Suivant la publication des Réflexions sur l'esclavage des nègres du marquis de Condorcet en 1781, et surtout celle de la deuxième édition imprimée à la veille de la Révolution, en 1788, la lutte abolitionniste en France s'intensifia. Disciple de Voltaire et de d'Alembert, Condorcet était le seul philosophe du siècle des Lumières à jouer un rôle de premier plan dans les événements de 1789. Député à l'Assemblée Nationale et membre de la Société des Amis des Noirs, il s'opposait de manière inflexible au trafic des Noirs, menant une campagne anti-esclavagiste sans précédent. Dans le texte remarquable que nous présentons, ainsi que dans les textes complémentaires qui le suivent dans notre réédition, Condorcet s'affronte aux légitimations traditionnelles du système colonial à l'ancienne, démantèle toutes les justifications commerciales, politiques et morales de la traite et, au nom de la justice et surtout des droits humains naturels, il élabore en même temps une vision d'affranchissement pragmatique, humanitaire et courageux..
Marie Jean Antoine Nicolas de Caritat, Marquis of Condorcet, known as Nicolas de Condorcet, was a French philosopher and mathematician. His ideas, including support for a liberal economy, free and equal public instruction, constitutional government, and equal rights for women and people of all races, have been said to embody the ideals of the Age of Enlightenment and Enlightenment rationalism. He died in prison after a period of flight from French Revolutionary authorities.
Mit „Réflexions sur l’esclavage des nègres: et autres textes abolitionnistes“ liegt ein zeitloses Dokument der Aufklärung vor. Der Philosoph, Mathematiker und Politiker Nicolas de Condorcet veröffentlichte diesen Text erstmals 1781 – als radikale, klare und weit vorausblickende Anklage gegen die Sklaverei. In seiner Schrift verknüpft er moralische, politische und ökonomische Argumente zu einer kompromisslosen Kritik, die das System der Sklaverei als unmenschlich, gesellschaftlich zerstörerisch und ökonomisch kurzsichtig entlarvt. Condorcet geißelt die Sklaverei als fundamentale Verletzung der natürlichen Rechte. Für ihn ist sie nicht bloß ein Delikt, sondern ein Verbrechen, das dem Menschen Zeit, Kraft und Selbstbestimmung raubt. Mit scharfem Blick entlarvt er die Heuchelei der Sklavenhalter, die sich auf zivilisierte Werte berufen, während sie aus Gier und Grausamkeit unerträgliches Leid verursachen. Auch wirtschaftlich zerlegt er das System: Zwangsarbeit hemmt Innovation und Produktivität, während freie und fair bezahlte Arbeit Motivation und Fortschritt ermöglicht. Folgerichtig lehnt er Entschädigungen für Sklavenhalter ab – Menschen können niemals rechtmäßiges Eigentum sein. Ebenso zeigt er, wie die absolute Macht über andere sowohl die Täter moralisch verrohen lässt als auch den Versklavten jede Möglichkeit intellektueller Entfaltung nimmt. Besondere Wirkung entfaltet die dem Werk vorangestellte Widmung. Sie ist ein eindrucksvolles Zeugnis von Empathie und moralischer Klarheit. Condorcet wendet sich mit Respekt und Würde an die versklavten Schwarzen, spricht sie als „Brüder“ an und stellt ihre Menschlichkeit über die ihrer Unterdrücker. Er würdigt ihren Mut und ihre Standhaftigkeit – und formuliert damit nicht nur einen Appell für Gerechtigkeit, sondern ein leuchtendes Bekenntnis zur universellen Gleichheit aller Menschen. Condorcet gibt den Entrechteten eine Stimme und entlarvt zugleich die moralische Verkommenheit der Profiteure. Seine Botschaft hat bis heute nichts von ihrer Kraft eingebüßt.