Jump to ratings and reviews
Rate this book

Einzeller

Rate this book
Wem gehört der Feminismus? Auf der Suche nach Frauensolidarität seziert Gertraud Klemm in ihrem neuen Roman das, was vom Feminismus übriggeblieben ist. Solange wir uns wie Einzeller gebärden, wird das nie etwas mit der Geschlechtergerechtigkeit.

In Simone Hebenstreits neuer WG versammeln sich fünf Frauen aus verschiedenen Generationen, mit verschiedenen Ansichten. Was sie eint, ist ihr Widerstand gegen den drohenden Rechtsruck. Wahlen stehen an, und diesmal werden Herdprämien, Müttergeld und Abtreibungsverbote versprochen. In einem Reality- TV-Format diskutieren die Frauen öffentlich ihre Positionen, und bald zeigen sich die Bruchlinien zwischen ihnen und ihren feministischen Vorstellungen von Religion, Gender-Identität und Sexarbeit: Während sie einander vor laufender Kamera zerfleischen, nimmt die politische Wende ihren Lauf.

312 pages, Kindle Edition

Published March 6, 2023

20 people are currently reading
217 people want to read

About the author

Gertraud Klemm

10 books18 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
58 (25%)
4 stars
99 (42%)
3 stars
47 (20%)
2 stars
23 (9%)
1 star
4 (1%)
Displaying 1 - 23 of 23 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews371 followers
March 22, 2023
Passend zum Weltfrauentag begann ich den neuen Roman von Gertraud Klemm, und ich war sehr angetan, wenn auch nicht ganz so begeistert wie von Hippocampus.

Die Autorin erfand ein perfektes Setting für ihre Auseinandersetzung mit den aktuellen Problemen des Feminismus. Fünf Frauen unterschiedlichen Alters, unterschiedlichen Charakters, unterschiedlicher sozialer Herkunft und unterschiedlicher feministischer Schule, beziehungsweise mit völlig verschiedenem Zugang zum Thema beziehen gemeinsam eine Wohngemeinschaft. Die fiktive, grandios geplante Ausgangssituation gibt viel Raum und Potenzial, um die gegenwärtigen Strömungen des Feminismus zu diskutieren, die aktuellen Forderungen und Probleme aufs Tapet zu bringen und diese möglicherweise auch eskalieren zu lassen. Der Clou dabei ist auch noch, dass dieses Projekt als ein Reality-TV-Format a la Big Brother, respektive natürlich eher Big Sista live im Fernsehen übertragen werden soll. Die sehr heterogene Truppe der Feministinnen konkurriert im selben Format auch noch mit einer queerfeministischen WG und einer Granny-Wohngemeinschaft. Alle sollen abwechselnd vom Publikum besucht werden. Um für die Fernsehzuschauer passende Action mittels Provokationen zu generieren, nimmt der Moderator selbstverständlich in die Wohngemeinschaften auch Gäste mit, die mit den Lebensentwürfen der Bewohner*innen massiv kollidieren.

Also die Damen werden nun perfekt wie in einem Schachspiel aufgestellt, da wird zuerst die wichtigste Protagonistin eingeführt, die WG-Gründerin und Frauen-Urgestein Simone Herbenstreit, Altfeministin der zweiten Welle und heute als TERF (Transexkludierende radikale Feministin) und SWERF (Sexwork exkludierende radikale Feministin) gebrandmarkt. SWERF, sind jene Feministinnen, die das Nordische Modell propagieren und Freier bestrafen wollen. Simone hat ihr Leben lang für Frauenrechte gekämpft, sich sogar eine gewisse berüchtigte Berühmtheit in der Gesellschaft mit ihrem politischen Engagement erarbeitet, sollte eigentlich schon in Pension sein, betreibt ihren Aktivismus aber noch immer hauptberuflich.

Dann gibt es noch die sehr junge Studentin Lilly, die sich als intersektionale Feministin nicht nur für Frauen, sondern auch für Transfrauen einsetzt und Prostitution als selbstbestimmt erachtet. Sie kommt aus reichem, bürgerlichem Elternhaus, lebt vegan, und kann eindeutig zur woken Bewegung der Generation Z gezählt werden, ist aber nicht völlig radikal, sondern diskussionsbereit mit den Positionen der Altfeministinnen. Der ganze Roman wird aus der Sicht dieser zwei Protagonistinnen erzählt, die eben an möglichst unterschiedlichen Polen der Feminismusschulen angesiedelt sind, wodurch die restlichen Charaktere der Wohngemeinschaft etwas in den Hintergrund gedrängt, aber dennoch ganz passabel beschrieben werden.

Eleonora ist seit Jahren eine starke Unterstützerin von Simone und augenscheinlich auch sehr verliebt in die Aktivistin. Maren ist eher im Tierschutz, Klimaschutz und in der Flüchtlingshilfe zu Hause und laviert sich wie Eleonora mit prekären Non-Profit-Engagements und Harz4 durch. Die Juristin Flora steht mit beiden Beinen im Leben, verdient gut, ist also auch finanziell besser abgesichert als ihre Kolleginnen und bringt mit ihrem Migrationshintergrund aus Guatemala weitere Diversität in die Frauengruppe.

"Simone wünschte, ihre WG wäre herzeigbarer, größer, peppiger, jünger. Nachwuchs. […] Sie will ihre Agenda an die nächste Generation weitergeben und sich zur Ruhe setzen. Sie will nicht mehr mitansehen, wie sich die Frauen digital wegen ein paar Sternchen die Schädel einschlagen, während die Demonstrantinnen immer grauer und weißer werden und ihre Rollatoren in Stellung bringen, um auf der Straße für den Erhalt von feministischen Vermächtnissen zu kämpfen. Vermächtnisse, die noch nicht stabil genug sind, um es sich darauf so verdammt bequem zu machen, wie es die nachkommenden Generationen leider tun. […]

Wie viel echter Revolutionsgeist ist im Netz zu holen? Der Netzfeminismus, den sie mitkriegt, schwebt gerade über den Regenbogen ins Einhornland, während darunter so gut wie jedes Terrain, das in den Siebzigern erstritten wurde, von den Patriarchen zurückerobert zu werden droht."


Ich weiß, dass Gertraud Klemm eine von der subtileren Sorte ist, weniger direkt wie ich, aber bis zur Mitte des Romans ist mir das Konfliktpotenzial des Ausgangssettings ein bisschen zu zahnlos umgesetzt. Die unterschiedlichen Feminismuspositionen werden zu wenig ausgesprochen, nicht ausgestritten, nur in Nebensätzen und mit Schlagwörtern angedacht. Das nimmt sehr viel Tempo aus der Geschichte raus. Ich habe mich selbst dabei ertappt, dass ich mir viel mehr offene Diskussion, Streit und Konfrontation in der WG wünschte.

Erst als im Rahmen des Fernsehformats eine freiwillige Sexworkerin in die WG eingeladen wird und ihre Positionen darlegt, gibt Simone ihren amikalen Kuschelkurs auf und redet Tacheles.

"Aber es gibt ihn nicht, den Freiwillige-Hure-Sticker. So wie mit dem Bio-Gütesiegel. Wie gut es dem Huhn geht, entscheidet letztendlich nicht das Huhn, sondern der Konsument. Also, wo ist das Selbstermächtigungslabel? Wie unterscheidet der Freier zwischen zwangsprostituierter und selbstermächtigter Sexarbeiter*in? […] Lass Dich doch mal auf den Vergleich ein, deinen Schwestern zuliebe. Wenn der Konsument ein glückliches Huhn will, muss er ein teures Bio-Huhn kaufen. Im Restaurant und am Grillhendl-Stand wird’s schon schwieriger. Ist es nicht so am Straßenstrich? Warum ist das kein Freier-Thema?"

Nach der Konfrontation mit der Sexworkerin werden die Samthandschuhe ausgezogen, die Gräben zwischen den intersektionalen und den Feministinnen der zweiten Welle sowohl in der Wohngemeinschaft als auch Online brechen auf und werden in offener Konfrontation ausgestritten. Dieser lang ersehnte Disput hat mir richtig gut gefallen und das Tempo des Romans nimmt plötzlich rasant an Fahrt auf, genauso wie ich es mir schon viel früher gewünscht habe. In dieser Phase werden sehr klug, manchmal auch ein bisschen emotional aber auch oft sehr ausgewogen viele Seiten des Feminismus und die aktuellen Konflikte offen thematisiert.

Anschließend zerbricht die Frauen-WG, Lilly zieht in die Queere Wohngemeinschaft. Doch Gertraud Klemm ist noch lange nicht fertig mit ihrer Geschichte und den Figuren. Im Folgenden werden die zwei Protagonistinnen auch noch korrumpiert. Das ist so genial gelöst, dass ich nur noch begeistert war. Die junge Lilly kriegt ein Kind, lebt in spießbürgerlicher Kleinfamilie, schwört dem Veganismus und den modernen feministischen Rollenbildern ab. Die alte Simone rutscht in ein Burnout, nimmt Testosteron und entsorgt ihren Feminismus und den Kampf um die Frauen ebenso vorübergehend.

Am Ende gibt es noch einmal einen Plottwist, eine Versöhnung der Figuren und implizit auch eine Annäherung der feministischen Positionen. Mehr möchte ich aber nicht verraten. Die Handlung ist auf jeden Fall dramaturgisch sensationell ausgearbeitet. Die Sprachfabulierkunst der Autorin war ohnehin immer schon exzellent und wurde auch in diesem Roman in gewohnter Qualität angewandt.

Fazit: Wärmste Leseempfehlung! Ein Roman der sehr umfassend informiert, klug diskutiert, gut unterhält und emotional aufwühlt. Feminismus vordergründig als lebendiges, kurzweiliges Kammerspiel, aber mit viel Hintergrundinfos. Für mich gab es eben einen winzigen Wehmutstropfen, weil ich ein bisschen Geduld mit der Handlung haben musste, da sie länger nicht in die Puschen kam.
Profile Image for Great-O-Khan.
475 reviews129 followers
May 12, 2023
Der Roman "Einzeller" von Gertraud Klemm ist für mich eine der positiven Überraschungen dieses Lesejahres. Es ist ein unterhaltsamer, informativer und intelligenter Debattenroman über eine feministische Frauen-WG. Fünf Frauen aus unterschiedlichen Generationen wohnen hier. Unterschiedliche Strömungen des Feminismus treffen aufeinander. Die Themen der "Alt-Feministinnen" werden von den "Küken" nicht verstanden. Aspekte wie Islamismus oder Transsexualität werden explizit anders bewertet. Konfrontiert werden alle von einer erstarkenden Rechten in der Politik.

Die WG ist Teil der Fernsehsendung "Big Sista". In diesem Rahmen gibt es regelmäßig Treffen mit Gästinnen. Ziel des Fernsehsenders ist es, konfliktreichen Content zu generieren. Mit dem Besuch der transsexuellen Prostituierten Ray eskalieren die Konflikte. Dadurch nimmt auch der Roman an Tempo zu. Der zweite Teil ist sogar noch stärker als der bereits gut erste Teil.

Im "Lesenswert Quartett" wurde der Roman von dem von mir hochgeschätzten Ijoma Mangold empfohlen. Das war einer der Auslöser für meine Lektüre. Insa Wilke bezeichnete den Roman in derselben Sendung als misogyn, was für mich nicht nachvollziehbar ist. Die inneren Konflikte werden in dem Roman nicht zur Diskriminierung des Feminismus als solches missbraucht. Ich kann mich der Empfehlung von Herrn Mangold nur anschließen.
Profile Image for Rosa.
80 reviews23 followers
January 25, 2025
Ein kluges Buch, das mich auch dazu anhält, ein wenig mehr über die Art des Feminismus zu reflektieren, die ich an den Tage lege. I liked it a lot!
Profile Image for Nixennacht.
114 reviews9 followers
March 12, 2023
Ich glaube, das war jetzt so ziemlich das beste Buch aus Österreich, dass ich jemals gelesen habe.

Gleich zu Anfang, es ist ein trauriges Buch. Feminismus ist kein einfaches Thema und die Gräben im Feminismus sind es erst recht nicht. Gertraud Klemm legt den Finger gnadenlos auf die Wunden und es sind viele.

In ihrer fiktiven WG treffen verschiedene Frauen und Feminismen aufeinander, alle schwören Solidarität und bleiben doch in der Vereinzelung gefangen. Einzeller eben. Eigentlich ist es kein Buch, dass Mut macht, wenn man sieht, wie Frauen sich lieber gegenseitig kritisieren und bekämpfen anstatt dem Patriarchat, dass sie von allen Seiten zerreibt an die Gurgel zu gehen.

Nur dann macht es eben doch Mut, weil es neue Ideen hat. Weil klar ist, wenn Frauen wirklich mit einander reden und sich der Vereinzelung widersetzen bewegt sich doch etwas.

Es ist ein diskutierendes Buch, aber zugleich gehen einem die Charaktere unendlich nahe. Es ist so ein Buch, dass ich 100mal verschenken werde, weils einfach jeder gelesen haben sollte.
Profile Image for Daniela.
473 reviews39 followers
November 11, 2023
Ein schwer beschreibbares Lektüre-Erlebnis.

Es geht um eine Frauen-WG in Wien und um den Feminismus bzw. darum, welche verschiedenen Gruppierungen es innerhalb des Feminismus gibt, was diese voneinander trennt und wie sie zueinander stehen. Es geht um SWERFs und TERFs, FLINTA und wokeness. Die WG wird Teil einer TV-Serie "Big Sista", es stehen Wahlen bevor, die schließlich mit einem Rechtsruck enden, der zu einer - es war von Anfang an abzusehen - massiven Veränderungen in der österreichischen Abtreibungsgesetzgebung führen wird, Mütter wieder an den Herd (Muttergeld) und eine Re-Katholisierung des Landes mit sich bringt (Gebetsstunden im Parlament!). Politisch gesehen klingt das für Österreich noch ziemlich utopisch, aber ansatzweise gibt es auch bei uns Schritte in diese Richtung, die auf die Einschränkung der Frauenrechte hinauslaufen (siehe die Abtreibungsdiskussion in Vorarlberg).

SPOILER!!!

Gegenübergestellt werden 2 Frauenfiguren: Simone und Lilly.

Simone, die "Altfeministin", die ihr ganzes Leben lang ihre feministischen Meinungen publik gemacht, Reden gehalten und versucht hat, die Frauen zum Protest zu bewegen. Sie verzweifelt mehr und mehr daran, dass sich die Frauenbewegung so leicht auseinanderdividieren lässt, während sich das Patriarchat dabei ins Fäustchen lacht. Wie Einzeller müssten sich die Frauen verhalten, solidarisch sein, aber leider: 51% der Weltbevölkerung, die überall schlechter gestellt sind, bringen nichts Gemeinsames zustande. Dass sie als Powerfrau ihreWG-Kolleginnen überfordert und unterdrückt, bemerkt sie selten.

Lilly, das jüngste Mitglied der WG, hübsch, aus reichem Elternhaus, Studentin, lebt relativ sorglos in den Tag hinein. Sie ist woke, hip, folgt auf insta den richtigen FLINTAs, ernährt und kleidet sich klimabewusst, Geld spielt keine Rolle - bis Papa ihr den Geldhahn zudreht, weil sie in die Frauen-Wg zieht, was er für Schwachsinn hält. Sie gehört zu einer anderen Generation, profitiert von den Frauenrechten, die vor ihr erkämpft wurden, und sieht diese als gegeben. Für sie sind die feministischen Fragestellungen komplett andere als für Simone. Als sie ungewollt schwanger wird, kehrt sie der WG den Rücken. Sie will das Kind bekommen, allerdings ist der Kindsvater kein Netter... Was folgt, ist ein klassisches Frauenschicksal: Er trinkt, wird gewalttätig, bereut alles danach, schwört Besserung - doch besser wird gar nichts. Lilly bemüht sich um ein Familienleben, ist mit ihrem Kind teilweise komplett überfordert - vom Feminismus, dem sie früher anhing, ist nichts mehr übrig. Sie lebt auf Zehenspitzen, in Angst vor ihrem Lebensgefährten.

Das Buch endet mit einer Tragödie: Simone wird auf dem Heimweg von ihrem letzten TV-Interview der Schädel eingeschlagen, Täter unbekannt. Nach einigen Tagen im Koma, während derer Lilly sie noch besucht, verstirbt sie. Beim Begräbnis wird ein Teil des Interviews eingespielt: "Das Patriarchat ist ein Krieg der Männer gegen das Weibliche. Und ein Kriegsende gehört gefeiert. Das haben wir verabsäumt. [...] So geht man doch nicht mit Kriegen um! Man überlässt sie nicht dem Vergessen. Sonst passiert das, was wir jetzt haben: die alte Scheiße, die wieder und wieder ausgelöffelt werden muss." (S.307)

Lilly ist von Simones Schicksal sehr betroffen - sie, die immer im Streit mit Simone lag, scheint sie jetzt besser zu verstehen. Doch reicht das aus, um aus der toxischen Beziehung auszubrechen und für sich und ihre Tochter Rosa ein neues Leben zu starten? - Der Roman hält es offen.

Was mir die Lektüre so schwer gemacht hat, war dieses ständige Verhandeln von Positionen, besonders bei der Wiedergabe der TV-Diskussionen. Außerdem die Vielzahl an Themen, die aufgegriffen wurden. Das war mir oft zu viel und auch mühsam zu lesen.

Am Ende des Buches musste ich mich fragen, wie ich denn Feminismus für mich heute lebe - und muss mir eingestehen, dass ich eine von jenen Frauen bin (ebenfalls im Buch angesprochen), die mit Familie, Arbeit, Haushalt so zugedeckt sind, dass für solche Fragen im Alltag keine Zeit bleibt. Und wenn ich dann mal doch etwas Zeit für Frauenthemen habe, empfinde ich es so, dass viel zu viel Zeit mit Kleinigkeiten verplempert wird, während die wirklich großen, drängenden Fragen (unbezahlte Care-Tätigkeit, gläserne Decke, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Gehaltsschere,...) vollkommen unangetastet bleiben.
Profile Image for Kirundo.
184 reviews
December 29, 2023
Ich habs versucht zu lesen, die Idee des Buches war neu und interessant, aber die Charaktere gingen mir so dermaßen auf die Nerven, dass ich es weggelegt und schlußendlich verschenkt hab.
Profile Image for Anna.
304 reviews3 followers
March 28, 2024
Ein Roman der eine Debatte zwischen Feminismen und Generationen aufgreift. Klemm tut dies indem sie die Ambivalenzen aushalten lässt und nicht vorschreibt was richtig und falsch wäre. Intelligent geschrieben und fängt eine wichtige Debatte ein.


Profile Image for Johanna Doppler.
60 reviews4 followers
February 10, 2024
Eine Geschichte über den feminismus, was ihn ausmacht und wie er sich entwickelt.

Am Anfang fand ich es sehr schwer hineinzukommen, die Figuren sind teilweise ein bisschen verschwimmend und ich hab befürchtet, dass aus allen 5 Perspektiven erzählt wird. Die letzten 100 Seiten waren dann einfacher und interessanter, allerdings lässt eine das Buch leider eher hoffnungslos und pessimistisch zurück.
Profile Image for Lisa Weilguni.
6 reviews
October 22, 2023
This book addresses important topics but it left me feeling very unsettled. I found it hard to build a connection to the characters as the perspective and main storyline jumped quite often.

I expected an empowering story, but to me it felt quite depressing and sad. A big part of the plot consists of people having arguments.
Profile Image for Johann Guenther.
811 reviews28 followers
March 20, 2023
KLEMM, Gertraud: „Einzeller“, Wien 2023
Eigentlich hatte sie eine Trilogie zum Thema Feminismus geplant. Aber dann kam Corona und vieles wurde anders. So auch ihr Schreiben und das Ergebnis wurde kleiner: der vorliegende Roman „Einzeller“. Klemm unterscheidet zwischen „Netzfeminismus“ und „Alltagsfeminismus“. Diskussionen in sozialen Medien sind für sie abgehoben und nicht Realität. In diesem Buch versucht sie Situationen zu schildern, die am Alltag hängen. Sie nennt das „Gummistiefel-Feminismus“. Zu diesem Thema fühlt sie sich als zur „Brückengeneration“ gehörend berufen. Vorangegangene Generationen sind anders damit umgegangen als heutige. Sie, als 1971 geborene, stehe da zwischen diesen beiden Weltanschauungen.
Es geht um eine Wohngemeinschaft – WG – von fünf unterschiedlichen Frauen. Geschrieben ist die Erzählung aus der Perspektive von zwei Personen: der 24-jährigen Lilly und der 60-jährigen Simone. Aus der Unterschiedlichkeit der Personen ergibt sich ein Spannungsfeld, das Einblick in die Szene der Feministinnen gibt.
Irgendwie ist das Buch schon männerfeindlich. Und doch wieder nicht: die älteste der WG, Simone, hat einen Freund. Einen Minister den sie aus Jugendtagen kennt. Er stammt aus einer Bauernfamilie und hat sich innerhalb der Partei bis zum Minister hochgearbeitet. Sie trifft sich regelmäßig mit ihm in einer kleinen geheimen Wohnung. Sie haben Sex mitsammen, er ist aber auch ein Gesprächspartner und Ratgeber für sie. Er ist ein Konservativer und trotzdem schätzt sie ihn. Er hat eine Vorzeigefamilie und obwohl sie von der politischen Einstellung anders ist, tauschen sie sich aus und schätzen einander.
Die Jüngste – Lilly – verlässt bald die WG und siedelt zu einer anderen WG. Ihre WG hat sich vertraglich für eine Talkshow verpflichtet. Es wird in ihrer Wohnung gefilmt. Simone ist die Älteste und der Profi unter ihnen. Sie organisiert viele Aktionen für die Freiheit der Frauen. Nicht alle goutieren das. Simone hat viele Feinde im Netz und bekommt viele Hasspostings.
Im Zweiten Teil des Buches kippt die Szene. Lilly wird schwanger und geht eine normale Ehe ein, bei er es auch zu Zwist und Schlägerei mit dem Partner kommt. Sie bekommt das Baby und verlobt sich mit ihrem Freund, der eigentlich der beste Freund ihres Freundes war.
Simone bekommt noch einen Preis als erfolgreiche und aktive Feministin. Viele beneiden sie dafür. Andere hassen sie noch mehr. Sie aber hat beschlossen auszusteigen und ein ruhiges Leben ohne feministisches Engagement zu beginnen. Sie besucht ihre Tochter in Berlin und kommt zur Preisverleihung nach Wien zurück, wo sie vorher noch ein exklusives Interview hat. Beim Verlassen des Studios wird sie von Unbekannten niedergeschlagen. Sie wird in Tiefschlaf versetzt, verstirbt aber. Das Begräbnis ist das Ende des Buchs.
Der erste Teil ist extrem feministisch und man erfährt als Leser, wie diese Frauen ticken. Im zweiten Teil dann fast ein Happy End, das zwar mit dem Tod von Simone endet, aber doch eine Umkehr der zwei Hauptperson brachte. Neue Generationen übernehmen das Gebiet.
Profile Image for Alex.
138 reviews1 follower
Read
April 3, 2024
Die verschiedenen Feminismusströme und Perspektiven zu sehen war echt interessant! Als ob man zu Besuch im Frauenbuchladen ist. Und die Ergebnislosigkeit und das Gegeneinanderarbeiten ist echt frustrierend. Aber sehr realitätsnah.
Großes Minus war nur, dass das WG-Leben und die groß angekündigte Fernsehshow viel zu kurz kamen. Einerseits war es toll die Veränderung der Frauen zu sehen, anderseits konnte ich durch die großen Zeitäume nicht richtig im Buch und im Geschehen ankommen. Schreibstiltechnisch hat mir also irgendwas gefehlt
5 reviews
November 27, 2025
irgendwie bin ich nie wirklich rein gekommen. außerdem finde ich ist der junge feminismus also in dem fall lilly, die diesen repräsentiert, sehr realitätsfern dargestellt. sie ist relativ inkonsistent und eben nicht so ganz überzeugt von ihren Meinungen. als wäre unsere Generation nicht so aktivistisch wie andere.
15 reviews
July 31, 2023
Grandios! In der Sprache und Beobachtung oft gnadenlos und auf den Punkt gebracht, wird der Komplexität der Themen aber trotzdem gerecht. Hat Spaß gemacht zu lesen, auch wenn ich mich manchmal selbst auf den Schlips getreten fühlte.
117 reviews1 follower
April 7, 2023
Ein Buch, das die unterschiedlichen Positionen innerhalb der Frauenbewegung spannend aufzeigt. Zeitweise hat das Thema eine schwere, die kaum auszuhalten ist - aber so geht es frau als Feministin.
Profile Image for girlofbooksandpages.
88 reviews
January 14, 2024
Mochte die Idee sehr gerne. Frauen mit unterschiedlichen feministischen Sichtweisen leben zusammen in einer WG in Wien. Für mich war es die perfekte Mischung aus Gesellschaftskritik und Story.
Profile Image for Katharina.
5 reviews
March 29, 2024
Eines der besten Bücher zum Thema Feminismus und der Schwierigkeiten der Bewegung. Der rechte und konservative Backslash, der in Österreich im Raum steht, wird auf erschreckende Weise eingebunden.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Caro.
17 reviews1 follower
July 28, 2024
Ein ganz tolles und einfühlsames Buch, mit beängstigender Aktualität.
Profile Image for Tanja Schöttl.
181 reviews
July 31, 2024
Interessante Diskussion zwischen "Altfeminismus" und Frausein in der Postmoderne...sehr spannend
Displaying 1 - 23 of 23 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.