In ihrer Kindheit waren sich die Schwestern Franka und Lydia einmal sehr nah - bis es zum Bruch kam. Eines Tages steht Lydia jedoch todkrank mit ihrer kleinen Tochter Merle vor Frankas Tür. Widerwillig kümmert sich Franka um ihre Nichte, die die Frauen zwingt, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Doch dann flieht Lydia plötzlich ans andere Ende der Welt ...
Renate Ahrens wurde 1955 in Herford geboren, studierte Anglistik und Romanistik in Marburg, Lille und Hamburg und war einige Jahre als Lehrerin tätig, bevor sie 1986 mit ihrem Mann nach Dublin zog und als freie Autorin zu arbeiten begann. Sie schreibt Romane, Kinderbücher und Theaterstücke. 1996-97 lebte sie in Kapstadt und 2002-03 in Rom, seitdem wieder abwechselnd in Dublin und Hamburg. Renate Ahrens ist Mitglied des P.E.N.-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland.
Welche Auswirkungen hat eine Kindheit - die man wohl nicht als "normal" und "gängig" bezeichnen würde - auf das spätere Dasein als Erwachsener?
Renate Ahrens erzählt hier eine sehr feinfühlige Geschichte über zwei Schwestern. Franka und Lydia, die gemeinsam in einem, meiner Meinung nach, vollkommen familiären Chaos in Hamburg groß geworden sind. Sie haben die gleiche depressive, scheinbar in einer eigenen Realität lebenden, Mutter und den gleichen auf Erfolg bedachten Vater. Während Lydia, die Jüngere, von ihrer Mutter angebetet wird, in jedem Unsinn bestärkt wird und in Schutz genommen wird - lehnt ihr Vater sie mehr oder weniger komplett ab. Franka wiederum wird von ihrem Vater geliebt, besser gesagt ihre schulischen Leistungen und Noten, während sie bei ihrer Mutter ständig das Gefühl hat an letzter Stelle zu kommen. Weil sie, in künstlerischer Hinsicht, keine Begabung hat. In der Kindheit geben die zwei Mädchen sich Halt, wobei schnell klar wird, dass Franka die Mutterrolle übernimmt - wenn die eigene Mutter wieder mal an ihren Depressionen laboriert. Dieser Zusammenhalt endet als Lydia abstürzt, auf falsche Bahnen kommt... Als sie mehr oder weniger erwachsen werden und jede es nun selbst in der Hand hat wie ihr weiteres Leben aussehen soll.
Renate Ahrens lässt einen immer weiter eintauchen in die Geschichte, nimmt einen gefangen. Sie schreibt oft schonungslos und offen - was besonders bei den Szenen hervorgehoben wird die von den Streitereien erzählt. Aber dieses Buch hat ebenso viel Tiefgang und Gefühl. Man leidet mit, man versteht warum die zwei so verschieden sind und warum sich jede für diesen oder jenen Weg entschieden hat. Es zeigt auf wieviel kaputt gehen kann und wie prägend Nichtigkeiten sein können - wenn sie einem kleinen Kind widerfahren.Wie sich Erlebtes auswirken kann wenn man selber Verantwortung übernehmen sollte.
Ich habe dieses Buch in knapp einem Tag durchgelesen - sie ließen mich nicht mehr los diese zwei Schwestern. Und es wird wohl noch einige Momente geben in denen meine Gedanken zu dieser Geschichte abschweifen werden.
Ich kann dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen. Es ist ein tolles Buch und verdient diese 5 Sterne vollkommen gerechtfertigt.
Renate Ahrens hat mit „Fremde Schwestern“ einen Roman geschrieben, welcher einen von Anfang an in seinen Bann zieht und nicht mehr so schnell los lässt.
Es geht um die beiden Schwestern Franka und Lydia. Franka, welche mit beiden Beinen fest im Leben steht und Lydia, eine Rebellin, welche durch`s Ausland tourt. Beide Schwestern sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. Als Kinder standen sie sich sehr nah, dann verloren sie sich aus den Augen. Dann steht Lydia mit ihrer Tochter Merle, völlig verwahrlost vor Frankas Tür. Widerwillig bittet Franka sie herein. Später stellt sich heraus, dass Lydia schwer krank ist und für längere Zeit im Krankenhaus bleiben wird. Franka kümmert sich um Merle, eine Beziehung die sich als nicht einfach darstellt. Dann ist Lydia verschwunden…
Die Geschichte ist ruhig geschrieben und lässt sich auch flüssig lesen. Wir erleben die Geschichte aus Frankas Sicht. Der Schreibstil dieses Buches fasziniert. Teilweise sehr kurze Sätze lassen den Leser in die Geschichte hineinversinken und die Hauptcharaktere besser kennen lernen und sich in die Geschichte einzufinden. Während des Lesens wird man sehr neugierig, man möchte natürlich wissen, wo liegt das Geheimnis zwischen Franka und Lydia. Das Ende geschieht plötzlich und ohne Vorwarnung. Die Hauptprotagonisten sind sehr dominant ausgeprägt und gut dargestellt. Man lernt sie sehr gut kennen und kann sich in sie hineinfinden.
Fazit: Als ein sehr „leises“ Buch erlebt der Leser die Geschichte, in die er hineintaucht. Eine sehr tiefgründige Geschichte, die lange im Kopf bleibt und Nachdenklichkeit verursacht. Absolute Leseempfehlung!!!
Ich hatte gehört, dass das Buch nicht so gut sei, daher wollte ich es selber lesen. Von der Synopse her dache ich, es könnte ein Buch sein, welches mir sehr gefallen könnte. Die Geschichte ist ziemlich hart und vielleicht ist sie nichts für sehr empfindliche Leser, die Geshichten sehr einfach ans Herz nehmen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass hier was fehlt.
Fremde Schwestern ist eine wirklich interessante Geschichte über Entfremdung, Liebe und Schicksal. 38 Kapitel die im Nachhinein zum Nachdenken anregen. Aber es ist keine Geschichte für graue Septembertage, dafür ist sie einfach zu düster. Zumindest für mich.