Dieses Buch ist ein Wegweiser durch das politische System der Bundesrepublik Deutschland im 21. Jahrhundert. Es behandelt sowohl das Regelwerk, das die Verfassung der Politik vorgibt, als auch die Verfassungswirklichkeit. Ausführlich erläutert Manfred G. Schmidt die politischen Institutionen, deren Funktionsweise sowie den Prozess der politischen Willensbildung. Zudem beleuchtet er die Staatstätigkeit in den wichtigsten Feldern der Innen- und Außenpolitik und in ihren Wechselwirkungen mit den politischen Institutionen und Prozessen. Dabei wird die Politik in Deutschland aus der Perspektive des internationalen und historischen Vergleichs erörtert und es werden ihre Stärken und Schwächen bewertet. Ein eigenes Kapitel ist den Möglichkeiten und Grenzen einer Europäisierung des Regierungssystems gewidmet.
Gelungenes Handbuch. Besticht nicht nur durch die umfassende und ordentlich lesbare Darstellung, sondern auch durch interessante Einblicke, wenn Schmidt beispielsweise international vergleichende Studien zur Einordnung des politischen System Deutschlands zu Rate zieht. Dennoch gibt es einen Punkt Abzug, da sich in bewertenden Passagen freundlich ausgedrückt politischer Mainstream, ungeniert-deutlich formuliert ideologische Interpretationen marktfreundlicher Schlagseite finden lassen.
Zwar ist der Mut zu der über bloße Beschreibung hinausgehenden Bewertung ausdrücklich zu loben, gleichwohl wäre in sensiblen Themenkomplexen wie Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik eine ähnlich differenzierte Darstellung, wie sie der Autor im 1. Teil des Buches über die einzelnen Akteure und Institutionen vollführt, wünschenswert gewesen.
Ich habe sehr lange hieran gelesen aber naja, es ist auch ein 500 Seiten Wälzer über das politische System Deutschlands. Ist was anderes als ein Krimi. Trotzdem war es sehr informativ und interessant. Ich habe viel dazu gelernt und kann es nur empfehlen, wenn man sich für das Thema interessiert. Plus, der Bezug über die Bundeszentrale für Politische Bildung hat das Vergnügen sehr günstig gemacht.
Sicherlich habe ich nicht alles verstanden, was ich gelesen habe. Dazu hätte man sich eingehender mit dem Text beschäftigen müssen. Danach stand mir der Sinn nicht aber man könnte, wenn man wolle.