Es ist Samstag, und samstags geht Jonathan im Supermarkt einkaufen. So wie er von Montag bis Freitag zur Arbeit geht. Bei einer Umfrage zu sozialem Verhalten konnte er drei Kontakte nennen. Dass ihn jetzt aber die Kassiererin auf seinen heutigen Geburtstag aufmerksam machen muss, gibt ihm zu denken. Nur – die Hitze lähmt seit Wochen, und nun fällt noch der Strom aus. In Jonathans Kühlschrank macht sich fauliger Geruch breit, draußen erliegt das Leben. Als es auch bei der Wasserversorgung Probleme zu geben scheint, entfaltet die Hitzewelle ihre magische Jonathan trinkt Sherry mit den Nachbarn, die Begegnung an Kasse 18 fängt an, ihn näher anzugehen, und auf seinem Balkon geschieht ein kleines Wunder.
Lakonisch und mit feinem Humor erzählt Fabienne Maris von einer unerwarteten Verwandlung, die ganz im Stillen losbricht, langsam Fahrt aufnimmt und dank eines ungewollten Rauschs in eine wahre Ausschweifung mündet. Ein ebenso überraschendes wie zauberhaftes Debüt.
Der Roman "Hitzewelle" ist ein schwieriger Fall für mich. Lange habe ich einen Protagonisten nicht mehr so sehr gemocht wie den 35-jährigen Einzelgänger Jonathan. Auch die Geschichte von Hitzewelle, Stromausfällen und Wasserknappheit liest sich interessant und unterhaltsam. Nur ist die Sprache zu simpel. An keiner Stelle finden sich doppelte Böden oder Abgründe. Dabei wäre hier so viel Potential gewesen.
Ich habe die literarischen Erwartungen zurückgestellt und mich vollständig auf Jonathan konzentriert. Immer wieder musste ich an ein Zitat des Musikers Paul Simon denken: "I am a loner but I don't find it lonely." Das beschreibt Jonathans Leben im ersten Teil des Buches ziemlich gut. Leider wird er am Ende von seiner Autorin verraten. Das durch ein "übersinnliches" Ereignis eingeleitete Ende hat mich schwer enttäuscht.
Zu Beginn dachte ich wegen des tollen Helden, dass das ein 5-Sterne-Buch werden könnte. Aufgrund der Sprache habe ich dann bald einen Stern abgezogen. Für das Ende habe ich einen weiteren Stern abgezogen. Irgendwie denke ich, Jonathan hat das nicht verdient. Aber er hätte auch einen besseren Text verdient gehabt.
3.5* Ich mochte die Beschreibungen von Jonathans Leben sehr gerne. Seine Entwicklung fand ich auch ganz gut, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt.
Die Beschreibung von Jonathan's Leben hat mich gepackt. Ich mag Geschichten über einzelgängerische Persönlichkeiten ab der Norm. Jonathan schien zufrieden mit seinem einfachen Leben in festen Routinen. Schade, dass die Charakterentwicklung dann doch in eine andere Richtung verlief und nicht wirklich nachvollziehbar war. Das Happy End mit plötzlicher Lebensstiländerung erschienen mir sehr platt und unpassend zum gefühlvollen Einstieg.
”er weinte über jeden tag, über jeden abend, über jede stunde, die er nicht gelebt hatte, die er nicht gewürdigt hatte, die er mit warten verbracht hatte.”
hitzewelle habe ich gelesen, als ich im anfangsstudium war krank zu werden und mit fieber versucht habe den tag zu überstehen. da war es vielleicht nicht förderlich, dass ich die in diesem buch beschriebene hitzewelle auch sehr nachfühlen konnte.
es war aber, entgegen meiner erwartungen, super packend und hat mir kurzweilige, aber spannende lesestunden verschafft!