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Comment le jeune et ambitieux Einstein s'est approprié la relativité restreinte de Poincaré

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Une crise profonde va secouer les certitudes des physiciens à la fin du XIXe siècle. Pour y répondre, Henri Poincaré, célèbre mathématicien et physicien, va s'interroger sur les bases les plus fondamentales de la physique, et plus particulièrement sur la notion de temps. Ses travaux, publiés dans diverses revues entre 1898 et 1905, vont le conduire à poser les fondements de la Relativité restreinte. Les textes originaux, très simples, sont repris dans le présent ouvrage. Ceux qui ne connaissent pas la Relativité restreinte peuvent ainsi comprendre aisément les débuts de cette révolution de la pensée scientifique et philosophique. Ceux qui en ont déjà une certaine connaissance comprendront sans doute beaucoup mieux ce qu'ils en savent déjà. Début juin 1905, Poincaré publie les formules de base de la Relativité restreinte. Plus de trois semaines après, Einstein regroupe les principes et les résultats énoncés par Poincaré en un texte unique qui sera longtemps considéré comme le seul acte fondateur de la Relativité restreinte. Einstein a-t-il redécouvert indépendamment ce qui avait été publié avant lui ou a-t-il simplement plagié Poincaré ? Quoi qu'il en soit, étant donnée l'antériorité des textes de Poincaré, leur lecture montre que c'est bien lui qui est le véritable fondateur de la Relativité restreinte.

128 pages, Paperback

First published July 27, 2004

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Jean Hladik

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December 7, 2025
Hladiks revisionistische These zur Priorität
Hladiks zentrale, revisionistische These lautet, dass der junge und ambitionierte Albert Einstein die Spezielle Relativitätstheorie (SRT) in Wirklichkeit von Henri Poincaré „angeeignet“ habe. Seine Argumentation stützt sich maßgeblich auf die unbestreitbare chronologische Priorität Poincarés, der die Lorentz-Transformationen – das mathematische Herzstück der SRT – bereits vor 1905 formuliert und das Relativitätsprinzip ausdrücklich als universell geltend beschrieben hatte. Das Buch interpretiert die fehlende Referenzierung Poincarés in Einsteins bahnbrechendem Aufsatz von 1905 als Indiz für eine bewusste Aneignung sowie für das Verschweigen entscheidender Vorarbeiten.

Die Kernpunkte der Debatte
Die Analyse des Buches löst sich von einer rein formalen Frage der Urheberschaft und berührt die zentralen Unterschiede innerhalb der Prioritätsdebatte:
Poincarés Priorität:
Befürworter Poincarés sehen in dessen Arbeiten bereits die vollständige mathematische Struktur der SRT angelegt. Sie argumentieren, dass die geometrisch-mathematische Architektur der Relativitätstheorie wesentlich von Poincaré entwickelt wurde und Einstein auf bereits bestehende formale Resultate zurückgriff.
Einsteins konzeptioneller Sprung:
Demgegenüber betonen Einstein-Befürworter den einzigartigen konzeptionellen Bruch, den Einstein vollzog. Er postulierte die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit und das Relativitätsprinzip als fundamentale, universelle physikalische Prinzipien und leitete die Transformationen deduktiv aus diesen Annahmen ab. Damit schuf er nicht nur eine neue Interpretation, sondern ein vollkommen neues Paradigma von Raum und Zeit – ein Wandel, der weit über die bloße Verwendung vorhandener Gleichungen hinausging.

Valide Untersuchungen und die Beweislast
Das Buch bewegt sich in einem Spannungsfeld, in dem historische und philosophische Analysen eine zentrale Rolle spielen. Hladiks These gilt in der etablierten Geschichtsschreibung der Physik als äußerst kritisch und tendenziell überzogen, da sie den konzeptionellen Unterschied und die grundlegende Revision der physikalischen Begriffsbildung durch Einstein weitgehend ausblendet.
Valide historische Untersuchungen zur Prioritätsfrage gelangen überwiegend zu dem Ergebnis, dass der intellektuelle Wandel und die neue physikalische Interpretation – und nicht die bloße chronologische Priorität einzelner mathematischer Gleichungen – den entscheidenden Akt darstellen, der Einstein zugeschrieben wird. Das zentrale Problem, das Hladiks Argumentation nicht überwinden kann, liegt im klassischen Dilemma der negativen Existenz: Es lässt sich nicht beweisen, dass Einstein Poincarés Arbeiten nicht kannte. Kritiker deuten dieses Fehlen eines Gegenbeweises als Hinweis auf bewusste Auslassung, doch solange kein positiver Beleg für eine tatsächliche Kenntnisnahme vorliegt, bleibt Hladiks These im wissenschaftlichen Mainstream spekulativ.

Die marginalisierte Rolle von Mileva Marić
Obwohl Hladiks Buch seinen Fokus klar auf Poincaré richtet, muss die Prioritätsdebatte im weiteren Kontext der marginalisierten Rolle von Mileva Marić betrachtet werden. Es gilt als unbestritten, dass Marić eine außerordentlich wichtige intellektuelle Gesprächspartnerin Einsteins war. Argumente für eine mögliche Ko-Autorschaft stützen sich unter anderem auf Einsteins Briefe, in denen er wiederholt von „unserer Arbeit“ sprach. Unabhängig davon, ob Marić tatsächlich einen direkten Beitrag zur Kernformulierung der SRT geleistet hat, oder ob Einstein Poincaré bewusst verschwieg, zeigt sich hier ein strukturelles Problem: Die historische Erzählung zur Relativitätstheorie ist stark von der Mythenbildung um das „einsame Genie“ geprägt, die Beiträge von Partnerinnen, Kollegen und Vorgängern systematisch in den Hintergrund drängt.

„Comment le jeune et ambitieux Einstein s'est approprié la relativité restreinte de Poincaré“ ist eine provokante und intellektuell anregende Lektüre, die dazu zwingt, über die Mechanismen wissenschaftlichen Fortschritts, über Autorschaft und über historische Narrativbildung neu nachzudenken. Als kritisches Dokument der Wissenschaftsgeschichte besitzt das Buch einen eigenen Wert, sollte jedoch stets im Dialog mit der etablierten historischen Forschung gelesen werden, die Einsteins konzeptionellen Sprung weiterhin als den eigentlichen revolutionären Kern der Speziellen Relativitätstheorie anerkennt.
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