Meine Rezension zum Erscheinen auf dem Buchmarkt:
Ein mysteriöser und gefährlicher Einfluss geht von verlassenen, aus Holz gebauten Hotels in den USA aus. Dort gibt es auch immer eine Tür, die ins Nichts zu führen scheint. Die Familie von Carson Danvers wird Opfer dieses verrückt machenden Einflusses. Im Schutz einer fremden Identität beginnt er einen Rachefeldzug gegen diese böse Macht. Auf seine Spur setzen sich im Auftrag einer Versicherung ein Brandpolizist im Ruhestand, und auch dessen Frau, eine Psychotherapeutin, arbeitet bei der Aufklärung der Fälle wesentlich mit. Die beiden finden bald den Brandstifter und den Grund für seine Taten heraus. Sie bekommen den Einfluss sogar selbst zu spüren. Danach beschließen die drei, das, von dem dieser Einfluss ausgeht zu vernichten, bevor eine "Tür ins Dunkel" in den Händen von Wissenschaftlern zu einem unkalkulierbaren Risiko wird.
Die Ursache für den Einfluss ist eine außerirdische Sonde mit Fehlfunktion. Dies verrät schon der Prolog des Romans. Wäre nicht diese einleitende Erklärung, der Leser könnte glauben, er hätte einen Horror-Roman vor sich, denn Wilhelm versteht es, beim Leser Grauen durch die Schilderung der Wirkung der Sonde zu erzeugen. Der Prolog dient sicher auch dazu, die Aufmerksamkeit von der Herkunft der Einflusses auf die Frage, wie sie auf die Menschen wirkt und wie sie die durch ihn entstandene Situation meistern, zu lenken. Dies ist auch die Stärke des Romans. Die Autorin schildert mit psychologischen Einfühlungsvermögen sehr glaubwürdig die Gedanken und Taten der Figuren. Bei der Vielzahl der Figuren scheint sie jedoch manchmal die Story aus den Augen zu verlieren. Auch wird das Phänomen mit detektivischen Spürsinn und wissenschaftlichem Methoden eingekreist, wobei jedoch die Frage offen bleibt, warum einige diesen Einfluss anders, weniger stark spüren als die meisten. Dies ist insofern wichtig, da diese Menschen es sind, die etwas gegen ihn unternehmen können. Der Showdown zieht sich dann wie in einem Spielberg-Film endlos lange hin, was mir übertrieben scheint. Darauf folgt ein Epilog, der wieder die außerirdische Seite der Ereignisse zeigt. Epilog wie Prolog sind jedoch recht dürftig ausgefallen, so dass sie sich wie ein Alibi für den SF-Charakter des Romans ausnehmen.
Dieser Roman gehört sicher nicht zu den besten Romanen der Autorin. Kaum etwas Neues hat sie dem altbekannten Muster abgerungen, obwohl das Buch als Spannungsroman zu empfehlen ist.