Mit dem Roman "Ole Bienkopp" wirft Erwin Strittmatter 1963 einen literarischen Fehdehandschuh in eine gesellschaftliche Umwälzung, die für die DDR eine Zerreißprobe darstellt. Es geht um die Gründung landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften, und Ole Bienkopp wird der heiß umstrittene literarische Protagonist dieser Entwicklung, der in kein Schema passt ...
Ein Werk mit dem ich doch meine Probleme hatte, vorallem in der Mitte des Buches wo die Handlung eine wirkliche Richtung verliert. Jedoch war der Anfang unterhaltsam und das Ende hat den Karren wieder aus dem Dreck gezogen. Ich bin der Auffassung dass ich am meisten mit der Art und Weise wie Strittmatter schreibt zu kämpfen hatte. Zum einen ein wenig angestaubt, aber auch sehr merkwürdig stellenweise, mit belanglos wirkenden einwürfen. Trotzdem ist die Geschichte eigentlich ganz nett, ein Dorf in der frühen Nachkriegszeit und seine Veränderung im Sozialismus. Noch dazu zeichnet das Buch nicht nur die alteingesessenen Gruppen (Klerikale, Großbauern, Selbstständige) zutreffend, sondern schafft es auch noch die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität des Sozialismus aufzuzeigen. Zumindest in diesem Dorf, wird der Sozialismus nicht unbedingt durch die Partei vorangebracht und Strittmatter kann durch das Buch hervorragend die Bürokratisierung und Entfremdug de Funktionäre von der Basis beschreiben. Überraschend dass es dieses Buch geschafft hat, damals veröffentlicht zu werden.