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The Case Of The Severed Head

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240 pages, Paperback

First published January 1, 1994

13 people want to read

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Larry Townsend

64 books10 followers

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Profile Image for Klaus Mattes.
712 reviews12 followers
January 11, 2025
West Hollywood, Los Angeles, Mai 1992. Genre: Kriminalroman.
Weitere Wertungen, aber bis jetzt noch keine Reviews finden sich auch unter dem Titel der US-Originalausgabe: „The Case of The Severed Head“.

Larry Townsend, er starb 2008 mit fast achtzig Jahren, ist in den frühen siebziger Jahren der Schöpfer des Epoche machende Lederhandbuchs gewesen. Er schrieb auch eine Reihe erotischer SM-Bücher und, vor allem in seinen späteren Jahren, eine Serie von Krimis. Dieser hier, der dezidiert ein SM-Krimi sein möchte, stellt sich als unebenes, quasi ruckelndes Buch heraus, das leider auch noch geradezu täppisch übersetzt wurde.

Jetzt allerdings mußte er sich erst an die Grenze heranarbeiten, mußte die Lust in seinen Eiern spüren, ehe er der gefesselten, hilflosen Gestalt das volle Maß dessen verabreichen konnte, was sie begehrte. Flüssigkeiten durchströmten Lances Unterleib. Dann packte das wilde Verlangen Lances Körper, und er schwelgte in seiner Macht, während er den ungeschützten Rücken und die nackten Hinterbacken seines Gefangenen peitschte. Die stark gepolsterten Wände warfen den Knall der Hiebe zurück, und jeder Schlag war klar und deutlich zu hören, regelmäßig wie eine militärische Kadenz.

In einem Müllcontainer wird der eingewickelte Kopf eines kahl geschorenen jungen Mannes entdeckt. Bald sind es zwei junge Männer, die in einem privaten SM-Kerker blutrünstig exekutiert und anschließend geköpft wurden. Der zweite Kopf bleibt vorerst noch verschwunden. Die Angelegenheit verengt sich zur Frage: War es eine aus dem Ruder gelaufene Orgie von Sadisten und Masochisten? Oder steckt da ein Racheakt drin?

Nachdem er unsere Aufmerksamkeit hat, springt der Erzähler erst einmal ein Stück in der Zeit zurück und entwickelt die Vorgeschichte mit diesem Personal:
Richie, ein Lehrer, wurde festgenommen, weil ihn eine Nachbarin wegen Sex mit einem Minderjährigen angezeigt hatte, der sich schon seit zwei Jahren in seiner Wohnung aufhielt. Richie bittet den schwulen Anwalt Lucas um Hilfe, dessen Platz fast das ganze Buch hindurch allerdings von seinem Assistenten Lance eingenommen wird. Aus der Untersuchungshaft hat Lucas Richie schnell heraus, denn der Junge ist gerade achtzehn geworden und es kann nicht mehr nachgewiesen werden kann, dass sie vorher schon Sex hatten.

Lance steht die längste Zeit im Mittelpunkt des Buchs. Als erfahrener, sensibler und in sich ruhender SM-Master scheint er die Identifikationsfigur für den Schreiber Townsend wie auch für die Leser, egal ob Top oder Bottom, abgeben zu müssen. So einer möchte man sein, so einen möchte man kriegen. Seltsam nur, dass Lance diesen Fall weder wirklich löst noch, auf der anderen Seite, jemals als Mörder ernsthaft in Frage kommt. Sogar der ihn ständig belauernde homophobe Polizist Pierce erwartet das nicht. Erst ganz am Ende müssen wir einsehen, dass wohl kein Weg darum herum führte, die Geschichte so aufzuziehen. Denn bis dorthin werden alle anderen Figuren entweder tot sein, sich grob falsch verhalten haben oder an den Verbrechen beteiligt gewesen sein.

Zwischen Lance, dem Top, und dem Jungen, also Richies Freund, hatte es früher schon mal ein paar sexuelle Funken gegeben. Lance konnte es nicht zulassen, weil er seinen guten Bekannten nicht kränken wollte. Aber jetzt bricht der Sub-Charakter des Achtzehnjährigen, mit dem Richie kaum je was hat anfangen können, voll durch und schon zieht er bei Lance ein. Allerdings hat Lance seit Jahren seinen eigenen, festen SM-Lover, einen hübschen, reichen Südamerikaner, Carlos, der einerseits eine durch die Handlung geisternde Corvette steuert, aber auch durch die Hypothesen der Polizei geistert, denn in seinem, also Carlos' Keller, ist die tödliche Session mit dem Geköpften gelaufen. Es ist ein kleine Welt dort in Hollywood. So stellt sich auch heraus, dass ein weiterer Junge, mit dem Carlos mal was hatte, einen Schlüssel zu dessen Haus und dem Mordkeller zurückbehalten hat. Und dann stellt sich noch raus, dass er die zweite Leiche ohne Kopf ist. So weit alles klar?

Jetzt gibt es noch ein heterosexuelles, mit der Zeit allerdings immer weniger heterosexuelles, Skinhead-Trio, die alle ziemlich dumm, süchtig und gewalttätig sind, dazu zum Teil auch anschaffen gehen. Bei Männern natürlich, damit man sie hinterher hassen kann. Ein Schwuler fiel bereits dem Baseballschläger zum Opfer, der Kopf war noch dran. Und die ganze Zeit ist der homophobe Cop, Pierce, dicht auf den Fersen. Einen anderen Schwulen haben die Skins vergewaltigt und verletzt und am Leben gelassen. Der dreht jetzt durch und will seine blutige Rache. Und Carlos war es, der ihm seinen Augenstern weggenommen hat!

Das Problem des Autors Townsend scheint zu sein, dass er nicht genau weiß, wo eine Kriminalgeschichte enden wird, wenn er sie zu schreiben anfängt. Irgendwann ist er dann an einem Punkt, wo er selbst nicht mehr durchs Wirrwarr sieht. Und bald schwant auch dem Leser, dass ihn dieser Autor, aus seiner Not hervor, absichtlich täuscht. Wir haben das Skin-Trio mehrere Kapitel bei seinem Unwesen begleitet, dann stellt sich heraus, zwischendurch sind bei ihnen ganz entscheidende Dinge vorgefallen, von denen Townsend uns nichts erzählt hat.

Gegen Ende lernen wir dann noch mal eine neue Figur kennen, den alles entscheidenden Zeugen. Der erzählt, obwohl es keinen Grund dazu für ihn gibt - und gegen ihn keine Handhabe, alles, was Lance nie erfahren konnte.

Dazu verschiebt Townsend nach und nach die Charakterisierung fast aller Figuren. Aus dem Sadisten Lance wird ein sentimentaler Verliebter. Aus einem orientierungslosen Jungen wird ein abgefeimter Stricher. Auch einer der Skins wird zum Stricher und ist eines Tages schwul. Aus dem fiesen Polizisten wird ein verständnisvoller Kumpel. Aus Carlos wird, wir können nicht alles verraten.

Die ab und an eingestreuten grausligen Details verfehlen ihre Wirkung nicht. Wobei allerdings gesagt werden muss, dass das Genre „SM-Krimi“ eher fauler Zauber ist. Die tatsächlich geschilderten SM-Szenen sind eher lahm und augenscheinlich ziemlich weit an den Anfang gerückt, damit der Leser erst einmal zufrieden gestellt ist und es nachher wie in allen anderen schwulen Krimis von nicht so geschickten Plotkonstrukteuren weitergehen kann. Das Ende ist daneben, das vergessen wir lieber.
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