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Isenhart

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Im Namen des Herzens. Ein Serienmörder im hohen Mittelalter. Der junge Schmied Isenhart, der ihm als früher "Profiler" auf die Spur zu kommen versucht - und zugleich dem Geheimnis seiner eigenen Existenz. Ein umwerfend spannender Roman aus einer Zeit, in der der freie Geist mit Denkverboten rang - und die uns gar nicht so fern erscheint. Anno Domini 1171. Isenhart stirbt bei der Geburt. Und wird wieder zum Leben erweckt. Der wissbegierige Junge, der irgendwie anders ist, wächst als Sohn eines Schmieds auf der Burg Laurin bei Spira auf. Zusammen mit Konrad, dem Stammhalter des Hauses Laurin, erhält er Zugang zu einem ungeheuren Privileg: Bildung. Isenharts Welt bricht entzwei, als seine heimliche Liebschaft, die Fürstentochter Anna von Laurin, barbarisch ermordet - und ihr das Herz geraubt - wird. Der Mörder ist schnell gefasst und gerichtet. Isenhart widmet sich seinem großen Traum: dem Traum vom Fliegen. Und seiner Sehnsucht, zu verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält - dabei immer auf der Hut vor der katholischen Inquisition. Doch dann ereignet sich ein weiterer Mord nach identischem Muster. Isenhart und Konrad machen sich auf, den Serienmörder mit den forensischen Mitteln ihrer Zeit zu Strecke zu bringen. Die Jagd führt sie bis ins ferne Iberien, in den Basar des Wissens von Toledo, wo freie Geister aus Morgen- und Abendland sich austauschen. Dann findet Isenhart in einem dunklen Gewölbe nie gesehene anatomische Zeichnungen des menschlichen Herzens ...

806 pages, Hardcover

First published September 1, 2011

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About the author

Holger Karsten Schmidt

4 books2 followers

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Community Reviews

5 stars
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12 (27%)
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13 (29%)
2 stars
6 (13%)
1 star
3 (6%)
Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Sonja Rosa Lisa ♡  .
5,171 reviews642 followers
April 26, 2022
Isenhart wächst als Sohn eines Schmiedes auf, aber seine Herkunft birgt ein Geheimnis. Als Säugling wurde er dem Schmied und seiner Frau übergeben, die Identität seiner leiblichen Eltern aber ist geheim. In Konrad, dem Sohn des Fürsten von Laurin, findet er bald einen Freund. Und Isenhart erhält das Privileg, gemeinsam mit dem Fürstensohn lesen und schreiben zu erlernen. Bald schon ist klar, dass Isenhart seiner Zeit voraus zu sein scheint. Er stellt alles infrage und sein Wissensdurst ist nicht zu stillen. Er verliebt sich in Konrads Schwester Anna, die ihm ebenfalls zugetan ist. Doch eines Tages entdeckt Isenhart Annas Leiche im Wald. Ihr wurde die Kehle aufgeschnitten und das Herz geraubt...

* Meine Meinung *
Dieses über 800 Seiten umfassende Buch hat mich schwer beeindruckt. Es ist so reich an Inhalt, an Handlung, dass ich noch weitere 1000 Seiten mit Freude gelesen hätte! Keine Seite hat mich gelangweilt, im Gegenteil. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen!
Es ist Krimi und Liebesgeschichte, historischer Roman und Sachbuch. Ich habe gelacht und geweint beim Lesen.
Holger Karsten Schmidt ist es gelungen, einen Roman zu schreiben, der mich wirklich zutiefst bewegt hat. Ich konnte mich in das Geschehen so gut hineinfühlen, als wäre ich selbst dabei.
Die Figuren sind echt und liebenswert bzw. echt und erschreckend.
Ich habe im Oktober 2011 die Verfilmung im Fernsehen gesehen und fand den Film super! Ich konnte nicht verstehen, dass so viele die Verfilmung nicht mochten. Jetzt kann ich das natürlich nachvollziehen, denn der Film wird dem Buch überhaupt nicht gerecht! Das Buch ist um Längen besser!
Ich habe dieses Buch gelesen und das Gefühl, als hätte ich fünf Romane gelesen und nicht nur einen. Es ist so voll von Handlung; es ist einfach ein wahrer Genuss!
Das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe!
Profile Image for Eva Müller.
Author 1 book78 followers
September 13, 2012
Edit: Nach einigem überlegen nachträglich auf zwei Sterne runtergesetzt. Ich hab vielen Büchern drei Sterne gegeben, die mir im großen und ganzen gefallen haben und die ich durchaus auch nochmal lesen würde bzw. mir vorstellen könnte weitere Bücher aus der Reihe zu lesen. Isenhart konnte ich nachdem ichs fertig hatte nicht schnell genug loswerden und falls der Autor je wieder etwas in der Richtung schreibt werde ich nen großen Bogen drum machen.

Manchmal kommt es vor, dass ich wenn ich mit einem Buch fertig bin mich nicht ärgere, weil das Buch so schlecht war, sondern enttäuscht bin weil die Idee, die hinter dem Buch steckt wirklich gut ist, aber die Ausführung ist einfach schwach. Isenhart ist so ein Fall. Die Idee – die Jagd nach einem Serienkiller im Mittelalter – finde ich grandios. Auch ist der Krimi, der den Kern des Romans bildet, wirklich packend und voller überraschenden Wendungen (wenn auch mit recht klischeehaftem und überladenem Finale).
Leider ist jedes Buch nur so gut wie seine Charaktere und hier liegen die größten Schwächen von Isenhart. Keiner der Charaktere schafft es zu überzeugen, alle bleiben recht flach. Man erfährt wieder und wieder, wie sie aussehen und es wird auch alle paar Kapitel erklärt wie wissbegierig Isenhart doch ist und wie sehr er darunter leidet in eine Zeit geboren zu sein, in der Leute, die zu viel fragen im besten Fall schief angeschaut werden und im schlimmsten auf dem Scheiterhaufen landen, genauso weiß ich jetzt definitiv, dass Konrad Isenharts Gedankenspiele für sinnlos hält und sich nur wirklich für den Kampf interessiert aber darüber hinaus erfährt man wenig über ihre Gefühle und Gedanken.
Isenhart selbst bleibt blass, mehr noch: als Leser habe ich mich irgendwann unglaublich von ihm genervt gefühlt. Er ist hat eine unglaublich schnelle Auffassungsgabe und ist überhaupt unglaublich intelligent, entdeckt schon in den ersten 150 Seiten die Gesetzmäßigkeiten der Vererbungslehre und macht ein paar tolle Erfindungen, dann wird er noch ein toller Schachspieler und wenn man ihm 10 Seiten mehr gegeben hätte, hätte er wahrscheinlich auch noch den Elektromotor erfunden...Fehler scheint Isenhart keine zu haben, oder schlimmer: der Autor scheint in seinem Verhalten nichts fehlerhaftes entdecken zu können. Da ist die im Klappentext erwähnte Szene in der Isenhart, sein bester Freund Konrad und noch andere den Keller entdecken, in dem sich sehr detaillierte Zeichnungen des menschlichen Herzens und anderer Organe und Körperteile finden. Isenhart ist fasziniert. Er scheint den Menschen zu bewundern, der Unschuldige tötet um mehr über den Körper zu lernen. Konrad ist abgestoßen und erinnert Isenhart daran, dass das erste Opfer dieses Menschen ja immerhin die Frau war, die er geliebt hat. Isenhart behauptet er könnte den 'Wissenschaftler' vom wahnsinnigen Mörder trennen und dann wird ihre Argumentation ganz schnell darauf reduziert, dass Isenhart der Fortschrittliche ist, der findet, dass man versucht die Medizin immer weiterzuentwickeln und so mehr Menschen zu helfen, während Konrad derjenige ist, der blind auf die Gebote der Kirche hört, die verlangt sich kein Bild vom Inneren des Menschen zu machen (die Kirche ist überhaupt für alles Übel und Leid in diesem Buch verantwortlich, es gibt keinen Kirchenmann, der nicht vergewaltigt, dumm, verblendet oder machtgierig ist). Am Ende hatte ich das Gefühl, dass der Autor in diesem Streit auf Isenharts Seite ist und es auch vom Leser erwartet, was zumindest ich aber nicht sein konnte.
Zu alldem kommen noch einige kleinere Ärgernisse, die vielleicht weniger ins Gewicht gefallen wären, wenn der Rest des Buches nicht schon so enttäuscht hätte. So hatte ich viel zu oft das Gefühl, dass der Autor seine Leser für ziemlich dumm hält. Es heißt immer ein Autor sollte dem Leser nicht sagen welche Charaktereigenschaften seine Charaktere haben, sondern diese anhand ihres Verhaltens zeigen. Schmidt zeigt erst und erklärt es im Anschluss noch einmal, so sieht man z.B. wirklich schön, dass Konrad nicht besonders begeistert von Isenharts plötzlicher Freundschaft mit Henning ist weil er sich in ihrer Gegenwart oft ausgeschlossen führt, da die beiden Gespräche führen, die er nicht versteht. Trotzdem kommt dann noch eine seitenlange absolut überflüssige Erklärung, wie eifersüchtig Konrad doch ist, und wie dumm er sich fühlt. Da fragt man sich als Leser schon wie viel Intelligenz der Autor seinen Lesern zutraut. Ein Eindruck, der sich noch verstärkt, wenn einem wirklich fast jedem bekannte Fakten über das Mittelalter lang und breit vorgekaut werden (Stellung der Frau, Einfluss der Kirche, etc.) oder Ermittlungsergebnisse bis ins kleinste Detail ausgebreitet werden und zwar so, dass vom Leser kein einziger eigenständiger Gedankengang verlangt wird und stattdessen alles von Isenhart in seiner ach so beeindruckenden Klugheit erklärt wird.
Abgesehen davon hatte ich auch das Gefühl, dass der Autor sich nicht so ganz hat entscheiden können ob er jetzt einen historischen Krimi oder doch einen historischen Roman über einen jungen Mann, der seiner Zeit voraus ist und vor allerlei Widrigkeiten gestellt wird, schreiben wollte und jetzt immer wieder hin und her wechselt. So kommen nach dem Mord an Anna erst mal gut 150 Seiten, in denen zwar einiges passiert, das aber für den Fortgang der Krimi-Handlung absolut nicht von Bedeutung sind. Genauso nimmt Isenharts 'Traum vom Fliegen' unglaublich viel Platz ein, ohne je für den Fall relevant zu sein.
Während sich das noch damit erklären lässt, dass der Autor sich einfach nicht an exakte Genreschubladen halten wollte verfügt das Buch auch sonst noch über lange Passagen die mir einfach überflüssig vorkamen, wie z.B. wenn die gesamte Lebensgeschichte einer Person ausgebreitet wird, die nur in einem Kapitel auftaucht und die absolut keine Bedeutung für den Fortgang der Geschichte hat. Dazu das schon erwähnte ständige wiederholen der gleichen Fakten über das Aussehen der Charaktere...besonders gegen Ende kam es öfters vor, dass ich einfach mal ein paar Zeilen oder auch einen ganzen Absatz übersprungen habe, weil ich das ganze schon fünf mal gelesen hatte.
Zusammenfassend lässt sich wohl sagen, dass das Buch nicht ganz schlecht war aber so viel besser hätte sein können.
Profile Image for Buchdoktor.
2,367 reviews190 followers
June 16, 2013
Loretta stirbt bei der Entbindung; Irmgard, die Hebamme erklärt auch das Kind für tot. Unerwartet haucht ein Fremder dem kleinen Bündel Mensch wieder Leben ein. Der Mann muss Geschäfte in Worms abgewickelt haben; denn die Münzen, die er Irmgard zahlt, sind dort geprägt worden. Sigimund von Laurin, der Grundbesitzer, befiehlt Stillschweigen über die Ereignisse und lässt den elternlosen Jungen von der Frau des Schmieds aufziehen. Seinen Namen erhält das Kind erst, nachdem es das erste Lebensjahr überlebt hat: Isenhart. Kinder sterben im 12. Jahrhundert zu schnell, um im Babyalter Gedanken an sie zu verschwenden. Walther von Ascisberg, ein Freund des Burgherrn, motiviert Sigimund, Isenhart mit dessen eigenem Sohn Konrad gemeinsam unterrichten zu lassen. Walther und Sigimund gehören damals zu den wenigen, die als Teilnehmer an den Kreuzzügen etwas anderes als ihren Heimatort kennengelernt haben. Isenhart fügt sich klaglos in die harte Arbeit in der Schmiede und beeindruckt seinen Lehrer und Mentor Walther mit seinem wachen Geist. Förderer und Schüler verbindet die Leidenschaft für technische und biologische Zusammenhänge. Der stets nach dem Warum suchende Isenhart ist als Mitschüler für den ihm unterlegenen Konrad keine reine Freude. Für Pater Hiernonymus gilt Isenharts spielerisches Infragestellen festgefügter Ansichten als Ketzerei. Die ungewöhnliche Beziehung zwischen zwei Jungen, deren Platz als Herr und Knecht zu ihrer Zeit unveränderbar festgeschrieben war, und Isenharts weitere Entwicklung versprechen allein schon eine interessante Entwicklungsgeschichte.

Die Ermordung von Konrads Schwester Anna, in die Isenhart heftig verliebt ist, beendet Isenharts Beziehung zu Gott. Walther verblüfft mit dem Besitz chirurgischer Instrumente für eine Obduktion der Toten. Spuren werden gesichert, Zeugen befragt und Vermutungen über das Motiv des Täters angestellt, obwohl zu der Zeit über den menschlichen Körper kaum etwas bekannt war. (Die Untersuchung eines Toten oder die Suche nach der Todesursache sind durch die Kirche streng verboten, könnten exakte anatomische Kenntnisse doch deren Lehre infragestellen.) Weitere Personen außer Anna werden ermordet, ihrem Körper vom Täter das Herz entnommen. Zu Isenharts Erschrecken vervollkommnet der Täter mit jedem Mord seine handwerklichen Fähigkeiten. Auch der unbekannte Serien-Mörder scheint von der Suche nach Wissen getrieben zu sein. In weiteren Handlungssträngen kommt es zu Kämpfen um den Landbesitz der Laurins (die die von historischen Romanen erwarteten Kettenhemd- und Schwert-Szenen liefern), zu einer Reise Isenharts nach Toledo in das Reich der Mauren, die damals in Europa führend auf dem Gebiet der Medizin waren und zur Suche nach Isenharts Herkunft. Die historische Krimihandlung und Isenharts Suche nach seiner Herkunft bremsen sich durch ihren Umfang und die lose Verknüpfung leider gegenseitig aus. An einigen Stellen fehlte mir die innere Logik der Ereignisse. Schmidts Freude am Fabulieren und Erklären mittelalterlicher Details erzeugen weitere Längen in der ohnehin breit ausgewalzten Handlung.

Die Vielzahl an Themen und Gedanken, die Holger Karsten Schmidt in Isenhart verarbeitet, macht es schwer, sich beim Schreiben über sein Buch kurz zu fassen. Die tiefe Beziehung zwischen Konrad und Isenhart, die über das Herr-Knecht-Verhältnis weit hinausgeht, die Liebe Isenharts zu Sophia, das von Sophia in ihrer Kindheit erwartete Verleugnen ihres Wesens, Isenharts ungeklärte Herkunft, das Rätseln über Walthers Motive, Isenharts Interesse für das Fliegen und für die menschliche Anatomie, die Erkenntnis, dass Menschen Fehler begehen, Schuld, Unschuld und Irrtum - die Reihe äußerst anregender Ideen in diesem historischen Roman ließe sich weiter fortsetzen. Herausragend war für mich Isenharts Motiv, den Tod zu erforschen, entstanden aus wissenschaftlicher Neugier und persönlicher Betroffenheit. In Isenharts Welt der Logik ist Gott ohne Bedeutung. Wenn einem Gläubigen die Beschäftigung mit dem toten Körper verboten ist - und Isenhart nicht glaubt, wer sollte ihm seine Forschungen verbieten? Schmidts fein dosierter Sarkasmus lässt selbst gausame Szenen ertragen, in denen Köpfe vom Schwert abgetrennt werden und Blut spritzt. Der ironische Unterton des Autors und das Benennen von Details, die Isenhart zu seiner Zeit noch nicht kennen konnte, unterlegen die Handlung. Indem Schmidt selbst formuliert, welche Gedanken für einen Mann des 12. Jahrhunderts wenig wahrscheinlich gewesen wären, nimmt er möglicher Kritik den Wind aus den Segeln, er würde seinem Helden zu viele Gedanken der Moderne in den Mund legen.

Der junge Schmied Isenhart steht mit seinem unstillbaren Wissensdurst außerhalb seiner Zeit, die seine Gedanken und Fragen nicht zulässt und noch keinen wachen, freien Geist toleriert. Geistliche bestimmen, was Menschen denken und fragen dürfen. Indem er sich seines Verstandes bedient, zweifelt Isenhart die göttliche Ordnung und die Herrschaft der Kirche an. Isenhart, Konrad, Sophia und Walther haben mich - auch ohne den Serienmord als Aufhänger - als Personen gefesselt und ich konnte jede Stunde des Eintauchens in Isenharts Erlebnisse genießen.
Profile Image for Keksisbaby.
961 reviews27 followers
May 29, 2020
Noch bei der Geburt von der Nabelschnur erwürgt, gleich zweimal für tot erklärt und wundersamerweise ins Leben zurückgekehrt, hat Isenhart alles andere als einen guten Start ins Leben. Der Burgherr beschließt Gnade walten zu lassen und gibt ihn in die Obhut des Schmiedes, verspricht aber dem Retter des Kindes ihm die selbe Bildung zu teil werden zu lassen, wie seinem Sohn. Schon bald stellt Isenharts unstillbarer Wissensdurst seine Umwelt auf eine harte Geduldsprobe und auch seine Lehrer versetzt er in Erstaunen. Durch seine Güte und Loyalität erntet er nicht nur die Aufmerksamkeit und Freundschaft Konrad von Laurins, dem Sohn des Burgherrn, sondern auch die Liebe von dessen Schwester Anna. Als diese dann gewaltsam ermordet im Wald aufgefunden wird, beginnt die Suche nach einem Mörder, denn was bis dahin niemand ahnt, die war lediglich das Gesellenstück eines Seelensammlers, der weitere Morde begehen wird, im Namen der Wissenschaft. Isenhart und Konrad machen sich auf den Tot von Anna zu sühnen und verlassen auf ihrer Jagd schon bald die Grenzen des Abendlandes und der bis dahin geltenden Weltanschauung. Nichts ahnend wie eng all die Geschehnisse mit Isenharts Herkunft verknüpft sind.
Ein wahnsinnig toller historischer Roman, in den ein Kriminalfall eingewoben wurde. Detailreich schildert der Autor wie Isenhart durch seinen Wissensdurst mehr als einmal in Gefahr gerät, aber auch wie er sich mit Hilfe seines Verstands immer wieder aus brenzligen Situationen befreit. Erzählt wird die Geschichte von Freundschaft, Rache, Tot aber auch der Suche nach dem göttlichen Wirken. Ich habe jede Seite verschlungen. Kaum hatte ich das Buch geöffnet, nahm mich Isenhart mit in seine Zeit und ich war für Stunden im 13. Jahrhundert verschollen. Holger Karsten Schmidt versteht es die Ursprünge von Sprichworten durch lustige Anekdoten einzuflechten, so das der Leser beim Streifzug durch die Welt Isenharts noch eine Menge dazu lernt, sozusagen im Vorbeigehen. Die Fülle an Details die den Leser erwarten, werden nicht ein einziges mal monoton oder langweilig, vielmehr befindet man sich plötzlich ohne zu ahnen in einem philosophischen Gedankenaustausch, bei dem man beginnt seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen und sie auf Gültigkeit zu überprüfen. Mich hat Isenhart mit seinem Hunger nach Wissen beeindruckt und ich möchte dem Autor für die tollen Lesestunden und die Unterweisungen danken, sowie für den liebevoll gezeichneten Charakter Gwegs, er war mir von allen der Liebste. Ich hoffe bald wieder eins von Herrn Schmidts Büchern in der Hand zu halten und vielleicht auch darin zu erfahren, wie es Hennrick mit seinen Hühnern erging oder dem befreiten Moslem.
33 reviews1 follower
February 13, 2012
Anno Domini 1171: In einer Hütte im Wald gebärt eine Frau eine Totgeburt, doch ein Fremder haucht dem Kind neues Leben ein. Das schmächtige Geschöpf überlebt – von nun an nennt man es Isenhart. Weil die Mutter bei der Geburt verstarb, nimmt sich Walther von Ascisberg dem Jungen an. Isenhart wächst auf der Burg Laurin bei der Familie eines Schmieds auf. Der wissbegierige Junge erhält das Privileg mit dem Sohn aus dem Hause Laurin unterrichtet zu werden. Sein Leben scheint perfekt, doch eines Tages findet Isenhart seine große Liebe Anna von Laurin ermordet im Wald. Ihr Torso ist geöffnet – das Herz entfernt. Der Täter scheint schnell gefunden, doch als einige Jahre später eine ähnlich zugerichtete Frauenleiche auftaucht, ist sich Isenhart sicher, dass ein Serienmörder dahinter steckt. Und so beginnt eine gefährliche Jagd mit ungewissem Ausgang …

Isenhart von Holger Karsten Schmidt ist eine Mischung aus historischen Roman, Krimi und Thriller und wurde bereits verfilmt. Vielleicht lag hier mein Problem. Bevor ich dieses Buch gelesen habe, hatte ich bereits den Film gesehen, wenn auch (zum Glück) nicht sehr aufmerksam. Und so wusste ich in etwa was passiert. Deshalb konnte mich der Inhalt natürlich nicht wirklich überraschen.

Eine Stärke des Buches ist die Schilderung der Probleme zwischen Kirche und Wissenschaft. Der wissensdurstige Isenhart ist seiner Zeit weit voraus. Als er einen Flugapparat entwickelt, muss er mit einem Finger dafür bezahlen. Man bekommt zu spüren, wie wenig Toleranz die Kirche gegenüber der Wissenschaft zeigt, denn natürlich hätte das ihre Grundfesten erschüttert.
Allerdings hätte ich mir im Allgemeinen mehr Bezüge zur Geschichte gewünscht. Denn genau da liegt für mich der Mehrwert historischer Romane. Natürlich erfahren wir am Anfang einiges über die Kreuzzüge, Barbarossa und die Tempelritter. Allerdings wird es im Verlauf der Geschichte immer weniger.

Die Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ich habe mit ihnen und ihrem Schicksal mitgefiebert, aber manchmal hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Wir wissen natürlich, dass Isenhart von einem unendlichen Drang nach Wissen bestimmt ist, aber viel mehr erfahren wir auch nicht über ihn. Ähnlich ist es mit den anderen Figuren.

Fazit:
Isenhart von Holger Karsten Schmidt ist eine nette Mischung aus historischen Roman und Thriller, die viele gute Ansätze hat, aber doch immer ein ABER mit sich bringt. Das Buch ist durchaus lesenswert und spanned, teilwese aber auch langatmig. Da war es übrigens wieder – das ABER!
Profile Image for Lauriel.
63 reviews4 followers
November 25, 2012


gutes buch, aber es fehlt das letzte quäntchen um es wirklich groß zu machen.
Displaying 1 - 6 of 6 reviews

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