Ich hatte wieder mal Lust nach einem packenden Thriller für zwischendurch und habe deshalb nach einem älteren Werk von Fitzek gegriffen, das schon länger auf meinem SuB darauf gewartet hatte, gelesen zu werden.
Das Buch verfolgt ein ähnliches Schema, wie man es auch von neueren Büchern des Autors kennt. Man lernt den Anwalt Robert Stern kennen, der als Protagonist in der Geschichte fungiert. Er wird zu Beginn des Buches von seiner Ex-Freundin zu einem vermeintlichen Tatort gerufen, an dem sich eine Leiche befinden soll. Das Absurde daran? Sie wird von einem 10-jährigen, an Krebs erkrankten, Jungen begleitet, der behauptet, dass er den Fundort einer Leiche kennen würde, weil er selbst der Täter gewesen sein soll - allerdings in seinem vorherigen Leben. Und trotz anfänglicher Zweifel an der Geschichte scheinen Simons Angaben zum Tod des Opfers alle wahr zu sein. Etwas, das gar nicht möglich sein sollte, denn zum Zeitpunkt des Mordes wäre Simon noch gar nicht geboren gewesen. Und das ist noch nicht alles: Es handelt sich nicht um den einzigen Toten, für den Simon verantwortlich sein soll. Nach und nach führt er Robert zu weiteren Leichen, die der erst 10-jährige auf dem Gewissen haben soll. Robert, der eigentlich nicht an Reinkarnation glaubt, beginnt allmählich an seinem Verstand zu zweifeln. Und als er von einer Stimme via Telefon erpresst wird, der ihm Informationen über seinen verstorbenen Sohn liefern will, setzt er alles daran, das Geheimnis um die ominösen Todesfälle zu lösen.
Es ist ja unlängst bekannt, dass Fitzek immer mal wieder aussergewöhnliche (meist psychologische) Phänomene in seine Bücher miteinfliessen lässt und dieses Mal handelt es sich um das Thema "Wiedergeburt", das sich durch die gesamte Geschichte zieht. Doch Kenner des Autors wissen natürlich, dass nichts so ist, wie es anfangs scheint und deshalb habe ich mich einfach auf die Geschichte eingelassen und war gespannt darauf, wie die Auflösung für all das am Ende ausfallen würde.
Ich muss allerdings gestehen, dass mich Fitzek in diesem Thriller nicht so richtig fesseln konnte, wie es bei vielen seiner anderen Bücher der Fall war. Für meinen Geschmack wurden in dem Buch zu viele verschiedene Themen aufgegriffen, die als lose Fäden in die Erzählung eingeflochten wurden und am Ende dann leider durch eine eher verwirrende und sehr weit hergeholte Erklärung zu einem Ganzen zusammengefügt wurden. Aus spoilertechnischen Gründen muss ich hier sehr vage bleiben, allerdings kann ich so viel sagen: Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen. Irgendwann waren so viele verschiedene Charaktere im Spiel, die in der Geschichte mit drin hingen, dass ich stellenweise Mühe damit hatte den Überblick darüber zu behalten, worum es eigentlich geht. Irgendwie wollte dieses Mal nicht so richtig ein Gefühl von Spannung aufkommen und mir waren die ganzen Verschwörungen und wer jetzt mit wem zusammenarbeitet und zu den Bösen gehört zu verwirrend. Selbst die Auflösung über die Identität des Täters wirkte irgendwie konstruiert. Sie hat mich zwar überrascht, aber ehrlich gesagt hätte auch genauso gut ein anderer Charakter dahinterstecken können. Ich hatte nicht den Eindruck, dass die ganze Handlung darauf aufbaut, dass ausgerechnet eine Person als Täter in Frage kommt und es am Ende ein grosses "Aha"-Erlebnis gibt. Insbesondere im zweiten Teil hat mich der Plot dann irgendwie verloren und ich war am Ende einfach froh, als er vorbei war.
Fazit:
"Das Kind" war für mich bisher der schwächste Fitzek. Anders als bei seinen anderen Werken, wollte bei mir nicht wirklich Spannung aufkommen und der Plot wirkte irgendwie zu gewollt und dadurch unnötig verwirrend. Es gibt deutlich bessere Bücher des Autors. Dieses hier würde ich bislang vermutlich als letztes empfehlen. Deshalb kann ich nur 2 Sterne vergeben und hoffen, dass mich der nächste Fitzek wieder mehr begeistern kann.