Es gibt sie noch - die Bücher, die nicht zulassen, dass man sie Stück für Stück und Häppchen für Häppchen liest. Die Bücher, die einen nicht kopfschüttelnd, sondern atemlos zurücklassen und bei denen man sich am Ende fragt, was man jetzt eigentlich in eine Rezension schreiben soll. Die Bücher, bei denen man nicht ständig kritisch auf Stellen zeigt und sich denkt "das hätte man besser machen können und das und das und das".
Eines dieser Bücher, bei denen das Lesen wieder rundum Spaß macht, ist "Collector". Ich hatte mir nicht viel davon versprochen, Heitz kannte ich schon von den Zwergen und auch wenn ich das ganz gern gelesen habe, war es mir doch vom Stil her auch etwas schwerfällig in Erinnerung geblieben. An den High Fantasy-Heitz erinnert hier im Space Opera-Genre aber nicht viel. Zudem wollte ich eigentlich das Hardebusch-Buch lesen, erkannte dann aber, dass das Justifier-Universum mit "Collector" beginnt und wenn ich eins nicht leiden kann, dann in einer Reihe woanders als am Anfang zu starten.
So kam es also, dass ich "Collector" als drittes Buch zu meinem "Currently Reading"-Stapel hinzufügte, beim Frühstück zehn Seiten las, fast zu spät zur Arbeit kam, nach der Heimkehr hundert Seiten las und den freien Tag drauf spontan opferte, um zu erfahren, wie es weiterging. Denn "Collector" hat wirklich alles! Spannung, überraschende Wendungen, ein sehr anschauliches und interessantes Universum, leicht zu folgenden Stil ohne überbordernde Technikbeschreibungen und sogar Charaktere, mit denen ich mitfiebern konnte und wollte. (Irgendwie hapert es daran in dem Genre nämlich am häufigsten.)
Jetzt bin ich sehr gespannt, wie es mit dem Universum weitergeht und wie sich die anderen Autoren, die sich in der Reihe versucht haben, so machen. Auf jeden Fall eine Empfehlung an alle, die gern Space Opera lesen mit Spannung und gutem Plot.