In „Der Mai ist vorbei“ soll Paul Grünzweig einen Artikel über das Jahr 1968 schreiben. Dabei gerät er immer tiefer in seine eigene Während in Berlin, Paris und Prag demonstriert wurde, gründete er eine Literaturzeitschrift und zog in eine Kommune. Doch bald schwindet der Optimismus, es als Gruppe zu schaffen. Pepi Prohaska ist ein junger Mann mit viel Fantasie und Chuzpe. Eines Tages fällt ihm ein, dass Gott etwas mit ihm vorhat, nennt sich selbst „Pepi Prohaska Prophet“ und sammelt Jünger und Jüngerinnen um sich. Doch er wird auch unzählige von Widerspruchsgeist inspirierte Briefe an Politiker schreiben – und schließlich auf geheimnisvolle Weise verschwinden.
Peter Henisch wurde eineinhalb Jahre vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Wien geboren; sein Vater Walter war zu dieser Zeit ein sehr geschätzter fotografischer Kriegsberichterstatter der Wehrmacht. Nach 1945 arbeitete sein Vater für sozialdemokratische Medien.
Erste schriftstellerische Versuche machte Peter Henisch nach der Matura während eines Volontariats bei der Wiener Arbeiter-Zeitung (AZ), dem Zentralorgan der SPÖ. Im darauffolgenden Studium belegte er Germanistik, Philosophie, Geschichte sowie Psychologie. Ein Promotionsvorhaben über Ernst Bloch blieb unabgeschlossen. 1966/1967 war er Lokalredakteur der AZ.
Seit 1971 lebt er als freier Schriftsteller in Wien, Niederösterreich und in der Toskana und trat erstmals mit Hamlet bleibt hervor. Von 1972 an war er Literaturredakteur der Zeitschrift des Theaters der Jugend Neue Wege. Von 1970 bis 1973 war er Mitglied des „Arbeitskreises österreichischer Literaturproduzenten“.
Das bekannteste seiner Werke ist der Roman Die kleine Figur meines Vaters (1975; überarbeitet 1987 und 2003; verfilmt 1979). In ihm setzt sich Henisch mit der Vergangenheit seines Vaters als offizieller Kriegsfotograf während des Dritten Reiches auseinander.