Solide erzählter Krimi, fast beschaulich und frei von Horrorelementen. Die ländliche Szenerie am Elbsandsteingebirge ist mit vielen Personen bestückt. Alle werden in Aussehen, Handlungen und ihrem Sprachduktus ausführlich beschrieben und sind immer mit allerlei Besonderheiten ausgestattet. Der Kommissar, ein exotischer Bayer, wirkt noch als „unscheinbarster“ des gesamten Plots. Die Autorin, ebenfalls eine Bayerin, die die Gegend und ihre Einwohner mit ihren topografischen, habituellen, semantischen und lukullischen (einschließlich diverser Spirituosen) Eigenheiten liebevoll beschreibt, hat Land und Leute über ihren sächsischen Mann kennen und lieben gelernt. Manchmal ist die Wertschätzung auch durch ein bisschen oberbayerische Überheblichkeit durchdrungen. Professionell entwickelt die gelernte Journalistin die Story, legt ein paar falsche Spuren auf die wir Leser reinfallen, dann ist/sind der/die Täteri:nnen geschnappt, Ende Gut Alles Gut. Es ist ja schön, Regionen mit ihren lokalen Besonderheiten kennenzulernen. Gerne auch in Form einer literarischen (Reise-)Erzählung. Aber muss es immer ein Lokalkrimi sein? Aus Sicht der Produzentin vielleicht schon, schließlich ist „Wolfshappen“ schon der siebte Roman aus Lehmanns Sachsenserie.