Jump to ratings and reviews
Rate this book

Zerstörungen

Rate this book

perfect

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
1 (33%)
4 stars
1 (33%)
3 stars
1 (33%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 of 1 review
Profile Image for Ulrike Sikorski.
114 reviews2 followers
June 8, 2024
Eigentlich nur ein Zufallsfund vom „Kannste haben“-Stuhl in unserer Umkleide.

Titel und Cover haben mich irgendwie angesprochen, also habe ich es mitgenommen und nicht bereut.

Für mich ein sehr gutes Buch. Oftmals schockierend zu lesen, oft auch schockierend sinnlich, wenn man das eigentliche Thema des Buches, nämlich das Verlorengehen einen Menschen in Depression und Wahn, nicht vergisst.

_______________________

„Ich möchte recht bald sterben. Oder so leben, daß mir alle Dinge klein, handlich und unauffällig sind. Daß sie nicht mehr hineinwachsen in mich oder mich nicht mehr umstehen in all ihrer Fremdheit. Und daß ich nur noch das vernehme, was auch zu sagen ist, und daß ich einmal wieder in die Mulden eines Körpers mein Gesicht legen kann und fühlen kann, alles ist gut, nichts kann dir passieren und die Augen schließen vor lauter Gewißheit.“


„Vertrauen allein macht Abhängigkeit erträglich, Abhängigkeit in Misstrauen ist die Hölle.“

Und mein liebster Abschnitt:

„Andere nennen Dich den Macher. Ich nenne Dich den Könner. Der Unterschied ist der:
Der Macher verfügt über sein Produkt, er hat Fertigkeit, und es geht ihm überhaupt immer sehr um das Fertige.
Der Könner lockt etwas hervor und läßt es in voller Eigenart und Lebendigkeit entstehen, er hat Kunstftigkeit. Dem Macher kann man sich nur passiv fügen, man muß ihn eben machen lassen, dem Könner kann man antworten, es entsteht Interaktion. Vom Könner wird man angesprochen. Er gibt einem im Gegensatz zum Macher das Gefühl, selbst etwas zu können: Er setzt frei.
Den Macher bewundert man, den Könner liebt man. Der Macher hat Umgang mit der Wirklichkeit, der Könner kennt sich aus in den Möglichkeiten. Den Macher kann man leicht vergessen, auch wenn er seine Sache gut gemacht hat, den Könner vergißt man nicht, denn er läßt einen zurück mit dem reizvollen Gedanken an all das Mögliche, das man noch mit ihm gekonnt hätte. Sättigungsgrade erreicht jeder auf seine Weise. Aber beim Macher hat man höchstens den Wunsch nach Wiederholung des Gemachten, beim Könner entsteht der Wunsch nach immer Neuem, er macht satt und unersättlich zugleich.
Der Macher ist stolz auf sich, der Könner genießt sich selbst. Er hat große Freude an dem, was er vermag, der Macher hat seine Befriedigung. Der Könner ist auch, wenn ihm ein anderer Könner begegnet, unerwartet steigerungsfähig. Was passiert, wenn sich zwei Macher begegnen? Sie bekämpfen sich, oder sie haben nichts miteinander zu tun. Der Macher ist eilfertig und ungeduldig, der Könner läßt sich Zeit. Dennoch kennt er den richtigen Zeitpunkt viel besser als der Macher, denn er ist aufmerksam.
Beim Macher besticht die Perfektion, beim Könner becirct die Variabilität. Das Gegenteil von einem Macher ist ein Versager, das Gegenteil von einem Könner ist ein Stümper. Der eigene Bereich des Machers ist das Technisch-Praktische, der eigene Bereich des Könners das Ästhetische. Vom Macher kann man alles verwerten, vom Könner alles genießen. Mein Herz gehört den Könnern.“
Displaying 1 of 1 review

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.