4,5 Sterne Ich mag ja diese gemütlichen, ruhigen Krimis unglaublich gerne, und dieser Krimi fällt auch in dieses Genre. Ein englisches Dorf, ein altes Herrenhaus und eine Tote in der Bibliothek. Doch bevor die Polizei eintrifft, ist die Leiche verschwunden. Um nicht als schrullige alte Dame dazustehen, ermittelt die Protagonistin Mabel eigenständig... Ein bisschen wie Miss Marple, aber auch wieder ganz anders. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß mit dem Buch und den zum Teil kauzigen Charakteren. Spannung ist auch durchaus vorhanden, aber halt auf eine ruhige Art. Ich habe das Buch genossen :)
Ach guck - erst beim Eintrag hier auf Goodreads ist mir aufgefallen, dass ich aus dieser Reihe schon einmal einen Band gelesen habe. Die Geschichte ist ganz nett, ich habe das Buch irgendwann mal für umme als ebook abgegriffen. Das Setting auf dem Land in England ist zwar ähnlich wie bei Miss Marple und auch die Figuren - pensionierte ältere Dame und älterer Tierarzt - aber an Agatha Christie kommt das für mich doch nicht ganz ran. Die Story ist aber ganz nett und auch leidlich spannend, aber jetzt nicht sooo toll, dass ich dringendst gleich mehr in der Reihe lesen müsste. Kann man zwischendurch mal lesen, in dem Bereich gibt's aber Besseres. Ich vergebe mal 3.5 von 5 Sternen.
"Ein Cornwallkrimi" ist der Untertitel von diesem Roman, sofort blitzen Bilder und Klischees vor den geistigen Augen auf: Landschaften, Herrenhäuser, Intrigen, Geheimnisse, Affären, Mord, enge Straßen, alte Autos, Kleider, Tee. Und genau das trifft den Nagel auf den Kopf. Denn all das ist in diesem Roman unter einem Hut gebracht.
Mich hat dieser Roman positiv überrascht, denn ich hätte nicht damit gerechnet, dass er so gut ist. Die Handlung is sehr geschickt aufgebaut, der Verdacht wird mal auf jeden Dorfbewohner gelenkt. Und kein Wunder: Jeder hat sein eigenes brisantes Geheimnise. Mabel ist eine Art Wecksignal. Die Dinge geraten ins Rollen, obwohl sie schon lang verstockt waren. Sie hinterfragt, nervt und bleibt an der Sache.
Hier passiert nichts Knall auf Fall. Der Leser kann sehr gut mitverfolgen, was gerade Sache ist und verliert den Faden nicht. Auch werden die Personen nacheinander mit ihrem markanten (vielleicht sogar klischeehaften) Eigenschaften vorgestellt, sodass man mit den Namen nicht durcheinander kommt. Manche Szenen und Passagen waren für meinen Geschmack sogar etwas zu detailliert und langatmig. Wobei man da immer abwägen muss: Bei langsam voranschreitenden Krimigeschichten lernt man die Personen umso besser kennen.
Und das in dem Fall von Mabel super, denn am Ende des Romans wird die Aussicht auf eine Fortsetzung gestellt. Super! Fall Nummer 2 von Mabel. Zum Ende: Überraschend. Ja, wirklich. Kurzzeitig hatte ich in der Mitte der Romans tatsächlich schon den Verdacht gehabt, aber die Autorin ist über die - im Nachhinein sogar ziemlich eindeutigen Hinweise - einfach darüber hinweg gegangen, sodass ich sie ausgeblendet hatte. Alles in allem bedrachtet, gibt es einen roten Faden.
Die Geschichte ist realistisch. Die Charaktere sind sympathisch, auch wenn sie teilweise wirklich stereotypisch sind: Die junge Frau, die sich allein um ihre Geschwister und ihren betrunkenen Vater kümmern muss. Der gutaussehende junge Mann, der aus reichem Hause kommt und nichts auf die Reihe bekommt. Der verknötterte Tierartzt, der auf den ersten Blick ein alter Brummbär ist und auf den zweiten ein liebevoller guter Kerl ist. Tja und auch Mabels Cousine Abigail fällt so manch einem Klischee zum Opfer.
Aber wen interessiert das? Solange die Geschichte super ist und alles ins Bild passt, kann die Autorin so viele Stereotypen und Klischees verwenden wie sie will. Und mir gefällt das Buch. Für England-Fans ist es ebenfalls toll. Mabel fährt durch Ortschaften, erzählt von der Landschaft und den Geflogenheiten. Wer selbst schon in Cornwall war, wird mit Sicherheit so einiges wieder erkennen.
Fazit:
Ein unterhaltsamer und spannender Roman, der mit sympathischen Charakteren und überraschenden Wendungen überzeugt. Empfehlenswert für Krimi- und Englandliebhaber, die eher gemächliche Krimigeschichten mögen und nicht allein auf Action aus sind.
Ich hatte schon den dritten Teil der Krimi-Reihe um Mabel Clarence gelesen, wollte aber unbedingt auch noch die ersten beiden Bücher um die liebenswerte Spürnase lesen. Und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Wie ich es bereits von der Autorin kannte, ist auch dieser Krimi sehr unterhaltsam.
Mabel Clarence ist auf Besuch bei ihrer Cousine auf Higher Barton und das erste, was sie findet, ist eine tote junge Frau in der Bibliothek. Doch nachdem sie die Polizei verständigt hat, ist die Leiche auch schon wieder verschwunden – und ohne Leiche sieht die örtliche Polizei keinen Grund zu weiteren Ermittlungen. Das kann Mabel natürlich nicht so stehen lassen – weder ist sie schrullig noch hat sie Halluzinationen.
Mich konnte dieser Krimi vor allem durch die mir sehr sympathischen Protagonistin Mabel Clarence überzeugen. Die mittlerweile berentete Krankenschwester hat eine witzige und neugierige Art, sie ist sehr patent und lässt sich so leicht nicht von einer Sache abbringen. Hat sie erst einmal Lunte gerochen, geht sie der Spur unerbittlich nach – auch dass sie sich dabei selber in Gefahr begibt, kann sie nicht von ihren Nachforschungen abhalten. Unterstützt wird sie von einem brummigen Tierarzt, Viktor Daniels, den sie bei ihrem Besuch von Higher Barton kennenlernt. Zwar ist er zunächst eher abweisend und wirkt eher menschenscheu, doch auch Viktor hat sehr liebenswerte Seiten, die sich im Laufe der Geschichte nach und nach zeigen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Freundschaft und gemeinsam versuchen sie, den Mörder an der unbekannten Toten zu finden.
Die Charaktere sind wirklich liebevoll gezeichnet und geben dem Buch einen ganz eigenen Charme. Neben den Menschen lernt man aber auch die Landschaft kennen, die so einladend und typisch englisch beschrieben ist, dass ich mich am liebsten sofort nach Cornwall aufmachen würde. Der leichte und sehr beschwingte Schreibstil machen das Lesen zu einem Vergnügen, so dass ich diesen Krimi innerhalb weniger Stunden beendet hatte.
Das Buch ist spannend von der ersten Seite an und kann diese Spannung auch bis zum Ende halten. Das Ganze endet dann in einem großen Finale, und natürlich gerät auch Mabel dabei zwischen die Fronten. Vielleicht war die Geschichte an der einen oder andere Stelle etwas vorhersehbar, dennoch bin ich gut unterhalten worden und habe das Lesen in keinster Weise bereut.
Mein Fazit
Wer Krimis in der Manier von Miss Marple mag, dem könnte auch diese Reihe gefallen. Sympathische Charaktere vor einer tollen Kulisse und ein Mord, in dem die Leiche fehlt – mich hat dieses Buch sehr gut unterhalten und ich werde Mabel sicherlich noch bei ihren weiteren Fällen begleiten.
Mit der pensionierten Krankenschwester Mabel Clarence hat die Autorin eine wirklich sympathische Figur erschaffen. Im Laufe der Geschichte wird man in der Tat hin und wieder an die alten Schwarzweißfilme mit Miss Marple erinnert. Die Rolle des Mr. Stringer übernimmt hier der eher griesgrämige Tierarzt Victor Daniels. Doch nun zur Story: Nach vier Jahrzehnten will sich Mabel mit ihrer letzten lebenden Verwandten und ehemals besten Freundin, der verwitweten Cousine Abigail Lady Tremaine versöhnen. Daher nimmt sie die Einladung zu deren Geburtstagsfeier auf Higher Barton an und stolpert direkt bei ihrem Eintreffen über die Leiche einer jungen Frau in einem historischen Kostüm, die erdrosselt in der Bibliothek des Herrenhauses liegt. Als Mabel Hilfe holen will, verschwindet die Leiche in der Zwischenzeit scheinbar spurlos. Natürlich will ihr niemand Glauben schenken und schnell wird sie von der Polizei als geistig verwirrte Alte abgestempelt. Auch ihre Cousine, die sich mit ihrem Alter nicht abfinden will und ihr Herz an den jungen Chauffeur als Liebhaber hängt, distanziert sich von ihren "Halluzinationen". Dennoch nähern sich die beiden so unterschiedlichen Frauen langsam wieder an. Hinter dem Rücken ihrer Cousine und der Polizei nimmt Mabel nun selbst die Ermittlungen bei diesem "Fall" in die Hand. Sie entdeckt das Bild der toten Frau auf einem Plakat für eine Theateraufführung und nimmt von da an die Spur auf. Mehrere Verdächtige geraten in Mabels Blickfeld. Die Ermordete tauchte plötzlich aus Bristol auf, um angeblich in dem kleinen Ort etwas Wichtiges zu erledigen und schloss sich dabei einer Laienspielgruppe für die jährlichen Festspiele an. Nur der verschrobene Tierarzt steht ihr bei ihren Nachforschungen tatkräftig zur Seite, doch auch Daniels erschüttert durch sein merkwürdiges Verhalten ihr Vertrauen. Im Laufe der Zeit findet Mabel ein unschönes Familiengeheimnis heraus. Sogar ihre Cousine erscheint dadurch plötzlich verdächtig. Doch erst als zwei merkwürdige "Unfälle" geschehen, von denen sich einer gegen sie selbst richtet, weiß sie, dass sie dem Täter zu nahe gekommen ist. Und dann entdeckt sie tatsächlich das Versteck der Leiche und den wahren Täter. Fazit: Krimi mit englischem Charme. Die Geschichte besitzt tatsächlich sehr viel britische Atmosphäre und einen sehr schönen Erzählstil. Das Ende lässt darauf schließen, dass es eine Fortsetzung geben wird, auf die sich der Leser schon freuen kann. Einen Punkt Abzug gibt es nur für die kleineren Nachlässigkeiten des Lektorats. Vier von fünf Punkten.
Unterhaltsame und fesselnde Kriminalgeschichte mit einer sympathischen Hauptdarstellerin. Nur die in meinen Augen ab und zu etwas ' gestelzte' Sprache verhindert die Höchstwertung