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100 Prozent tot. Das Phantom vom Grunewald

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Die grausame Lebensbeichte des Werwolfs von Berlin

»Ich wollte einfach nur sichergehen, dass die auch wirklich tot ist. 100 Prozent tot.« Es ist der 21. Juni 1984, als die Berliner Kripo in den frühen Morgenstunden einen 24-jährigen Mann festnimmt. Er soll tags zuvor eine Schülerin vergewaltigt und unsäglich gequält haben. Doch was Günther Jacoby den Kriminalbeamten in den folgenden Tagen erzählt, übertrifft die schlimmsten Erwartungen: Der verheiratete Maurer gesteht ungerührt eine ganze Serie von Foltermorden an jungen Frauen. Nach zwei Jahren der Angst ist die „Deutschlands unheimlichster Frauenmörder“ gefasst, Berlins Bevölkerung atmet auf.

Der Kriminalhauptkommissar Stephan Harbort beschreibt und analysiert auch anhand persönlicher Gespräche mit dem Täter den schrecklichen Fall. Er präsentiert eine spannende Chronik der Ereignisse und das Psychogramm eines Serienmörders, dessen Bekenntnisse in dieser Form erstmals zu lesen sein werden.

320 pages, Hardcover

First published January 1, 2010

12 people want to read

About the author

Stephan Harbort

28 books17 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Ruth.
251 reviews18 followers
January 21, 2017
Als mit dem Fall unvertrauter Leser hätte ich mir gewünscht, von dem Autor besser in die Chronologie der Ereignisse eingeführt zu werden. So war es mitunter verwirrend, stellenweise langatmig und trocken.
Profile Image for Jasmin Kraft.
Author 9 books
March 11, 2018
"100 Prozent tot" war jetzt mein achtes oder neuntes Buch, das ich von Stephan Harbort gelesen habe. Rein gefühlsmäßig würde ich behaupten, dass es sein bestes, weil intimstes Buch ist. In keinem seiner anderen Bücher wird so auf den Täter - auf seine menschliche Seite - eingegangen. Und genau das ist der Grund, warum ich seine Bücher liebe. Stephan Harbort portraitiert die "Monster" - wie sie die Gesellschaft bezeichnet.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Ich stimme zu 100 Prozent mit Stephan Harbort überein, dass die Gesellschaft nicht ganz unschuldig an der Reifung/Entwicklung dieser "Monster" ist. Schlechtes Elternhaus kombiniert mit häuslicher Gewalt und/oder Isolierung/Abschottung von Gleichaltrigen, gluckenhaftes "Überbemuttern", keine Anerkennung, mal hier gemobbt, mal da ausgeschlossen, dann dort nicht in das Sportteam gewählt - die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Ein Mensch ist in der Lage eine Zeitlang ein solches Martyrium auszuhalten, irgendwann jedoch ist ein Punkt erreicht, an dem die Sicherung durchbrennt. Irgendwann verlangt sein Innerstes nach der Anerkennung, die ihm bisher verwehrt blieb. Zur Not holt man sich die eben mit Gewalt.

Zum Buch:
1984 wird Günther Jacoby sein letztes Verbrechen zum Verhängnis, er ist an einem Punkt angelangt, an dem er "erwischt werden wollte, damit es vorbei ist." Seit über 25 Jahren ist er nun im Maßregelvollzug und kann sich ein Leben "draußen" gar nicht mehr vorstellen. Er will es auch gar nicht.

Zu Beginn wächst der Leser mit "dem Jungen" auf - bis etwa zur Mitte des Buches hat man zu besagtem Jungen kein Gesicht, keinen Namen. Der Junge wird geboren, wächst auf, geht zur Schule, wird krank und infolgedessen als schwererziehbar abgeschoben, fängt sich wieder - so glauben es zumindest Psychologen, Ärzte und Eltern. Startet eine Ausbildung zum Maurer, zieht nach Berlin. Und mit ihm seine dunkle Seite.
Was er als 16jähriger im Heim begonnen hat, setzt er in der heutigen Landeshauptstadt fort: er quält, foltert und unterjocht Frauen. Geht sogar soweit, dass er sie tötet. Er geht als das Phantom vom Grunewald in die Geschichte ein.
Als er geschnappt wird, staunen die Kripobeamten nicht schlecht, was Jacoby ihnen alles zu erzählen hat ...

Stephan Harbort ist es gelungen, Günther Jacobys Verbrechen nicht nur minutiös nachzuzeichnen, sondern auch seine Vorgeschichte, die anschließende Verhandlung, sowie seinen Alltag im Maßregelvollzug so darzustellen, dass der Mensch, der Günther Jacoby ja nach wie vor ist, nicht zu kurz kommt. Ein Mensch wie du und ich. Der nette Nachbar von nebenan, dem man sowas im Leben nicht zugetraut hätte. Auffällig unauffällig eben.

Wären wir alle miteinander etwas achtsamer, nicht nur auf uns selbst fixiert, würden auch mal Partei für Schwächere und Ausgegrenzte ergreifen, unsere Kinder so erziehen, dass sie gar nicht erst mobben, sondern respektvoll mit JEDEM Menschen umgehen, genauer hin- statt wegsehen, wenn der Verdacht häuslicher Gewalt besteht, ... - ich bin mir sicher, die ein oder andere Sicherung würde gar nicht erst fliegen. Jeder Mensch hat das Recht darauf, auch als Mensch behandelt zu werden. Und in jedem Täter/Mörder steckt nach wie vor ein Mensch.

Fazit: Absolut lesenswert!
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