Sommerträume von Nora Roberts ist ein Sammelband mit den Geschichten " Nur für einen Sommer" und "Sommer, Sonne und dein Lächeln. Ich werde zu jeder Geschichte kurz etwas zu dem Inhalt sagen und dann meine Meinung dazu wiedergeben; anschließend gibt es ein Gesamtfazit.
Meine Meinung:
Nora Roberts ist einfach keine Autorin für mich. Vor Jahren las ich "Grün wie die Hoffnung" von ihr und das konnte mich damals auch nicht begeistern. Den Stil fand ich etwas anstrengend und kitschig, aber mir gefiel es, wie detailreich sie erzählte. Und seitdem lagen meine restlichen Bücher von ihr auch auf SuB, bis ich nun einen neuen Versuch startete. Ich erwartete nichts und hoffte auch eine schöne Unterhaltung, was sie beim Stil in gewisser Art und Weise schaffte, aber ansonsten sprachen mich die Geschichten erneut nicht an.
Das Cover hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen. Es passt super zu dem Titel, weniger zu den Geschichten, aber das stört mich nicht. Die Kulisse und das Paar strahlen durchaus Sommer aus und diese Sepiaoptik ist schön; irgendwie macht es ja schon Lust auf Urlaub.
1. Nur für einen Sommer:
Die erste Geschichte gefiel mir leider kaum. Hier ging es um Hunter und Lee, die für ein Interview zusammen auf einen Campingtrip gingen.
Zwar fand ich die Szenerie durchaus interessant, aber mir war es einfach zu kitschig und unrealistisch. Ja, wer jetzt sagen sollte, was ich denn hier erwartete....zumindest etwas mehr Tiefgang und kein Tempo, bei dem mir schwindlig wurde. Zwar ging es die erste Zeit auch um ihren Campingtrip, aber den Umschwung danach fand ich einfach nicht gut. Ich habe es auch nicht ganz verstanden haben, warum die beiden das komplett alleine machten, obwohl sie sich gar nicht kannten und bei Hunter stets betont wurde, dass er zurückgezogen lebte und dafür seine Gründe hatte. Vor allem fand ich es nicht sehr nachvollziehbar, dass er von sich aus so schnell mit seinem Privatleben und seinen Geheimnissen rausrückte. Zwar gönnte ich ihnen ihr Happy End, aber das Tempo war etwas irritierend und ich habe manche Aussagen und Handlungen nicht nachvollziehen können.
Die Charaktere sprachen mich auch nicht wirklich an und ich konnte leider nicht die Chemie zwischen Hunter und Lee spüren. Die Stimmungswechsel, bzw. die Wechsel ihrer Persönlichkeiten waren für mich nicht verständlich und mir waren sie nicht sehr sympathisch. Vor allem Lees Art sprach mich nicht an und mich würde es echt stören, wenn mich jemand ständig "Bastard" nennen würde. Ich weiß nicht, ob damit einfach nur ihre taffe Art gezeigt werden sollte, aber ich fand es unpassend. Zudem waren zum Schluss auch diese obligatorischen Dramen anstrengend. Sie wühlte als Reporterin viel in der Privatsphäre anderer Menschen rum, wurde aber augenblicklich aggressiv, wenn auch nur eine harmlose Frage an sie gestellt wurde und war immer gleich beleidigt.
2. Sommer, Sonne und dein Lächeln:
Die Fotografin Blanche und ihr Kollege Sidney reisen quer durch die USA, um für einen Auftrag passende Motive zu finden. Schnell kommen die beiden sich näher, auch wenn sie Angst vor Nähe und mehr haben.
Die zweite Geschichte gefiel mir durchaus einen ticken besser, aber dennoch sprach sie mich nicht wirklich an. Zwar fand ich die Reise an sich interessant und man spürte auch bei beiden ihre Leidenschaft für die Fotografie, aber irgendwie las es sich auch etwas langweilig. Im Grunde ist es wie die erste Geschichte, nur mit einer leicht abgeänderten Hintergrundgeschichte und anderen Namen, ansonsten genau das gleiche Schema. Ein Mann und eine Frau kommen sich auf einer Reise näher, haben dann aber doch Angst vor der Nähe und bevor sie sich die ewige Liebe gestehen, gibt es noch etwas Drama. Eigentlich stört mich das ja nicht, aber es war nicht sinnlich, charmant oder interessant und das war schade. Nur fand ich die Chemie zwischen Blanche und Sidney hier durchaus greifbarer.
Der Schreibstil bei beiden Geschichten gefiel mir nicht sonderlich, aber er hatte auch etwas für sich. Mir war es zu kitschig, dramatisch und die Erotik nicht wirklich sinnlich, aber ich liebte es, wie sie Szenarien beschrieb. Da hatte ich wirklich das Gefühl, in einem Wald zu stehen, die frische Morgenluft zu atmen oder auf einem Roadtrip all die wechselnden Orte zu besichtigen. Roberts hat wirklich ein Händchen dafür, ein inneres Bild zu erschaffen, nur leider konnte mich alles andere nicht überzeugen. Mir fehlten authentische und nachvollziehbare Gefühle, sowie Tiefgang, mir war es einfach zu oberflächlich.
Gesamtfazit:
Der zweite Versuch zeigte mir, dass Nora Roberts keine Autorin für mich ist. Ihre Leserschaft weiß, was sie an ihr hat, aber mir sind die Geschichten zu ähnlich, boten keine interessante Handlung, die mich auf irgendeine Weise berührte oder mitriss, aber ich fand es klasse, wie detailliert sie Orte und Szenen beschrieb. Da dachte man, man wäre wirklich dort. Nur schade, dass weder die Charaktere, noch ihre Liebesgeschichten mich begeistern konnten.