Auf eine Kurzzusammenfassung möchte ich an dieser Stelle verzichten, da der Klapptext schon sehr viel über den Inhalt aussagt und wirklich klasse gewählt wurde.
Dieses Buch hat es einfach in sich - 160 Seiten Horror, Brutalität und Realität. In Population Zero werden Fakten klar und deutlich dargelegt. Die Bevölkerungszahl der Menschen hat sich in den letzten Jahren um ein X-Faches vervielfacht und in 50 Jahren werden, wenn es so weitergeht, doppelt so viele Menschen wie heute auf dem Planeten leben.
Erschreckend? Ja, bestimmt, aber auch eine Tatsache. Und wir alle wissen, wo es enden wird, wenn die Menschen eines Tages keinen Platz mehr auf der Erde haben - sie rotten sich früher oder später selbst aus (was sie mit vielen Tieren und Pflanzen schon getan haben und immer noch tun) und der Planet wird Jahrtausende brauchen, bis er sich wieder erholt hat (falls dies überhaupt noch möglich ist).
Natürlich finde ich die Methoden, die Todd zur Anwendung bringt, nicht in Ordnung - ich bin mir sicher, es gäbe eine humanere Lösung, die nicht so brutal und blutig enden muss. Aber ich kann ihn auch verstehen. Seine Gedankengänge sind extrem, fanatisch - und doch nicht einmal so abwegig.
Was würde passieren, wenn ein Teil der Menschen sich sterilisieren lassen würde? Würde sich unser Planet nach und nach erholen? Würde die Menschheit überleben? Auf diese Fragen habe ich keine Antwort, aber ich finde, es wäre immerhin ein Anfang, auf dem sich aufbauen liesse.
Obwohl ich Todd in gewissen Dingen verstehen kann, ist er ein Paradebeispiel von Extremismus!
In diesem Buch wird uns, auf brutalste Weise gezeigt, wo es enden kann, wenn jemand durchdreht und die Dinge selbst in die Hand nimmt - extrem, skrupellos und blutig.
Wo ich ihn am Besten verstehen konnte, war bei seiner Arbeit - ich weiss nicht, ob ich so viel Geduld und Verständnis aufbringen könnte, wie es bei einem solchen Beruf normalerweise erwartet wird. Und daher kann ich auch ein wenig nachvollziehen, woher sein Extremismus kommt und was ihn weiter gefördert hat.
Was interessant war und mich dennoch ein wenig gestört hat, sind die Selbstzweifel, die ihn immer wieder bei seinen Taten plagen. Ich denke, für seine Einstellung, seinen Extremismus sind diese Zweifel - ausser am Anfang, ein wenig fehl am Platz.
Ein paar Szenen waren ziemlich heftig - ja, Extrem halt *zwinker* - und ich muss sagen, ich bin nicht zart besaitet, aber an einer Stelle hat mein Körper gesagt: So, jetzt machst du 10 Minuten Lesepause, dann geht es dir wieder besser. Ich habe damit echt nicht gerechnet, da ich einiges ertragen kann - aber diese eine Szene! Die hat mich doch mehr umgehauen, als gedacht. Sehr beeindruckend und ein absoluter Pluspunkt! Ich habe schon lange nichts mehr gelesen, dass mich so mitgenommen und beschäftigt hat. Klasse.
Der Schreibstil von White hat mir gut gefallen - ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen und es hat mir wirklich gut gefallen! Auch das Ende ist ihm, wie ich finde, sehr gelungen. Es beantwortet einige Fragen - aber es bleiben noch viele Fragen offen und der Leser kann sich selbst ausmahlen, wie es vielleicht weiter geht.
Das Cover hat mir auch gut gefallen - und irgendwie finde ich es passend gewählt.
Ein sehr gelungenes Buch zu einem aktuellen Thema - Überbevölkerung und deren Folgen. Und ich muss zugeben, so richtig beschäftigt einen das Buch eher nach dem Lesen, wenn man alles noch mal durchgeht, es noch einmal Revue passieren lässt. Denn es ist nicht einfach ein Horrorbuch, es ist auch ein Buch mit Tiefgang. Es ist näher an der Realität, als wir vielleicht glauben - und das ist das erschreckende daran.
Blutig, brutal, skrupellos - Population Zero ist nichts für schwache Nerven! Für alle hartgesottenen Leseratten da draussen: Bestellen, lesen, lieben! Klare fünf Sterne von mir!