Als ein Kalchreuther Wirt seinen Bierkeller aufschließt, stößt er auf eine bestialisch zugerichtete Leiche. Bei dem Toten findet die Polizei einen rätselhaften Gegenstand: ein Fußball-Trikot. Ein Zeichen ja, aber wofür? Mit dieser Frage ist der Nürnberger Kommissar Friedo Behütuns konfrontiert. Steht dahinter ein Fankrieg? Zielt die Tat auf den Sponsor dieses Fußballvereins, einen Atomkonzern, ab? Oder ist nicht vielmehr im rechtsradikalen Milieu zu ermitteln? Bald tauchen weitere Opfer auf, alle ähnlich grausam ermordet. Die Ereignisse eskalieren, Behütuns stochert im Dunkeln – bis er ein altes fränkisches Wirtshaus betritt … Ein fesselnder Krimi, der den Leser auf verschiedene Fährten schickt, die am Ende doch alle in eines münden: in die Abgründe der menschlichen Seele.
Im mittelfränkischen Kalchreuth wird im separaten Bierkeller des Wirtshauses eine Leiche der unappetitlicheren Sorte gefunden. Fränkische Bierkeller-Gewölbe im Sandstein dienten früher zur Aufbewahrung der Eisblöcke, heute schätzen Gäste ihre angenehme Temperatur. Der nicht zu identifizierende Mann war buchstäblich zersprengt und ein Fußballtrikot auf den Leichenteilen drapiert worden. Friedo/Friedemann Behütuns und sein Team rätseln zunächst darüber, welche Botschaft der Täter vermitteln will: geht es um den Verein, dessen Sponsor, die Herkunft des Spielers Nr. 19 oder sollte das Tatmittel etwa auf Arbeitsbedingungen in Nürnberger Betrieben der Rüstungsindustrie hinweisen? Eine denkbare Übernahme des Falls durch den Staatsschutz bereitet Friedo vorsorglich schon einmal schlechte Laune. Als es zu einem vergleichbaren Fall nahe einer Wanderhütte im Tessin kommt, lässt sich die Handschrift des Täters nicht mehr übersehen. Friedos Grübeln über den Täter und sein Motiv zeugt von ungebremster Fantasie und legt die eine oder andere falsche Spur aus. Als besonders ergiebig zeigen sich dabei Friedos ins Unreine Fabulieren gemeinsam mit dem klinischen Psychologen Dr. Hartung und das Fußball-Wissen des Kollegen Peter Jaczek (nur einer der drei Kollegen mit Vornamen Peter). Behütuns verbringt viel Zeit in traditionellen Wirtshäusern als Schule des Lebens und nutzt als Ermittler geschickt die Menschenkenntnis von Gastwirten u. a. Zeugen, denen noch nicht bewusst ist, dass ihre Beobachtungen zu den Ermittlungen beitragen können.
Fazit Der erste von bisher 10 Bänden um Friedo Behütuns ist bereits 20210 erschienen, so dass die Aufreger im Nürnberger Land von Atomindustrie bis Bratwürstchen heute nicht mehr taufrisch sind. Der Charme der Region und Goerz‘ zeitlos schrullige Figuren lohnen jedoch unbedingt die Herausforderung des Serienauftakts durch Dialekt, Fußball-Nerds und die Geheimwissenschaft Schafkopfen.
Die Hauptgeschichte ist ok, aber die Auflösung war eher unbefriedigend. Dazu hat mit der Stil mit den Seiten langen Gedankenexzesse der Charaktere, bevor es eine weitere Entwicklung gab, nicht gefallen. Bekannt haben allerdings beschrieben, dass sie gerade das als witzige Präsentation der Geschichte fanden. Also wohl einfach eine Geschmackssache.