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Das verbotene Eden #1

David und Juna

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Libro usado en buenas condiciones, por su antiguedad podria contener señales normales de uso

464 pages, Hardcover

First published August 19, 2011

7 people are currently reading
580 people want to read

About the author

Thomas Thiemeyer

87 books96 followers
Thomas Thiemeyer (*1963) is a German illustrator and writer.

He studied art and geology in Cologne. His first children's book was published in 1989 by the Ravensburger publishing house, where Thiemeyer already worked as graphic advisor. 2 years later he became freelance artist. As freelance artist, he illustrates plays, children's books, book envelopes and much more. Among others he has worked for Heyne, Arena, Fantasy Productions, Beltz & Gelberg, HarperCollins, Random House and Wizards of the Coast. In recent time he co-operated with the American director Darren Aronofsky. His work was distinguished several times with Kurd Laßwitz prize and the German Fantasy prize.

In 2004 his debut novel "Medusa" was published by Droemer Knaur. The international success was followed by "Reptilia" in 2005 and "Magma" in 2007. All his novels have become best-sellers. His works were translated into numerous languages: Spanish, Dutch, Czech, Polish, Russian, Korean as well as Slovenian.

Thomas Thiemeyer lives in Stuttgart with his wife and two sons.

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Community Reviews

5 stars
146 (19%)
4 stars
274 (36%)
3 stars
238 (31%)
2 stars
73 (9%)
1 star
29 (3%)
Displaying 1 - 30 of 74 reviews
Profile Image for Pixelnische.
93 reviews13 followers
February 15, 2016
Bäm! Fabelhafter Start in die Trilogie. Ich bin so gespannt auf Band 2. Wie gut, dass er schon bereit liegt!

Meine Rezension schreibe ich gerade, die wird dann wie viele weitere auch, demnächst auf dem Blog zu lesen sein :)
Profile Image for Diana von Dinchen´s Welt.
346 reviews20 followers
March 11, 2021
3,5 - 4 Sterne.
Tendenz aber eher zu 4
Zwischendurch vllt etwas langatmig, aber ansonsten ein toller Auftakt.
Profile Image for Anorielt.
464 reviews49 followers
January 30, 2012
Erster Satz: Wenn unsere Welt zusammenbricht, dann schneller, als wir uns das im Moment ausmalen können.
(Tagebuch Eintrag vom 13.März 2015 von Dr. med. Karl Freihofer)

Thomas Thiemeyer hat uns mit diesem Buch eine erschreckende Zukunftsvision aufgezeigt. Die Idee ist so gut, das ich mich darüber wundere das bisher noch niemand darauf gekommen ist. Ein Virus das aus Habgier erschaffen wird, das dann mutiert und dafür sorgt das Frauen und Männer zu erbitterten Feinden werden. Innerhalb kürzester Zeit wird die Zivilisation wie wir sie kennen vernichtet. Während die Männer sich in die Ruinen der Städte zurück ziehen, bauen die Frauen sich in der Natur ein völlig neues Leben auf, weit weg von den Dingen der Vergangenheit.

Die Welt der Männer empfand ich als sehr trostlos. Sie hausen in den Ruinen der Städte auf deren Straßen sich der Schutt häuft und zum Teil sogar noch verwitterte Skelette befinden. Ja sie klammern sich regelrecht an die kleinen Fetzen der vergangenen Zivilisation, benutzen Autos und Maschinengewähre, verbrauchen Medikamente und Benzin. Doch was wenn diese Dinge aufgebraucht sind? Wahrscheinlich würden sie hoffnungslos untergehen, denn sie haben nicht gelernt in der Natur zu überleben und mit ihr zu leben.

Im Gegenteil zu den Frauen. Deren Welt ist strahlend schön und erinnert sehr an eine längst vergangene Zeit als es noch keinen Strom und keine Maschinen gab. Teilweise erinnerten sie mich ein wenig an Amazonen, mit ihren Kriegsbemahlungen und ihrem Hass auf die Männer.

Das Abkommen das zwischen den beiden Lagern getroffen wurde erscheint im ersten Augenblick ungerecht. Die Männer bekommen einen gewissen Teil der Ernte der Frauen und, wenn gerade vorhanden, Frauen die empfängsbereit sind. So sorgen sie dafür das die Menschheit nicht vollkommen ausstirbt. Traurig fand ich hier das, sollten die Frauen Söhne gebären, diese einfach an die Männer abgetreten werden. Es ist als hätte dieser Virus die Bindung zwischen Mutter und Kind durchtrennt, anders kann ich mir nicht erklären wie Frauen ihr Neugeborenes Kind einfach weggeben können.

Es erscheint fast wie ein Wunder das Juna, die zuvor doch lauthals einen Krieg gefordert hat, plötzlich ihre Meinung ändert. Sie sieht etwas in David das ihr zu denken gibt und dafür sorgt das sie sich verändert. Ich gebe ehrlich zu das ich mich lange Zeit fragte wie der Autor es hinkriegen will diese beiden zusammen zu führen. David ist das kleinere Problem. Dieser hat schon vor dem zusammentreffen mit Juna angefangen an dem was ihm gesagt wurde zu zweifeln. Juna jedoch erschien mir ein sehr zäher Brocken. Trotzdem gefiel mir die Liebesgeschichte sehr gut, auch wenn sie nur sehr zart ist und das Hauptaugenmerk wirklich auf der Entwicklung der Welt liegt.

Obwohl das Buch wirklich sehr spannend und interessant ist, woltle der Funke sehr lange Zeit einfach nicht überspringen. Erst als David und Juna endlich richtig aufeinander treffen, und das dauerte schon eine Weile, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Am Schluss hat es mich schließlich absolut überzeugt und ich werde die Reihe aufjedenfall weitervefolgen. Gwen hat man ja in diesem Band schon kennengelernt und ich freue mich natürlich darauf zu erfahren wie es ihr ergangen ist. Auch hoffe ich das man dennoch erfährt wie es mit David und Juna weitergeht, denn das Ende ist ja ziemlich offen.

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Fazit
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Ein sehr interessantes Buch mit einer erschreckenden Zukunftsvision. Zwar dauert es etwas bis der Funke übersprang, aber ab da an konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Profile Image for Hot Mess Sommelière ~ Caro.
1,486 reviews239 followers
October 5, 2013
Ich hatte hohe Erwartungen an dieses Buch: Ich wollte eine solide Welt, die logisch erklärt wird, aber die nicht das ganze Buch einnimmt. Das habe ich bekommen. Aber ich hatte mir auch interessante und schöne Charaktere gewünscht, mit denen ich mitfühlen und mitfiebern kann. Und das habe ich nicht bekommen.

In Das verbotene Eden wird eine Welt vorgestellt, die 65 Jahre nach der Einführung eines Impfstoffes spielt, der dafür gesorgt hat, dass Männer und Frauen sich zu hassen begonnen haben. Eine tolle Idee, dachte ich mir.
Und das war es auch. Das Buch hatte eine interessante Einsicht in die charakterlichen Züge von Männern und Frauen - zum Beispiel dass die Männer in den Städten wohnen und die Frauenkonklaven auf dem Land regelmäßig ausrauben.
Um die Rasse aufrechtzuerhalten, kommen regelmäßig Männer in die Frauensiedlungen und einige ausgewählte Frauen opfern sich für ihre Gemeinschaft - was ich persönlich sehr realistisch finde, wenn es auch grausam bin.
Aber die Welt hatte ein paar Fehler, die mehr erst nach dem Lesen aufgefallen sind. Zum Beispiel macht es zwar in den Industrieländern wie Deutschland usw Sinn, dass so gut wie jeder das Impfmittel verabreicht bekommen hat, aber andererseits kann ich es mir nicht vorstellen, dass das gleiche in Entwicklungsländern wie China geschehen sein soll.
Wie schon auf den ersten Seiten des Buchs angedeutet wird steckt ein riesiger Pharmakonzern hinter dem Impfmittel. Der Konzern wollte dadurch mehr Geld machen. Aber dann würde es gar keinen Sinn machen, diesen Impfstoff auch in armen Ländern zu verteilen, die es sich eh nicht leisten könnten, dem Pharmakonzern irgendwas abzukaufen.
Es ist aber nun einmal so, dass Länder im Aufschwung, wie zB Indien und China, dann fast nichts von dem Impfstoff abbekommen hätten. (afrikanische Länder genauso)
Und das würde heißen, dass immer noch MINDESTENS 3 Milliarden Menschen auf der Welt nichts mit dem Männer/Frauen-Hass zu tun hätten.
Warum habe ich gerade Indien und China erwähnt? Ganz einfach: wenn viele Industrieländer wie die Vereinigten Staaten und alle europäischen Länder betroffen wären und ins Chaos gestürzt würden, würde es erst mal eine weltweite Finanzkrise geben. Die Industrieländer, die im Bürgerkrieg stecken, würden davon wohl nichts mitkriegen, aber Indien und China schon.
Seit Jahren sind diese beiden Länder mit ungefähr 2 Milliarden Einwohnern dabei, ihre Wirtschaft anzukurbeln. Wenn ihre Hauptkonkurrenz einfach wegfallen würde, wäre das für Indien und China wahrscheinlich gar nicht mal so schlecht. Nach ein paar jahren hätten sie sich von der Krise erholt und plopp - gäbe es zwei neue Weltmächte.

Natürlich hätten die erst mit sich selbst zu tun, aber irgendwann müssten die nicht betroffenen Länder doch auf die schlaue Idee kommen "ach sieh mal - da ist Europa. Die haben keine Waffen und können sich nicht wehren - erobern wir die doch einfach mal."
Selbst wenn es den zwei Großmächten total egal wäre, was mit Europa passiert, dann würden sie sie wohl rotzdem haben wollen, um sich in der Welt zu etablieren. Es macht ja Sinn, dass wenn es zwei Pole in Asien gibt, dass die sich dann ausbreiten wollen würden.
Und wenn die Länder eh von ihren inneren Problemen völlig kaputt sind ist es umso logischer, dass Europa und Amerika dann erobert würden.

Aber das wird in dem Buch nicht angesprochen. Ich würde das als die typisch westliche Arroganz deuten USA/Europa=ganze Welt.
Aber ich kann so etwas nicht unterstützen und war dementsprechend enttäuscht von der Welt in "David und Juna". Ich hoffe, das ändert sich noch im 2ten und 3ten Band.


Punkt 2: Die Charaktere.

Wie ich oben schon gesagt habe ist die Welterschaffung in "Das verbotene Eden" abgesehen von dem Makel, dass Europa nicht die ganze Welt ist, sehr solide.

Leider kann man das von den Charakteren nicht behaupten.
Wir haben hier zwei Hauptcharaktere, David und Juna.

Juna:

Juna ist ein nerviges, eingebildetes Gör, das meint, alles zu können und alles zu wissen und überhaupt total toll zu sein. Sie macht die ganze Zeit dummes Zeug und ihr Charakter wurde mir nie ganz deutlich. Warum tut sie das? Warum denkt sie so? Habe ich mich die ganze Zeit gefragt.
Ich bin kein Fan von dieser "mutigen Kriegerin", die mir der Autor vorgesetzt hat. Sie hat einen lächerlich schwachen Charakter und versucht sich ständig selbst zu definieren. Wer so wenig Ahnung von der Welt hat wie Juna, der hatte wohl auch nie eine Chance, ein cooler Mensch zu werden, aber mich hat Juna sosehr gestört, dass ich ihre Stellen am liebsten übersprungen hätte.


David:

David ist der Grund, warum ich Junas Stellen nicht übersprungen habe. Seine sind nämlich noch schlimmer. David war genau das, was ich nicht wollte, das er ist: ein träumendes Weichei.
Er ist ein Mönch. Okay, dachte ich mir, dann glaubt er halt an Gott. Super. Aber das war nciht das Problem: das Problem war David selbst.
Ihr müsst euch vorstellen, Thiemeyers Charaktere leben in einer Welt der Feindschaft zwischen Mann und Frau. Von klein auf werden die Kinder dazu erzogen, das andere Geschlecht zu hassen. Und deshalb hatte ich mir von "David und Juna" eine Geschichte von zwei Feinden erhofft, die sich TROTZ ihrer Probleme miteinander verlieben.
Das hatte ich erwartet. Eine problematische Beziehung, und eine Entdeckung des anderen Geschlechts. Dass eben nicht alle Männer bzw Frauen Teufel oder Hexen sind.
David hat mich in seinen charakterlichen Zügen noch viel mehr enttäuscht als Juna. Sie mochte Männer zwar grundlos nicht und legte diesen Hass sehr schnell ab, aber David war von Anfang an geneigt, an das gute in den Frauen zu glauben.
Er war ein Shakespeare lesender Mönch.
Ich bin selbst noch in der Schule und ich kenne keinen einzigen Jungen, der gerne Romeo und Julia liest. Keinen. Wirklich niemanden.
Mit der Zeit, wenn man älter wird, fängt man bestimmt an, die Lyrik des Stücks zu schätzen, aber als 18-Jähriger? Bestimmt nicht.
Und das war mein Hauptproblem mit David. Er ist ein Mädchen. Und er denkt auch so.
Die erlebte Rede in davids Stellen war unerträglich. Oft waren seine Gedanken mädchenhafter als meine. Seine Traumvorstellungen von Liebe und Zärtlichkeit waren nervig und verstörend und unrealistisch.
Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie es sein kann, dass die anti-Frauen Erziehung der anderen Mönche bei ihm überhaupt nicht gewirkt hat. Es war mir einfach schleierhaft, wie ein Mensch wie David überhaupt existieren konnte.



Zusammenfassend kann ich sagen, dass meien Enttäsuchung über dieses Werk geradzu grenzenlos war.
Ich hoffe, die Charaktere um die es in Band 2 geht, nerven mich nicht so sehr.
Profile Image for •ljuba•.
280 reviews21 followers
July 10, 2018
3.25/5🌟


I enjoyed reading it buut in my opinion it lacked in quite a lot areas.
The whole idea with the virus was nothing new but that wasn’t the “problem” for me because I’ve personally never read a book where the sexes oppose each other 😂🖐🏼
I liked the world and the kinda political things that happened & it was quite fast paste.
What really got on my nerves is that Juna was portrayed to be a a strong-willed character that stands behind what she believes in BUT as soon as David comes into play she throws away everything and thinks differently - in general, I wasn’t on board/ cared for the romance..
At some parts the pacing just felt wrong & in my opinion, there was no real climax. There were also literally no plot twists because everything was so damn predictable😂
There could’ve been a lot more diversity and it bothered me that being/acting homosexual was a last resort & Arkana said that everyone is made to love the other sex ..and no.

Overall I enjoyed it even though it doesn’t seem like it because I listed all those things I didn’t like 😂
I’ll continue with the series 🙏🏼
Profile Image for Merinereads.
421 reviews4 followers
December 27, 2020
Dieses Buch habe ich auf Empfehlung einer Freundin zu Hand genommen, doch auch so finde ich Idee an sich total interessant und habe sie so noch nirgends gesehen. Das ungewöhnliche Szenario ist meiner Meinung nach gut umgesetzt und spielt auch auf geschickte Weise mit Rollenbildern. Die weibliche Hauptfigur ist eine total taffe und selbstbewusste Kriegerin, während ihr männlicher Gegenpart ein schüchterner Bücherwurm ist. Ich mochte beide, denn beide haben glaubhafte Ziele und Wünsche, die zugleich (denn sonst wäre es wohl kein Jugendbuch) nicht immer mit denen der Obrigkeit übereinstimmen. Das Setting an sich ist eine klassische Dystopie, die Gesellschaft steht am Abgrund, politische Intrigen soweit das Auge reicht und drohende Kriege etc.... Mich konnte der erst Band auf jeden Fall überzeugen.
Profile Image for Cornelia Johansson.
Author 4 books17 followers
September 9, 2017
BOOO

I bought this book after middle school to practice my shitty german and finally read it like six years later, and boy do I regret giving it my money. Want an exciting dystopian and post apocalyptic adventure set in Europe? Well fuck you take 460 pages of homophobia instead.

The book starts with explaining how because of a virus men and women now hate each other. I can usually overlook some pretty laughable world building in YA dystopia (coughdivergentcough) but this book pissed me of royally and I'm gonna sin everything about it. This world building is stupid and it does nothing to explain how said virus works, or how it somehow fucked up electricity and other modern technology and left humanity in the dark ages.

Anyway. This is, supposedly, a love story. I say supposedly because the two love birds, Juna and David, don't even meet until halfway through the book, and once they do it's the worst kind of insta love. They have one conversation and suddenly they've gotten over a lifetime of hating the other gender and are also prepared to betray most everyone they know for each other.

This is also, supposedly, a love triangle. Because Juna has a girlfriend named Gwen. I don't think even the book counts it as an actual love triangle though, Gwen is just kinda there to show how much BETTER and more ROMANTIC a straight relationship is. Juna starts having second thoughts about her and Gwen's relationship, and then, without ever telling Gwen about these thoughts, starts making out with David after like a day and then runs off with him. Gwen was never even in the game.

Also book 2 is called Logan und Gwen, so I don't think I'm too far off if I guess that she's gonna get paired up with a guy too. Because writing a wlw relationship literally just to break them up and stick them both with guys instead isn't gross att all.

I'm not done sinning this book yet, oh no. Let's talk about the villains.

There's this unfortunate thing in both books and movies where villains tend to be queer coded, or horribly disfigured, or sometimes both, while the heroes are pretty and straight and the embodiement of their gender. I can mostly forgive this, awful as it is (even the lunar chronicles has a horribly disfigured antagonist). But I said I'd sin everything about this book and by god I will.

There are two major villains. One is horribly burned (the book never miss a chance to mention how disgusting the other characters find him. i'm sure readers with scars appreciate that) and the other is missing an eye. The one without an eye, Amon, also happens to have a thing for David. At the end he makes it clear how PERVERTED he finds it that David chose a WOMAN over him.

The book is also, while I'm at it, really boring. There are lots of unnecesary passages that could have been cut (David spends like half a chapter restoring old books).

I don't know what more to say. This book is shitty, don't give it your money.
Profile Image for StefanieEmmy.
94 reviews26 followers
September 17, 2011
Thomas Thiemeyer hat sich bereits mit seiner "Chronik der Weltensucher" einen Namen in der Jugendliteratur gemacht. Mit "Das verbotene Eden" wagt er einen Genrewechsel von Abenteuer & Historisch hin zur Dystopie. Was angesichts der regelrechten Dystopieflut in diesem Jahr leicht schief gehen hätte können, wenn da nicht dieses faszinierende, geradezu beängstigende Grundthema wäre: Frauen und Männer hassen sich, bekriegen sich.

Der Einstieg in das Buch fällt sehr leicht, was nicht nur am ungeschminkten, direkten Handlungsbeginn liegt, sondern auch an Thiemeyers flüssigem Stil. Sowohl mit David als auch mit Juna kann man sich innerhalb weniger Seiten anfreunden - ein wichtiger Punkt angesichts der Tatsache, dass das Buch hauptsächlich aus der Sicht der beiden erzählt wird.

Einziger Knackpunkt: Es dauert geradezu ewig (ca. 200 Seiten) bis die Handlung wirklich in Schwung kommt, was ich vermutlich so empfunden habe, weil sich die beiden Erzählstränge erst da wirklich kreuzen.

Wie bereits angedeutet ist der dystopische Hintergrund genial gut: Männer und Frauen sind Feinde und hassen sich geradezu. Natürlich fragt man sich als Leser, wie das funktionionieren kann, ohne dass die Menschheit ausstirbt. Hier ein großes Lob an den Autor für eine Dystopie, die zur Abwechslung auch mal ein paar Antworten auf die vielen aufgeworfenen Fragen gibt! Das ist längst nicht selbstverständlich und mich zumindest nervt es langsam sehr, dass ich bei jedem anderen Serienauftakt nur hingehalten werde.

Als letzter Punkt muss definitiv noch Shakespeare erwähnt werden - der Vergleich mit "Romeo und Julia" drängt sich beim Lesen geradezu auf, was - die Vermutung liegt nahe - wahrscheinlich vom Autor so geplant war, denn David schleppt das Werk immerzu mit sich herum und gibt es nur ungern aus der Hand. Ich persönlich freue mich ja immer immens, wenn die Literatur in der Literatur eine wichtige Rolle spielt und Thomas Thiemeyer ist das mit "Romeo und Julia" wirklich gut gelungen.

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Bei den vielen Dystopien am Jugendbuchmarkt fällt es langsam schwer, sich für irgendwas zu entscheiden. Sollte eure Wahl aber auf "Das verbotene Eden" fallen, so stehen euch tolle Lesestunden bevor.
Profile Image for nettebuecherkiste.
685 reviews178 followers
January 1, 2015
Deutschland, spätes 21. Jahrhundert. Nachdem in den 10er Jahren ein Virus dafür gesorgt hat, dass Frauen und Männer sich als Feinde sehen und darauf jahrzehntelang Krieg und Zerstörung herrschten, besteht zwischen den Geschlechtern ein wackliger Frieden. Manner sind für die Frauen “Teufel” sie leben in den Ruinen der Städte, Frauen für die Männer “Hexen”, sie leben auf dem Land und bewirtschaften es. Kinder gibt es nur noch ganz wenige, die bei der sogenannten “Landernte” entstehen, dabei begibt sich eine Gruppe von Männern in ein Frauendorf, fordert Ernteerträge an und empfängnisbereite Frauen bieten sich wiederwillig zum Zeugen von Kindern an. Männliche Kinder werden an die Männer übergeben. Doch der “Großinquisitor” der Männer will wieder Krieg anzetteln und lässt seine Männer die Frauendörfer brutal überfallen. In die Machenschaften verwickelt werden die junge Kriegerin Juna und der Mönch David.

Ich wollte schon lange mal ein Buch von Thomas Thiemeyer lesen, und da ich Dystopien mag, habe ich mich für dieses Buch entschieden. Ich muss jedoch leider sagen, dass es mich enttäuscht hat. Das World Building ist durchaus ansprechend – ich fand es besonders reizvoll, dass das mal eine in Deutschland angesiedelte Dystopie ist, die in der Umgebung von Köln spielt – könnte jedoch ausgereifter sein. Die Charaktere habe ich als ziemlich oberflächlich empfunden, ich konnte weder mit Juna noch mit David wirklich etwas anfangen und auch die Liebesgeschichte hat mich überhaupt nicht angesprochen. Die Idee hinter der Geschichte ist sicher interessant, doch der Plott leider viel zu eingängig und vorhersehbar. Ich will das Buch jetzt nicht gänzlich schlecht machen, man kann es gut lesen und ich werde wohl auch die Fortsetzung lesen, um zu sehen, wie es mit der Welt weitergeht. Die Charaktere interessieren mich nicht wirklich, sie sind, wie schon gesagt, einfach zu flach.

Auch sprachlich ist das Buch nicht mein Ding, die Sprache ist doch ein bisschen zu einfach. Ich hoffe, Thiemeyers Bücher aus anderen Genres sind überzeugender.
Profile Image for Mona Moon.
81 reviews29 followers
February 9, 2017
David&Juna has a great concept that is executed well. The characters are likeable, the dystopian world plausible.
The conflict between men and women is often subject in dystopians and it does not get old (The Handmaids Tale, Bumped, XVI..) . It is frightening yet kind of realistic, it's great to explore these "what-if" worlds.

I enjoyed this installment a lot. It made me want to read the following books in the series.
Profile Image for Stefanie Hasse hisandherbooks.de.
726 reviews217 followers
June 25, 2013
Kays Meinung:

Zitat:
„Was für eine absurde Vorstellung! Männer und Frauen. Das wäre wie Öl und Wasser. Schlimmer noch, wie Feuer und Benzin. Leicht entzündlich und hoch brennbar.“
(S. 44)

Es hieß, es gäbe unterirdische Tunnels, in denen sich Wesen herumtrieben, schlimmer als Wölfe und Bären.“
(S. 51)

Die blonden Haare umschwebten ihr Gesicht wie Algen. Ihr Mund war zu einem stummen Schrei geöffnet.“
(S. 117)

Inhalt:
Die Welt hat sich verändert. Nach dem großen Zusammenbruch ist nichts mehr, wie es einmal war. Der Auslöser des Ganzen sollte eigentlich etwas Gutes für die Menschen bewirken. Doch das Gegenteil war der Fall. Das Virus war mutiert.
Die Geschlechter stehen sich nun feindlich gegenüber. Doch jeder ist vom anderen abhängig. Auf die eine oder andere Art.

Dieser Angriff der Teufel, wie die Männer von den Frauen genannt werden, auf die kleine Siedlung Ingram im Grenzland, löst in beiden Lagern eine Reihe nicht mehr kontrollierbarer Reaktionen aus. Juna erfährt von diesem Vertragsbruch der Männer als Erste und berichtet der Hohepriesterin Arkana. Wie werden die Frauen auf diesen Überfall reagieren? Kann sich Edana, die Ratsherrin, mit ihren radikalen Plänen durchsetzen?

David erhält den Auftrag, zusammen mit seinem Meister Stephan ein neues Baby, einen Jungen, aus dem Kreis der Verlorenen zu holen. Männliche Neugeborene werden so von den Frauen an die Männer gegeben. Doch unterwegs lauern viele Gefahren. Und die meisten dieser Gefahren sind tödlich. Davids Glauben wird erstmalig erschüttert.

Die Angriffe der Teufel werden immer dreister! Der zerbrechliche Frieden zwischen den Geschlechtern scheint nicht mehr lange zu halten. Der Inquisitor, Marcus Capistranus, hat außerdem noch eigene Pläne. Seine Elitetruppe, die Heilige Lanze, spielt hierbei eine große Rolle. Die Anspannung zwischen Frauen und Männern wächst ins Unermessliche…

Meinung:
„Das verbotene Eden – David und Juna“ stand jetzt schon eine ganze Weile ungelesen in meinem Regal. Endlich habe ich mir nun die Zeit genommen, das Buch zu lesen. Und nachdem ich nun die letzten Seiten hinter mir gelassen habe muss ich sagen, dass es ein Fehler war. Es war ein großer Fehler von mir, das Buch jetzt erst gelesen zu haben!

Thomas Thiemeyer ist es gelungen, mich mit seiner Geschichte von der ersten Seite an zu fesseln. Der Autor hat eine Welt erschaffen, die einerseits unvorstellbar ist, andererseits jedoch durchaus real wirkt. Interessant dabei fand ich den Gedanken, dass die beiden Lager sich zwar bis auf den Tod bekämpfen, dabei aber immer noch so abhängig voneinander sind, ohne dass sie dies bedenken. Ohne bestimmte Regeln für die Fortpflanzung, zu der sich Männer wie Frauen im Übrigen mehr als überwinden müssen, würde jede Seite früher oder später aussterben. Doch das scheinen vor allem die Männer größtenteils auszublenden. Dennoch konnte man sich zumindest soweit einigen, mit den sogenannten Schandkreisen eine Möglichkeit zu schaffen, um Nachwuchs zu zeugen.

Der Mönch David wurde vor Jahren als Säugling im Kloster abgegeben. Damit unterscheidet er sich von vielen anderen, weil Babys üblicherweise nur im Kreis der Verlorenen übergeben werden. Demzufolge umgab ihn gleich von Beginn an ein geheimnisvolles Flair in Bezug auf seine Herkunft. Auch wenn zugegebenermaßen einige Umstände sicherlich vorhersehbar waren, störte mich dies nicht im Geringsten. Davids Mentoren, der Abt Benedict und sein Meister Stephan, haben sich seither um David gekümmert und ihn aufgezogen. Nun ist David zu einem jungen Mann herangewachsen, der seine Berufung in Büchern gefunden hat. Fern jeglicher Gewalt fürchtet er die reale Welt und versinkt abgeschottet in den sicheren Mauern des Klosters tagtäglich in seiner Arbeit. Nur durch seinen Gefährten Ammon, der Mitglied der Heiligen Lanze ist und für den Inquisitor die „Landernte“ – ich würde es allerdings als anderes Wort für Plünderung bezeichnen - in den Siedlungen der Frauen durchführt, erfährt er von vielen Geschehnissen außerhalb des Klosters. Im weiteren Verlauf wächst David jedoch vom weltfremden Jugendlichen, der Frauen bisher nur vom Hörensagen kannte, zu einem entschlossenen und furchtlosen Mann heran. Er spürt, dass er eine Entscheidung treffen muss. Nur wird er den richtigen Weg gehen?

Juna begegnete mir als starke und selbstbewusste junge Frau, die die Männer abschreckend findet und diese hasst. Sie weiß, was sie will und steuert ehrgeizig ihren Zielen entgegen. Aber auch unter ihrer harten Schale gibt es einen weichen Kern zu entdecken. Im Gegensatz zu David hatte ich bei ihr nie das Gefühl, dass ihr tatsächlich etwas passieren könnte. Den ruhigen Gegenpol zur kampferprobten Juna stellt ihre Gefährtin Gwen dar, die in dieser Geschichte allerdings nur einen Nebenpart einnimmt. Juna strahlt Unverwundbarkeit und Intelligenz aus. Sie hat immer einen Plan B. Ich mochte David und Juna sehr und habe mich an ihrer Seite durch den Plot treiben lassen.

Die Geschichte wird vorrangig abwechselnd aus Junas und Davids Sicht in Vergangenheitsform erzählt. Durch wörtliche Rede gewährten mir die Charaktere weitere Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich von Thomas Thiemeyers Weltentwurf fasziniert war. Kleinere Unebenheiten zu kritisieren, wäre bei diesem Buch wirklich ein Mäkeln auf hohem Niveau. Durch seinen leichten Schreibstil, der weder überdetailliert noch unvorstellbar wirkte, hat er es mir ermöglicht, förmlich durch die Seiten zu fliegen.

Insgesamt hat es der Autor geschafft, dass ich „Das verbotene Eden“ kaum aus der Hand legen konnte. Nach einem nochmaligen Spannungsbogen zum Ende der Geschichte hin, lässt Herr Thiemeyer diese beruhigend ausklingen und mich nach vielen schönen Lesestunden zufrieden zurück. Mit diesem ersten Band ist Herrn Thiemeyer ein vielversprechender Start seiner Trilogie gelungen. Ich bin froh, dass ich gleich in den zweiten Teil einsteigen kann und der Trilogieabschluss in Sichtweite liegt.

Urteil:
„Das verbotene Eden“ kann mit einer neuen Idee im dystopischen Genre punkten und fasziniert mit seinem Weltentwurf. Die Charaktere und die Handlung konnten mich überzeugen und ich fieberte mit ihnen. Es grenzt schon an Frevel, wenn ich dieser Geschichte nicht die volle Punktzahl geben würde. David und Juna, dieses ungleiche Paar in einer erschreckend gewaltsamen Welt, erhalten deshalb von mir 5 Bücher.

Für alle, die sich von neuen Ideen begeistern und anstecken lassen können, über Kleinigkeiten hinwegsehen und spannende Geschichten lieben. Für Fans von Dystopien ein Muss, für alle anderen Leser ein Blick in eine mögliche Zukunft, die hoffentlich niemals so eintreffen wird.

Die Serie:
1. Das verbotene Eden: David und Juna
2. Das verbotene Eden: Logan und Gwen
3. Das verbotene Eden: Magda und Ben
(August 2013)

©his-and-her-books.blogspot.de


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Steffis Meinung:

Zitat:
"Liebe, was wusste sie eigentlich davon? Bisher hatte sie immer geglaubt, dass das, was sie und Gwen verband, Liebe sei. Gemeinsame Interessen, Tisch und Bett miteinander teilen, abends zusammen einschlafen, morgens miteinander aufwachen. Das gute Gefühl, jemanden an seiner Seite zu haben, nicht alleine zu sein. Doch jetzt war sie nicht mehr so sicher."
(S. 260)

Inhalt:
Was der Autor über den Inhalt schreibt:
Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben die Geschlechter in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in städtischen Ruinen hausen, haben die Frauen auf dem Land ein neues, streng abgeschottetes Leben angefangen. Kinder gibt es kaum noch, und wieder drohen neue Kämpfe. Als die 17-j��hrige Kriegerin Juna ausgesandt wird, einen Gefangenen zu nehmen, stößt sie ausgerechnet auf den jungen Mönch David, der nichts lieber tut, als sich in verbotene Schriften der alten Zeit zu flüchten. Romeo und Julia ist seine Bibel – und als plötzlich ein leibhaftiges Mädchen vor ihm steht, reißt es ihn in einen Wirbel der Gefühle. Nichts scheint undenkbarer, gefährlicher, tödlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen Juna und David.
Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …

Und das sage ich:
Die wenigen überlieferten Berichte erzählen, dass ein Pharmakonzern vor 65 Jahren einen Virus erschaffen hat, um den Verkauf des eigenen Arzneimittels anzukurbeln. Das Virus mutierte und zerstörte alles, was die Geschlechter aneinander anziehend fanden. Es begann ein Krieg, der die gesamte Technik zerstörte und einen Großteil der Menschheit dahinraffte. Daraufhin trennten sie sich. Die Männer zogen in die Städte, die Frauen aufs Land.

Die 17-jährige Juna, ihres Zeichens Priesterin der Brigantia, eine Kriegerin und Tochter der Hohepriesterin Arkana wird Zeuge der verheerenden Auswirkungen einer "Landernte", so der offizielle Begriff für die Plünderung durch die Männer. Denn anstatt den gesetzlich geregelten Anteil an der Ernte abzuholen raubschatzten die "Teufel" und zerstörten den Tempel des kleinen Grenzdorfes Ingran. Eine der Dorfbewohnerinnen erfährt von dem geplanten Überfall auf Alcmona und so setzt sich Juna dafür ein, Alcmona zu verteidigen.
Bei diesem Auftrag trifft sie das erste Mal auf Männer und sieht sie als das, was ihr von klein auf beigebracht wurde: Sie sind Teufel, brutale Monster, Bestien, die zu einem dauerhaften Frieden nicht fähig sind.
Die Frauen machen sich bereit für einen Krieg. Und nur noch eine Frage muss beantwortet werden: Wollen sie auf eine Zukunft mit den Männern hoffen oder wollen sie zukünftig auf sie verzichten?

Der 18-jährige Mönch David arbeitet in der Bibliothek des Klosters. Er gilt als Außenseiter. Nicht nur weil er versucht zu verstehen, was vor den "dunklen Jahren" passiert ist, sondern auch nicht denselben Hass den Frauen gegenüber in sich trägt. Denn durch seine Arbeit kennt David eine andere Seite: Unter den verbotenen Liebesromanen hat er einen wahren Schatz entdeckt, dessen Aussage ihn nicht mehr los lässt: Shakespeares Romeo und Julia.
Sein bester Freund und Gefährte Amon wird bei der Durchführung seiner Pflicht schwer verletzt und zwingt David quasi dazu, ebenfalls "an der Front" zu arbeiten. Denn die Männer stehen vor einem Durchbruch, der ihren Sieg im Kampf gegen die Frauen bedeuten könnte.

Meinung:
Ich bin begeistert!
So, das war's - mehr braucht ihr nicht zu wissen - lest es einfach!
Nein, Spaß beiseite. Selbstverständlich werde ich euch erzählen, warum ich dieses Buch liebe:

Die ersten Seiten verwirrten mich ein wenig. Kurzfristig zweifelte ich daran, dass es sich hier um die erwartete Dystopie handelte. Neben der Kulisse erinnerte mich auch die Sprache an einen im Mittelalter beheimateten Roman. Ein Sprachstil, der sich einmal nicht an dem dystopischen Genre orientiert, sondern an den äußerlichen Umständen, die wahrlich "mittelalterlich" sind. Dann erschloss sich Kapitel für Kapitel die Grundidee, die meiner Meinung nach grandios ist: Schließlich kommt es uns allen oft genug so vor, als lebten Männer und Frauen in unterschiedlichen Welten... Aber eine Idee kann noch so gut sein: Wenn sie schlecht begründet ist oder zuviele Fragen offen bleiben, wirkt sie unglaubhaft. Hier hat sich der Autor definitiv genügend Gedanken darüber gemacht und diese hervorragend eingearbeitet.

Schnell wurde ich von der Hauptprotagonistin Juna in ihre Welt eingeführt. Sie, die starke Kriegerin, der "männliche" Teil einer Beziehung mit der hausfräulichen Gwen. Juna stellt ihre Aufgabe und das in den Erziehungsanstalten verbreitete Wissen nie infrage: Männer sind Monster und schuld an dem Krieg. Juna brennt darauf, auf diese Spezies zu treffen und sie zu bekämpfen. Der erste Kontakt in Alcmona schürt ihren Hass und sie stellt sich auf die Seite derer, die den Angriff fordern. Dann aber trifft sie auf diesen Mann, der so anders ist als erwartet, dass ihre Weltordnung durcheinander gerät: David.

David ist jung und nicht voller Hass auf die Frauen, was er seinem Ziehvater Abt Benedikt zu verdanken hat. Seine Herkunft ist ein großes Geheimnis, denn im Gegensatz zu anderen männlichen Säuglingen wurde er direkt vor dem Kloster abgesetzt. Die Restauration alter Bücher führt ihn in eine Welt, die so anders ist, dass sie einfach unglaublich klingt: Männer und Frauen leben dort Seite an Seite. Können diese sich wirklich zu den "Hexen" verwandelt haben, von denen die anderen Männer immer berichten? Nachdem er Zeuge der Grausamkeit der Frauen wurde, ist die Julia-gleiche Erscheinung von Juna wie ein Zeichen für ihn: und sein Glauben wird auf eine harte Probe gestellt.

Neben den beiden Hauptprotagonisten wimmelt es in dem Buch von tiefgründigen Charakteren, die - egal wie klein ihre Rolle ist - eine Persönlichkeit haben und für den Plot von Bedeutung sind.

Um seine Idee besser auszugestalten, hat sich der Autor zahlreicher Klischées bedient, die sich herrlich in die Geschichte einbinden: besseres Essen bei den Frauen, Motorisierung bei den Männern, die Verbundenheit der Frauen zur Natur, ihr Hang zu Esoterik gegen die strenge Ordnung der Männer in der katholischen Kirche (an deren Geschichte Maria übrigens nicht mehr beteiligt ist).

Eine zentrale Bedeutung kommt dem Werk "Romeo & Julia" zu: Davids Inhaltsangabe von Shakespeares Werk sagt eigentlich alles aus, was diese sich entfremdete Welt braucht.

"Das verbotene Eden" ist abwechselnd aus der Perspektive von Juna und David in personaler Erzählsituation geschrieben. Um dem Leser die für den Plot wichtigen Szenen außerhalb dieser beiden Personen zu schildern, verwendet Herr Thiemeyer sporadisch auch Amon oder Edana als Reflektorfigur.

Nach einem interessanten und neugierigmachenden Einstieg in die Geschichte erhöht sich der Lesegenuss mit jeder Seite: Die Handlung steigert sich immer weiter, die Spannung wird von einer kleinen Böe zu einem gewaltigen Sturm, der sich in einem actionreichen Endszenario entlädt und einen bereits erlebten Traum erneut wahrwerden lässt. Überraschende Momente und Erkenntnisse intensivierten den Spaß an diesem Buch noch weiter.

Urteil:
Herr Thiemeyer hat ein Szenario erschaffen, das im ersten Moment unvorstellbar ist. Durch die glaubhafte, detailreiche Ausgestaltung seiner Idee, kombiniert mit dem Tempo-antreibenden Perspektivenwechsel, tiefgründigen Protagonisten, überraschenden Wendungen, einer Romeo-und-Julia-Geschichte, die in dieser Welt undenkbarer scheint als sonstwo und einem unglaublichen Schreibstil war "Das verbotene Eden - David und Juna" ein Lesegenuss der Extraklasse. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß beim Lesen und bedanke mich bei Herrn Thiemeyer hierfür mit 5 Büchern!

Es ist ein Must-Read für jeden Dystopie-Fan, der einmal die Kombination aller meiner oben genannten Kriterien erleben möchte - also für JEDEN!
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816 reviews27 followers
December 11, 2019
Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.

Rezension
Dieses Buch ist vom Konzept her ein ganz typisches, klassisches Jugendbuch. Im Klartext heißt das: Das Buch war unfassbar vorhersehbar. Der Autor verwendet die gleichen Tricks und Kniffe, die auch in unzähligen anderen Büchern verwendet werden, um dramatische Wendungen zu fabrizieren. Hätte ich noch nie ein Jugendbuch gelesen, hätten mich sowohl die Handlung als auch die Herkunft und die Schicksale vieler Charaktere vielleicht tatsächlich überraschen können. Aber jedem, der schon mehr als eine Handvoll Bücher gelesen hat, sollte klar sein, dass Figuren nicht tot sind, wenn es keine Leiche gibt. Und dass der Satz „Er ist dein-“ wohl kaum mit „Gärtner“ beendet werden wird. Und so weiter. Wenn aber einfach nur alle hinlänglich bekannten Tricks aneinander gehängt werden, und das nicht einmal sonderlich subtil, dann wundert es nicht, wenn das Buch alles andere als packend ist. Besonders schade ist es, dass die Spannungsbögen hier oftmals eine solche Wendung als Höhepunkt haben sollten, sodass diesem Buch die Spannung im Grunde komplett abgeht.

Ein weiterer Aspekt, der mir gar nicht gefallen hat, obwohl ich schon sehr geringe Erwartungen daran hatte, war die Liebesgeschichte. Sowohl der Titel als auch der Klappentext machen bereits deutlich, dass sich das Buch hauptsächlich darum dreht. Das ist absolut nicht mein Ding, aber ich hatte mich darauf eingerichtet. Tatsächlich wurde ich dann aber immer noch enttäuscht. Die Liebesgeschichte an sich hat überraschend wenig Platz eingenommen, weil zunächst aus dem Leben von Juna und David berichtet wird und sie sich erst nach knapp der Hälfte der Seiten treffen. Dafür muss dann anschließend alles umso schneller gehen. Juna ist sofort bereit, ihre Leute für David zu verraten. Und nach zwei Tagen beschließen sie, miteinander durchzubrennen. Nach zwei Tagen. Beim besten Willen, das treibt die Instant-Liebe auf die Spitze und war einfach nur unglaubwürdig.

In gewisser Hinsicht hat mir das Buch trotzdem gefallen. Es ließ sich locker lesen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Das ist vermutlich meiner Erwartungshaltung geschuldet: Ich hatte mit leichter, anspruchsloser Lektüre, mit relativ oberflächlichen Charakteren und mit einer rund um die ausführliche Liebesgeschichte aufgebauten Handlung gerechnet. Genau das habe ich auch bekommen, daher konnte ich das Buch gut nebenbei weglesen. Um es wirklich zu mögen, bin ich aber wohl inzwischen zu alt. Nichtsdestotrotz hat mir insbesondere die Idee sehr gut gefallen. Ich finde es sehr innovativ, die Gesellschaft nicht basierend auf dem individuellen Reichtum, sondern basierend auf dem Geschlecht auseinander brechen zu lassen. Diese binäre Denkweise mag in unserer Welt zwar nicht mehr zeitgemäß sein, aber in der dystopischen Welt des Buches passt es durchaus. Unter den dortigen Bedingungen verstehe ich auch, wie sich sowohl die Männer- als auch die Frauengemeinschaft rund um den jeweiligen Glauben neu formiert hat. Die grundlegenden Ideen in diesem Buch fand ich also durchaus interessant.

Fazit
Ich denke, ich bin zu alt und zu leseerfahren für dieses Buch. Ich fand es unfassbar vorhersehbar, weil es dieselben Wendungen verwendet wie die meisten anderen Jugendbücher auch. Außerdem ging die Liebesgeschichte noch schneller vonstatten als erwartet und war daher absolut unglaubwürdig. Dank meiner sehr niedrigen Erwartungen hat das Buch mich trotzdem ganz gut unterhalten und die grundlegende Idee hat mir sogar gefallen. „Das verbotene Eden – David und Juna“ war eine leichte, absolut durchschnittliche Lektüre, sodass ich drei Schreibfedern vergebe.
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337 reviews15 followers
July 12, 2021
Das perfekte Buch für die Pandemie

Die "Das verbotene Eden" Trilogie von Thomas Thiemeyer stand schon lange auf meiner Liste. Nun habe ich endlich den ersten Teil "Erwachen" gelesen.

Herr Thiemeyer entführt seine Leser in eine dystopische Zukunft: Nachdem 2015 eine Krankheit ausbrach, hat man endlich einen Impfstoff entwickelt - doch dieser hat verheerende Auswirkungen auf die Welt, wie wir sie kennen. Frauen und Männer werden zu unerbittlichen Feinden, sie bekriegen und bekämpfen sich bis aufs Blut.

60 Jahre später sind wir in der Gegenwart des Buches angekommen: Frauen leben inzwischen auf dem Land, haben eine eigene Stadt errichtet und überleben durch Ackerbau und Viehzucht. Sie haben ein großes Interesse an Pflanzen und sind gute Heilerinnen. Natürlich müssen Städte und Dörfer auch geschützt werden, dafür sind die Brigantinnen da. Die Frauen haben sich den alten keltischen Göttinnen zugewandt. Es gibt fast keine Babys mehr, da diese nur gezeugt werden, wenn die Männer für ihre "Ernte" die Dörfer der Frauen plündern und sich "ihren Teil" der Rationen mitnehmen. Die Frauen nennen Männer nur "die Teufel".

Die Männer leben in den verfallenen Städten und Klöstern (Köln), sie sind strenge Christen und für sie sind Frauen nur die Hexen, die Männer verzaubern und für ihre Zwecke missbrauchen. Die übrig geblieben Autos und Pistolen sind alle im Besitz der Männer, ihren verbliebenen Treibstoff hüten sie wie einen Schatz. Mit Gewalt und Härte wird immer mehr "geerntet". Da sich die Frauen mit Pfeil und Bogen oder Messern nicht gegen Pistolen wehren können, wissen die Männer dass sie in der Überhand sind.

Im Laufe des Buches lernen wie die Brigantin Juna und den Mönch David kennen. Beide sind in dieser neuen Welt aufgewachsen, für sie ist das jeweils andere Geschlecht ein no-go und die Vorstellung, dass es früher Familien gab mit Mann und Frau in einem Haus ist für beide unvorstellbar.

Durch einen Überfall gerät David in die Hände der Brigantinnen und lernt so die Kämpferin Juna näher kennen. Die beiden kommen sich näher, David bringt ihr sogar bei zu lesen und zu schreiben. Die Beiden können so allerdings nicht weiter leben und müssen daher eine Entscheidung treffen: Gibt es für sie zusammen eine Zukunft? Können sie es zusammen zu der sogenannten "Zuflucht" schaffen?

Ich bin schon sehr gespannt wie es in Teil 2 weitergeht. 😍

Lieblingszitat:
"David hatte eine Theorie, was Tiere betraf. Seiner Meinung nach konnte jemand, der fähig war, einem Tier liebe entgegenzubringen, nicht von Grund auf schlecht sein. Tiere waren nicht in der Lage, sich zu verstellen. Die Lüge war ihnen fremd. Sie waren offen und ehrlich, und deswegen spürten sie, wenn ein anderes sich verstellte oder falsch war. So gesehen ist jedes Tier auch immer ein Spiegel seines Herrn. "
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August 24, 2016
"Männer und Frauen.Feuer und Wasser.David und Juna."

Inhalt:

Seit den Menschen im Jahre 2015 ein mutierter Virus, durch einen Impfstoff verabreicht wurde, sind Männer und Frauen bis auf den Tod miteinander verfeindet. Liebe ist umgeschlagen in abgrundtiefen Hass. 65 Jahre später leben sie streng voneinander getrennt. Während die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben begonnen haben, hausen die Männer in den Ruinen der alten Städte und verwahren die letzten überbleibenden Ressourcen. Die Liebe zwischen den beiden Geschlechtern gilt als Todsünde, lediglich zur Zeugung von Nachwuchs findet ein einigermaßen friedlicher Umgang statt. Ansonsten verläuft jedes Zusammentreffen auf brutale Art und Weise und endet meistens in Kämpfen, die in letzter Zeit immer schlimmer werden. Doch in dieser Atmosphäre treffen die Kriegerin Juna und der Mönch David aufeinander und entdecken über die Lektüre „Romeo und Julia“ von Shakespeare Gefühle füreinander, die allerdings nicht sein sollten…

Zu David und Juna kann ich sagen, dass sie mir von Anfang an sympathisch waren.
David ein eher ein ruhiger Mensch, der als Mönch im Kloster des heiligen Bonifatius lebt. Seine Leidenschaft gilt Büchern, ganz besonders den verbotenen Liebesromanen wie „Romeo und Julia“. Das er diese eigentlich nicht lesen dürfte, hält ihn allerdings nicht davon ab es trotzdem zu tun. Im Gegenteil! Er beschäftigt sich sehr intensiv damit, sodass er sich immer weniger vorstellen kann, dass der Hass auf die »Hexen« von Gott gewollt sein soll. Schließlich wird die Liebe zwischen Mann und Frau in seinen Büchern doch so wunderschön beschrieben ist. Dennoch behält er sein Denken für sich und gibt sich angepasst an die bisherige Situation.
Juna, die 17-jährige Tochter der Hohepriesterin der Frauen und kampferprobte Kriegerin ist genau das Gegenstück zu David. Sie ist wild und temperamentvoll und kann die Männer, die »Teufel« auf den Tod nicht ausstehen. Trotzdem findet sie David vom ersten Augenblick an, in dem sie ihn gesehen hat anders und irgendwie auch anziehend bzw. faszinierend. Allerdings bleibt sie den Männer weiterhin skeptisch gegenüber. Erst als sich die beiden näher kennenlernen, beginnt ihr Weltbild zu bröckeln.

Die beiden finden zusammen, obwohl alles was sie kennen dagegen spricht. Da die beiden noch recht jung sind, ist ihr Hass noch nicht so weit fortgeschritten, als bei manch einer Person, die im Buch auftaucht.

Persönliche Meinung:

Ehrlich gesagt liebe ich solche „Was wäre, wenn…“ – Romane, die für uns nicht vorstellbare Zukunftsvisionen thematisieren. Klar denkt man sich im ersten Moment, dass etwas in Wirklichkeit nie passieren könnte, doch wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, findet man das ganze doch nicht mehr so fern hergeholt. z.B. Die Idee einen mutierten Virus als Auslöser für den Hass zwischen Mann und Frau zu erfinden. Diesen Gedanken finde ich gar nicht abwegig, schließlich werden heutzutage ständig neue Medikamenten erfunden. Da ist eine Veränderung des ursprünglichen Ziels nicht unwahrscheinlich. Warum also nicht?

Hier in diesem Buch beschäftigt sich Thomas Thiemeyer mit der Frage „Was wäre, wenn das weibliche und männliche Geschlecht einen derart brutalen Hass gegeneinander entwickeln würden?“ und schildet äußerst eindrucksvoll, wie sich das Zusammenleben gestalten würde.

Für die Frauen, gelten Männer nur als “Teufel”. Männer dagegen sehen Frauen als “Hexen” an, die ihresgleichen böse verzaubern und willenlos machen. Ein Miteinanderauskommen ist in beiden Augen unmöglich, sodass ihnen nichts anderes übrig geblieben ist, als sich ein komplett neues Leben (ohne jegliche Zivilisation, Strom, Licht und fließend Wasser) aufzubauen. Für mich nicht gerade die typische Zukunftsaussicht. Schließlich denkt bei „Zukunft“ eher an Fortschritt und Hightech. Aber, es kann auch vollkommen anders aussehen: statt Fortschritt lieber auf altbewährte Mittel zurückgreifen. Ich würde sogar soweit gehen und es als mittelalterlich bezeichnen! Im Kloster werden Kerzen verwendet, brüchige und schwerentzifferbare Bücher, die aufwendig von Hand restaurierte und abgeschrieben werden. Juna, die morgens einen Eimer Wasser aus dem Brunnen holen muss, nur wenige können lesen und schreiben, Ziel des Lebens ist es in Harmonie mit seinen Klosterbrüder und der Natur zu leben oder eine gute Kriegerin oder möglicherweise die neue Hohepriesterin zu werden. Angepasste Denkweisen und ein Fügen dem Vorgelebten.
Jedoch ganz ohne einander, kommt die Menschheit dann doch nicht aus. In regelmäßigen Abständen dürfen die Männer in die Dörfer der Frauen kommen, um sich einen Ernteteil zu nehmen, und empfängnisbereite Frauen zu schwängern. Auch ein weiteres Beispiel für veraltete Ansichten. Die Frau arbeitet und gebärt die Kinder für den Mann. Na wenn das keine tollen Aussichten sind!?

Der Kern der Handlung spielt allerding, wie in vielen Romanen, die Liebesgeschichte, die hier erst knapp bei der Hälfte des Buchs ihren Anfang findet. Für mich etwas überraschend. Hinterher betrachtet gefiel mir diese Besonderheit, da man durch die genauen Beschreibungen sehr schnell die Welten von David und Juna kennengelernt hat und sich somit gut in der Geschichte einfinden und mit den Charakteren warm werden konnte. Ich muss sagen, dass sie mir im Laufe sehr ans Herz gewachsen sind und mich in ihren Bann gezogen haben. Es war soo schön zu lesen, wie sie sich einander angenähert und verliebt haben -fast wie Romeo und Julia.
Am besten war jedoch, dass sie begannen, sich gegen die eingefahrenen Meinungen und Verhaltensweise aufzulehnen, um etwas zu verändern (war etwas voraussehbar :)). Der Titel „Das verbotene Eden“ spielt darauf an, dass Männer und Frauen einst in einem friedlichen Garten zusammen lebten. David und Juna würden auch gerne gemeinsam in solch einem Paradies leben.

Thomas Thiemeyers Schreibstil lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Obwohl wir uns in der Zukunft befinden gleicht die Sprache eher der aus dem Mittelalter. Jedoch gibt es ab und zu auch modernere Dialoge. Die Erzählperspektive wechselt kapitelweise zwischen Männer, durch David, und Frauen, durch Juna, wodurch Einblicke in die Gedanken beider Geschlechter ermöglicht werden und die Handlung abwechslungsreich gestalten. Außerdem gibt es noch eine äußere Aufteilung in "Vermächtnis", "Verrat" und "Vergeltung", denen jeweils ein Dokument, aus der Zeit kurz vor den „dunklen Jahren“ vorangestellt sind und einen Einblick in die damalige Gesellschaft kurz vor dem Zusammenbruch geben. Es gelingt dem Autor Spannung aufzubauen, sodass man es bis zum Ende kaum noch aus der Hand legen konnte. Ergänzt wird der Text an passenden Stellen durch Shakespeare Zitate, die der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel folgen und von Ludwig Treck ergänzt wurden.

=> Fazit
Ich bin von „Das verbotene Eden“ total begeistert, obwohl ich die Zustände die zwischen Männer und Frauen herrschen, sehr erschreckend und bedrückend fand. Auf beiden Seiten gab es Charaktere, die von ihrem Hass auf das andere Geschlecht dermaßen verblendet waren und alles dafür getan haben, dass dieser Hass vertieft wird. Das war für mich unbegreiflich! Zum Ende hin wird das Buch immer spannender, sodass man es fast nicht mehr aus der Hand legen kann. Ein Hindernis um das andere gilt es zu überwinden. Und selbst das Ende hat für mich den Spannungsbogen nicht abbrechen lassen. Es verspricht nur noch mehr Abenteuer. Ich hatte schon lange nicht mehr so einen Spaß beim Mitlesen und freue mich bereits jetzt schon den Folgeband “Das verbotene Eden: Logan und Gwen” zu lesen.
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August 23, 2011
"Moderne “Romeo und Julia” Dystopie, allerdings ein wenig klischeehaft …"


Inhalt:
65 Jahre sind vergangen, nachdem ein mutierter Virus die Menschheit verändert hat. Nichts ist mehr wie vorher, denn Männer und Frauen bekriegen sich, leben abgeschottet voneinander. Die Männer dominieren durch Treibstoffreserven und Automatikwaffen, einige der letzten Dinge, die die dunkle Zeit überdauert haben. Dagegen leben die Frauen versteckt, besinnen sich zurück auf die Natur und zahlen immer wieder ihren Tribut. In dieser Welt lebt auch Juna, Tochter der Hohenpriesterin der Frauen und eine starke Kämpferin, die die Sanftmut ihrer Mutter gegenüber dem anderen Geschlecht nie verstehen konnte. Doch dann trifft sie auf den jungen Klosterschüler David, der abberufen wurde. Auf einmal merkt Juna, dass es noch etwas völlig anderes gibt als Hass zwischen Mann und Frau und auch David scheint dieses langsam aber sicher zu realisieren, denn beide empfinden, nach einer rasanten Flucht, plötzlich immer mehr füreinander. Aber hat ihre Liebe in einer hasserfüllten Welt überhaupt eine Chance? David und Juna sind sich sicher, dass Gleichgewicht zwischen den Männer und den Frauen muss dringend gesichert werden, denn ansonsten rotten sich die letzten Menschen durch einen blutigen Krieg selbst aus …


Meinung:
“Das verbotene Eden: David und Juna” ist ein spannender Jugendroman, der sich mit einer etwas anderen Variante einer Dystopie beschäftigt. Hierbei weht die Ausführung des Plots eine frische Brise auf den Büchermarkt, der momentan nur so von Dystopien überschwemmt wird, denn in “Das verbotene Eden: David und Juna” bekriegen sich die Geschlechter. Mann gegen Frau.

Zurückzuführen ist diese Idee in der Story auf einen mutierten Virus, der später dafür sorgt, dass Mann und Frau sich nicht mehr zueinander angezogen fühlen und deshalb das andere Geschlecht als etwas verwerfliches sehen. In dieser Welt ist Juna aufgewachsen, eine geschickte Kriegerin und Tochter der Hohenpriesterin der Frauen. Man merkt schnell, dass Juna zwar sanft, bei Männern aber ebenso knallhart sein kann und das sie an die vorgesetzten Geschichten der Frauen über Männer glaubt. Genauso ergeht es auch David, einem Klosterschüler, der Frauen skeptisch gegenüber ist. Trotz seines Glaubens und dem eingetrichterten Wissen, dass Frauen Hexen seien, ist er einer der wenigen Charaktere die sofort an diesem Bild zweifeln, denn David ist gebildet und hat durch verbotene Liebesromane einen weiteren Eindruck von Frauen bekommen.

Diese beiden Charaktere spielen die Hauptrolle und meist wird zwischen Junas und Davids Perspektive gewechselt, sodass der Leser geschickt Einblick in beide hasserfüllten Welten bekommt. Gerade dies schürt die Spannung, denn Männer und Frauen leben unterschiedlich, da es nur noch wenige Relikte aus der alten Zeit gibt. Beispielsweise dominieren die Männer in dem Roman nur, weil sie sich die Treibstoffreserven, Waffen und verfügbaren Autos gekrallt haben, währenddessen die Frauen in der Natur leben, Nahrung anbauen und auf Pferden mit Pfeil und Bogen unterwegs sind.
Trotz diesem Klischee von Amazonen und dem starken, kriegerischen Geschlecht waren die Hauptprotagonisten ausdrucksstark. Obwohl David und Juna unterschiedlicher denn je sind, spürt man eine Verbindung zwischen beiden. David und Juna besitzen Tiefe, sodass man als Leser zwei unterschiedliche Charaktere kenngelernt, die sich von einander angezogen fühlen und sich ineinander verlieben. Man kann sich ziemlich leicht in beide hineinversetzten und dadurch besser in die Welt der beiden eintauchen.

Trotz der gelungenen Hauptcharaktere und der originellen Idee, war der Roman zwar spannend, aber leider auch recht vorhersehbar. Dies ist wohl ein Punkt, der mich an “Das verbotene Eden: David und Juna” einfach ein wenig gestört hat. Ich wusste beim Lesen doch recht schnell auf was der Plot hinarbeitet und ebenso das Ende war für mich nach einigen Seiten kein richtiges Geheimnis mehr. Aber im Grunde stört dies recht wenig, wenn der Plot gut ausgearbeitet ist und das Lesen Spaß macht. Und das war noch so ein kleiner Makel, denn die Geschichte baut die Spannung sehr langsam auf. Der Plot ist zwar interessant, ebenso wie die verschiedenen Welten in denen David und Juna leben, aber beide Hauptcharakter treffen erst sehr spät in dem Roman aufeinander, sodass die Beziehung sich auch erst spät aufbaut und so etwas zu abrupt wirkt. Obwohl das Buch im letzten Drittel unglaublich spannend zu lesen war, ist der Anfang echt zäh und mann muss sich ein wenig durch die ersten ca.200 Seiten kämpfen, um den Kern der Geschichte zu treffen.

Außerdem finde ich die Idee des Plots zwar kreativ und erfrischend, aber im Grunde auch etwas sehr unrealistisch. Auch wenn der Roman vielleicht ein Fantasybuch mit Thema Dystopie ist, hätte ich mir ab und an mehr knallharte Realität gewünscht. Mal ehrlich, wer glaubt an Amazonen auf Pferden, die sich Maschinengewehren gegenüberstellen? Und ist es nicht etwas sehr weit hergeholt, dass jemand ohne jegliche Flugstunden und nur mit einem Wisch an Flugzeugplänen plötzlich fliegen kann, mit einem, dazu schrottreifen Flieger? Es gibt da noch so einige Punkte die unrealistisch, wie klischeehaft klingen. Auch wieder dieses typische Bild, dass Frauen büßen müssen für Eva ist nichts neues, wenn man sich an das Mittelalter erinnert.

Der Punkt, der mir dann wieder gefallen hat war die Adaption zu “Romeo und Julia”. Wahrscheinlich wurde der Plot deshalb auch etwas vorhersehbarer, aber trotzdem fand ich die Zitate oder auch Stellen, wo David Juna aus “Romeo und Julia” vorliest ziemlich gelungen und romantisch. Darauf spielt die Liebesgeschichte nämlich auch ziemlich an, eine moderne “Romeo und Julia” Geschichte, nur mit einem etwas anderem Ende, dass ich natürlich nicht verraten werde ;-)

Der Schreibstil ist durchgehend sehr angenehm und flüssig zu lesen. Trotz dem zähen Anfang lassen sich die Seiten gut und recht schnell lesen. Vor allem zum Ende hin flogen die Seiten nur so dahin. Mir haben besonders gut die verschiedenen Perspektiven gefallen, sodass man als Leser in verschiedene Blickwinkel eintauchen konnte. Dazu kommt, dass das Buch in drei Abschnitte unterteilt ist und diese zu Beginn durch einen Bericht, einen Radiokommentar und einem Kinderbrief aus der vergangen Zeit jeweils eingeleitet werden und so noch einmal das Dystopie Feeling steigern.

Das Cover passt. Die Farben sind schön gewählt, genauso wie der Titel “Das verbotene Eden: David und Juna”. Der Roman ist mal wieder gestalterisch ein gelungenes Buch des Pan Verlags, denn auch mit den beiden Hauptcharakteren auf dem Titel konnte ich mich sofort identifizieren, genauso habe ich mir die beiden Hauptprotagonisten nämlich auch vorgestellt.

Fazit:
Der Roman ist optimal für Dystopie-Fans geeignet. Die Geschichte ist zu Anfang zwar zäh, zum Ende hin jedoch umso spannender. Außerdem ist die Idee modern, pfiffig und hat ein großes Potenzial, denn eine Welt in der Männer und Frauen sich bekriegen, finden wohl die meisten Leser interessant. Trotzt kleinen Makeln habe ich den Roman gerne gelesen, kein Bestseller von morgen, aber garantiert ein Lesetipp, mit einer Tendenz zu einer “Romeo und Julia” Adaption in der Zukunft.

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1. Das verbotene Eden: David und Juna (abg. Handlung)
2. voraussichtlich 2012
3. voraussichtlich 2013
Profile Image for Leyla.
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December 28, 2012
Meine Meinung
Ein Virus hat vor über 50 Jahren bewirkt, dass sich Männer und Frauen hassten und verschiedene Lager und Gesellschaften aufgebaut haben. Niemand weiß, was genau passiert ist damals, aber für beide Geschlechter ist klar: das andere ist schlecht. Durch die verheerenden Ausschreitungen zwischen Männern und Frauen kam es dazu, dass nun kein Strom mehr genutzt wird, das Wissen über die Zivilisation, wie wir sie kannten, verloren ging und die Menschen sich auf die alten Hilfsmittel beschränken müssen - die Natur. Einzige Außnahmen bilden das Benzin und die klapprigen Autos der Männer, doch auch diese Resourcen sind rar. Zudem haben sie sich wieder mehr dem Glauben zugewandt und verehren verschiedene Götter oder Göttinnen. Beispielsweise wurde Jungfrau Maria aus der Bibel gestrichen.
Die Liebe zum anderen Geschlecht ist ein Tabu, wird von beiden Lagern verpönt und als eine schreckliche Krankheit angesehen. Und trotzdem fangen Juna, eine Kriegerin der Frauen, und David, junger Mönch der als Geisel der Frauen genommen wird, an etwas füreinander zu empfinden, als sie sich begegnen...

Sobald ich das erste Mal in das Buch reingeschnuppert hatte (nur reingeschnuppert!) fühlte ich mich von der Geschichte eingefangen. Etwas besonderes war für mich vor allem, dass man sich seltsam an das Mittelalter erinnert fühlte. Dabei musste ich schon die ganze Zeit an das berühmte Zitat von Einstein denken:

"Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen."

Irgendwann in dem Buch kommt dieses Zitat sogar vor ;) Da Männer und Frauen sich vor einem halben Jahrhundert bekämpft haben mit allen möglichen Waffen und sie sich sogut wie verinichtet hatten, mussten sie fast wieder von 0 beginnen. Sie haben sich Gesellschaften aufgebaut, in denen sie verschieden versuchen, mit ihrer Situation umzugehen. Die Frauen haben sich zurück auf die Natur besinnt, leben in Holzhäusern und verwenden Pfeil & Bogen, Pflanzen und Tiere zum überleben. Die Männer dagegen versuchen in der "Alten Stadt" in den Häuserruinen zu leben und mit dem begrenzten Sprit und Auto, einen Lebensstandard zu erhalten.

Es ist ein Weltbild, an das ich mich erst mächtig gewöhnen musste, weil es für uns so weit entfernt scheint. Männer und Frauen hassen sich? Die große Liebe beim anderen Geschlecht zu finden ist nicht erstrebenswert? Etwas unglaubwürdig anfangs, aber wenn man genau darüber nachdenkt, geht es natürlich auch auf diese Weise. Ich frage mich nur, wie Thomas Thiemeyer überhaupt darauf gekommen ist ;)

Der Schreibstil ist kein normaler Jugendstil oder ähnlihces, sondern der Atuor verwendet einen sehr schlichten und anschaulichen Erzählstil in dritter Person, der sowohl die Umgebung und Welt des Buches beschreibt, als auch David's & Juna's Gedanken und Gefühle sehr gut ausdrückt, wodurch man sich in der Geschichte total wohlfühlt. Kapitelweise kommen Juna und David an die Reihe, und zuerst begleitet man sie längere Zeit durch ihr alltägliches Leben hindurch. Dabei bemerkt man besonders, dass beide fast vollkommen - allen voran Juna - (zu großen Teilen) von den Lehren ihrer Gesellschaften eingenommen sind.

Juna und David treffen sich erst ziemlich spät im Buch, und dagegen kriegt der Leser mit, wie deren Leben vorher aus den Fugen gerät, durch die kriegerische, umbrüchige Stimmung in ihrer Welt angeheizt und sie beide müssen das auf völlig unterschiedliche Weisen ausfechten, bis sie sich endlich kennenlernen. David scheint von den Zweien der etwas gutmütigere, aufgeschlossenere Typ zu sein, durch Stunden des Lesen zu vielen Erkentnissen gelangt und möglich, sich eine ganz eigene Meinung zu bilden. Er ist ein ruhiger junger Mann, fasziniert von Romeo's und Julia's tragischer Liebesgeschichte und skeptisch gegenüber den hetzerischen Mächtigen seiner Leute. Juna dafür ist eine Kämpfernatur, eine clevere Frau mit viel Tatendrang, die für ihre Überzeugungen eintritt; Sie war mir mit ihrer forschen Art sofort sympathisch, genau wie auch David mich für sich gewonnen hatte.

Es ist total interessant als sich die beiden dann wirklich gegenüberstehen und dauch noch perfekt miteinander (fast) auf Anhieb harmonieren können. Ihre gemeinsamen Szenen - von denen es leider nicht unmegen gibt - habe ich sehr genossen und gerne mitverfolt, wie sie sich näher aneinander rantrauten. Das Spannende war dabei ebenso, dass ihnen gar nicht richtig bewusst war, was mit ihnen geschieht, während sie sich verlieben, da ja niemand von einer solche Liebe erzählen darf.

In dem Leserausch, den ich bei dem Buch hatte (in 2 Tagen durch), habe ich so etwas wie eine seltsame Ruhe gespürt, die mich die Geschichte noch intensiver genießen lies. Ich habe zwar absolut keine Ahnung wie Thomas Theimeyer dieses Gefühl heraufbeschwören kann, aber das hat mir total gut gefallen! ;) Diese Ruhsamkeit heißt allerdings ja nicht, dass es nicht mitreißend war - sogar im Gegenteil! Man ist voller Neugeir dabei zu erfahren, was als nächstes für gefährliche und Auschlag gebende Dinge geschehen werden, weil man natürlich die ganze Zeit im Vordergrund die Bedrohung von Frauen genauso wie von Männern zu spüren bekommt, sich gegenseitig auszulöschen, was zwar für mich irgendwie schwer begreiflich scheint, aber für sie einen Grund einnimt einen verheerenden Krieg anzuzetteln.

An Dramatik nimmt das Buch besonders zum Ende hin wieder auf, aber eigentlich hat es mir macnhmal sogar ein wenig an Gedanken- und Gefühlsbeschreibungen gefehlt. Es ging mir doch oft dann etwas zu sachlich zu und das Verständnis für Juna oder David's Handlungen kam mir hie und da abhanden. Beide Prota's konnte ich einfach nicht immer greifen. Noch kurz am Rande kamen viele Freunde, Verbündete und Feinde hinzu und auch Gwen, die ja im nächsten Band die Hauptrolle spielen wird hat man kennengelernt. Ich finde, man merkt wie sehr Thomas Thiemeyer sich bemüht hat, das Leben und die Liebe von David & Juna so authentisch wie möglich zu machen. Jedenfalls hab ich auf diesen Seiten ein furchtbar mitreißendes Abenteuer erlebt und ich freu mich schon, wenn ich die Rezi des nächsten Bandes veröffentlichen kann!

Mein Urteil
Der erste Teil von Das verbotene Eden hat mich begeistert, vollkommen überzeugt und mir mal wieder gezeigt, dass es auch in unserem Heimatlande echte Prachtstücke gibt! Nicht nur die Liebe von den Hauptcharakteren stand an erster Stelle, sondern auch der Umgang mit unserer Welt und wie unsere Gesellschaft enden könnte - das Beispiel war erschreckend und gleichzeitig super einfallsreich ;) Ein typisches Jugendbuch ist "David & Juna" garantiert nicht, eher ein Buch, das ich echt jedem und allen möglichen Altergruppen empfehlen könnte! Thoams Thiemeyer's erster Band hat sich auf der Liste meiner deutschen Lieblingsbücher hochrangiert ;P Willkommen bei den VIBs!!! (Very Important Books) =)
Profile Image for Marcia.
307 reviews
December 2, 2012
Der erste Satz
Wenn unsere Welt zusammenbricht, dann schneller, als wir uns das im Moment ausmalen können.
Meine Meinung
Das Buch war eins meiner ersten Rezensionsexemplare. Damals habe ich das noch vom Pan Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Ich wollte es eigentlich gleich lesen, aber irgendwie kamen dann immer andere Bücher, die natürlich unbedingt gelesen werden mussten. Also ist das Buch immer weiter nach unten auf meinem SuB gewandert und ich habe es irgendwann ganz vergessen. Als ich letzte Woche mein Bücherregal eingeräumt habe, ist es mir wortwörtlich in die Hände gefallen und ich hatte wirklich ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich das Buch nicht rezensiert habe, als es den Pan Verlag noch gab. Aber dann habe ich mir gesagt, dass es nie zu spät ist und wollte das Buch dann als nächstes lesen. Das habe ich dann auch gemacht.
Ich hatte wirklich große Erwartungen an das Buch, da ich wirklich durchgehend Gutes von dem Buch gehört habe. Außerdem hat mich der Inhalt schon total angesprochen und Thomas Thiemeyer schreibt ja auch richtig erfolgreiche Bücher. Von der Geschichte wurde ich wirklich nicht enttäuscht,da sie einfach so schön düster und spannend war. Außerdem ist sie wirklich romantisch, aber nicht auf eine kitschige Art. Ganz im Gegenteil: Die Geschichte hat genau den richtigen Teil an Romantik. Ich fand, dass Thomas Thiemeyer eine ganz aufregende Welt "erschaffen" hat. Die Geschichte hat mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt und total gefesselt. Ich wollte das Buch überhaupt nicht mehr aus Hand legen, weil ich einfach die Idee so gut finde, dass Männer und Frauen sich durch eine Mutation eines Viruses angefangen haben sich zu hassen. Ich fand die Idee einfach sehr einfallsreich und ziemlich interessant, weil sie theoretisch auch real passieren könnte. Das Ganze hat mich einfach so gefesselt. Ich war wirklich die ganze Zeit über total begeistert und habe das Buch, in der Zeit, in der ich es gelesen habe, an drei Menschen weiterempfohlen, da ich hier einfach schon nach etwa 30 Seiten wusste, dass ich das Buch wirklich mögen werde. Ich bin ja momentan sowieso total im Dystopienrausch, aber ich habe bis jetzt noch keine deutsche Dystopie gelesen. Ich hätte auch ehrlich gesagt nicht gedacht, dass Deutsche auch so gute Dystopien schreiben können, aber Thomas Thiemeyer hat mich eines besseren belehrt. Mit dieser Geschichte er mich wirklich gezeigt wie gut deutsche Dystopien sein können. Die Geschichte war einfach etwas ganz Besonderes und war für mich total spannend, auch wenn ich es anfangs ein ganz klein wenig langweilig fand, aber das hat das Buch am Ende wieder doppelt und dreifach weggemacht. Ich würde am liebsten gleich den zweiten Teil lesen, auch wenn der ja nicht mehr so viel mit David und Juna zu tun hat. Auch die Charaktere haben mich wirklich total überzeugt. Besonders gut hat mir Juna gefallen, da sie sich im Laufe wirklich weiterentwickelt hat. Anfangs war sie mir irgendwie suspekt, da ich sie einfach als irgendwie herzlos und rachsüchtig empfunden habe. Sie war mir einfach total unsympathisch, aber mit jeder Seite des Buches entwickelte sich auch Juna weiter. Sie wurde zu einer starken, mächtigen, mutigen, furchtlosen, kämpferischen, aber gleichzeitig liebevoll, einfühlsam und hilfsbereiten jungen Frau. Sie ist mir echt ans Herz gewachsen und ich habe echt total mit ihr mitgefiebert. Sie ist echt eine starke und wundervolle Persönlichkeit. Natürlich hat mir auch David gefallen. Er war mir einfach von Anfang an sympathisch, da er einfach der total Bücherwurm ist und total gebildet ist. Er ist total einfühlsam und hilfsbereit. Deswegen fand ich, dass er perfekt ins Kloster gepasst hatte, aber aus der Rolle als Mönch ist er einfach hinausgewachsen, denn auch er hat sich weiterentwickelt. Er wurde zu einem starken, mutigen, rebellischen aber gleichzeitig liebevollen, einfühlsamen und hilfsbereit Mann. Auch er ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Ich mag ihn wirklich so gerne und ich konnte mich gleich mit ihm identifizieren. Thomas Thiemeyer hat wirklich tolle Charaktere erschaffen, die mich echt mitgerissen habe und mich mitfiebern lassen haben. Der Schreibstil war für mich überraschenderweise total angenehm. Ich gehöre ja eigentlich zu den Menschen, die den Er/Sie Schreibstil nicht mögen, da ich ihn einfach viel zu unpersönlich finde. Mir fehlen da meistens die Emotionen der Protagonisten, aber hier war das überhaupt nicht so, denn das Buch wurde immer abwechselnd aus der Sicht von David und von Juna erzählt. So hatte man einen genauen Einblick in ihre Gefühlswelt und auch in ihre Gedanken. So konnte ich mich viel mehr in die Geschichte hinein fallen lassen. Der Schreibstil hat auch dazu beigetragen, dass ich so von dem Buch gefesselt war. Der hat einfach perfekt zu dem Buch gepasst. Er war detailliert, aber auch nicht zu sehr.
Den Titel finde ich wirklich gelungen, da man auch das Paradies, in dem Adam und Eva gelebt habe, als Eden bezeichnet hat. Die beiden waren ja die ersten Menschen und auch die ersten Menschen, die sich gelebt haben. Der Titel passt einfach so gut, weil ja in der Welt, in der David und Juna leben, die Liebe verboten oder ehr verrufen ist. David und Juna passt natürlich auch sehr gut, weil die beiden ja die beiden Protagonisten sind. Das Cover finde ich wirklich gut gelungen, da ich mir David und Juna wirklich so vorgestellt habe. Also hier wurden endlich passende Personen auf einem Buchcover gewählt. Juna habe ich gleich an ihrem Tatoo erkannt und auch David habe ich mir wirklich so vorgestellt. Außerdem finde ich es sehr passend, dass das Cover in grün gehalten ist, da ich mir das Eden auch total grün und natürlich vorstelle. Ein besonders schönes Detail ist auch, dass die Landkarte auch nochmal vorne drauf gedruckt ist. Ich finde das Cover echt schön und wunderbar passend.

Mein Fazit
Eine grandiose, deutsche Dystopie, die ich wirklich nur jedem ans Herz legen kann, da sie einfach durch eine düstere, romantische, aber gleichzeitig spannende Geschichte, wundervollen Charaktere, einen ganz tollen Schreibstil, einen total passenden Titel und ein wunderschönes Cover besticht.
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May 18, 2017
Die Hintergrundgeschichte ist ein wenig weit hergeholt, aber gut. Wenn man sie mal als gegeben annimmt, haben wir hier eine Geschichte der Art "postapokalyptische Menschheit". Das Überleben der Spezies steht auf Messers Schneide, da Männer und Frauen einander unversöhnlich gegenüber stehen und sich gegenseitig hassen. Eine Art "Gentleman's Agreement" sorgt für eine Mindestzahl an Nachkommen. Aber auf beiden Seiten gibt es Hardliner, die gerne die Oberhoheit hätten und sich vorstellen, die jeweils anderen nur als Sklaven zu halten.
Vor diesem düsteren Hintergrund entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen einem Jungen und einem Mädchen, die natürlich geheim bleiben muss, da keines der beiden Lager auch nur das geringste Verständnis für diese "Perversität" hat.
Das Ganze ist ein wenig simpel gestrickt und zwar streckenweise ganz spannend, lässt aber insgesamt doch zu wünschen übrig. Gut fand ich übrigens die Idee, die Geschichte von Romeo und Julia, von der das Buch vermutlich auch inspiriert wurde, über ein Buch in die Geschichte einzubauen und daher die Parallelität offen vorzuzeigen.
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October 6, 2017
Es ist wirklich richtig gut! Ich kann nicht wirklich erklären, warum das Buch nur 3 Sterne von mir bekommt. Es ist nicht so gut wie "Evolution", welches zu meinen Jahreshighlights gehörte, aber dennoch hat mich das Buch gepackt. Gerade zu Beginn sind die Seiten wieder davon geflossen. Danach hat es sich etwas gezogen und ich habe lange gebraucht, das Buch zum Schluss zu beenden. Ich denke, das sagt schon einiges, oder?
Und irgendwie habe ich auch gerade keine Lust Band 2 zu lesen. Komisch.
487 reviews
November 28, 2021
Der Anfang war sehr gut, doch Richtung Ende war es echt voraussehbar. Es wurde ja aus der Sicht von David und Juna geschrieben und dieser Wechsel war eigentlich gut. Ich finde das auch die Welt gut beschrieben worden ist. Mir hat halt leider das voraussehbares Ende das ganze Buch leider kaputt gemacht. Sonst war das Buch eigentlich gut, genauso wie der Schreibstil vom Autor.
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387 reviews5 followers
January 19, 2019
Am Anfang dachte ich: "Oh das Buch wird bestimmt 4 Sterne bekommen."
Aber so rund ab 300 Seiten konnt ich kaum erwarten Juna und David wieder zutreffen und mitfiebern, was nun passiert!

Das Buch hat 5 Sterne verdient :D
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November 23, 2011
Kurzbeschreibung:

Männer und Frauen. Feuer und Wasser. David und Juna.

Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen. Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …

Bewertung:

„Wenn unsere Welt zusammenbricht, dann schneller, als wir uns das im Moment ausmalen können. “

Als ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe, muss ich gestehen, dass es mich nicht vom Hocker gehauhen hat. Zum einen lag es daran, dass hier zwei Personen abgebildet wurden, die mit großer Wahrscheinlichkeit David und Juna zeigen sollen, was ich schon einmal gar nicht mag, wenn mir ein Bild vermittelt werden soll, und dann, dass die beiden Personen auch noch so lieblos ins Bild eingefügt wurden, zumal das Mädchen bereits auf zig anderen Covern zu finden war. Nach dem Lesen des Buches muss ich außerdem sagen, dass die beiden Personen auf dem Cover nichts mit David und Juna gemein haben. Hier hätte ein schönes Cover entstehen können, zumal der Autor ursprünglich Illustrator ist.

Nun jedoch zum Inhalt des Buches. Auch hier muss ich sagen, dass der Klappentext leider ein falsches Bild darstellt. Als ich mir den Klappentext damals durchgelesen habe, dachte ich, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt, die eben in einer dystopischen Umgebung statt findet. Und um ehrlich zu sein hätte ich das Buch hier auch nicht gelesen, wenn ich nicht bereits im Vorfeld sehr guten Kritiken gelesen hatte. Zum Glück hatte ich die Möglich diese Kritiken zu lesen, denn man sollte sich vom Klappentext nicht abschrecken lassen, bitte erwartet hier keine Liebesgeschichte (jedenfalls nicht direkt), denn dadurch bekommt Ihr ein falsches Bild von dem Buch, es geht hier nicht um die Liebe von David und Juna. Diese ist erst auf den letzten paar Seiten Thema. Aus diesem Grund möchte ich hier schon einmal gleich vorweg daraufhinweisen, dass sich die beiden erst nach ca. 150 Seiten begegnen, dass dann auf den anderen 200 Seiten keine Liebesgeschichte wie bei Romeo und Julia enstehen kann ist meiner Meinung nach logisch, verständlich und wäre auch nicht glaubwürdig. Also bitte lasst euch hier nichts einreden, so das ihr mit falschen Erwartungen ans Buch heran geht und dabei enttäuscht werdet.

Geht man ohne bestimmte Vorstellungen an das Buch heran, wird man mit einer in meinen Augen schönen Story belohnt. Der Roman selber spielt in einer nicht all zu weit infernten Zukunft, in der Männer und Frauen, bedingt durch einen Virus, sich bekriegen bzw. nicht mehr mit einander leben können. Teil dieser Welt sind Juna, die auf der Seite der Frauen aufgewachsen ist und David, der in einem Kloster auf der Seite der Männer groß geworden ist. Eigendlich leben beide in ihren Welten und haben mit dem anderen Geschlecht nicht viel zu tun, abgesehen der Tatsache, dass Juna als Kriegerin die Dörfer der Frauen verteidigt. Dies ändert sich jedoch, als David seinen Meister begleitet um einen Säugling entgegenzunehmen und Juna die jenige ist, die den Säugling zum besagten Ort bringen muss. Juna kann von nun an den Gesichtsausdruck Davids nicht mehr vergessen und ihre Vorurteile ihm gegenüber kommen stark ins schwanken, als sie ihn näher kennen lernt.

Aktion mäßig passiert leider in der Mitte des Buches nicht viel. Hierfür sorgen der Anfang und das Ende jedoch für genug spannende Momente. Besonders gut hat mir hier die Entwicklung von Juna gefallen, die am Anfang des Buches alle Männer für Monster hielt und lernen musste, dass dies in David, der ein sehr nachdenklicher und einfühlsamer junger Mann ist, nicht zu trifft. Dass das Buch nicht langweilig wird, dafür sorgen immer wieder tolle Wandlungen in der Story, die mich teilweise sogar in Erstaunen versetzen konnten.

Der Schreibstil war flüssig, leicht zu lesen und konnte mich vor allem durch die doch recht bildliche Darstellung in seinen Bann ziehen. Besonders gut hat mir hier die Erzählperspektive gefallen, die immer wieder zwischen David und Juna wechselt. So dass man sich in beide hineinversetzen kann. Zwar war mir Juna am Anfang nicht gerade sympatisch, hier gefiel mir Gwen besser, doch dies änderte sich zum Ende des Buches hin, als sie den guten Willen zeigte, von David Hilfe anzunehmen und sich von ihm das Lesen beibringen lies.

Fazit:

Wer sich von der Liebesgeschichte befreien kann, der wird vom ersten Teil mit einer wunderbaren Geschichte belohnt. Jedenfalls war ich von der Story sehr begeistert. Hierzu muss ich sagen, dass ich hier meinen ersten Roman von Thomas Thiemeyer gelesen habe, und es wie mein SuB mir auch schon sagt nicht mein letzes Buch von ihm sein. Zumal ich schon sehr auf die Story von Gwen gespannt bin. Verspricht der nächste Teil doch ebenfalls eine tolle Story zu bieten. Belle und ich konnten unsere Nase jedenfalls nicht aus dem Buch nehmen und vergeben daher die volle Punktzahl.

Profile Image for Halalilodri.
882 reviews7 followers
January 28, 2025
Steam Punk in den Städten und Ländern, 60 Jahre nach der Apokalypse, bei der ein Virus beide Geschlechter sich bekriegen lässt.
Doch langsam lässt die Aggressivität des Virus nach.
Profile Image for Ricarda Scola.
474 reviews9 followers
August 29, 2013
Inhalt:

David und Juna leben in einer Zeit, in der es für die beiden unmöglich scheint, eine Beziehung zu führen. Nach einer verheerenden Seuche brach Krieg zwischen den Geschlechtern aus. 65 Jahre später haben sich die Fronten verhärtet:

Die Männer haben sich in die Überreste der alten Stadt zurückgezogen während die Frauen ihre eigenen Domizile gebaut haben, wo sie autark leben können. Da die Geschlechter rein biologisch voneinander abhängig sind, wurde ein Pakt geschlossen, der unter anderem beinhaltet, dass fruchtbare Frauen sich den Männern hingeben müssen, um ihr Überleben zu garantieren.

Juna ist eine Kriegerin, die nichts lieber täte als in den Krieg zu ziehen. David hingegen liebt ein ruhiges Leben als Mönch und würde am liebsten in der Bibliothek hausen. Dank mehr oder weniger glücklichen Umständen kreuzen sich ihre Wege und sie müssen erkennen, dass das Virus zumindest bei ihnen nicht mehr zu wirken scheint...

Charaktere:

Juna ist eine Brigantin, eine Kriegerin der Arkana. Als Tochter der Hohepriesterin stünde ihr ein Leben in Wohlstand und Vorbereitung auf die Nachfolge zu, doch sie entschied für den Kampf. Ihrem Taten- und Freiheitsdrang ist es zu verdanken, dass sie über die Jahre hinweg eine so gute Jägerin geworden ist und sogar einen Falken an ihrer Seite hat. Neben ihrer überschäumenden Vitalität, ist sie aber auch intelligent und wissbegierig.

David ist in dem Kloster zum Heiligen Bonifazius aufgewachsen. Der Abt und Meister Stephan sind für ihn wie Väter gewesen und so konnte er stets seiner Leidenschaft für Bücher nachgehen anstatt zum Dienst für die Heilige Lanze gezwungen zu werden. Wenn es nach ihm ginge, würde er nichts an seinem eigenbrötlerischem Leben ändern wollen, dennoch beweist er auch in der Außenwelt seine Anpassungsfähigkeit. Sein Hund, Grimaldi, ist sein steter Wegbegleiter.

Eigene Meinung:

"Das verbotene Eden - David und Juna" von Thomas Thiemeyer ist der vielversprechende Auftakt zu seiner gleichnamigen dystopischen Trilogie.

Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft. Er beschreibt so gekonnt, dass man zwar genaue Bilder im Kopf hat, die Fantasie allerdings nicht eingeschränkt wird. Die Geschichte wird im personalen Erzählstil und, abgesehen von wenigen Ausnahmen, aus Sicht von David und Juna wiedergegeben. Die beiden Handlungsstränge kreuzen sich immer wieder bis sie endlich zusammenlaufen und rasant auf den Höhepunkt zuhalten.

Die Charaktere sind authentisch und lebhaft. Umso trauriger, dass ich mich nicht so ganz in die Protagonisten hineinversetzen konnte. Auch wenn Juna eine Hauptfigur ganz nach meinem Geschmack war, verblasste David neben ihrer allgegenwärtigen Präsenz leider immer mehr. Wirklich schade! Dafür besticht Thiemeyer mit einer Vielzahl der unterschiedlichsten Figuren, die auf ganzer Linie überzeugen können, selbst wenn sie nur wenige Gastauftritte haben.

Die Geschichte ist überraschend anders für eine Dystopie. Das Setting vermittelt eine Atmosphäre, die es so sonst nur in Fantasy- oder historischen Romanen gibt. Generell ist der krasse Kontrast zwischen dem "modernen" Leben der Männer und der traditionell antik anmutenden Frauengesellschaft nicht nur interessant, sondern macht neben der abwechslungsreichen Handlung auch einen Großteil des Spaßes aus. Besonders außergewöhnlich hierbei ist, dass das Geschehen in Deutschland angesiedelt ist. So entpuppt sich die "Alte Stadt" als Köln, die "schwarze Kathedrale" als Kölner Dom und die Stadt "Glanmor" liegt in der Eiffel. Am Anfang war es ziemlich irritierend für mich, immerhin wohne ich auch noch in der Umgebung und weiß nun mal wirklich wie das alles eigentlich aussieht. Das ist dann schon was anderes als von zerstörten Städten zu lesen, die man so nur aus dem Fernsehen kennt.

Die Lovestory hält dafür nicht ganz das, was sie verspricht. Da man ja nun mal weiß, dass David und Juna früher oder später aufeinander treffen müssen, gestaltet sich das erste Drittel als ziemliche Warterei. Dass dann genau die Szenen, die die Tiefe ihrer Gefühle erklären würde, weggelassen werden, ist dann schon einigermaßen enttäuschend.

Immerhin gibt es dafür noch einen großen Showdown, mit dem ich so nicht gerechnet hatte. Es mag sein, dass einiges vorhersehbar ist, aber da wurde ich durchaus überrascht.

Das Cover überzeugt mich vollkommen. Nicht nur, dass ich Grün einfach liebe, punktet der Verlag hierbei auch damit, dass die dargestellten Personen tatsächlich der Beschreibung der Protagonisten entsprechen.

Fazit:

Thomas Thiemeyers "Das verbotene Eden - David und Juna" ist ein solider erster Band, der durch seine Andersartigkeit überzeugt. Das Setting, die Charaktere und der tolle Schreibstil laden zum Lesen ein. Schade nur, dass Juna David dermaßen in den Schatten stellt. Gleichzeitig konnte mich die Lovestory nicht ganz von sich überzeugen, war es für mich doch nicht ganz nachvollziehbar, woher so plötzlich die tiefen Emotionen kommen. Alles in allem fühlte ich mich aber gut unterhalten und musste sofort zu Band 2 greifen, weshalb ich gerne noch gute 4/5 Bücher vergebe!
Profile Image for Anna-Lisa.
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August 23, 2011
*** German review ***

Durch ein schreckliches Virus wurde die Menschheit entzweit: Männer und Frauen hassen einander, leben in zwei verschiedenen Lagern, in einer Zukunft, in der nichts mehr ist, wie es einmal war.
Juna ist 17 und eine Kriegerin, die Tochter der Hohepriesterin. Sie ist ein Prototyp der männerhassenden Frau, weil es ihr so eingetrichtert wurde.
David ist 18, ein Mönch, belesen, wissbegierig und friedfertig. Seine Herkunft liegt im Dunkeln und er kennt eigentlich nur die Sicherheit der Klostermauern - und "Romeo und Julia" von Shakespear, eines der verbotenen Bücher.
Die Wege von Juna und David kreuzen sich schicksalhaft und plötzlich beginnt ein neuer Wind zu wehen...der Wind der Veränderung - für alle Männer und Frauen.

Meine Meinung: Erst einmal: als Fan von Thomas Thiemeyers Büchern wurde ich nicht enttäuscht: Covergestaltung, Schreibstil und Geschichte sind wie immer stimmig und einfach wunderbar.

Das Buch hat mich insofern überrascht, da einige interessante und auch brisante Fragen aufgeworfen werden, die zwar für Dystopien üblich sind, mit denen ich aber durch den Klapptext alleine nicht gerechnet habe.

Ich möchte nicht zu viel zum Inhalt sagen, nur ein paar Punkte, die mir doch erwähnenswert erscheinen:

1) Shakespears "Romeo und Julia": die wohl bekannteste Liebesgeschichte der Welt spielt in diesem Buch eine wichtige Rolle. Einerseits als Buch im Buch und andererseits auch, was die Beziehung zwischen David und Juna angeht, denn es ist genauso eine verbotene Liebe wie die von Romeo und Julia. Doch vorsicht: David und Juna sind als Figuren nicht mit Romeo und Julia vergleichbar. Sie sind völlig unterschiedlich und es wartet keine Nacherzählung eines Klassikers auf den Leser.

2) Die Männer: die Männer vertreten das Archaische und gleichzeitig auch die Kirche. Sie glauben an Gott und es entsteht auch die Diskussion, ob Gott ein barmherziger oder ein zorniger Gott ist (im Hinblick auf gewisse Handlungen, die für die Geschichte wichtig sind). Ich fand es sehr interessant, dass dies aufgegriffen wurde. Die Personen auf Seiten der Kirche sind allerdings auch Typen für gewisse Ansichten und Haltungen, was dem Leser schnell auffallen wird.

3) Die Frauen: sie leben den Naturkult bzw. lassen eine matriarchalische Welt wiedererstehen, wie es sie in vielen alten Kulturen gegeben hat. Es gibt einen Göttinnenkult. Gleichzeitig stehen die Frauen aber auch für das selbstbewusste und kriegerische Bild einer Frau - die Amazone. Auch hier trifft man auf Typisierungen, die ebenfalls bestimmte Klischees bedienen bzw. für bestimmte Haltungen stehen.

4) Gleichgeschlechtliche Beziehungen: sexueller und asexueller Natur wohlgemerkt. Interessant fand ich diesen Aspekt, da der Autor darauf auch eingeht, denn dies scheint mir eher selten zu sein, bzw. für viele Autoren auch ein Tabu, das man nicht anspricht. Es wird ein Blick darauf geworfen, wie die Männer und Frauen zusammenleben, ohne einen Partner des anderen Geschlechts zu haben. Ich finde die tolerante Botschaft hier - auch im Hinblick auf das Gesamtkonzept - sehr interessant und auch angebracht.

Alles in allem finde ich die Geschichte sehr interessant und an vielen Stellen ist Platz für Diskussionsbedarf. Die Charaktere, vor allem die beiden Hauptfiguren, haben mir sehr gefallen, auch wenn ich kleine Parallelen zu Oscar und Charlotte in David und Juna erkennen kann. Ich hätte mir ein bisschen mehr Einblick in den Beziehungsaufbau zwischen David und Juna gewünscht. Man hat diesen Einblick zwar, doch ich hätte durchaus gerne etwas mehr Details bzw. Gespräche zwischen den beiden gehabt. ;) Dies ist allerdings rein persönliches Empfinden, es gibt natürlich eine Annäherung der beiden Figuren.
Die Nebenfiguren sind, wie bereits erwähnt, teilweise Typen, die bestimmte Klischees vertreten, die für die Handlung wichtig sind. Für mich sticht allerdings kein Nebencharaker wirklich so hervor, dass ich es erwähnenswert finden würde.

Als Auftakt einer dystopischen Trilogie ist das Buch gelungen. Es kommt gegen Ende erst richtig in Fahrt und lässt den Leser mit einem Verlangen nach mehr zurück. Es war flüssig und schnell zu lesen und hat mich auch ganz gut unterhalten, wenn ich auch sicher bin, dass Dystopien nie mein Lieblingsgenre werden. ;)

Jedem Thiemeyer Fan lege ich das Buch ans Herz, man kommt auf seine Kosten und bekommt wie gewohnt gute Unterhaltung dargeboten.

Ich gebe für den ersten Band dieser Trilogie 4 Sterne, da mir das Lesen Spaß gemacht hat und ich sehr gespannt bin, wie es mit David und Juna sowie der Welt, in der sie leben, weitergehen wird. Keine 5 Sterne, weil ich mir a) die Option für die folgenden Bände aufhalten möchte und b) mich dieses Buch nicht ganz so sehr mitgerissen hat, wie z.B. die Chroniken der Weltensucher, was wohl aber auch am Genre liegt.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Lena.
199 reviews26 followers
July 29, 2014
Inhalt: Die Welt, wie wir sie kennenn, existiert nicht mehr. 65 Jahre nach dem Ausbrechen eines mutierten Virus, wütet ein Kampf der Geschlechter auf der Erde. Frauen und Männer leben getrennt voneinander, verspüren nur Hass füreinander und haben daher ein Abkommen getroffen, welches ein einigermaßen friedliches Nebeneinanderleben gewährleisten soll. Mitten in dieser Welt lebt Juna, eine junge Frau, die in ihrem Clan zu einer Kriegerin ausgebildet wurde. Als Tochter der Hohepriesterin Arkana und als vollfertiges Mitglied des Frauenclans Glanmors hält sie das Geschlecht des Mannes für eine Ausgeburt der Hölle. Die Männer der Erde, die entgegen des Paktes, Dörfer ausrauben, Frauen vergewaltigen und grundlos morden, verstärken den Eindruck der Frauen. Doch eines Tages wird Juna auf eine Mission geschickt. Wie es das Abkommen besagt, bringt Juna ein männliches Neugeborenes zu einem Steinkreis, außerhalb der Grenzen von Glanmor. Hier soll Juna den kleinen Jungen liegen lassen, sodass der Säugling später von den Männern in Obhut genommen werden kann. Juna bringt es nicht übers Herz, das wehrlose Baby allein den Gefahren der Natur auszusetzen und beschließt, in einem Versteck auf die Ankunft der Männer, die sich dem Kind annehmen sollen, zu warten. Als nur wenige Stunden später tatsächlich zwei in Mäntel gehüllte Männer auftauchen, traut Juna ihren Augen nicht. An diesem Tag sieht sie ihn zum ersten Mal. David, der so gar nichts Teuflisches an sich hat und in den sich Juna verbotenerweise verliebt.

Meine Meinung: Schon der Klappentext des Buches lässt auf eine außergewöhnliche Geschichte hoffen. Männer und Frauen, die zu Feinden werden. Die Zivilisation, wie wir sie kennen, liegt in Grund und Asche. Doch was Thomas Thiemeyer in diesem Buch dann tatsächlich erschaffen hat, hat mein Vorstellungsvermögen und meine Erwartungen noch weit übertroffen. Die Version vom Ende der uns bekannten Zivilisation, die der Autor in ‘Das verbotene Eden’ liefert, ist nicht nur wunderbar umgesetzt worden, sondern gleichzeitig auch sehr angsteinflößend. Die Lebensumstände, in die Thomas Thiemeyer die Figuren in seinem Buch versetzt hat, erinnern an das Mittelalter, sowohl vom Lebensstil, als auch von den Ansichten der Bevölkerung. Einen Alltag ohne Strom und fließendes Wasser, eine Bildung, die das Schreiben und Lesen nicht lehrt, ein Leben im Einklang mit der Natur, all das ist heutzutage wohl kaum vorstellbar. Doch Thomas Thiemeyer hat es geschafft, mich durch seinen Schreibstil, der wohl durchdachten Handlung und der Atmosphäre in eine mittelalterlich angehauchte Welt zu entführen. Die Handlung ist so detailliert und anregend formuliert, dass ich mehrere Male das Gefühl hatte, direkt an der Seite von Juna zu kämpfen, genau wie sie mit Pfeil und Bogen ausgestattet auf einem Pferd zu sitzen oder mit David zusammen in seinem Lieblingsbuch ‘Romeo und Julia’ zu lesen. Diese Emotionen bei mir hervorzurufen schaffen nur wenige Autoren/Autorinnen.

So erschreckend wie diese dystopische Welt auch ist, die Beziehung zwischen Juna und David, die leider erst ab der Mitte des Buches wirklich von Bedeutung ist, bietet Momente zum Aufatmen, zum Schwärmen und zum Träumen. Dabei könnten Juna und David gar nicht unterschiedlicher sein, oder vielleicht ist gerade das der entscheidende Punkt, warum die Liebe zwischen den Beiden so ans Herz geht. Wo oftmals der männliche Part die starke, durchsetzungsfähige und selbstbewusste Figur innerhalb einer Liebegeschichte ist, so ist in ‘Das verbotene Eden’ Juna die Kämpfernatur. Geprägt durch ihr Leben als pragmatische Kriegerin lässt sie den Leser erst durch die Begegnung mit David an ihrer Gefühlswelt teilhaben, die plötzlich gar nicht mehr so rational ist. David ist von Beginn an ein schlichtweg liebenswerte Figur, der den Leser ununterbrochen in die Tiefen seines Herzen blicken lässt. Die Liebesgeschichte von Juna und David ist ohne Frage romantisch und äußerst gefühlvoll, doch steht sie nicht während des gesamten Buches im Mittelpunkt. Keineswegs übereilt und gerade deswegen sehr realistisch findet die Annäherung zwischen Juna und David statt, sodass Stück für Stück herzerwärmende Momente auf den Leser warten.

Obwohl das Ende von ‘Das verbotene Eden’ in sich abgeschlossen ist, würde ich persönlich mich sehr über weiteren Lesestoff freuen. Doch ob oder wann dieser auf dem Buchmarkt erscheint, steht leider noch nicht fest. Der Autor selbst äußert in einem Interview, dass er selbst sich eine Trilogie vorstellt, wobei jedes Buch der Reihe aus einer anderen Sicht erzählt werden soll.

Fazit: Die dystopische, erschreckende Atmosphäre und die zarte Liebesgeschichte machen ‘Das verbotene Eden’ zu einem Lesegenuss.
Profile Image for Pia.
105 reviews22 followers
October 4, 2011
Mit meinen eigenen Worten
Juna und David leben in gänzlich verschiedenen Welten. Seit den dunklen Jahren leben Frauen und Männer getrennt, da sie sich gegenseitig die Schuld für den Verlauf ihrer Welt zuschieben - Die Männer halten die Frauen für Hexen, die sie zu Schandtaten treiben, die Frauen halten dafür aber auch nicht viel von den Männern.

Während David als Außenseiter in einem kleinen Kloster lebt, arbeitet Juna als Brigatin für ihr Königreich. Als die Zustände sich zu verschlimmern scheinen - die Männer überschreiten Grenzen, während die Frauen sich nicht sicher sind, ob sie zurückschlagen wollen - nehmen sie David gefangen. So entsteht ein kleiner Hoffnungsschein für die Menschheit, obwohl er gefährlicher als alles andere für die beiden ist...

Das Urteil
Ich hatte so meine Zweifel mit diesem Roman. Thomas Thiemeyers „Stadt der Regenfresser“ hatte mich leider nicht überzeugen können, da ich einfach nicht in das Buch hineinfinden konnte.

Anders ging es mir allerdings hier. Ich konnte mich gut in Thomas Schreibstil hineinfinden. Er ist wie immer einfach aber dennoch gefühlsvoll, was mir immer das Liebste ist. An einigen Stellen beschreibt er mir die Umgebung etwas zu detailliert – was mich aber nicht allzu sehr gestört hat, da ich diese Stellen überblättert habe.

Den genauen Verlauf von Romeo und Julia kenne ich nicht, die Parallelen sind mir aber durch die kurzen Erklärungen Davids aufgefallen. Romeos und Julias Familien sind ja verfeindet, so wie sozusagen auch die von David und Juna (hier geht es dafür nur um ihre Geschlechter).
Im Grunde genommen geht es in beiden Geschichten ums gleiche. Ich fand die Parallelen nicht weiter belangwert, da ich mich sowieso nicht weiter mit Klassikern beschäftige. Besonders Davids Anhänglichkeit an diesem Buch - obwohl Liebesromane verboten sind – hat mich fasziniert. Er hat mir immer so Leid getan, ich wollte immer ins Buch springen und ihn knuddeln :)

Übrigens sind in dem Buch auch relativ viele Shakespeare Zitate (natürlich aus Romeo und Julia) zu finden. Ich habe die selber übersprungen und habe deswegen – denke ich – nichts verpasst. Ich mag generell keine Lyrik (ich verstehe das meistens nicht so *hüstel*). Wer kein Problem damit hat, umso besser.

Thiemeyers Bild der Zukunftsgesellschaft war einfach nur genial. Ich fand es unglaublich spannend, wie Frauen und Männer sich in die Haare bekommen – schieben sich gegenseitig die Schuld für das Schlimme auf der Welt zu.
Der Grund dafür war auch äußerst plausibel. Ein Pharmakonzern hatte in der Vergangenheit einen Virus kreiert, mit dem sie den Verkauf ihrer Medikamente ankurbeln wollten (übrigens fand ich das besonders toll, da ich mir so eine Situation mittlerweile durchaus vorstellen kann – einige Leute würden für Geld ja alles tun). Durch diesen Virus jedoch entwickelte sich eine Mutation, die sozusagen das Interesse an dem anderen Geschlecht auslöschte (was mich ein bisschen an Delirium von Lauren Oliver erinnerte). Die Frauen und Männer spalteten sich: Erst mit einer Art Abkommen sicherten sie den Frieden, in dem die Männer alle drei Monate (bin mir nicht ganz sicher) die Ernte der Frauen eintreiben durften und einige von ihnen befruchten, damit die Menschheit nicht aussterben würde. Außerdem gab es noch eine Art Reglung für Babys (ich fand das so schrecklich! Ich meine – bei den Gefahren, was hätte den Babys nur passieren können?) – die Jungen wurden auf einem neutralen Gebiet abgegeben (in einer Krippe) und dort von den Männern abgeholt.

Über die Brutalität der Männer sowie der Frauen musste ich so ein manches Mal den Kopf schütteln. So eine Sturheit habe ich selten gesehen – dennoch muss ich sagen, dass ich mich in beide Seiten gut hineinversetzen kann. Auch der Inquisitor war zwar ein Schandtäter, die Geschichte, die hinter ihm gesteckt hat, hat mich jedoch berührt. Ich bewundere den Autor dafür, dass er selbst den übelsten Charakteren soviel Leben eingehaucht hat, dass man sie als Leser bemitleidet.

Juna und David. Wo soll ich nur anfangen? Die Entwicklung der beiden hat mich nicht mehr losgelassen. Ich musste das Buch einfach beenden, ich konnte nicht schlafen, bevor ich erfuhr, wie es mit den beiden endet. Ich habe mir die Daumen wundgedrückt, dass sie es schaffen, zusammen zu leben und ihre Gesellschaft wieder auf den Damm zu bringen. Das Ende ist wirklich fies! Schade, dass wir die beiden nicht mehr wieder sehen werden :(

Mein Fazit
Dieses Buch ist einfach nur perfekt. Ich kann Thomas Thiemeyer für dieses Meisterwerk aus Spannung, Leidenschaft und Drama einfach nur danken! Bitte nochmal sowas, Herr Thiemeyer!

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