Früher war Hilal Sezgin eine Stubenhockerin: Großstadt, Bürojob, am Wochenende schlief sie gerne aus. Heute hat sie nicht nur gülleresistente Stiefel, sondern auch Schafe, Ziegen, Gänse, Hühner und Katzen. Und vor allem: ein Haus auf dem Land. Sie nimmt den Leser mit auf ihre ganz persönliche Reise ins Glück. Sie berichtet von den erhofften Vorzügen und den unerwarteten Problemen des Landlebens; angefangen bei der Suche nach dem perfekten Haus über den Bau von Stallungen und das Einmachen von Obst bis hin zur korrekten Tierhaltung. Dem Verzicht auf gewohnte Bequemlichkeiten steht eine neue Form von Selbstbestimmung gegenüber. Aus dem "Leben ohne" ist vor allem ein "Leben mit" geworden: "Ein Leben mit weitem Blick aus allen Fenstern, ein Leben mit den Jahreszeiten, ein Leben mit Tieren, ein Leben mit Schnee im Winter, Kuckucksrufen im Frühjahr, Faulenzen im eigenen Garten im Sommer und Pilzsammel- und Einkochorgien im Herbst."
Ich bin sonst nicht der Typ für "non-fiction", aber dieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Besonders der Teil, der vom Auszug auf's Land mit all den Komplikationen und "ersten Malen" berichtet. Auch die Überlegungen zu Vegetarismus und Massentierhaltung und zum Verhältnis von Mensch und Tier fand ich gut umgesetzt - Frau Sezgin verdeutlicht ihre Position, ohne dogmatisch zu wirken oder die Moralkeule zu schwingen, wie es bei diesen Themen andererorts oft der Fall ist, und erläutert viele Dinge, über die man sich im normalen Alltag kaum Gedanken macht. Zum Ende des Buches waren es mir einige Tiergeschichten zu viel, stattdessen hätte man andere Aspekte näher schildern können. Alles in allem war es aber ein sowohl unterhaltsames als auch zum Nachdenken anregendes Buch.
Seit langer Zeit der erste NICHT-Krimi, den ich gelesen habe. Da wir selbst auf dem Land leben, muss ich eigentlich kein Buch über das Landleben lesen, fand die Beschreibungen von Land, Leuten und Tieren und den vielen kleinen und großen Begebenheiten, die sich um sie ranken, aber trotzdem sehr einfühlsam beschrieben und spannend erzählt. Es ist jedenfalls Landleben, wie ich es auch empfinde. Sehr anregend und herausfordernd waren die Anmerkungen zur Tierethik, in denen das Buch sehr unbequem sein kann und der Leserin heftig auf die Füße tritt. Hier werde ich die ein oder andere Anregung für unseren Alltag mitnehmen.
Ich habe das Buch gern gelesen, allerdings war es mir streckenweise ein wenig zu monoton: Schafe, Hühner, Gänse, Schafe, Hühner, Gänse. Das ist wohl das Landleben, aber man hätte das Buch gut und gerne um die Hälfte kürzen können.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Locker und leicht geschrieben, schön erzählt. Macht Lust auf's Landleben. Teilweise haben mich manche Ansichten und übertriebenes Verhaltenen der Autorin gestört aber wegen dieser paar Seiten werde ich keinen Stern abziehen.
Ich mochte das Buch nicht so sehr. Es ist wie ein nettes Tagebuch aber ich fand es hatte keine Spannungskurve und so gab es keinen Anreiz weiterzulesen.