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Der Balkanizer: Ein Jugo in Deutschland

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Pointiert und umwerfend komisch erzählt der Radiomoderator und Musiker Danko Rabrenovic – für seine Fans „der Balkanizer“ – seine Geschichte(n) als Migrant in Deutschland und klärt über die kulturellen Gegensätze zwischen Deutschen und „Jugos“ auf: Warum bestehen Deutsche im Restaurant darauf, getrennt zu zahlen? Werden „Jugos" als Romablasmusik-Fans geboren? Warum schimpft man auf dem Balkan genitalfixiert und in Deutschland analfixiert? Was ist ein Gastarbeiter-Spagat? Und ganz nebenbei entknotet er herrlich selbstironisch und amüsant das ex-jugoslawische Sprach- und Herkunftswirrwarr. Ein ebenso unterhaltsamer wie erhellender Bericht aus Deutschlands zweitgrößter Einwanderer-Community, der Deutschen und „Jugos“ schonungslos, aber mit einer guten Portion Humor den Spiegel vorhält.

189 pages, Paperback

First published September 1, 2010

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1 (1%)
Displaying 1 - 5 of 5 reviews
3 reviews
September 21, 2016
Als ich das erste mal von diesem Buch gehört habe, konnte ich es kaum abwarten die Geschichte dieses Mannes zu lesen. In der Hoffnung, dass seine Geschichte aus ähnlichen Situationen und Problemen besteht wie es bei fast allen Jugo-Flüchtlingen der Fall war.

Danko schildert einige dieser Situationen wie z.B. seine zahlreichen Besuche und Schikanen bei der Ausländerbehörde, die ein ziemliches gutes Bild davon zeichnen, was es in den 90er und frühen 2000er Jahren bedeutet hat einen "normalen Status" zu erlangen. Jeder Mensch der über Integrationsverweigerer schimpft sollte sich diese Stellen im Buch genauer ansehen und sich danach die ehrliche Frage stellen, inwiefern die deutschen Behörden und Institutionen ihren Beitrag dazu leisten, dass Menschen aus reiner Frustration und Verzweiflung anfangen sich und ihre Mitmenschen auf eigene Art zu versorgen und zu "integrieren" (oder eben auch nicht.)


Aber ich muss zugeben, dass dieses Buch vielleicht zu 30% aus diesen Momenten besteht, die einem Einsicht gewähren in das Leben eines Menschen, der in einer völlig neuen Welt versucht zu funktionieren und dem vom System Steine in den Weg gelegt werden.

Der Rest besteht aus Geschichten, die meiner Meinung nach, nichts mit Integration oder mit dem Leben als Ausländer in Deutschland zu tun haben. Hätte man den Fokus etwas weniger auf biographische Ereignisse in Dankos Leben gerichtet hätte mir das Buch besser gefallen.

Ich bin leider etwas enttäuscht.
Profile Image for Jasna.
118 reviews3 followers
March 22, 2025
Geht so. Paar wirklich gute Anekdoten, aber auch viel gar nicht mal so spannendes Zeug. Das Buch hat der Autor nicht umsonst nach sich selbst benannt, einige Stellen lesen sich doch recht snobistisch. Und wie über Frauen gesprochen wird, ist mal wieder unterirdisch.

Was ich mag: Die (ehemalige) Band des Autors. Nehme ich gerne in meine Musiksammlung auf.
Profile Image for Tamara.
15 reviews
September 7, 2025
Eines der lustigsten Bücher, welches ich gelesen habe! Augrund des gleichen Hintergrund (EX-YU Eltern und Auswanderung in den DACH-Raum) fande ich es um so besser!
Profile Image for Alexandra.
121 reviews10 followers
October 25, 2015
Ich habe das Hörbuch bei Audible auf dem iPhone gehört und ich habe mich köstlich unterhalten! Ich bin selber ein Jugo in Deutschland und konnte mich darum nochmal eine Ecke mehr über die Geschichten die der WDR Radiomoderator und Frontman von Trovaci erzählt amüsieren :) Ich bin durch dieses Buch durch ein YouTube Video aufmerksam geworden. Es war ein circa 10 Minütiger Ausschnitt aus einer Lesung von Danko und mir war sofort klar: Das Buch muss ich haben! Und ich wurde nicht enttäuscht!
Danko lebt nun schon 20 Jahre in Deutschland, der in Zagreb geborene und in Belgrad aufgewachsene 46-Jährige erzählt nicht nur warum und wie er nach Deutschland kam, er erklärt auch auf sympatische und oft lustige Weise die Unterschiede zwischen "Kroatisch", "Bosnisch" und "Serbisch", das Montenegro kein Land in Südamerika ist, warum wir Balkanesen so oft schimpfen und warum wir das um Welten besser als die Deutschen können, warum Deutsche so steif und Jugos so locker sind und(was ich persönlich am interessantesten fand)wie sehr sich seine Kindheit(und auch die seiner bosnischen Frau)von der seiner in Deutschland geborenen Tochter Maja unterscheidet.
Er erzählt zum Beispiel wie sie Serbokroatisch und Deutsch mixt. "Tata, Jakob hat am Computer gečačkao" DAS BIN SO ICH OMG GENAUSO HABE ICH ALS KIND GESPROCHEN :') Ich mache es manchmal sogar immer noch haha :'D
Die ersten Kapitel lang habe ich allerdings mit den Tränen gekämpft. Allerdings keine Lachtränen. Die Geschichte meines Heimatlandes berührt mich immer wieder auf's neue und gibt mir viel zum nachdenken. Jugoslawien war eines der reichsten Länder und dann passiert sowas. Plötzlich wurde es wichtig ob man Serbe oder Kroate oder Bosnier ist. Ich bin auch sehr zwiegespalten aufgewachsen. In meiner Familie(wir sind aus Bosnien)fühlen sich die Mehrheit zu den Serben hingezogen, auf der anderen Seite habe ich Tanten aus Split und Verwandte in Slowenien. Es ist so wahnsinn was für Gefühle man für ein Land entwickeln kann und wie sich das auf einen selber und den Lebensstil auswirkt. Ein Zitat aus dem Buch: "Wie sollen sich meine Wurzlen bei mir, der in Zagreb geboren, in Belgrad aufgewachsen ist und der immer jeden Sommer auf der gleichen Adriainsel Urlaub gemacht hat festlegen? Und dann lebe ich in Düsseldorf aber arbeite in Köln. Ich bin kein Mensch der da sterben will wo er geboren ist."
Oder, auch sehr schön und sehr passend zu mir: "Wenn du von ein A Land in ein B Land ziehst, vergleichst du am Anfang ständig A mit B und dabei kann B nur verlieren. Aber nach einer Zeit merkst du wie sehr du dich an das B Land gewöhnt hast und du freust dich nach dem Urlaub im A Land wieder nach B zurück zu kehren. Du wünscht dir es gäbe eine C Möglichkeit. Doch die gibt es nicht. Also musst du ich irgendwie in zwei Welten zurecht finden. Das schafft der eine besser, der andere schlechter."
Und was Danko Rabrenovic über die Kinder Gastarbeiter(me!) schreibt ist so wahr. Ach, dieses Buch ist einfach mein ganzes Leben in 189 Seiten. Ohne Scheiß, ich habe noch nie jemanden gefunden der es so auf den Punkt genau gebracht hat wie er. Danko nimmt auch Stellung zu den anderen Balkanländern Albanien, Kosovo, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Bulgarien die mit uns zu tun haben. Wir Jugos, wie Balkanesen wissen wie sehr wir uns in den letzten Jahren in die Scheiße geritten haben, aber trotzdem lieben wir unser Land/unsere Länder. Doch dieses Buch ist nicht nur eine Liebeserklärung an den Balkan: Es ist auch ein Dankeschön an Deutschland. Und das fand ich ganz großartig.
Ansonsten lässt sich Danko über Jugoslawisches Essen, Restaurants, Musik, Medien, Familien und Jobs aus und bringt viele persönliche Erfahrungen und Anekdoten ein.
Mir hat das Buch supergut gefallen und ich kann es nur jedem ans Herz legen, auch nicht Jugos!

(Schul)Note: 1
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