Mein letzter Urlaub war in Vietnam. Und eigentlich würde es sich gehören, mal etwas von einem vietnamesischen Autor zu lesen. Dann fand ich zufällig dieses Buch im Tauschhaus, immerhin von einer Frau geschrieben, die mit einem Vietnamesen verheiratet ist.
Die vierzehnjährige Lan arbeitet in einer Schuhfabrik. Kein leichtes Leben, nur eine Pause, Überstunden werden nicht bezahlt. Arbeitslohn pro Tag 19.000 Dong - 85 Cent. Und dann muss auch noch die elfjährige Schwester arbeiten. Lan arbeitet schließlich für den Vater des Chefs auf einer Schlangenfarm. Und dann kommt eine deutsche Inspektion, die prüfen soll, ob die Arbeitsbedingungen fair sind.
Klar, die Schuhe, die wir tragen und unsere Klamotten werden in Vietnam hergestellt. Aber darüber nachdenken und zum Kommunisten werden möchte man doch nicht. Vielleicht sollte man. – Andererseits, die fahren alle Motorrad und freuen sich auf ihr erstes Auto. Und das ist ja auch nicht richtig. Also lieber in der Blase bleiben und Bücher lesen, in denen junge Männer Schriftsteller werden wollen. Oder noch besser, in denen viktorianische verwöhnte Mädchen am Ende den aufstrebenden jungen Mann ehelichen dürfen, der ein Jahreseinkommen von 20.000 Pfund hat.
7/10