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Das Spiel der Nachtigall

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Brich alle Regeln.Mach Worte zu Waffen.Riskier dein Leben für die Liebe.Er liebt die Freiheit, die Frauen und das geschliffene Wort. Ende des 12. Jahrhunderts beginnt ein Mann, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zu prä Walther von der Vogelweide raubt dem Minnesang die Keuschheit, spottet über Fürsten und klagt selbst Kaiser und Papst mit spitzer Zunge an, obwohl in dieser gefährlichen Zeit jeder ketzerische Gedanke den Tod bedeuten kann. Immer wieder kreuzt dabei eine ungewöhnliche Frau seine Die Ärztin Judith ist manchmal seine Gegnerin, manchmal seine Verbündete – und wie er immer entschlossen, die Welt zu verändern.

932 pages, Hardcover

First published January 1, 2011

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About the author

Tanja Kinkel

67 books52 followers
Mit acht Jahren begann Tanja Kinkel, Geschichten und Gedichte zu schreiben. 1978 gewann sie einen Jugendliteraturpreis und 1979 schrieb sie ihren ersten Roman.

Ab 1988 studierte sie Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. 1991 bekam Tanja Kinkel ein Stipendium an der Hochschule für Film und Fernsehen in München; Ausbildung zum Drehbuchautor. 1992 folgte ein Förderpreis des Freistaates Bayern für junge Schriftsteller. 1995 hatte sie einen Förderaufenthalt des deutschen Innenministeriums in der "Casa Baldi" in Olevano Romano bei Rom und erhielt 1996 ein Stipendium in der Villa Aurora in Los Angeles.

1996 erfolgte die Berufung der Bayerischen Staatsministerien für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst in das Kuratorium des Internationalen Künstlerhauses "Villa Concordia", Bamberg. 1997 promovierte sie mit einer Arbeit über das Werk Lion Feuchtwangers. 2000 erhielt Kinkel den Kulturpreis der Oberfränkischen Wirtschaft. 2001 war sie im Beirat des Bertelsmann Buchclubs; bis zu dessen Auflösung Ende 2002. Sie war 2001 Gründungsmitglied der Internationalen Feuchtwanger Gesellschaft in Los Angeles. 2006 kam sie in die Auswahl zur Initiative "Deutschland - Land der Ideen - 100 Köpfe von morgen".
Kinkel ist Mitglied im PEN Deutschland und im Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. (BVjA).
Sie lebt in München.

(Adapted from Wikipedia.de)

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1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Stefan Reisner.
54 reviews
November 11, 2021
I loved this book so much and couldn't stop dwelling on it in my mind even months are finishing it. Walter and Judith are forever enshrined in my heart.
Profile Image for Sasha.
414 reviews79 followers
December 11, 2011
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation 1192: Der junge Walther befindet sich mit seinem Freund Markwart auf dem Weg nach Wien, um dort beim Sänger Reinmar in die Lehre zu gehen. Dafür gibt er sich als Ritter Walther von der Vogelweide aus und noch ehe er am Wiener Hof angelangt, wird er in die Gefangennahme Richard Löwenherz‘ verwickelt, ja, er spielt dabei sogar eine entscheidende Rolle. Dies soll nicht das letzte Mal bleiben, dass Walther von der Macht der Worte erfährt.
Zwei Jahre später ist er tatsächlich der Schüler Reinmars, auch wenn er seinem Lehrmeister gerne widerspricht. Warum sollte man nur unerwiderte Liebe anpreisen, wenn die erfüllte doch so viel ergiebiger ist? Eines Tages sollen sich die Verhältnisse aber ändern, denn nach einem Sturz vom Pferd verliert Herzog Leopold V ein Bein – und später sein Leben. Nicht nur dass nun sein Sohn Friedrich, der Walther weitaus mehr gewogen ist als Reinmar, Herzog von Österreich wird, zuvor trifft er auch auf die Jüdin Judith. Diese ist mit ihrem Vater, der Arzt ist, nach Wien gekommen, um dem Herzog zu helfen. Danach trennen sich die Wege der beiden wieder, doch es soll nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sie einander begegnen.
Während Walther weiter Erfahrungen sammelt, Lieder schreibt und es ihn nach und nach an verschiedene Höfe treibt – und er somit an Bekanntheit und Einfluss gewinnt –, zieht Judith mit ihrem Vater nach Salerno, um das Handwerk der Medizin, einer Magistra zu erlernen. Auch sie führt es schließlich an andere Höfe. Dass es zwischen den beiden immer reibungslos abläuft, braucht man nicht zu fürchten: Wenn zwei starke Persönlichkeiten aufeinander treffen, endet das selten in Harmonie – zusammen könnten sie aber auch Größeres bewirken.


Tanja Kinkel hält sich nicht groß mit Einleitungen auf – schon im Prolog treffen wir auf Walther, der zum ersten Mal wirkungsvoll merkt, wie stark Worte sein können. Bei einer Rast auf dem Weg nach Wien trifft er – ohne es sogleich zu wissen – auf Richard Löwenherz und ist nicht gerade unschuldig an dessen Festnahme. Auch später verharrt sie nicht lange und treibt die Handlung voran, die andererseits nicht den roten Faden des Buches festmacht. Die Geschehnisse sind genauso oft nur lose mit Walther verbunden oder mit seinem weiblichen Gegenpart Judith. Es sind eben die historischen Ereignisse und um die geht es vordergründlich nicht. Natürlich sind sie keinesfalls nur im Hintergrund, dafür sind sie bei weitem zu einflussreich. Aber die Verknüpfung, die besteht in Walther und Judith, sie sind das Zentrum dieser Geschichte.
Diese Verbindung aus persönlicher Ebene und realen Ereignissen, die hier ein gutes Gleichgewicht gefunden hat, macht das Ganze besonders interessant und das Lesen zu einem Spaß. Trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt, denn manche Dinge sind einfach zu offensichtlich, um Spannung hervorzurufen.
Da hätten wir die große Wende, die später noch einmal stattfinden soll – sie ist absolut vorhersehbar, da die Entscheidungen und Umstände, die dazu führen, viel zu konstruiert sind. Dummheit geht mit Zufall Hand in Hand und es war mir sofort klar, dass das später noch herbe Probleme mit sich bringen sollte – so konnte es mich natürlich nicht überraschen und dem entgegengefiebert habe ich auch nicht. Es war keine Ahnung, sondern Gewissheit und die nagt bekanntlicherweise nicht an einem.
Danach wird es in dieser Hinsicht auch nicht besser, weil sich die Autorin hierbei des Klischeeproblems überhaupt bedient: Die Charaktere reden nicht miteinander. Das ist zum einen zwar sehr menschlich und deswegen hab ich lange überlegt, ob ich es wirklich als negativen Punkt nennen möchte. Andererseits macht dieses Verhalten es ihr leicht, den Konflikt noch ein bisschen länger aufrecht zu erhalten; ich hätte mir da mehr gewünscht. Denn auch hier ist klar: Irgendwann müssen sie reden und das Reden wird helfen.
Spannender wird es zum Glück noch einmal gegen Ende, wobei das Ende selbst nicht ganz zufriedenstellend ist. Zum einen macht es nur deutlich, dass der Fokus eben auf Walther und Judith liegt und auf keinen anderen Ereignissen. Allerdings ließ es mich doch unbefriedigt zurück, als die Spannung noch einmal erhöht wurde, ich mich unweigerlich fragen musste, was denn als nächstes passiere und dann ist das Buch von einem Moment auf den anderen vorbei. Ich hatte fast das Gefühl, in der Luft zu hängen und auch wenn einige Sachen noch im Nachwort aufgezählt wurden, so bleibt das Gefühl, dass das Ende nicht wirklich abschließend war.

Trotzdem kann ich nicht behaupten, dass das Buch langweilig gewesen wäre. Das liegt zum einen an den zwei Hauptcharakteren, bei denen die Chemie einfach stimmt – zumindest solange sie nicht zusammen sind. Es ist schon verrückt: Bei ihren kurzen anfänglichen Begegnungen, hat es sofort geknistert und ich hab mir nichts sehnlicher gewünscht, als dass da mehr daraus wird. Sobald sich das dann aber andeutet, ist die Luft raus
Für sich genommen, sind die Charaktere aber auch nicht ohne, und das gilt diesmal für den kompletten Roman.
Walther vollführt immer wieder die Gratwanderung zwischen sympathisch und unsympathisch. Manchmal befindet er sich mehr auf der einen, manchmal auf der anderen Seite. Mal ist er selbstgefällig, egoistisch und feige, gar ein Lügner, wenn auch nicht immer aus Boshaftigkeit. Aber dann ist er wiederum forsch, später auch wesentlich mutiger, was in Liedern gipfelt, die sogar den Papst offen kritisieren. Walther von der Vogelweide lässt sich von niemandem den Mund verbieten oder die Worte vorgeben – er sagt, was er denkt und ab und zu auch in aller Deutlichkeit. Dieser beständige Wandel macht ihn besonders interessant. Es wirkt nie, als würde sich sein Wesen widersprechen. Er hat einfach wie wir alle zwei Seiten und er weiß meistens, welche der beiden in dieser und jener Situation angebracht ist.
Judith steht ihm da nicht in viel nach – sie ist eine sympathische junge Frau, die sehr modern für ihre Zeit wirkt. Sie weiß aber auch, wann sie sich zurückhalten muss und tut Dinge, für die Idealisten sie vermutlich verteufeln würden. Aber trotz ihrer Modernität ist sie nicht fehl am Platz – sie hatte zugegebenermaßen auch kein leichtes Leben, was auch daran liegt, dass sie eine Jüdin ist. Damit hat sie natürlich kein Problem: aber ein Großteil der christlichen Bevölkerung. In so einer feindlichen Umgebung lernt man entweder wie man überlebt oder man geht, und an Judith ist auch diese Lektion nicht vorbei gegangen.
Andere Charaktere weisen kein wirkliches Profil auf, da sie auch keine so große Rolle spielen. Natürlich sind die wichtig und keine bloßen Namen auf dem Papier, aber Walther und Judith lernt man – wenig überraschend – mehr kennen. Interessant sind die Nebencharaktere trotzdem, sie haben ebenso ihre Ecken und Kanten, die ab und an durchscheinen. Wenn ich einen Liebling darunter benennen müsste, wäre es wohl Gilles, der zwar Christ und kräftig ist, den aber andere Umstände in Gefahr bringen. Auch an ihm wird klar gemacht, wie extrem intolerant die Menschen damals waren – ein Verhalten, das auch heute alles andere als abgeschafft ist, auch wenn die Situation insgesamt besser ist, wie ich behaupten möchte. Heute kann man immerhin – in einigen Gegenden – offen für Gerechtigkeit sprechen und kämpfen.
Um aber noch einmal auf die beiden Protagonisten zurückzukommen: Es knistert von Anfang an zwischen ihnen, so viel hab ich ja schon erwähnt. Auch dass das später ein wenig nachlässt, zumal einiges in ihrer gemeinsamen Entwicklung mir doch ein wenig schleierhaft war. Die Umstände sind einfach zu widrig und eine Aussprache findet beispielsweise erst nach dem gemeinsamen Handeln statt – dabei gäben die Ereignisse Judith in dem Fall Grund genug, Walther zu hassen und nie wieder mit ihm zu reden. Stattdessen wird die Liebesgeschichte vorangetrieben und die Logik muss sich hinten anstellen, was mich beispielsweise später auch nie daran zweifeln ließ, dass das Reden sehr schnell helfen würde. Schade.

Erzählt wird der Roman aus verschiedenen Perspektiven. Den größten Part übernehmen selbstverständlich Walther und Judith, aber auch andere Charaktere springen ab und an mal ein. Bei einigen ist das nur ein einziges Mal der Fall, andere tauchen ein bisschen öfter auf. Unter ihnen sind zum Beispiel Dietrich von Meißen, seine Frau und Tochter des Landgrafen von Thüringen Jutta, die byzantinische Prinzessin Irene, ihre spätere Tochter Beatrix, ein Schreiber, Walthers Lehrmeister Reinmar … sie alle sind unterschiedliche Charaktere, befinden sich an verschiedenen Orten, in verschiedenen Situationen und bringen so neue Blickwinkel mit ein, neue Informationen. Dank ihnen kann ein wenig über den Tellerrand hinaus gesehen werden beziehungsweise erhöht es auch die Spannung, wenn ich also mehr erfuhr als die beiden Hauptcharaktere.
Tanja Kinkel begeht auch nicht den Fehler, allzu nachsichtig mit ihnen oder den Protagonisten zu sein. Teilweise geht das schlichtweg nicht, da es historisch belegte Personen sind, bei denen nun einmal festgeschrieben steht, was mit ihnen geschieht. Aber das gilt nicht für alle und trotzdem bringt sie anhand dieser Figuren näher, dass das Hochmittelalter alles war, nur kein Zuckerschlecken.
Das spricht für sie, was ich nicht direkt von ihren Erklärungskünsten behaupten kann. Dieses Problem zieht sich zum Glück nicht durch den gesamten Roman, sondern tritt hauptsächlich am Anfang und nur ab und an noch einmal zwischendurch auf. Teilweise wurden Konflikte angesprochen, aber nur halbherzig erläutert, sodass ich hinterher da saß und mich fragte, was denn jetzt eigentlich das Problem ist. Andererseits erklärt sie manchmal einzelne Äußerungen so ausführlich – warum es gesagt wurde, wie, wie es verstanden wird, was damit eigentlich gesagt wird, welche Auswirkungen das haben wird und so weiter und so fort –, dass ich manchmal das Gefühl hatte, sie zweifelte direkt an meiner eigenen Denkfähigkeit. Ein bisschen nachdenken kann ich dann schon und alle anderen Leser auch, wenn ich das so behaupten darf. Es wäre schöner gewesen, wenn politische Konflikte, deren Wurzeln noch weiter in der Geschichte zurückliegen, deutlicher erklärt worden wären und man sich bei zwischenmenschlichen Dingen mehr auf sein eigenes Köpfchen hätte verlassen dürfen anstatt alles vorgekaut zu bekommen.
Ansonsten kann ich mich über den Schreibstil absolut nicht beschweren. Auch wenn er nicht herausragend war, war er doch sehr angenehm und keineswegs zu einfach und schlicht gehalten. Immerhin galt es auch, Walther von der Vogelweide eine Stimme zu verleihen und wenn dieser im Buch nicht mit Worten hätte umgehen können, dann wäre das allerdings eine sehr herbe Enttäuschung gewesen. Zu dieser kam es nie und so waren die Seiten schnell weitergeblättert, wenn ich dann endlich wieder Zeit zum Lesen hatte.
Absolut schuldig an diesem Effekt ist aber auch, dass der Roman ein wenig ungewöhnlich ist. Tanja Kinkel bringt so einige Details und Perspektiven mit ein, die das Buch zu etwas Eigenem formen: Walther ist kein Ritter, hier spielen Kämpfe nicht die zentrale Rolle, wie es in anderen Romanen der Fall ist – auch wenn sie trotzdem passieren und wichtig sind für das Geschehen. Judith ist nicht nur eine Jüdin, sondern auch eine Ärztin, eine Frau, die ihren Unterhalt selbst verdient; beides bringt in dieser Zeit große Probleme mit sich. Da wäre auch noch Gilles, der seine Perspektive mit sich bringt und niemand muss fürchten, dass die Ritter und Fürsten auf einmal vollkommen außen vor gelassen werden. Ich würde nicht so weit zu gehen zu sagen, "Das Spiel der Nacht" wäre einzigartig, aber es ist definitiv mal etwas anderes.


Es gibt einige Argumente für "Das Spiel der Nachtigall", aber genauso viele, die dagegen sprechen. Es ist interessant, aber nicht immer spannend, weil manche Ereignisse zu konstruiert sind. Die Charaktere für sich sind toll, aber ihre Entwicklung miteinander verläuft nicht immer ganz logisch. Der Text liest sich wirklich schön und schnell, aber die Erklärungen sind an manchen Stellen zu wenig, an anderen zu viel. Es hält sich gewissermaßen eine Balance, sodass ich sagen möchte: Wer Interesse an einem etwas anderen historischen Roman und an einer Liebesgeschichte hat, der darf hier gerne reingucken, sollte aber auch mit kleinen Makeln rechnen.

688 reviews7 followers
July 8, 2017
Als Hörbuch ungekürzt gehört. Dabei ist es schwierig den Überblick über die ganzen politischen Verwicklungen und Namen zu behalten. Dadurch leidet natürlich auch die Geschichte, die sehr geschickt angelegt ist und bei der man Walter von der Vogelweide und auch dem Nibelungenlied näher kommt. Unausweichlich ist eine On- und Off-Beziehung mit der Jüdin Jutta/Judith, die als Ärztin hohes Ansehen an den Höfen und bei den hohen Herren und Damen der Gesellschaft genießt. Da es einen Thronfolgestreit gibt, müssen unsere Hauptdarsteller sich immer wieder neu behaupten. Das ist irgendwann nicht mehr so interessant und wie gesagt auch unübersichtlich. Tanja Kinkel hat es trotzdem in eine Story eingebunden, die lesenswert ist. Aber empfehle das Buch zum Nachblättern bzw. schneller lesen.
Profile Image for Asaviel.
93 reviews24 followers
March 2, 2012
Meine Meinung:
Wenn man – wie ich – sich mit der deutschen Sprache beschäftigt. Sei es durch Studium oder rein Interessehalber, kommt man an diesem Mann nicht vorbei: Walther von der Vogelweide. Walther ist einer der bis heute berühmtesten Dichter seiner Zeit. Seine Zeit ist das hohe Mittelalter, also die Zeit um 1200. Wie Tanja Kinkel es in ihrem Nachwort sagt: Man weiß nicht viel über diesen Mann, lediglich viele seiner Gedichte wurde überliefert. Das macht ihn zu einer wunderbaren Romanfigur, denn die Autorin konnte Walther immer zur rechten Zeit das rechte Gedicht in den Mund legen.
Dies ist sehr gut gelungen. Immer wieder fließen Walthers Gedichte in die Handlung mit ein und werden von diesem vorgetragen. Sie nehmen teilweise wichtige Stellungen ein, denn sie sind es, mit denen Informationen überbracht werden oder aber die Gefühle in Worte fassen, die sonst keiner auszusprechen gewagt hätte. Dabei werden sie in einer Mischung aus gut verständlichen mittelhochdeutschen Wörtern und dem heutigen Hochdeutsch abgedruckt. Dies gelingt gut, ohne dass sie etwas von ihrem alten Zauber verlieren würden. Walther selbst wird teils als ziemlicher Rabauke dargestellt, teilweise entwirft er aber auch listige Pläne und es gelingt ihm trotz niederer Geburt viel in der Welt zu bewegen.
Aber nicht nur aus seiner Sicht wird uns die Geschichte, die sich über einige Jahre hinweg bewegt – inklusive einiger Zeitsprünge, erzählt. Judith ist die zweite Protagonistin. Sie ist nicht nur eine Frau und hat schon damit alleine einen schweren Stand in der damaligen Zeit. Sie ist außerdem Jüdin und Ärztin. Beides macht sie verdächtig. Judith hat aber einen festen Willen und kommt mit diesem und einem wachen Verstand auch durch jede brenzlige Situation.
Sie und Walther begegnen sich mehrmals, bevor wirklich eine Beziehung zwischen ihnen entsteht und das ist ein Bestandteil, der den Leser fesselt. Sie verlieben sich nicht Hals über Kopf und brennen durch oder ähnliches. Nein, zu Beginn ist ihnen diese Liebe sogar zuwider und sie verleugnen sie. Schön zu lesen, wie sie dann mal als Gegner, mal als Verbündete zusammenarbeiten oder auch gegenseitig intrigieren.
Wie in vielen historischen Romanen geht es aber um weit mehr als nur um die Liebe zweier Menschen. Wir befinden uns zur Zeit der Kreuzzüge, die viel Entbehrung und auch Leid mit sich bringen. Zudem enthält dieses Buch alles weitere, was man sich im Mittelalter vorstellt: Diverse Könige und Königskinder, ebenso wie Königinnen. Kämpfe, Kriege, Frieden und Friedensverhandlungen, Päpste und die Kirche. Die Mischung ist gut abgeschmeckt und aufeinander abgestimmt.
Den Kritikpunkt, den man äußern kann, muss man an der Glaubwürdigkeit ansetzen. Wie glaubwürdig ist es tatsächlich, dass zwei Menschen von niederer Geburt – eine Jüdin und ein Sänger – so sehr in das Weltgeschehen eingreifen können, dass sie Könige machen, Kriege anzetteln oder verhindern können? Hier möchte ich ein großes Fragezeichen setzen. Aber da Romane immer Fiktion sind, kann man über diesen Punkt auch relativ großzügig hinwegsehen.

Fazit: Ein wirklich gelungener historischer Roman mit allen notwendigen Facetten, die ihn spannend und lesenswert machen. Die Hörbuch Variante von Audible weiß zudem noch durch eine glänzende Umsetzung zu brillieren, indem ein männlicher und weiblicher Sprecher eingesetzt wurden.
729 reviews4 followers
January 10, 2015
German Audiobook--LONG! (928 pages in the book).
Walther von der Vogelweide raubt dem Minnesang die Keuschheit, spottet über Fürsten und klagt selbst Kaiser und Papst mit spitzer Zunge an, obwohl jeder ketzerische Gedanke den Tod bedeuten kann. Immer wieder kreuzt dabei eine ungewöhnliche Frau seine Wege: Die Ärztin Judith ist eigensinnig, willensstark und ganz sicher nicht die Sorte sanftmütiges Mädchen, die Walther sonst in seinem Bett begehrt. Trotzdem verfällt er ihr mit allen Sinnen. Das ungleiche Paar muss gemeinsam gegen alle Regeln seiner Zeit aufbegehren – denn Judith hütet mehr als ein gefährliches Geheimnis …

"Das Spiel der Nachtigall" ist ein ausgezeichnet recherchierter und sehr anspruchsvoller Roman über eine faszinierende Epoche der deutschen Geschichte. Größtenteils wird diese Geschichte sehr spannend und bei glaubwürdiger Ausgestaltung der Charaktere erzählt. Manchmal gerieten mir die Abschnitte über die Intrigen und "Spionageaufträge" etwas zu ausführlich und erforderten für mich als Nicht-Historiker zusätzliche Recherchen. Wer sich für die deutsche Geschichte des Mittelalters interessiert und sich damit ein bisschen auskennt, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen.

A good historical novel by a good author. A little long at times, but definitely worth reading.
Profile Image for Fox.
46 reviews1 follower
September 5, 2012
hat mir über weite Strecken ganz gut gefallen, auch wenn der Funke nicht immer überspringen wollte. Teilweise hat das Buch einige Längen und die Story hakt hier und da. Das Ende kommt dann recht überraschend und abrupt. Eigentlich nur 3,5 Sterne, aber habe mal aufgerundet :)
Profile Image for Cornelia.
258 reviews1 follower
July 2, 2012
An averaged book, not bad to read, but too often too nowadays instead of medieval. In addition, some really disturbing grammar mistakes.
Profile Image for ruediger.
20 reviews
September 15, 2013
Es war eine Freude dem Buch zu folgen, interessant geschrieben und auch glaubwürdig. :) Mit knapp 27 Stunden ist es schon ein mächtiges Hörbuch, hat sich dennoch gelohnt.
7 reviews1 follower
March 25, 2017
Historischer Roman von beträchtlicher Länge. Die Beziehung von Walter von der Vogelweide und der jüdischen Ärztin ist zwar eine nette Idee, aber im Kontext der damaligen Zeit schon arg weit hergeholt.
Trotzdem einigermassen spannend geschrieben, wobei gerade die politischen Verwicklungen für mich etwas zu viele Längen hatten.
Störend fand ich diverse ernsthaft grobe Grammatikfehler. Da war das Lektorat ziemlich schlampig.
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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