„Wäre es nicht wunderbar, wenn man an etwas glauben könnte?“ (S. 156)
Wiederholt fragen sich das die Protagonisten in dieser Geschichte – die unauffällige Babette und der jüngere Florian. Beide haben sie ihre Lebenspartner, ihre Lieben verloren und suchen nun ihren Weg: Wie weiterleben? Wie weiterlieben?
Doris Dörrie schreibt erneut über die großen Themen Trauer um Verlorenes („Ja, genau so fühlt sich seine Trauer an. Sie verändert ihr Gesicht, aber verläßt ihn nie. Hier packt man sie öffentlich bei den Hörnern, muß sich nicht mit ihr verstecken, weil sie als unattraktiv gilt, einen zum Ausgestoßenen macht.“, S. 163), Tod und Vergangenes („Die Liebe macht Verlust nicht erträglich – nichts macht Verlust erträglich –, sondern wunderbar. Unerträglich schön.“, S. 141), Neuanfang, Zweifel, hohe, manchmal auch einfach unklare Erwartungen und damit einhergehende Enttäuschungen („Inwieweit suchen wir uns Freunde und Geliebte aus? Wie sehr ist alles, was wir tun, nur Reaktion auf das, was davor war?“, S. 74) und immer wieder die Fragen „Was will ich eigentlich? Und zu wieviel Kompromiss bin ich bereit?“
Der Zufall bringt diese beiden höchst unterschiedlichen Menschen zusammen und sie können sich geben, was sie in diesem Moment am meisten brauchen. Eine Reise wird zu dem – höchst unterhaltsamen – Versuch, Altem zu entfliehen und sich nach der Trauerstarre wiederzubeleben. Es ist keine allzu neue und auch keine allzu vielschichtige Geschichte, die Dörrie hier erzählt. Aber wie sie sie erzählt, hat mich ein weiteres Mal sehr berührt: traurig, bedrückend, feinhumorig, auch ermutigend, vor allen Dingen authentisch und ehrlich. Und letztendlich immer versöhnlich mit dem Leben.