Das eigene Bewusstsein exportieren und ein Backup vom aktuellen Stand zu haben, für den Fall, dass man stirbt, um es dann in einen neu geschaffenen Körper wieder hochzuladen. Eine nette Idee, die allerdings zur Folge hat, dass mehrere Ichs herumlaufen, wobei natürlich der eine nicht vom anderen weiß. Klingt verwirrend? Ist es auch. Und ein Merkmal für den Science-Fiction-Roman Das Artefakt von Andreas Brandhorst. Denn es bleibt natürlich nicht bei diesem einen Element, das etwas seltsam anmutet.
Die Grundidee indes hat durchaus ihren Charme. Im Universum gibt es weiterentwickelte Gesellschaften (die hohen Mächte), die eine Enzyklopädie hüten, in der alles Wissen gespeichert ist. Nachdem die Menschheit eine Beinahkatastrophe ausgelöst haben, haben sie nun 600 Jahre Zeit zu beweisen, dass sie zu dauerhaften Frieden fähig sind. Bis der Leser bzw. Hörer an diesem Punkt angelangt ist, dauert es eine ganze Weile. Vielleicht liegt es am Hörbuchformat, dass der rote Faden nicht immer sichtbar war.
Nach und nach wird das ein oder andere Häppchen präsentiert, die komplette Geschichte offenbart sich dem Hörer erst in den letzten Minuten. Ein Großteil des Mittelteils war mehr oder minder Füllmaterial, das mich leider nicht packen oder sonst wie erreichen konnte.
Am Sprecher Richard Barenberg lag es nicht unbedingt. Ich fand die Intonation durchaus ansprechend, obwohl die Stimme das Potential hat, bei langweiligen Passagen einschläfernd zu wirken.
Fazit
Die Grundidee des Romans ist sicherlich sehr reizvoll. Die Umsetzung hingegen fand ich wenig ansprechend, auch wenn der Sprecher eine gute Leistung hingelegt hat. In Summe war es zu wirr erzählt, was es mit dem Artefakt schlussendlich auf sich hatte. Ich sollte wohl eher einen anderen Roman von dem Autor ausprobieren.