Oma wird tüdelig. Seit einem Jahr leben Sönke und Maria gemeinsam auf der Nordsee-Insel Föhr. Mit der Ruhe ist es allerdings vorbei, als Sönkes minderjährige Cousine Jade zu Besuch kommt. Statt des braven Mädchens von früher steht eine übelgelaunte Grufti-Braut vor ihnen. Auch Oma bereitet Sorgen, denn sie wird zunehmend vergesslich, so richtig vergesslich! Und dann geschieht auf der Insel ein spektakulärer Kriminalfall, und die Kripo schickt vom Festland einen Kommissar, den Maria noch von früher kennt – ihr attraktiver Exfreund. Aber in der friesischen Karibik lösen sich alle Probleme irgendwann auf ganz eigene Art … «Es ist diese Leichtigkeit, die Mommsens Romane so beliebt und lesenswert machen; er erzählt wie der Freund von nebenan. Leichtigkeit bedeutet bei ihm nicht Leichtgewichtigkeit, sondern leichtes Skizzieren durchaus ungewöhnlicher Verhältnisse.» (Nordwest-Zeitung)
Lustig geschrieben, die Hauptfigur Sönke ist sehr sympathisch und die kleinen und großen Familiengeschichten nehmen einen beim Lesen mit in die Familie und lassen einen Föhr als wunderbaren Ort erscheinen.
Diese Geschichte schafft es schon auf den ersten paar Seiten eine sehr sommerliche Atmosphäre zu erzeugen, selbst wenn man beim Lesen, während man aus dem Fenster schaut das grausigste Herbst- oder Winterwetter sehen würde. Neben dieser sonnigen Atmosphäre schaffen es die Föhrer und vor allen Dingen Oma, die Geschichte durch ihre charakterlichen Feinheiten sehr amüsant und lustig zu gestalten ohne aufgesetzt komisch zu sein. Mommsen schafft es einfach auf eine sehr angenehme Weise seine Charaktere glaubhaft und realitätsnah zu gestalten. Allein durch die Art, in der über die Charaktere berichtet wird, macht sie zum einen sehr sympathisch und zum anderen besitzen sie alle sehr herrliche kleine Eigenheiten und Macken, die sie einfach besonders machen. Nachdem ich Oma in diesem Roman kennengelernt habe, würde ich sie liebend gern selbst einmal im realen Leben kennenlernen, insbesondere, da sie nicht die ganz typische Oma zu sein scheint, daher einen frischen Wind überall hereinbringt und zudem auch mit ungewöhnlichen Dingen umzugehen weiß, wie ihrer Enkelin Jade, die als Gothik auf dem ländlichen Föhr extrem heraussticht. Neben diesen vielen tollen Charakteren bringt zudem der Kriminalfall einiges an Spannung in die Geschichte und außerdem noch mehr Leben, wie ebenso auch gewisse Spannungen, insbesondere zwischen dem Erzähler Söhnke und der Polizistin und seiner Freundin Maria, welche die Geschichte zusätzlich mit Spannung würzen. Jedoch schaffen es auch dieses Verbrechen und alle Streitereien der Charakter nicht die Atmosphäre zu verdunkeln und das sommerliche Flair zu nehmen. Insgesamt ist es eine sehr turbulente, witzige und auch sommerliche Geschichte, die extrem viel Spaß macht, vor allen Dingen wegen Oma.
"Ein Strandkorb für Oma" ist die Fortsetzung von "Oma ihr klein Häuschen". Der erste Band sollte unbedingt zuerst gelesen werden, da hier sehr viele familiäre Hintergrundinformationen vorkommen und ansonsten die Anzahl der auftretetenden Personen noch schwieriger gehandhabt werden kann.
Inhalt: Sönke und Maria leben seit mittlerweile einem Jahr zusammen auf Föhr, als Cousine Jade für zwei Wochen auf Besuch geschickt wird. Jade hat sich optisch sehr verändert und ist mittlerweile ein pubertierender Teenager - eine große Herausforderung für Sönke und Maria. Zusätzlich bereitet Oma Sorgen, denn sie wird schön langsam vergesslich. Und als ob das nicht reichen würde, ereignet sich auch noch ein Kriminalfall auf der Insel mit Verstärkung vom Festland, der für Maria auch kein Unbekannter ist.
Meine Meinung: Die Geschichte ist von der Überlegung her super - mir sind es aber so viele Handlungsstränge mit jeweils zu vielen handlungstragenden Personen. Leider weiß ich im Vorhinein nicht, welche Charaktere in der Geschichte wichtig werden und mit wem ich mich näher auseinandersetzen soll - mal abgesehen von Oma und Sönke. Mit Jade wird gleich zu Beginn des Buches eine weitere Hauptfigur eingeführt, dafür treten Sönkes Onkel und Tanten in diesem Band in den Hintergrund. Im Vordergrund steht auch wieder die Beziehung von Sönke und Maria.
Mir sind mit dem Schanit-Chor, der Kripo, Jade, anderen Inseljugendlichen und Franziska zu viele neue Personen in diesem wieder recht kurzen Band, was dazu führt, dass ich auch nach zwei Büchern außer Oma und Sönke von niemanden ein Bild vor meinem geistigen Auge habe. Die Handlung ist zwar durchwegs gut geschrieben, durch die mir zu flach bleibenden Charaktere stellt sich aber nie der Drang zum unbedingt weiterlesen bei mir ein.