht lesbar zu halten. Vom Thema her haben wir natürlich ein Buch vor uns, das es erfordert die Persönlichkeiten der beiden Protagonistinnen und des Verstorbenen sehr deutlich zu zeichnen und tiefe Einblicke zu erlauben, und hier gibt sich Schneider kaum eine Blöße. Zwar könnten die Figuren noch schärfer gezeichnet sein, aber die Tiefe der Personen wird dem Thema durchaus gerecht.

Ein gutes wenn auch nicht unbedingt für jedermann ein schönes Werk; die Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Starke unterschiedliche Charaktere und die Notwendigkeit sich mit den Personen intensiv zu beschäftigen machen das Buch lesenswert, leichte Unterhaltungsliteratur hat bei Robert Schneider bestimmt niemand erwartet.
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