Die neue Lust am SelbermachenDas Selbermachen ist zurück – und es sieht so ganz anders aus als frü Baumärkte drehen verrückte Werbespots, statt in die Kleingärtnerkolonie geht's zum urban gardening – und alle Welt tauscht plötzlich Einmachrezepte übers Internet aus. Was ist dran an diesem Trend? Warum wird im ganzen Land wieder mit Hingabe gehämmert, gegärtnert, gestrickt und gebrutzelt? Die Journalistin Susanne Klingner startet den Selbstversuch. Sie will wissen, was die Faszination am Arbeiten mit den eigenen Händen ausmacht und warum es eine neue Sehnsucht nach dem einfachen Leben gibt. Ein Jahr lang macht sie so viel wie möglich selbst – und schreibt darü vom Käse bis zur Seife, vom Cocktailkleid bis zum Christstollen, von den Schuhen bis zur Zahnpasta, vom Gärtnern bis zum Renovieren. Ein intensives, spannendes, erkenntnisreiches und äußerst unterhaltsames Jahr – für Autorin und Leser gleichermaßen!Der erste große Erfahrungsbericht – lustig und kreativ! Mit vielen Tipps und dem besten Stollenrezept der Welt.
Das Buch ist ein Taschenbuch mit sehr schön gestaltetem Einband, Der Schriftzug "Hab ich selbst gemacht" ist geprägt und glänzend und sieht fast so schön aus, als wäre er wirklich aufgestickt, was natürlich zu diesem Buch sehr gut passt. Dadurch habe ich ein hochwertig hergestelltes Buch erwartet, und wurde enttäuscht. Der Einband selbst ist nicht besonders belastbar, und hatte schon nach dem ersten Transport unschöne Stellen. Das Papier ist dünn und der Druk im Buch verwischt, wenn man mit leicht feuchten Fingerkuppen ankommt. Sehr schade, denn so lässt sich das Buch zu "DIY" nicht einfach mitnehmen, abwischen, beim urban Gardening daneben ins Beet legen, usw - was durchaus Sinn gemacht hätte - dachte ich anfangs.
Leider musste ich bald feststellen, dass die Protagonistin, Susanne Klinger, und ich so überhaupt nichts gemeinsam haben. Sie lebt mit einem Partner in einer balkonlosen Wohnung in der Stadt, ich in einem Haus mit Mann und Kind am Stadtrand. Sie hat die Abende und die Wochenenden meist frei, mir bleiben nur wenige Wochen Ferien im Jahr, wo ich neben Kind und Haushalt dazu komme, wirkich etwas selbst zu machen. Das klingt jetzt für ein paar Leserinnen (greifen Männer auch zu diesem Buch? Ich kann es mir, bei dieser Aufmachung, beim besten Willen nicht vorstellen, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren) sehr viel, ist es aber nicht, weil ich dafür fix einen Tag am Wochenende mit arbeiten verbringe (also 6 Tage-Woche unterm Schuljahr, verplant von 6.30 Uhr bis 21 Uhr mit Kind und Job und ein wenig Haushalt), und den letzten verbleibenden Wochenendtag für Einkäufe und Haushalt "brauche". Wenn dann gerade mal frei ist, ist sicher jemand krank. Auch die bevorzugten Selbermachdinge teilen Susanne Klinter und ich nicht. Bei mir stehen Kochen und Häkeln groß im Kurs, gärtnern sollte dazukommen (damit bin ich als Kind aufgewachsen, aber unser Garten ist nach wie vor Baustelle und daran wird sich leider so rasch nichts ändern). Nähen kann ich so gut wie gar nicht (nur etwas Gewand ausbessern, aber nach Schnittmuster Gewand herstellen kann ich mir nicht vorstellen, vielleicht irgendwann mal, mit eigenem Nähzimmer), dafür ist eher Heimwerken etwas für mich, obwohl ich eher Erhaltungsarbeiten mache, als etwas Neues zu bauen, abgesehen davon kann ich mich nicht längere Zeit so freischaufeln, dass ich durcharbeitenkann (Kleinkind). Einige "Abenteuer" von denen sie schreibt mache ich regelmäßig, zum Beispiel Brot backen, Kochen, Marmelade und andere Dinge habe ich im Rahmen von Schulprojekten regelmäßig (Schulgarten- heuer nur die Kräuterschnecke und Komposthaufen), kleine Kleidungsstücke wie Jacken oder Mützen häkeln (Stricken ist nicht so Meines) und natürlich kochen. Käse und Butter stelle ich nicht selbst her, das macht der Biobauer im Hofladen, da sehe ich keinen Sinn darin, das aus Milch zu Hause zu machen. Auch handgemachte Seife gibt es von einem kleinen regionalen Hersteller in meiner Nähe, den ich durch meinen Einkauf gerne unterstütue (und dabei dann auch noch ein paar ätherische Bioöle mitnehme). Marmelade wird natürlich aus Obst im Garten gemacht, denn wenn es Kirschen und Marillen gibt, dann meist so viel, dass wir die gar nicht auf einmal essen können, oder Erdbeeren vom regionalen Bauern, weil die einmalig im Geschmack sind und es so leckere Marmelade gar nirgendwo zu kaufen gebe. Was die Autorin des Buches nicht macht, ist Lebensmittel einkochen - damit habe ich letztes Jahr angefangen, ganz besonders im Sommer, mit Tomatensauce für Nudeln für das halbe Jahr (mehr Gefäße hatte ich einfach nicht), oft koche ich auch mehr (z.B. gleich Spätzle für 4 Mal essen, weil es in der Küche eine ziemliche Sauerei gibt) und friere dann für 3 Abendessen ein. Backen tue ich natürlich auch, aber nicht wöchentlich (und wir kaufen keinen Süßkram, sondern werden einmal im Monat von meiner Großmutter mit Keksen und Kuchen verwöhnt), sondern alassbezogen entweder Cakepos mit Schokoglasur (tolle Häppchen) oder Muffins (hauptsächlich für Feierlichkeiten, weil wenn, dann mache ich mindestens 12), Küchen und Torten sind einfach nicht mein Ding.
Seifensieden mache ich aus Sicherheitsgründen nur im Rahmen von Projekten, im Chemiesaal, mit Schutzkleidung und unter dem Abzug. Da geht es aber nicht um den DIY Charakter, sondern einfach um das Verständnis, dass Seife nur aus umgebauten Fettsäuren besteht (weil die Kids immer schauen, wenn ich mit Öl zum Seifemachen komme). Gut gefallen hat mir, dass die Autorin einen an dem Alltag ausschnittsweise über ein Jahr hinweg teilhaben lässt - und nebenbei noch ihrem Job nachgeht, da ich bisher in "Selbermachbüchern" immer nur von Menschen gelesen haben, die dieses Experiment anstelle ihrer Arbeit durchgeführt haben. Auch den Anhang finde ich gut, wo sie aufschlüsselt, woher sie ihre Ideen hatte, teilweise mit Weblinks.
Weniger gut gefällt mir allerdings, dass sich hier kaum eigene Muster finden, die man aus dem Buch nehmen kann, bis auf 3 Rezepte (an mehr kann ich mich nach dem Lesen nicht mehr erinnern), wobei das "ich stehe den ganzen Tag herum Brot" für mich rein platz- und kindtechnisch nicht machbar ist, die Cookies werde ich sicher mal nachbacken, aber hier schreckt mich die Anzahl der Zutaten ab. Wenn es schon keine Rezepte im Buch gibt, so hätte ich mir zumindest Fotos vom selbst Fabrizierten gelesen, hier kenne Ich Webblogs, die in dieser Hinsicht viel spannender zu lesen sind.
Fazit:Nette Buchidee, leider mit schwacher Umsetzung.
Mir hat dieses Buch Lust auf mehr Ausprobieren gemacht. Hier geht es nicht nur um Häkeln und Stricken, sondern auch ums Gärtnern, Werkeln und sogar darum, wie man Käse oder Schuhe selber macht. Für mich nehme ich mit, den Blick zu schärfen, was man tatsächlich auch mal selber machen kann. Außerdem ist es sehr unterhaltsam geschrieben. Punktabzug gab es von mir jetzt nur, weil es mittlerweile schon älter ist. Ein erwähnter Blog existiert zum Beispiel nicht mehr.
Die neue Lust am Selbermachen. Das Selbermachen ist zurück - und es sieht so ganz anders aus als früher: Baumärkte drehen verrückte Werbespots, statt in die Kleingärtnerkolonie geht's zum urban gardening - und alle Welt tauscht plötzlich Einmachrezepte übers Internet aus. Was ist dran an diesem Trend? Warum wird im ganzen Land wieder mit Hingabe gehämmert, gegärtnert, gestrickt und gebrutzelt? Die Journalistin Susanne Klingner startet den Selbstversuch. Sie will wissen, was die Faszination am Arbeiten mit den eigenen Händen ausmacht und warum es eine neue Sehnsucht nach dem einfachen Leben gibt. Ein Jahr lang macht sie so viel wie möglich selbst - und schreibt darüber: vom Käse bis zur Seife, vom Cocktailkleid bis zum Christstollen, von den Schuhen bis zur Zahnpasta, vom Gärtnern bis zum Renovieren. Ein intensives, spannendes, erkenntnisreiches und äußerst unterhaltsames Jahr - für Autorin und Leser gleichermaßen!
Von Susanne Klingners Buch ‘Hab ich selbst gemacht‘ habe ich eine inspirierende, kurzweilige und interessante Lektüre zum Thema DIY mit vielen Tipps und Tricks zum selbst ausprobieren erwartet. Erfüllt haben sich meine Erwartungen nur zur Hälfte. Viele Rezepte habe ich im Buch nicht gefunden, dennoch sind vier oder fünf dabei, die ich in naher Zukunft selbst ausprobieren werde. Auch Tipps und Tricks waren für meinen persönlichen Gebrauch eher rar gesät. Viele der durchgeführten Projekte sind für mich selbstverständlich und in meinen Alltag integriert. Ich backe sehr häufig Kuchen und Marmelade wird im Sommer fürs ganze Jahr gekocht. Auch backe ich mir von Zeit zu Zeit ein Brot selbst und habe dabei noch nie solche Probleme gehabt, wie beschrieben. Ich werde allerdings einmal das knetfreie Brot ausprobieren. Dinge reparieren oder selbst zusammen zimmern stellt für mich auch keine allzu große Herausforderung dar. Dennoch habe ich dieses Buch gern gelesen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, die Sprache ist verständlich und der Inhalt ist gut strukturiert. Die sprachliche Distanz zu ihr nahestehenden Personen hat mir nicht so zugesagt, dennoch hat es den Lesefluss nicht weiter gestört. Zusammenfassend gebe ich ‘Hab ich selbst gemacht‘ 3,5 Sterne, denn obwohl meine Erwartungen nicht gänzlich erfüllt worden sind war die Lektüre kurzweilig und amüsant.
Frau Klingner macht manches selbst ein Jahr lang und wir dürfen sie begleiten. Selbermachen als Megatrend und dann als Selbsterfahrung, wir begleiten eine Großstadtplanze beim Umsetzen einiger Selbstmachexperimente. Sie lehnt sich nicht allzuweit zum Fenster hinaus, so dass jeder den einen oder anderen Selbst(mach)versuch vergnügt mit eigenen Erinnerungen aufpeppen könnte. Es ist kein Selbstmacherfahrungsbuch zum Nachmachen, es gibt sporadisch einige Anleitungen, es geht eher um die Begleitung bei Lust und Frust, die Projekte mit Enthusiasmus und Lust anzudenken oder anzufangen, bei Widrigkeiten schnell nochmal Luft holen und weitermachen oder eben frustriert das Projekt aufschieben. Sie wird begleitet von ihrem Mann, der mal lustlos dabei ist oder Feuer fängt. Es ist amüsant geschrieben und macht Lust auch mal wieder einige Projekte hervorzuholen. Es lockt vielleicht einige Selbstmachmuffel hinter dem Ofen vor, andere werden Frau Klingners kleine Projekte müde belächeln, es gibt noch soooo viel mehr selbstzumachen. Zum Weiterlesen gibt es auch noch die Literaturliste am Ende des Buches.
Dieses Buch macht auf jeden Fall große Lust aufs Selbermachen! Ich bin schon am Listen schreiben und Pläne schmieden, demnach hat das Buch seinen Zweck erfüllt. Die vielen Tipps und Tricks, die man in dem Buch findet, tun ihr übriges.
Allerdings hätte ich mir mehr Bilder der fertigen Projekte gewünscht, anstatt nur darüber zu lesen. Außerdem hatte ich größere Erwartungen, was die Anzahl der selbstgemachten Projekte betrifft. Dies kann aber auch daran liegen, dass ich selber viel selber mache und nähe und deshalb einfach höhere Erwartungen habe.
Fazit: Das Buch kann man jedem, der gerne Sachen selber macht nur empfehlen!